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Hier findest du alle 354 Übungsfragen zum Sachgebiet Straf- und Strafverfahrensrecht, sortiert nach Themen. Wie in der IHK-Prüfung sind bei jeder Frage eine oder zwei Antworten richtig. Überleg dir deine Antwort, bevor du die Lösung aufklappst. Unter jeder Themenüberschrift kommst du zur ausführlichen Erklärung.
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Wie die schriftliche Prüfung bewertet wird
Seit dem 1. Juli 2025 besteht der schriftliche Teil aus 82 Fragen. Es gibt Teilpunkte: Bei einer Frage mit zwei richtigen Antworten bringt jede richtig angekreuzte Antwort einen Punkt. Insgesamt sind 120 Punkte möglich, zum Bestehen brauchst du 60. Mehr dazu auf der Seite zur Prüfung.
Was ist Straf- und Strafverfahrensrecht?
Welches Gesetz regelt in erster Linie, wie eine Straftat ermittelt, angeklagt und verhandelt wird?
- A) Das Strafgesetzbuch
- B) Die Strafprozessordnung
- C) Das Ordnungswidrigkeitengesetz
- D) Das Bürgerliche Gesetzbuch
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Richtig: B. Das Verfahren regelt die Strafprozessordnung (StPO). Das StGB legt dagegen fest, welches Verhalten strafbar ist und welche Strafe droht.
Welche Aussagen zum Unterschied zwischen Straftat und Ordnungswidrigkeit sind richtig?
- A) Eine Ordnungswidrigkeit wird mit einer Geldbuße geahndet
- B) Eine Ordnungswidrigkeit ist eine leichte Straftat und wird mit Geldstrafe bestraft
- C) Bei Ordnungswidrigkeiten kann die Behörde nach dem Opportunitätsprinzip entscheiden, ob sie einschreitet
- D) Ordnungswidrigkeiten verfolgt immer die Staatsanwaltschaft
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Richtig: A und C. Ordnungswidrigkeiten sind keine Straftaten. Sie werden von Verwaltungsbehörden mit Geldbußen geahndet, die nach pflichtgemäßem Ermessen einschreiten. Geldstrafe gibt es nur im Strafrecht.
Wer leitet das Ermittlungsverfahren?
- A) Die Polizei als Ermittlungsbehörde
- B) Das zuständige Amtsgericht
- C) Die Staatsanwaltschaft
- D) Der Geschädigte mit seinem Anwalt
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Richtig: C. Die Staatsanwaltschaft leitet das Ermittlungsverfahren und entscheidet über Anklage oder Einstellung. Die Polizei ermittelt, arbeitet ihr aber zu.
Ein Ladeninhaber möchte einen ertappten Dieb mit 100 Euro Strafe belegen, damit die Sache erledigt ist. Was gilt?
- A) Das ist zulässig, wenn der Dieb schriftlich zustimmt
- B) Eine Strafe kann nur ein Gericht verhängen
- C) Die Wachperson darf die Strafe kassieren, wenn sie quittiert
- D) Das ist zulässig, solange die Polizei nicht gerufen wurde
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Richtig: B. Das Strafmonopol liegt beim Staat, Strafen verhängt nur ein Gericht. Zivilrechtliche Ansprüche wie Schadensersatz sind etwas anderes und ersetzen kein Strafverfahren.
Was besagt das Legalitätsprinzip nach §152 Abs. 2 StPO?
- A) Die Staatsanwaltschaft muss bei zureichenden Anhaltspunkten für eine verfolgbare Straftat einschreiten
- B) Jeder Bürger ist verpflichtet, jede beobachtete Straftat unverzüglich bei der Polizei anzuzeigen
- C) Wachpersonen müssen jede Straftat, die sie im bewachten Objekt bemerken, selbst verfolgen
- D) Die Polizei darf nach eigenem Ermessen entscheiden, ob sie eine angezeigte Straftat verfolgt
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Richtig: A. Das Legalitätsprinzip verpflichtet die Strafverfolgungsbehörden zum Einschreiten. Eine allgemeine Anzeigepflicht für Bürger oder Wachpersonen folgt daraus nicht.
Nach einem Einbruch in ein bewachtes Objekt: Welche Folgen gehören zum Zivilrecht?
- A) Die Freiheitsstrafe für den Täter
- B) Der Anspruch des Eigentümers auf Ersatz der beschädigten Tür
- C) Ein Hausverbot gegen den Täter für das Gelände
- D) Die Anklage durch die Staatsanwaltschaft
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Richtig: B und C. Schadensersatz und Hausverbot sind zivilrechtliche Folgen, die der Berechtigte selbst geltend macht. Anklage und Strafe gehören zum Strafrecht.
Zum Thema Was ist Straf- und Strafverfahrensrecht? →
Wie ist das Strafgesetzbuch aufgebaut?
In welchem Teil des StGB ist die Notwehr geregelt?
- A) Im Besonderen Teil bei den Körperverletzungsdelikten
- B) In der Strafprozessordnung
- C) Im Besonderen Teil bei den Straftaten gegen die öffentliche Ordnung
- D) Im Allgemeinen Teil
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Richtig: D. Die Notwehr steht in §32 StGB und damit im Allgemeinen Teil. Sie gilt deshalb für alle Straftaten, nicht nur für bestimmte Delikte.
Was regelt der Allgemeine Teil des StGB?
- A) Regeln, die für alle Straftaten gelten, etwa zu Vorsatz und Versuch
- B) Die einzelnen Delikte wie Diebstahl und Betrug mit ihren Strafrahmen
- C) Die Rechtsfolgen der Tat, zum Beispiel Freiheitsstrafe und Geldstrafe
- D) Den Ablauf der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht
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Richtig: A und C. Der Allgemeine Teil enthält die übergreifenden Regeln zur Strafbarkeit und die Rechtsfolgen. Die einzelnen Delikte stehen im Besonderen Teil, das Verfahren in der StPO.
Was ist ein Regelbeispiel, etwa in §243 StGB?
- A) Ein eigener Straftatbestand mit zusätzlichen Merkmalen und höherem Strafrahmen
- B) Eine Liste typischer Fälle, die das Gesetz als Ordnungswidrigkeit einstuft
- C) Ein Hinweis, wann in der Regel ein besonders schwerer Fall vorliegt
- D) Eine Aufzählung von Taten, die nur auf Strafantrag verfolgt werden dürfen
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Richtig: C. Regelbeispiele sind Strafzumessungsregeln. Liegt eines vor, nimmt das Gericht in der Regel einen besonders schweren Fall an. Ein eigener Tatbestand ist dagegen die Qualifikation, etwa §244.
Welche der folgenden Strafvorschriften stehen nicht im StGB?
- A) Strafvorschriften des Waffengesetzes
- B) Hausfriedensbruch
- C) Fahren ohne Fahrerlaubnis
- D) Sachbeschädigung
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Richtig: A und C. Das Waffengesetz und das Straßenverkehrsgesetz (§21 StVG) enthalten eigene Strafvorschriften, das sogenannte Nebenstrafrecht. Hausfriedensbruch (§123) und Sachbeschädigung (§303) stehen im StGB.
Woraus besteht jede Strafvorschrift im Besonderen Teil?
- A) Aus Anklage und Urteil
- B) Aus Strafanzeige und Strafantrag
- C) Aus Tatbestand und Rechtsfolge
- D) Aus Rechtfertigung und Entschuldigung
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Richtig: C. Der Tatbestand beschreibt das verbotene Verhalten, die Rechtsfolge nennt den Strafrahmen. Rechtfertigung und Entschuldigung werden erst danach mit Regeln aus dem Allgemeinen Teil geprüft.
Wie ist die Angabe §132a StGB zu verstehen?
- A) Als eigener, später eingefügter Paragraf
- B) Als Absatz a, also als Unterpunkt von §132
- C) Als Satz 1 des Paragrafen 132 StGB
- D) Als Bußgeldvorschrift, die zu §132 gehört
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Richtig: A. Paragrafen mit Buchstaben wurden später zwischen bestehende Paragrafen eingefügt. §132a (Missbrauch von Titeln) ist eine eigene Vorschrift neben §132 (Amtsanmaßung).
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Keine Strafe ohne Gesetz (§1 StGB, Art. 103 GG)
Wo ist der Grundsatz "keine Strafe ohne Gesetz" geregelt?
- A) In §1 StGB
- B) In §127 StPO
- C) In Art. 103 Abs. 2 GG
- D) In Art. 1 GG
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Richtig: A und C. Der Grundsatz steht wortgleich in §1 StGB und in Art. 103 Abs. 2 GG. Durch die Verankerung im Grundgesetz hat er Verfassungsrang.
Ein Gesetz verschärft die Strafe für eine Tat. Die Tat wurde zwei Monate vor Inkrafttreten begangen. Was gilt?
- A) Es gilt das neue, schärfere Gesetz, weil das Urteil erst nach dem Inkrafttreten ergeht
- B) Das Gericht darf frei wählen, ob es das alte oder das neue Gesetz anwendet
- C) Es gilt das Gesetz zur Zeit der Tat, die Verschärfung wirkt nicht zurück
- D) Die Tat bleibt ganz straflos, weil sich die Rechtslage inzwischen geändert hat
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Richtig: C. Das Rückwirkungsverbot verbietet die Anwendung schärferer Gesetze auf frühere Taten. Wird ein Gesetz dagegen milder, gilt nach §2 Abs. 3 StGB das mildeste Gesetz.
Was bedeutet das Analogieverbot im Strafrecht?
- A) Eine Strafnorm darf nicht zulasten des Täters auf ähnliche Fälle übertragen werden
- B) Gerichte dürfen Strafgesetze überhaupt nicht auslegen, sondern nur Wort für Wort anwenden
- C) Ähnliche Taten müssen vom Gericht immer mit genau derselben Strafe belegt werden
- D) Analogien sind nur bei Verbrechen verboten, bei Vergehen sind sie dagegen ausdrücklich erlaubt
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Richtig: A. Verboten ist die Übertragung einer Strafnorm auf einen Fall, den ihr Wortlaut nicht erfasst, wenn das den Täter belastet. Auslegung innerhalb des Wortlauts ist erlaubt, eine Analogie zugunsten des Täters ebenso.
Dein Auftraggeber ordnet an, dass Rauchen auf dem Parkdeck als Straftat zu behandeln ist. Was gilt?
- A) Durch die Anordnung wird Rauchen dort zur Straftat
- B) Rauchen wird erst durch Aushang der Anordnung strafbar
- C) Eine Anordnung des Auftraggebers kann keine Strafbarkeit begründen
- D) Rauchen ist dort strafbar, wenn der Auftraggeber Strafantrag stellt
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Richtig: C. Strafbarkeit kann nur ein Gesetz begründen. Eine Anordnung oder Hausordnung kann Verhaltensregeln aufstellen und über das Hausrecht durchgesetzt werden, eine Straftat schafft sie nicht.
Welche Regeln folgen aus dem Grundsatz "keine Strafe ohne Gesetz"?
- A) Das Strafgesetz muss hinreichend bestimmt sein
- B) Bei offensichtlichem Unrecht darf ein neues Gesetz auch rückwirkend gelten
- C) Strafbarkeit kann nicht durch Gewohnheitsrecht begründet werden
- D) Eine gut sichtbar ausgehängte Hausordnung kann Strafbarkeit begründen
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Richtig: A und C. Aus §1 StGB folgen Bestimmtheitsgebot, Verbot von Gewohnheitsrecht zulasten des Täters, Rückwirkungsverbot und Analogieverbot. Eine Rückwirkung zulasten des Täters ist ebenso ausgeschlossen wie eine Strafbarkeit durch Hausordnung.
Ein Ladendieb wurde verurteilt. Zusätzlich erhält er ein Hausverbot und soll Schadensersatz zahlen. Verstößt das gegen das Verbot der Doppelbestrafung nach Art. 103 Abs. 3 GG?
- A) Ja, weil er für dieselbe Tat insgesamt dreifach belangt wird
- B) Ja, aber nur hinsichtlich der zusätzlichen Schadensersatzforderung
- C) Ja, wenn das Hausverbot für länger als ein Jahr ausgesprochen wurde
- D) Nein, weil Hausverbot und Schadensersatz keine Strafen sind
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Richtig: D. Art. 103 Abs. 3 GG verbietet die mehrfache Bestrafung nach den allgemeinen Strafgesetzen. Zivilrechtliche Folgen wie Hausverbot und Schadensersatz sind keine Strafen.
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Welche Strafen gibt es?
Welche Hauptstrafen kennt das StGB?
- A) Die Freiheitsstrafe
- B) Das Fahrverbot
- C) Die Geldstrafe
- D) Die Geldbuße
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Richtig: A und C. Hauptstrafen sind Freiheitsstrafe und Geldstrafe. Das Fahrverbot ist eine Nebenstrafe, die Geldbuße gehört zum Ordnungswidrigkeitenrecht.
In welchem Rahmen bewegt sich die Anzahl der Tagessätze bei einer einzelnen Geldstrafe?
- A) 1 bis 100 Tagessätze
- B) 10 bis 720 Tagessätze
- C) 5 bis 360 Tagessätze
- D) 30 bis 365 Tagessätze
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Richtig: C. Nach §40 StGB liegt die Geldstrafe zwischen 5 und 360 Tagessätzen. 720 Tagessätze sind nur bei einer Gesamtstrafe aus mehreren Taten möglich.
Wonach richtet sich die Höhe eines einzelnen Tagessatzes?
- A) Nach der Höhe des durch die Tat verursachten Schadens
- B) Vor allem nach dem Nettoeinkommen des Täters
- C) Nach der Anzahl früherer Verurteilungen des Täters
- D) Nach einer festen Tabelle, die für alle Täter gleich gilt
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Richtig: B. Die Anzahl der Tagessätze spiegelt die Schuld wider, die Höhe das Einkommen. So trifft dieselbe Schuld Arme und Reiche gleich spürbar.
Was unterscheidet das Fahrverbot von der Entziehung der Fahrerlaubnis?
- A) Das Fahrverbot ist eine Nebenstrafe von einem bis sechs Monaten, die Fahrerlaubnis bleibt bestehen
- B) Das Fahrverbot ist eine Maßregel, die Entziehung eine Nebenstrafe
- C) Die Entziehung ist eine Maßregel, danach muss eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden
- D) Es gibt keinen Unterschied, beide Begriffe meinen dasselbe
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Richtig: A und C. Beim Fahrverbot darf der Verurteilte nur für eine bestimmte Zeit nicht fahren, die Fahrerlaubnis bleibt bestehen. Bei der Entziehung erlischt sie, und nach Ablauf der Sperrfrist muss eine neue erteilt werden.
Eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen kann nicht eingetrieben werden. Wie lang ist die Ersatzfreiheitsstrafe nach heutigem Recht?
- A) 60 Tage
- B) 30 Tage
- C) 120 Tage
- D) 90 Tage
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Richtig: B. Seit 2024 entsprechen nach §43 StGB zwei Tagessätze einem Tag Ersatzfreiheitsstrafe. 60 Tagessätze ergeben also 30 Tage. Die alte Regel lautete ein Tagessatz gleich ein Tag.
Eine Wachperson gibt Rundgangzeiten an eine Einbrecherbande weiter und wird verurteilt. Welche Maßregel kommt zusätzlich in Betracht?
- A) Ein Fahrverbot von sechs Monaten
- B) Eine Verwarnung mit Strafvorbehalt
- C) Eine Unterbringung in der Sicherungsverwahrung
- D) Ein Berufsverbot nach §70 StGB
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Richtig: D. Wer seinen Beruf zu Straftaten missbraucht, kann nach §70 StGB ein Berufsverbot erhalten, in der Regel für ein bis fünf Jahre. Ein Fahrverbot hat mit dem Berufsmissbrauch nichts zu tun.
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Was ist eine Straftat? Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld
In welcher Reihenfolge wird eine Straftat geprüft?
- A) Schuld, Tatbestand, Rechtswidrigkeit
- B) Rechtswidrigkeit, Schuld, Tatbestand
- C) Tatbestand, Schuld, Rechtswidrigkeit
- D) Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld
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Richtig: D. Zuerst wird der Tatbestand geprüft, dann die Rechtswidrigkeit, zuletzt die Schuld. Rechtfertigungsgründe gehören zur zweiten, Entschuldigungsgründe zur dritten Stufe.
Ein 12-Jähriger schlägt einem anderen Kind ins Gesicht. Welche Aussagen treffen zu?
- A) Er handelt nicht tatbestandsmäßig, weil Kinder keine Körperverletzung begehen können
- B) Er begeht eine rechtswidrige Tat
- C) Er handelt ohne Schuld, weil er unter 14 Jahre alt ist
- D) Er handelt gerechtfertigt, weil Kinder nicht bestraft werden
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Richtig: B und C. Auch ein Kind kann den Tatbestand erfüllen und rechtswidrig handeln. Nach §19 StGB fehlt aber die Schuld, deshalb wird es nicht bestraft. Gerechtfertigt ist die Tat nicht.
Was bedeutet es, wenn eine Tat gerechtfertigt ist?
- A) Die Tat ist Unrecht, aber dem Täter wird kein Vorwurf gemacht
- B) Die Tat ist von der Rechtsordnung erlaubt
- C) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt
- D) Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt
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Richtig: B. Rechtfertigung beseitigt die Rechtswidrigkeit, das Verhalten ist erlaubt. Die erste Antwort beschreibt dagegen eine Entschuldigung, bei der das Unrecht bestehen bleibt.
Eine Wachperson hält einen fliehenden Ladendieb fest. Welche Stufe des Schemas ist betroffen, wenn §127 Abs. 1 StPO eingreift?
- A) Der objektive Tatbestand der Freiheitsberaubung entfällt
- B) Die Schuld der Wachperson entfällt
- C) Die Rechtswidrigkeit des Festhaltens entfällt
- D) Der Vorsatz der Wachperson entfällt
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Richtig: C. Das Festhalten erfüllt grundsätzlich den Tatbestand des §239 StGB. Die vorläufige Festnahme ist ein Rechtfertigungsgrund und beseitigt die Rechtswidrigkeit.
Gegen welche Handlungen ist Notwehr möglich?
- A) Gegen den rechtswidrigen Angriff eines schwer Betrunkenen
- B) Gegen eine rechtmäßige vorläufige Festnahme
- C) Gegen einen Angriff, der nur nach §33 StGB entschuldigt ist
- D) Gegen eine Verteidigung, die selbst durch Notwehr gerechtfertigt ist
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Richtig: A und C. Notwehr setzt einen rechtswidrigen Angriff voraus. Auf Schuld kommt es nicht an, deshalb auch gegen Betrunkene und gegen nur entschuldigte Taten. Gegen gerechtfertigtes Handeln gibt es keine Notwehr.
Ein Besucher bricht bewusstlos zusammen und stößt dabei eine Glasvitrine um. Warum macht er sich nicht wegen Sachbeschädigung strafbar?
- A) Weil Sachbeschädigung nur auf Antrag verfolgt wird und keiner gestellt wurde
- B) Weil er in diesem Zustand schuldunfähig nach §20 StGB ist
- C) Weil er durch rechtfertigenden Notstand nach §34 StGB gerechtfertigt ist
- D) Weil schon keine Handlung im strafrechtlichen Sinn vorliegt
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Richtig: D. Körperbewegungen ohne Bewusstsein sind keine Handlungen im strafrechtlichen Sinn. Unabhängig davon wäre fahrlässige Sachbeschädigung ohnehin nicht strafbar.
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Vorsatz und Fahrlässigkeit im Strafrecht
Wann ist fahrlässiges Handeln nach §15 StGB strafbar?
- A) Immer dann, wenn durch die Unachtsamkeit ein Schaden entstanden ist
- B) Nur bei Verbrechen, bei Vergehen dagegen grundsätzlich nie
- C) Nur wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt
- D) Nur wenn der Täter wegen einer gleichen Tat schon vorbestraft ist
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Richtig: C. §15 StGB stellt grundsätzlich nur Vorsatz unter Strafe. Fahrlässigkeit ist nur strafbar, wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt, etwa in §222 oder §229 StGB.
Ein Mann tritt gegen ein geparktes Auto. Er denkt, dass dabei eine Delle entstehen könnte, und es ist ihm gleichgültig. Wie nennt man diese Vorsatzform?
- A) Bewusste Fahrlässigkeit
- B) Eventualvorsatz
- C) Absicht
- D) Unbewusste Fahrlässigkeit
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Richtig: B. Wer einen Erfolg für möglich hält und ihn billigend in Kauf nimmt, handelt mit Eventualvorsatz. Bei bewusster Fahrlässigkeit würde er ernsthaft darauf vertrauen, dass nichts passiert.
Welche Taten sind auch bei fahrlässiger Begehung strafbar?
- A) Körperverletzung
- B) Sachbeschädigung
- C) Tötung
- D) Hausfriedensbruch
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Richtig: A und C. Fahrlässige Körperverletzung (§229) und fahrlässige Tötung (§222) sind strafbar. Für Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch gibt es keine Fahrlässigkeitstatbestände.
Was unterscheidet bewusste Fahrlässigkeit vom Eventualvorsatz?
- A) Bei bewusster Fahrlässigkeit erkennt der Täter die Gefahr gar nicht
- B) Beim Eventualvorsatz kommt es dem Täter gerade auf den Erfolg an
- C) Bei bewusster Fahrlässigkeit vertraut der Täter ernsthaft darauf, dass nichts passiert
- D) Beim Eventualvorsatz findet sich der Täter mit dem möglichen Erfolg ab
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Richtig: C und D. In beiden Fällen sieht der Täter die Gefahr. Wer sich mit dem Erfolg abfindet, handelt vorsätzlich, wer ernsthaft auf einen guten Ausgang vertraut, bewusst fahrlässig. Kommt es ihm gerade auf den Erfolg an, ist das Absicht.
Eine Wachperson nimmt nach Dienstende ein Fahrrad mit, das sie für ihr eigenes hält. Es gehört aber einem Kollegen. Was gilt?
- A) Sie begeht einen Diebstahl, weil das Rad objektiv fremd war
- B) Sie handelt ohne Vorsatz, ein Diebstahl scheidet aus
- C) Sie begeht einen fahrlässigen Diebstahl
- D) Sie handelt rechtswidrig, aber entschuldigt nach §35 StGB
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Richtig: B. Wer nicht weiß, dass die Sache fremd ist, irrt über einen Tatumstand und handelt nach §16 StGB ohne Vorsatz. Einen fahrlässigen Diebstahl gibt es nicht.
Ein Täter stiehlt aus Geldnot Lebensmittel. Wie wirkt sich das Motiv aus?
- A) Es beseitigt die für den Diebstahl nötige Zueignungsabsicht
- B) Es macht aus dem vorsätzlichen Handeln eine bloße Fahrlässigkeit
- C) Es rechtfertigt die Tat in jedem Fall als Notstand nach §34
- D) Es kann bei der Strafzumessung berücksichtigt werden
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Richtig: D. Absicht und Vorsatz beziehen sich auf die Tatbestandsmerkmale, nicht auf den Beweggrund. Das Motiv spielt erst bei der Strafhöhe eine Rolle. Ein Notstand liegt bei bloßer Geldnot regelmäßig nicht vor.
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Verbrechen und Vergehen (§12 StGB)
Wann ist eine Tat nach §12 StGB ein Verbrechen?
- A) Wenn die angedrohte Höchststrafe mehr als fünf Jahre Freiheitsstrafe beträgt
- B) Wenn die Mindeststrafe mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe beträgt
- C) Wenn das Gericht im Urteil mehr als ein Jahr Freiheitsstrafe verhängt
- D) Wenn durch die Tat ein Mensch schwer verletzt oder getötet wurde
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Richtig: B. Entscheidend ist allein die angedrohte Mindeststrafe. Höchststrafe und tatsächlich verhängte Strafe spielen für die Einteilung keine Rolle.
Welche der folgenden Taten sind Verbrechen?
- A) Raub nach §249 StGB
- B) Gefährliche Körperverletzung nach §224 StGB
- C) Diebstahl in einem besonders schweren Fall nach §243 StGB
- D) Brandstiftung nach §306 StGB
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Richtig: A und D. Raub und Brandstiftung sind mit mindestens einem Jahr bedroht. Die gefährliche Körperverletzung beginnt bei sechs Monaten, der besonders schwere Diebstahl bei drei Monaten. Beide sind Vergehen.
Ein Gericht nimmt bei einem Raub einen minder schweren Fall an und verhängt acht Monate. Wie ist die Tat einzuordnen?
- A) Als Vergehen, weil die tatsächlich verhängte Strafe unter einem Jahr Freiheitsstrafe liegt
- B) Als Ordnungswidrigkeit, weil das Gericht den Fall als minder schwer eingestuft hat
- C) Als Verbrechen, weil minder schwere Fälle für die Einteilung außer Betracht bleiben
- D) Als Vergehen, weil der Strafrahmen des minder schweren Falls schon bei sechs Monaten beginnt
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Richtig: C. Nach §12 Abs. 3 StGB bleiben minder schwere und besonders schwere Fälle unberücksichtigt. Der Raub bleibt ein Verbrechen, egal welche Strafe am Ende verhängt wird.
Welche Folgen hängen davon ab, ob eine Tat ein Verbrechen oder ein Vergehen ist?
- A) Ob der Versuch ohne ausdrückliche Regelung strafbar ist
- B) Ob die Wachperson nach §127 StPO festnehmen darf
- C) Ob eine Verabredung zur Tat nach §30 StGB strafbar ist
- D) Ob Notwehr gegen den Täter erlaubt ist
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Richtig: A und C. Der Versuch eines Verbrechens ist immer strafbar, und nur bei Verbrechen ist schon die Verabredung strafbar. Festnahme und Notwehr sind bei Vergehen genauso möglich.
Ein Ladendieb stößt den Detektiv weg, um die gestohlene Ware zu behalten. Was liegt nun vor?
- A) Weiterhin nur ein Diebstahl, der ein Vergehen bleibt
- B) Ein Diebstahl und daneben eine bloße Ordnungswidrigkeit
- C) Ein räuberischer Diebstahl, also ein Verbrechen
- D) Eine Nötigung, die den Diebstahl als Vergehen verdrängt
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Richtig: C. Wer beim Diebstahl auf frischer Tat Gewalt anwendet, um die Beute zu behalten, wird nach §252 StGB gleich einem Räuber bestraft. Damit liegt ein Verbrechen vor.
Ist der versuchte Hausfriedensbruch strafbar?
- A) Ja, weil der Versuch einer Straftat nach §23 StGB ausnahmslos strafbar ist
- B) Ja, sobald der Täter mit einem Fuß das umzäunte Grundstück betreten will
- C) Ja, wenn der Hausrechtsinhaber rechtzeitig einen Strafantrag stellt
- D) Nein, weil es ein Vergehen ist und §123 den Versuch nicht nennt
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Richtig: D. Hausfriedensbruch ist ein Vergehen. Der Versuch eines Vergehens ist nur strafbar, wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt. §123 StGB enthält keine solche Regelung.
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Offizialdelikte und Antragsdelikte
Wie lang ist die Frist für einen Strafantrag und wann beginnt sie?
- A) Sechs Monate ab dem Tattag
- B) Drei Monate ab Kenntnis von Tat und Täter
- C) Drei Monate ab dem Tattag, auch wenn der Täter unbekannt ist
- D) Vier Wochen ab der ersten polizeilichen Vernehmung
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Richtig: B. Nach §77b StGB beträgt die Frist drei Monate. Sie beginnt erst, wenn der Berechtigte sowohl von der Tat als auch von der Person des Täters Kenntnis hat.
Welche Taten sind absolute Antragsdelikte?
- A) Hausfriedensbruch
- B) Einfache Körperverletzung
- C) Beleidigung
- D) Gefährliche Körperverletzung
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Richtig: A und C. Hausfriedensbruch und Beleidigung werden nur auf Antrag verfolgt. Die einfache Körperverletzung ist ein relatives Antragsdelikt, die gefährliche Körperverletzung ein Offizialdelikt.
Was kennzeichnet ein relatives Antragsdelikt?
- A) Es wird immer von Amts wegen verfolgt, der Antrag erhöht nur die Strafe
- B) Der Antrag kann noch bis zu einem Jahr nach der Tat gestellt werden
- C) Ohne Antrag kann die Staatsanwaltschaft bei besonderem öffentlichem Interesse einschreiten
- D) Es reicht, wenn irgendein Zeuge der Tat den Antrag stellt
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Richtig: C. Bei relativen Antragsdelikten wie §223 StGB ist grundsätzlich ein Antrag nötig. Die Staatsanwaltschaft kann aber wegen des besonderen öffentlichen Interesses auch ohne Antrag verfolgen.
Du wirst am Einlass beleidigt. Wer muss den Strafantrag stellen, damit die Tat verfolgt wird?
- A) Dein Arbeitgeber als Bewachungsunternehmen
- B) Der Betreiber des Clubs als Hausrechtsinhaber
- C) Die Polizei, die den Vorfall aufnimmt
- D) Du selbst als Verletzter
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Richtig: D. Antragsberechtigt ist nach §77 StGB der Verletzte. Bei einer Beleidigung gegen dich bist das du selbst, nicht dein Arbeitgeber und nicht der Auftraggeber.
Welche Aussagen zum Unterschied zwischen Strafanzeige und Strafantrag sind richtig?
- A) Eine Strafanzeige kann jeder erstatten
- B) Ein Strafantrag kann von jedem Zeugen gestellt werden
- C) Für den Strafantrag gilt eine Frist, für die Anzeige nicht
- D) Eine Strafanzeige ist nur bei Antragsdelikten möglich
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Richtig: A und C. Die Anzeige ist eine Mitteilung, die jeder ohne Frist machen kann. Der Strafantrag ist dem Berechtigten vorbehalten und muss innerhalb von drei Monaten gestellt werden.
Ein Verletzter nimmt seinen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs zurück. Was gilt?
- A) Er kann ihn später innerhalb der Frist jederzeit neu stellen
- B) Die Rücknahme ist nur vor Anklageerhebung möglich
- C) Das Verfahren läuft trotzdem weiter, weil die Polizei schon ermittelt hat
- D) Er kann den Antrag danach nicht noch einmal stellen
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Richtig: D. Nach §77d StGB ist die Rücknahme bis zum rechtskräftigen Abschluss möglich. Ein zurückgenommener Antrag kann aber nicht erneut gestellt werden. Beim absoluten Antragsdelikt endet damit die Verfolgung.
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Unterlassungsdelikte und Garantenstellung
Welche Delikte sind echte Unterlassungsdelikte?
- A) Unterlassene Hilfeleistung nach §323c StGB
- B) Körperverletzung durch Unterlassen nach §§223, 13 StGB
- C) Nichtanzeige geplanter Straftaten nach §138 StGB
- D) Diebstahl durch Unterlassen nach §§242, 13 StGB
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Richtig: A und C. Bei echten Unterlassungsdelikten beschreibt das Gesetz das Unterlassen selbst als Straftat. Die Verbindung eines Begehungsdelikts mit §13 StGB ergibt dagegen ein unechtes Unterlassungsdelikt.
Was setzt ein unechtes Unterlassungsdelikt nach §13 StGB unter anderem voraus?
- A) Eine vorherige schriftliche Belehrung über die Handlungspflicht
- B) Dass der Täter den Erfolg absichtlich und nicht nur fahrlässig herbeiführen wollte
- C) Eine Garantenstellung, also eine rechtliche Pflicht zum Einstehen
- D) Dass das Opfer zu den Angehörigen oder engen Freunden des Täters gehört
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Richtig: C. Nach §13 StGB haftet nur, wer rechtlich dafür einzustehen hat, dass der Erfolg nicht eintritt. Diese Garantenstellung kann aus Familie, Vertrag, tatsächlicher Übernahme oder Ingerenz folgen.
Wodurch kann eine Wachperson Garant für das Eigentum ihres Auftraggebers werden?
- A) Durch den Bewachungsvertrag und die tatsächliche Übernahme der Bewachung
- B) Allein durch das Tragen von Dienstkleidung, auch außerhalb der Dienstzeit im Privatleben
- C) Bereits durch das Bestehen der Sachkundeprüfung vor der Industrie- und Handelskammer
- D) Durch das Mitführen des Dienstausweises in der Freizeit
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Richtig: A. Die Garantenstellung als Beschützergarant entsteht durch die vertragliche und tatsächliche Übernahme von Schutzpflichten. Prüfung, Kleidung oder Ausweis begründen allein keine Garantenpflicht.
Ein Passant ohne besondere Pflichten sieht einen Verletzten und geht weiter, obwohl Hilfe leicht möglich wäre. Wonach macht er sich strafbar?
- A) Nach §323c StGB, unterlassene Hilfeleistung
- B) Nach §§223, 13 StGB, Körperverletzung durch Unterlassen
- C) Gar nicht, weil er nicht Garant ist und keine Pflicht hat
- D) Nach §138 StGB, Nichtanzeige einer geplanten Straftat
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Richtig: A. Wer kein Garant ist, haftet nicht für den Erfolg, kann sich aber nach §323c StGB strafbar machen. Diese Pflicht zur zumutbaren Hilfe trifft jeden.
Was versteht man unter Ingerenz?
- A) Die Pflicht des Arbeitgebers, seine Wachpersonen regelmäßig zu schulen und zu unterweisen
- B) Eine Garantenstellung aus eigenem gefährlichem Vorverhalten
- C) Die Pflicht jedes Bürgers, Straftaten anzuzeigen
- D) Eine Garantenstellung, die sich aus enger Verwandtschaft mit dem Opfer ergibt
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Richtig: B. Wer durch pflichtwidriges Vorverhalten eine Gefahr schafft, muss sie abwenden. Das ist die Ingerenz, eine Form der Überwachergarantenstellung.
Eine Wachperson im Werkschutz sieht, wie ein bewaffneter Täter Ware abtransportiert. Was ist ihr zumutbar?
- A) Sie muss sich dem Täter körperlich in den Weg stellen
- B) Sie muss die Leitstelle und die Polizei informieren
- C) Sie muss nichts tun, weil ein bewaffneter Täter jede Pflicht entfallen lässt
- D) Sie sollte ihre Beobachtungen festhalten, soweit das ohne Gefahr möglich ist
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Richtig: B und D. Garanten müssen nur zumutbare Handlungen vornehmen. Sich einem Bewaffneten in den Weg zu stellen, ist nicht verlangt. Alarmieren und Beobachten ohne Eigengefährdung sind dagegen zumutbar.
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Täterschaft und Teilnahme: Mittäter, Anstifter, Gehilfe
Wie wird ein Anstifter nach §26 StGB bestraft?
- A) Immer milder als der Täter
- B) Gleich einem Täter
- C) Nur mit Geldstrafe
- D) Nur wenn die Tat ein Verbrechen ist
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Richtig: B. Der Anstifter wird gleich einem Täter bestraft. Zwingend gemildert wird nur die Strafe des Gehilfen nach §27 Abs. 2 StGB.
Welche Beteiligten sind nach §25 StGB Täter?
- A) Wer die Tat durch einen anderen als Werkzeug begeht
- B) Wer einem anderen vorsätzlich ein Werkzeug für die Tat leiht
- C) Wer die Tat gemeinschaftlich mit anderen nach gemeinsamem Plan begeht
- D) Wer einen anderen vorsätzlich zu dessen Tat überredet
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Richtig: A und C. Täter sind Alleintäter, mittelbare Täter und Mittäter. Wer Werkzeug leiht, ist in der Regel Gehilfe, wer einen anderen zur Tat überredet, ist Anstifter.
Ein Mann schickt ein elfjähriges Kind in den Laden, damit es für ihn Süßigkeiten stiehlt. Was ist der Mann?
- A) Anstifter, weil er das Kind zur Tat bestimmt hat
- B) Gehilfe, weil das Kind die Tat selbst ausführt
- C) Mittelbarer Täter, weil er das schuldunfähige Kind als Werkzeug benutzt
- D) Straflos, weil er selbst nichts weggenommen hat
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Richtig: C. Das Kind ist nach §19 StGB schuldunfähig. Der Hintermann beherrscht das Geschehen und benutzt das Kind als Werkzeug. Nach überwiegender Ansicht ist er deshalb mittelbarer Täter.
Welche Voraussetzungen gelten für eine strafbare Beihilfe?
- A) Die Haupttat muss vorsätzlich und rechtswidrig begangen sein
- B) Der Haupttäter muss schuldhaft gehandelt haben
- C) Der Gehilfe muss einen Anteil an der Beute erhalten
- D) Der Gehilfe muss die Tat vorsätzlich fördern
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Richtig: A und D. Beihilfe verlangt eine vorsätzliche, rechtswidrige Haupttat und doppelten Vorsatz des Gehilfen. Auf die Schuld des Haupttäters kommt es nach §29 StGB nicht an, ein Beuteanteil ist nicht nötig.
Zwei Täter planen einen Einbruch ohne Gewalt. Bei der Tat schlägt einer überraschend einen Wachmann nieder. Wofür haftet der andere?
- A) Auch für die Körperverletzung, weil jeder Beitrag der Mittäter zugerechnet wird
- B) Für gar nichts, weil der Plan durch den Schlag hinfällig wurde
- C) Für den Einbruchsdiebstahl, nicht aber für den Schlag
- D) Nur für den Schlag, weil dieser die schwerere Tat ist
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Richtig: C. Mittätern wird nur zugerechnet, was vom gemeinsamen Tatplan gedeckt ist. Ein Exzess, also eine Tat außerhalb des Plans, belastet nur den, der ihn begeht.
Eine Wachperson verrät einem Bekannten die Rundgangzeiten. Sie wirkt an der Tat nicht mit und bekommt nichts von der Beute. Der Bekannte bricht ein. Was liegt nahe?
- A) Mittäterschaft am Einbruchsdiebstahl
- B) Beihilfe zum Einbruchsdiebstahl
- C) Anstiftung, weil sie die Information geliefert hat
- D) Straflosigkeit, weil sie nicht vor Ort war
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Richtig: B. Wer eine fremde Tat vorsätzlich fördert, ohne selbst Tatherrschaft oder eigenes Interesse am Erfolg zu haben, ist Gehilfe. Anstiftung setzt voraus, dass sie den Tatentschluss erst hervorgerufen hat.
Zum Thema Täterschaft und Teilnahme: Mittäter, Anstifter, Gehilfe →
Der Versuch einer Straftat
Wann ist der Versuch einer Straftat nach §23 Abs. 1 StGB strafbar?
- A) Bei Verbrechen immer
- B) Bei Vergehen immer, bei Verbrechen nur bei ausdrücklicher Regelung
- C) Bei Vergehen nur, wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt
- D) Nur wenn ein Schaden entstanden ist
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Richtig: A und C. Der Versuch eines Verbrechens ist stets strafbar. Beim Vergehen muss das Gesetz die Versuchsstrafbarkeit ausdrücklich anordnen, etwa in §242 Abs. 2 StGB.
Ab wann liegt ein Versuch vor?
- A) Sobald der Täter den festen Entschluss zur Tat gefasst und jemandem erzählt hat
- B) Sobald der Täter das für die Tat nötige Werkzeug gekauft und eingepackt hat
- C) Sobald der Täter nach seiner Vorstellung unmittelbar zur Tat ansetzt
- D) Erst wenn der Täter den Tatort wieder verlassen hat
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Richtig: C. Nach §22 StGB beginnt der Versuch mit dem unmittelbaren Ansetzen. Entschluss und Vorbereitung wie der Kauf von Werkzeug sind grundsätzlich straflos.
Ein Einbrecher hebelt an einem Fenster und flieht, als er den Scheinwerfer der Wachperson sieht. Was gilt?
- A) Er ist straflos, weil er die weitere Ausführung der Tat selbst aufgegeben hat
- B) Er ist wegen versuchten Diebstahls strafbar, ein Rücktritt scheidet aus
- C) Er hat nur eine Vorbereitungshandlung begangen, die noch straflos ist
- D) Er ist ausschließlich wegen versuchten Hausfriedensbruchs strafbar
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Richtig: B. Mit dem Hebeln hat er unmittelbar angesetzt. Er hört nicht aus eigenem Antrieb auf, sondern weil er entdeckt wurde, deshalb ist der Rücktritt nicht freiwillig. Versuchter Hausfriedensbruch ist im Übrigen nicht strafbar.
Ein Täter tritt freiwillig vom versuchten Einbruchsdiebstahl zurück, hat aber schon die Scheibe eingeschlagen. Welche Aussagen treffen zu?
- A) Er bleibt wegen vollendeter Sachbeschädigung strafbar
- B) Er wird für den Diebstahlsversuch nur milder bestraft
- C) Wegen des versuchten Diebstahls wird er nicht bestraft
- D) Der Rücktritt erfasst automatisch auch die Sachbeschädigung
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Richtig: A und C. Der Rücktritt nach §24 StGB befreit nur von der Strafe für den Versuch. Bereits vollendete Delikte wie die Sachbeschädigung bleiben bestehen.
Ein Täter bricht einen Tresor auf, der leer ist. Wie ist das zu beurteilen?
- A) Straflos, weil es nichts zu stehlen gab
- B) Als vollendeter Diebstahl, weil er den Tresor geöffnet hat
- C) Als strafbarer untauglicher Versuch des Diebstahls
- D) Nur als Ordnungswidrigkeit, weil kein Schaden entstand
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Richtig: C. Auch der untaugliche Versuch ist strafbar, denn maßgeblich ist die Vorstellung des Täters. Daneben liegt meist eine Sachbeschädigung am Tresor vor.
Welche Delikte kann man nicht strafbar versuchen?
- A) Die Sachbeschädigung nach §303 StGB
- B) Die fahrlässige Körperverletzung nach §229 StGB
- C) Die Nötigung nach §240 StGB
- D) Den Hausfriedensbruch nach §123 StGB
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Richtig: B und D. Fahrlässigkeitsdelikte können begrifflich nicht versucht werden. Beim Hausfriedensbruch fehlt eine Versuchsregelung. Bei Sachbeschädigung und Nötigung ist der Versuch ausdrücklich strafbar.
Zum Thema Der Versuch einer Straftat →
Schuldfähigkeit, Kinder und Jugendliche
Ab welchem Alter ist ein Mensch strafmündig?
- A) Ab 7 Jahren
- B) Ab 12 Jahren
- C) Ab 14 Jahren
- D) Ab 18 Jahren
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Richtig: C. Nach §19 StGB ist schuldunfähig, wer bei der Tat noch nicht 14 Jahre alt ist. Die Grenze von 7 Jahren betrifft die zivilrechtliche Deliktsfähigkeit nach §828 BGB.
Wer ist nach dem Jugendgerichtsgesetz Heranwachsender?
- A) Wer zur Tatzeit 14 bis 17 Jahre alt ist
- B) Wer zur Tatzeit 16 bis 20 Jahre alt ist
- C) Wer zur Tatzeit 21 bis 24 Jahre alt ist
- D) Wer zur Tatzeit 18 bis 20 Jahre alt ist
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Richtig: D. Heranwachsender ist, wer zur Tatzeit 18, aber noch nicht 21 Jahre alt ist. Von 14 bis 17 spricht das JGG von Jugendlichen.
Welche Aussagen zu Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren treffen zu?
- A) Sie sind grundsätzlich schuldunfähig wie Kinder
- B) Sie sind verantwortlich, wenn sie reif genug sind, das Unrecht einzusehen
- C) Für sie gilt das Jugendgerichtsgesetz
- D) Sie werden immer nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt
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Richtig: B und C. Jugendliche sind nach §3 JGG verantwortlich, wenn sie die nötige Reife haben. Auf sie wird das Jugendgerichtsgesetz angewendet, in dem die Erziehung im Vordergrund steht.
Ein schwer betrunkener Mann schlägt einen Ordner. Er war nach dem Gutachten schuldunfähig. Was gilt?
- A) Er bleibt in jedem Fall straflos, weil er schuldunfähig war
- B) Er kann wegen Vollrausches nach §323a StGB bestraft werden
- C) Er wird wegen Körperverletzung mit voller Strafe bestraft
- D) Er wird nur mit einer Geldbuße belegt
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Richtig: B. Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig in einen Rausch versetzt und darin eine rechtswidrige Tat begeht, für die er wegen Schuldunfähigkeit nicht bestraft werden kann, macht sich nach §323a StGB strafbar.
Ein 12-Jähriger greift dich mit Fäusten an. Was trifft zu?
- A) Sein Angriff ist rechtswidrig, obwohl er schuldunfähig ist
- B) Gegen Kinder ist Notwehr ausgeschlossen
- C) Du darfst ohne jede Einschränkung zurückschlagen
- D) Deine Abwehr ist eingeschränkt, Ausweichen und Schutzwehr gehen vor, wenn das gefahrlos geht
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Richtig: A und D. Auch ein Kind kann rechtswidrig angreifen, Notwehr ist also möglich. Gegenüber erkennbar schuldlos Handelnden ist sie aber eingeschränkt.
Was ist die Folge verminderter Schuldfähigkeit nach §21 StGB?
- A) Der Täter ist straflos
- B) Die Strafe kann gemildert werden
- C) Die Tat wird zur Ordnungswidrigkeit
- D) Es gilt automatisch Jugendstrafrecht
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Richtig: B. Bei erheblich verminderter Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit bleibt der Täter strafbar. Das Gericht kann die Strafe nach §49 Abs. 1 StGB mildern, muss es aber nicht.
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Rechtfertigungsgründe im Überblick
Welche der folgenden Vorschriften sind Rechtfertigungsgründe?
- A) §34 StGB, rechtfertigender Notstand
- B) §33 StGB, Notwehrüberschreitung
- C) §127 Abs. 1 StPO, vorläufige Festnahme
- D) §35 StGB, entschuldigender Notstand
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Richtig: A und C. §34 StGB und §127 Abs. 1 StPO rechtfertigen die Tat. §33 und §35 StGB sind Entschuldigungsgründe, die Tat bleibt dort rechtswidrig.
Was ist die Folge, wenn deine Handlung gerechtfertigt ist?
- A) Der Betroffene darf sich mit Notwehr gegen dich wehren
- B) Deine Handlung ist erlaubt, Notwehr dagegen ist ausgeschlossen
- C) Du wirst nur milder bestraft als ohne Rechtfertigung
- D) Die Handlung bleibt rechtswidrig, du wirst aber nicht bestraft
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Richtig: B. Rechtfertigung beseitigt die Rechtswidrigkeit. Weil kein rechtswidriger Angriff vorliegt, kann sich niemand mit Notwehr gegen eine gerechtfertigte Handlung wehren.
Ein Hund greift dich ohne Zutun seines Halters an, du trittst ihn weg. Welcher Rechtfertigungsgrund greift?
- A) Notwehr nach §32 StGB
- B) Vorläufige Festnahme nach §127 StPO
- C) Aggressiver Notstand nach §904 BGB
- D) Defensiver Notstand nach §228 BGB
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Richtig: D. Geht die Gefahr von einer fremden Sache oder einem Tier aus und richtet sich die Abwehr gegen genau diese Gefahrenquelle, gilt §228 BGB. §904 BGB betrifft Eingriffe in unbeteiligte Sachen.
Dein Auftraggeber weist dich an, Ladendiebe bis zu zwei Stunden in einem Raum einzuschließen, auch wenn sie ihren Ausweis zeigen. Wie ist das zu beurteilen?
- A) Die Anweisung rechtfertigt das Einschließen, weil der Auftraggeber das Hausrecht im Geschäft hat
- B) Die Anweisung ist keine Rechtfertigung, das Einschließen kann Freiheitsberaubung sein
- C) Das Einschließen ist erlaubt, wenn der Dieb vorher schriftlich zustimmt
- D) Die Anweisung ist zulässig, wenn sie in der Hausordnung steht
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Richtig: B. Ein Auftraggeber kann keine Rechte erteilen, die das Gesetz nicht gibt. Fehlt ein Festnahmegrund, ist das Festhalten nicht nach §127 StPO gedeckt und kann eine Freiheitsberaubung sein.
Bei welchen Rechtfertigungsgründen findet eine Abwägung der betroffenen Interessen statt?
- A) Beim rechtfertigenden Notstand nach §34 StGB
- B) Bei der Notwehr nach §32 StGB
- C) Beim Aggressivnotstand nach §904 BGB
- D) Bei der Nothilfe für einen Kollegen
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Richtig: A und C. Die Notstände leben von der Abwägung. Bei Notwehr und Nothilfe wird nicht abgewogen, verlangt ist nur das mildeste gleich wirksame Mittel.
Ein Dieb rennt mit einer Werkzeugkiste vom Gelände. Du holst ihn ein und nimmst ihm die Kiste ab. Worauf kannst du dich als Wachperson für das Abnehmen stützen?
- A) Auf die Besitzkehr in Verbindung mit §860 BGB
- B) Auf den entschuldigenden Notstand nach §35 StGB
- C) Auf das Hausrecht als eigenes Zwangsrecht
- D) Auf die Selbsthilfe nach §229 BGB, die vorher gerichtlich erlaubt werden muss
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Richtig: A. Wer auf frischer Tat eine bewegliche Sache weggenommen hat, dem darf der Besitzer sie nach §859 Abs. 2 BGB wieder abnehmen. Als Besitzdiener darfst du dieses Recht nach §860 BGB ausüben. Daneben kann auch Notwehr greifen.
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Notwehr (§32 StGB)
Welche Voraussetzungen gehören zur Notwehrlage nach §32 StGB?
- A) Ein gegenwärtiger Angriff
- B) Ein Angriff, der rechtswidrig ist
- C) Ein Schaden, der bereits eingetreten ist
- D) Eine Abwägung, nach der das verteidigte Gut wertvoller ist
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Richtig: A und B. Die Notwehrlage verlangt einen gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriff. Ein Schaden muss noch nicht eingetreten sein, und eine Güterabwägung gibt es bei der Notwehr nicht.
Ein Dieb rennt mit einer gestohlenen Kasse aus dem Objekt. Ist der Angriff noch gegenwärtig?
- A) Nein, mit dem Verlassen des Gebäudes ist die Tat beendet und Notwehr nicht mehr möglich
- B) Ja, solange er mit der Beute flieht und sie noch nicht gesichert hat
- C) Nein, gegen Diebstahl gibt es grundsätzlich keine Notwehr
- D) Nur wenn der Dieb bewaffnet ist
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Richtig: B. Der Angriff auf das Eigentum dauert an, solange der Täter mit der Beute flieht. Deshalb ist Notwehr in dieser Phase noch möglich.
Ein freilaufender Hund greift dich ohne Zutun seines Halters an. Worauf stützt du dich, wenn du ihn abwehrst?
- A) Auf Notwehr nach §32 StGB
- B) Auf den Notstand nach §228 BGB
- C) Auf das Festnahmerecht nach §127 StPO
- D) Auf das Hausrecht
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Richtig: B. Notwehr setzt einen Angriff durch einen Menschen voraus. Geht die Gefahr von einem Tier aus, greift der defensive Notstand nach §228 BGB. Hetzt jemand den Hund auf, liegt dagegen ein menschlicher Angriff vor.
Was bedeutet erforderlich bei der Notwehr?
- A) Die Verteidigung muss geeignet sein, den Angriff sofort zu beenden
- B) Von mehreren gleich wirksamen Mitteln ist das mildeste zu wählen
- C) Die Wachperson muss vorher immer fliehen
- D) Das verletzte Gut darf nicht wertvoller sein als das verteidigte
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Richtig: A und B. Erforderlich ist die Verteidigung, die geeignet ist und unter gleich wirksamen Mitteln das mildeste darstellt. Eine Pflicht zur Flucht und eine Güterabwägung gibt es nicht.
Ein offensichtlich schwer betrunkener Gast schlägt nach dir, trifft aber kaum. Was gilt?
- A) Notwehr ist ausgeschlossen, weil er schuldunfähig sein könnte
- B) Du darfst ohne Einschränkung zurückschlagen, weil auch ein Betrunkener rechtswidrig angreift
- C) Du solltest zuerst ausweichen oder dich auf Schutz beschränken, wenn das ohne Gefahr möglich ist
- D) Du musst ihn sofort zu Boden bringen, damit er niemanden gefährdet
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Richtig: C. Auch ein Betrunkener greift rechtswidrig an. Gegenüber erkennbar schuldlos Handelnden ist die Notwehr aber eingeschränkt: Ausweichen und Schutzwehr gehen vor.
Wem steht das Notwehrrecht zu?
- A) Nur Polizeibeamten
- B) Jedem Menschen
- C) Nur Wachpersonen mit Sachkundeprüfung
- D) Nur dem Eigentümer des Objekts
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Richtig: B. Notwehr ist ein Jedermannsrecht. Die Wachperson hat dadurch weder mehr noch weniger Rechte als andere Bürger.
Zum Thema Notwehr (§32 StGB) →
Nothilfe: Notwehr für andere
Wo ist die Nothilfe gesetzlich geregelt?
- A) In einem eigenen Paragrafen, dem §32a StGB
- B) In §323c StGB bei der unterlassenen Hilfeleistung
- C) In §32 StGB, zusammen mit der Notwehr
- D) In §127 StPO als Teil des Festnahmerechts
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Richtig: C. §32 Abs. 2 StGB erfasst die Abwehr eines Angriffs von sich oder einem anderen. Die Nothilfe ist also Teil der Notwehrvorschrift, einen §32a StGB gibt es nicht.
Eine Wachperson hindert einen Dieb daran, Ware aus dem Lager ihres Auftraggebers zu tragen. Welche Aussagen treffen zu?
- A) Sie handelt in Nothilfe zugunsten des Auftraggebers
- B) Nothilfe scheidet aus, weil eine Firma keine Rechtsgüter hat
- C) Sie handelt in Notwehr für ihr eigenes Eigentum
- D) Auch das Eigentum einer GmbH ist notwehrfähig
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Richtig: A und D. Die Wachperson verteidigt fremdes Eigentum, das ist Nothilfe. Auch juristische Personen haben notwehrfähige Rechtsgüter.
Ein Autofahrer rast mit stark überhöhter Geschwindigkeit über einen leeren Firmenparkplatz. Darfst du ihn zur Verteidigung der öffentlichen Sicherheit mit Gewalt stoppen?
- A) Ja, das ist Nothilfe zugunsten aller anderen Verkehrsteilnehmer
- B) Ja, weil jede Ordnungswidrigkeit ein rechtswidriger Angriff im Sinne von §32 ist
- C) Nein, die Verkehrssicherheit ist kein nothilfefähiges Rechtsgut
- D) Ja, wenn der Auftraggeber das vorher angeordnet hat
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Richtig: C. Nothilfe schützt nur Rechtsgüter bestimmter Personen. Allgemeinrechtsgüter wie die Verkehrssicherheit sind nicht erfasst. Bei konkreter Gefahr für Menschen kann allenfalls §34 StGB helfen.
Du siehst, wie zwei Männer einen dritten am Boden festhalten. Dieser ruft um Hilfe. Was ist richtig?
- A) Du greifst sofort mit aller Kraft ein, weil Hilferufe immer einen Angriff beweisen
- B) Du sprichst die Beteiligten zuerst an, wenn die Zeit das zulässt
- C) Gegen eine rechtmäßige Festnahme, auch durch Zivilpolizei, gibt es keine Nothilfe
- D) Nothilfe ist bei mehreren Beteiligten grundsätzlich ausgeschlossen
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Richtig: B und C. Die Lage kann eine rechtmäßige Festnahme sein, gegen die keine Nothilfe möglich ist. Wer vorschnell eingreift, riskiert eine Putativnothilfe. Ansprechen klärt die Lage oft in Sekunden.
Ein Fahrgast lässt sich die Geldbörse abnehmen und ruft dir zu, du sollst dich raushalten. Was gilt nach überwiegender Ansicht?
- A) Du musst trotzdem eingreifen, sonst begehst du unterlassene Hilfeleistung
- B) Du darfst ihm die Hilfe nicht mit Gewalt aufdrängen
- C) Du darfst die Börse mit Gewalt zurückholen, weil es um fremdes Eigentum geht
- D) Du musst den Fahrgast festhalten, bis die Polizei eintrifft
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Richtig: B. Nothilfe dient dem Angegriffenen. Lehnt er sie bei einem Rechtsgut ab, über das er selbst verfügen darf, ist aufgedrängte Nothilfe nach überwiegender Ansicht nicht erlaubt. Die Polizei kannst du trotzdem rufen.
Ist eine Wachperson nach §32 StGB verpflichtet, Nothilfe zu leisten?
- A) Ja, §32 StGB enthält eine allgemeine Pflicht zur Nothilfe
- B) Ja, aber nur gegenüber zahlenden Kunden des Auftraggebers
- C) Nein, §32 StGB gibt nur ein Recht, keine Pflicht
- D) Nein, Wachpersonen dürfen nur sich selbst verteidigen
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Richtig: C. Notwehr und Nothilfe sind Rechte, keine Pflichten. Eine Pflicht zu zumutbarer Hilfe folgt aber für jeden aus §323c StGB und für Wachpersonen oft aus ihrer Garantenstellung.
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Notwehrüberschreitung (§33 StGB)
Aus welchen Gründen muss die Notwehrüberschreitung erfolgen, damit §33 StGB greift?
- A) Aus Verwirrung
- B) Aus Wut über den Angreifer
- C) Aus Furcht oder Schrecken
- D) Aus dem Wunsch, den Angreifer zu bestrafen
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Richtig: A und C. §33 StGB nennt nur Verwirrung, Furcht und Schrecken. Wut, Zorn und Rachegefühle sind sogenannte sthenische Affekte und entschuldigen nicht.
Welche Rechtsnatur hat §33 StGB?
- A) Er ist ein Rechtfertigungsgrund mit derselben Wirkung wie §32 StGB
- B) Er ist ein Entschuldigungsgrund, die Tat bleibt rechtswidrig
- C) Er ist eine bloße Strafzumessungsregel
- D) Er ist ein Strafausschließungsgrund nur für Amtsträger
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Richtig: B. §33 StGB beseitigt nur die Schuld. Die Tat bleibt rechtswidrig. Deshalb darf sich der ursprüngliche Angreifer gegen einen Exzess seinerseits mit Notwehr wehren.
Ein Angreifer liegt bereits wehrlos am Boden. Die Wachperson tritt aus Ärger noch zweimal zu. Was gilt?
- A) Sie ist nach §33 StGB entschuldigt, weil vorher ein Angriff stattfand
- B) Sie ist nach §32 StGB gerechtfertigt, weil der Angreifer wieder aufstehen könnte
- C) Sie ist weder gerechtfertigt noch nach §33 StGB entschuldigt
- D) Sie ist entschuldigt, wenn sie vorher selbst verletzt wurde
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Richtig: C. Der Angriff ist beendet, eine Notwehrlage besteht nicht mehr. Außerdem handelt sie aus Ärger, also aus einem sthenischen Affekt. §33 StGB hilft ihr deshalb in keinem Fall.
Was versteht man unter einem intensiven Notwehrexzess?
- A) Eine zu starke Abwehr während des laufenden Angriffs
- B) Eine Abwehr, die erst nach dem Ende des Angriffs erfolgt
- C) Eine Abwehr gegen einen nur eingebildeten Angriff
- D) Eine Abwehr, die vor Beginn des Angriffs erfolgt
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Richtig: A. Beim intensiven Exzess wehrt sich der Verteidiger zur richtigen Zeit, aber zu stark. Das ist der unstreitige Anwendungsbereich von §33 StGB. Zeitliche Überschreitungen nennt man extensiven Exzess.
Eine Wachperson überschreitet aus Panik die Grenzen der Notwehr und verletzt den Angreifer schwer. Welche Aussagen treffen zu?
- A) Der Angreifer durfte sich gegen die übermäßige Abwehr wehren
- B) Zivilrechtliche Ansprüche des Angreifers sind ausgeschlossen
- C) Die Wachperson kann nach §33 StGB straflos bleiben
- D) Die Abwehr ist durch §33 StGB vollständig gerechtfertigt
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Richtig: A und C. §33 StGB entschuldigt die Wachperson strafrechtlich, die Tat bleibt aber rechtswidrig. Deshalb ist Notwehr gegen den Exzess möglich, und Schadensersatz kann trotzdem verlangt werden.
Eine Wachperson glaubt irrtümlich, angegriffen zu werden, und schlägt in Panik heftig zu. Tatsächlich lag kein Angriff vor. Greift §33 StGB?
- A) Ja, weil die Wachperson aus Panik und nicht aus Wut gehandelt hat
- B) Ja, aber nur bei einem Angriff in der Dunkelheit
- C) Ja, wenn die Wachperson den Schlag sofort bereut
- D) Nein, nach überwiegender Ansicht fehlt die echte Notwehrlage
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Richtig: D. §33 StGB setzt eine tatsächliche Notwehrlage voraus. Beim Putativnotwehrexzess fehlt sie. Hier kommen allenfalls die Irrtumsregeln in Betracht.
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Putativnotwehr: der Irrtum über einen Angriff
Was versteht man unter Putativnotwehr?
- A) Eine Verteidigung, die während des Angriffs über das erforderliche Maß der Abwehr hinausgeht
- B) Die Abwehr eines Angriffs, den es nur in der Vorstellung des Verteidigers gibt
- C) Eine Notwehr zugunsten eines Dritten
- D) Eine Notwehr gegen einen Angriff, der schon vorbei ist
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Richtig: B. Bei der Putativnotwehr nimmt der Verteidiger irrig eine Notwehrlage an. Das Überschreiten der Grenzen ist der Notwehrexzess, die Verteidigung eines Dritten die Nothilfe.
Wie wird die Putativnotwehr nach überwiegender Ansicht behandelt?
- A) Die Abwehr ist durch §32 StGB gerechtfertigt
- B) Eine Strafe wegen vorsätzlicher Tat entfällt
- C) Der Täter wird immer wegen vorsätzlicher Tat voll bestraft
- D) Bei vermeidbarem Irrtum kommt eine Fahrlässigkeitsstrafe in Betracht
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Richtig: B und D. Der Erlaubnistatbestandsirrtum wird im Ergebnis wie ein Tatumstandsirrtum behandelt. Vorsatzstrafe entfällt, eine Fahrlässigkeitstat bleibt möglich. Gerechtfertigt ist die Abwehr nicht, weil der Angriff fehlt.
Eine Wachperson besprüht einen Mann mit Pfefferspray, weil sie sein Handy für ein Messer hält. Darf sich der Mann gegen das Sprühen wehren?
- A) Nein, weil die Wachperson in gutem Glauben handelt
- B) Nein, weil die Wachperson durch Notwehr gerechtfertigt ist
- C) Nur wenn er vorher seinen Ausweis gezeigt hat
- D) Ja, weil die Abwehr der Wachperson objektiv rechtswidrig ist
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Richtig: D. Die Putativnotwehr rechtfertigt nicht. Für den Betroffenen ist das Sprühen ein gegenwärtiger rechtswidriger Angriff, gegen den er Notwehr üben darf.
Eine Wachperson kennt alle Tatsachen, glaubt aber, auf eine bereits ausgesprochene Beleidigung mit einem Faustschlag reagieren zu dürfen. Was liegt vor?
- A) Ein Verbotsirrtum nach §17 StGB
- B) Ein Tatumstandsirrtum nach §16 StGB
- C) Eine Putativnotwehr, die den Vorsatz entfallen lässt
- D) Ein Notwehrexzess nach §33 StGB
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Richtig: A. Wer die Tatsachen richtig erkennt, aber die rechtlichen Grenzen seiner Befugnisse falsch einschätzt, irrt über das Verbot. Nach §17 StGB entfällt die Schuld nur bei Unvermeidbarkeit.
Welche Umstände sprechen dafür, dass ein Irrtum über einen Angriff vermeidbar war?
- A) Die Wachperson hätte vor dem Eingreifen Licht machen können
- B) Die Wachperson hatte kurz zuvor eine Bedrohung erlebt
- C) Aus dem Dienstplan war bekannt, dass zu dieser Zeit Reinigungskräfte im Haus sind
- D) Der Betroffene trug dunkle Kleidung
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Richtig: A und C. Vermeidbar ist ein Irrtum, wenn eine sorgfältige Wachperson die wahre Lage hätte erkennen können. Leicht zugängliche Informationen und einfache Klärungsmöglichkeiten sprechen dafür.
Ein Ladendetektiv sieht, wie zwei Männer einen dritten zu Boden bringen, und greift ein. Die beiden sind Polizisten in Zivil bei einer rechtmäßigen Festnahme. Wie nennt man seinen Irrtum?
- A) Notwehrexzess
- B) Entschuldigender Notstand
- C) Putativnothilfe
- D) Wahndelikt
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Richtig: C. Er nimmt irrig an, einem Angegriffenen zu helfen. Das ist Putativnothilfe. Für sie gelten die gleichen Regeln wie für die Putativnotwehr.
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Rechtfertigender Notstand (§34 StGB)
Wie stark muss das geschützte Interesse beim rechtfertigenden Notstand nach §34 StGB überwiegen?
- A) Es reicht, wenn beide Interessen gleich viel wert sind
- B) Es muss nur geringfügig überwiegen
- C) Es muss wesentlich überwiegen
- D) Eine Abwägung findet nicht statt
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Richtig: C. §34 StGB verlangt, dass das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dass keine Abwägung stattfindet, gilt für die Notwehr, nicht für den Notstand.
Von welchen Quellen kann die Gefahr beim rechtfertigenden Notstand ausgehen?
- A) Nur von einem rechtswidrigen menschlichen Angriff
- B) Auch von Naturereignissen wie Feuer oder Hochwasser
- C) Auch von technischen Defekten
- D) Nur von Tieren
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Richtig: B und C. Beim Notstand ist die Herkunft der Gefahr gleichgültig. Das unterscheidet ihn von der Notwehr, die einen menschlichen Angriff voraussetzt.
Du siehst durch eine Glastür, dass ein Mann im Büro bewusstlos am Boden liegt. Der Schlüssel ist nicht greifbar. Du schlägst die Scheibe ein. Wie ist das zu beurteilen?
- A) Als strafbare Sachbeschädigung, weil der Mann nicht angegriffen wurde
- B) Als Notwehr nach §32 StGB zugunsten des Mannes
- C) Als Sachbeschädigung, die nur entschuldigt ist
- D) Als durch Notstand gerechtfertigte Handlung
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Richtig: D. Es besteht eine gegenwärtige Gefahr für Leben oder Gesundheit, und der Schaden an der Scheibe wiegt wesentlich weniger. Die Tat ist nach §34 StGB gerechtfertigt. Notwehr scheidet mangels Angriff aus.
Warum hilft §34 StGB nicht, wenn ein Leben nur durch die Opferung eines anderen Lebens gerettet werden kann?
- A) Weil §34 StGB nur Sachwerte schützt
- B) Weil Leben nicht gegen Leben abgewogen werden darf
- C) Weil die Gefahr in solchen Fällen nie gegenwärtig ist
- D) Weil §34 StGB nur für Polizisten gilt
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Richtig: B. Menschenleben sind nicht gegeneinander verrechenbar, ein wesentliches Überwiegen ist daher ausgeschlossen. In Betracht kommt allenfalls eine Entschuldigung nach §35 StGB.
Welche Aussagen zum Unterschied zwischen Notwehr und rechtfertigendem Notstand sind richtig?
- A) Der Notstand kann auch Eingriffe in Rechte Unbeteiligter rechtfertigen
- B) Bei der Notwehr muss das verteidigte Gut wesentlich überwiegen
- C) Beim Notstand muss das mildeste Mittel gewählt werden, Ausweichen geht vor
- D) Die Notwehr setzt keinen menschlichen Angriff voraus
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Richtig: A und C. Der Notstand erlaubt unter strengen Voraussetzungen auch Eingriffe gegen Unbeteiligte und verlangt das mildeste Mittel. Bei der Notwehr gibt es dagegen keine Güterabwägung und keine allgemeine Pflicht zum Ausweichen.
Im Schlüsselkasten hängt der passende Schlüssel für das verrauchte Büro. Die Wachperson tritt die Tür trotzdem ein, weil es schneller geht. Was gilt?
- A) Die Tat ist gerechtfertigt, weil eine Gefahr bestand
- B) Die Tat ist gerechtfertigt, wenn der Schaden unter 1.000 Euro liegt
- C) Die Rechtfertigung kann fehlen, weil ein milderes Mittel zur Verfügung stand
- D) Die Tat ist nur dann strafbar, wenn der Mieter Strafantrag stellt
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Richtig: C. Die Gefahr muss nicht anders abwendbar sein. Steht ein gleich wirksames milderes Mittel bereit, ist der Eingriff nicht erforderlich. Ob einige Sekunden Zeitgewinn ausnahmsweise entscheidend waren, hängt vom Einzelfall ab.
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Entschuldigender Notstand (§35 StGB)
Welche Rechtsgüter schützt der entschuldigende Notstand nach §35 StGB?
- A) Leben
- B) Eigentum
- C) Freiheit
- D) Ehre
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Richtig: A und C. §35 StGB erfasst nur Gefahren für Leben, Leib und Freiheit. Eigentum und Ehre sind dort nicht geschützt, für sie kommt allenfalls §34 StGB in Betracht.
Was ist die Rechtsfolge des §35 StGB?
- A) Die Tat ist gerechtfertigt und damit von der Rechtsordnung erlaubt
- B) Der Täter handelt ohne Schuld, die Tat bleibt aber rechtswidrig
- C) Die Tat wird zur Ordnungswidrigkeit herabgestuft
- D) Die Strafe wird immer zur Bewährung ausgesetzt
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Richtig: B. §35 StGB ist ein Entschuldigungsgrund. Die Tat bleibt rechtswidrig, deshalb ist Notwehr gegen sie möglich. Nur die Schuld des Täters entfällt.
Zugunsten welcher Personen kann der entschuldigende Notstand greifen?
- A) Zugunsten aller Menschen, die sich zur Tatzeit in einer gegenwärtigen Gefahr befinden
- B) Zugunsten des Täters selbst, seiner Angehörigen und ihm nahestehender Personen
- C) Nur zugunsten des Auftraggebers einer Wachperson
- D) Nur zugunsten von Kindern unter 14 Jahren
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Richtig: B. §35 StGB ist auf den Täter, Angehörige im Sinne von §11 Abs. 1 Nr. 1 StGB und andere nahestehende Personen beschränkt. Für Fremde gilt er nicht.
Wann kann sich jemand trotz Gefahr für Leib oder Leben nicht auf §35 StGB berufen?
- A) Wenn er die Gefahr selbst verursacht hat und sie ihm deshalb zuzumuten war
- B) Wenn die Gefahr von einem Naturereignis ausging
- C) Wenn er aufgrund eines besonderen Rechtsverhältnisses die Gefahr hinnehmen musste
- D) Wenn der Schaden beim Opfer geringer war als befürchtet
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Richtig: A und C. Nach §35 Abs. 1 Satz 2 StGB entfällt die Entschuldigung, wenn die Hinnahme der Gefahr zumutbar war, namentlich bei Selbstverursachung oder einem besonderen Rechtsverhältnis wie bei Polizei oder Feuerwehr.
Ein Täter zwingt eine Wachperson mit vorgehaltener Pistole, eine Kollegin zu fesseln. Was gilt für die Wachperson jedenfalls?
- A) Sie ist wegen Freiheitsberaubung voll strafbar
- B) Sie ist durch Notwehr gerechtfertigt
- C) Sie ist nach §35 StGB entschuldigt
- D) Sie ist nur wegen fahrlässiger Freiheitsberaubung strafbar
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Richtig: C. Es besteht eine gegenwärtige Lebensgefahr für die Wachperson, die anders nicht abwendbar ist. Ob schon §34 StGB rechtfertigt, ist umstritten. Entschuldigt nach §35 StGB ist sie jedenfalls.
Ein Mann stiehlt Lebensmittel, weil er kein Geld mehr hat. Kann er sich auf §35 StGB berufen?
- A) Ja, weil Hunger immer eine gegenwärtige Gefahr für das Leben ist
- B) Ja, wenn er zu Hause Angehörige zu versorgen hat
- C) Ja, wenn der Wert der Lebensmittel geringwertig ist
- D) Nein, bloße Geldnot reicht dafür regelmäßig nicht aus
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Richtig: D. In Deutschland gibt es staatliche Hilfen. Eine Geldnot begründet deshalb regelmäßig keine gegenwärtige, nicht anders abwendbare Gefahr. Das Vermögen selbst ist von §35 StGB nicht geschützt.
Zum Thema Entschuldigender Notstand (§35 StGB) →
Vorläufige Festnahme (§127 Abs. 1 StPO)
Welche Festnahmegründe nennt §127 Abs. 1 StPO?
- A) Die Person ist der Flucht verdächtig
- B) Die Person beleidigt die Wachperson
- C) Die Identität der Person kann nicht sofort festgestellt werden
- D) Die Person verweigert eine Taschenkontrolle
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Richtig: A und C. Es gibt genau zwei Festnahmegründe: Fluchtverdacht und fehlende Identitätsfeststellung. Eine verweigerte Taschenkontrolle ist kein Festnahmegrund.
Ein Besucher raucht trotz Rauchverbot im Gebäude. Darfst du ihn nach §127 StPO festnehmen?
- A) Ja, weil er gegen die Hausordnung verstößt
- B) Ja, aber nur wenn er keinen Ausweis zeigt
- C) Nein, weil es sich nicht um eine Straftat handelt
- D) Ja, wenn der Auftraggeber die Festnahme bei solchen Verstößen ausdrücklich angeordnet hat
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Richtig: C. §127 Abs. 1 StPO setzt eine Straftat voraus. Ein Verstoß gegen ein Rauchverbot ist höchstens eine Ordnungswidrigkeit oder ein Hausordnungsverstoß. Hier hilft das Hausrecht, nicht das Festnahmerecht.
Was darfst du nach einer rechtmäßigen vorläufigen Festnahme tun?
- A) Die Person festhalten, bis die Polizei eintrifft
- B) Ihre Taschen durchsuchen
- C) Unverzüglich die Polizei verständigen
- D) Sie verhören, um ein Geständnis zu bekommen
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Richtig: A und C. Die Festnahme erlaubt das Festhalten bis zur Übergabe an die Polizei, die unverzüglich zu rufen ist. Durchsuchung und Verhör sind nicht gedeckt.
Du erkennst einen Ladendieb von gestern zufällig auf der Straße wieder. Was gilt?
- A) Du darfst ihn nach §127 StPO festnehmen
- B) Es fehlt an der frischen Tat, du verständigst die Polizei
- C) Du darfst ihn festhalten, wenn er bei deiner Ansprache wegzulaufen versucht
- D) Du darfst ihm die Ware abnehmen
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Richtig: B. Frische Tat heißt bei der Tat oder unmittelbar danach. Ein Tag später ist die Tat nicht mehr frisch, und eine ununterbrochene Verfolgung gab es nicht.
Ein Festgehaltener reißt sich los und rennt weg. Welches Mittel ist vom Festnahmerecht nicht mehr gedeckt?
- A) Hinterherlaufen und ihn am Arm festhalten
- B) Ihn laut auffordern stehen zu bleiben
- C) Ihm mit einem Schlagstock auf den Kopf schlagen
- D) Die Polizei über seine Fluchtrichtung und sein Aussehen informieren
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Richtig: C. Maßnahmen, die Leib oder Leben ernsthaft gefährden, sind vom Festnahmerecht nicht gedeckt. Ein Schlag auf den Kopf ist unverhältnismäßig und kann eine gefährliche Körperverletzung sein.
Wer ist nach §127 Abs. 1 StPO zur vorläufigen Festnahme berechtigt?
- A) Nur Polizeibeamte
- B) Nur Wachpersonen mit Sachkundeprüfung
- C) Jedermann
- D) Nur der Geschädigte
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Richtig: C. Das Festnahmerecht nach Absatz 1 ist ein Jedermannsrecht. Absatz 2 regelt dagegen die Befugnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft.
Zum Thema Vorläufige Festnahme (§127 Abs. 1 StPO) →
Festnahme in der Praxis: Ablauf und Übergabe an die Polizei
Wann musst du nach einer vorläufigen Festnahme die Polizei verständigen?
- A) Erst nach Rücksprache mit dem Filialleiter oder Auftraggeber
- B) Unverzüglich, also ohne vermeidbares Zögern
- C) Spätestens zum Ende der laufenden Schicht
- D) Innerhalb von 24 Stunden
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Richtig: B. Die Festnahme ist nur bis zur Übergabe an die Polizei gerechtfertigt. Deshalb ist die Polizei unverzüglich zu rufen. Feste Stundenfristen gelten für dich nicht.
Was gehört zu einer korrekten Ansprache vor dem Festhalten?
- A) Du nennst deine Funktion, zum Beispiel Sicherheitsdienst
- B) Du kündigst eine Freiheitsstrafe an, um Druck aufzubauen
- C) Du nennst den Grund, warum du die Person festhältst
- D) Du stellst dich als Hilfspolizist vor
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Richtig: A und C. Funktion und Grund zu nennen, schafft Klarheit und wirkt deeskalierend. Drohungen mit Strafen und jede Andeutung polizeilicher Befugnisse sind fehl am Platz, letzteres kann sogar Amtsanmaßung sein.
Eine festgehaltene Person liegt nach einer Rangelei in Bauchlage am Boden. Was ist richtig?
- A) Du hältst sie mit dem Knie im Nacken fest, bis die Polizei da ist
- B) Du bringst sie so bald wie möglich in Seitenlage oder Sitzposition
- C) Du lässt sie liegen und gehst den Notruf in einem anderen Raum absetzen
- D) Du drückst auf den Rücken, damit sie nicht aufstehen kann
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Richtig: B. In Bauchlage mit Druck auf Rücken oder Nacken droht Erstickungsgefahr. Die Person muss möglichst schnell in eine sichere Position und unter ständiger Beobachtung bleiben.
Während du auf die Polizei wartest, zeigt die festgehaltene Person einen gültigen Personalausweis. Sie macht keine Anstalten zu fliehen. Was gilt?
- A) Du darfst sie weiter festhalten, weil die Polizei bereits verständigt worden ist
- B) Du darfst sie festhalten, bis sie die Ware bezahlt hat
- C) Du musst sie bis zur Übergabe einschließen, weil sie verdächtig bleibt
- D) Der Festnahmegrund ist entfallen, du darfst sie nicht länger festhalten
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Richtig: D. Die Festnahme ist nur gerechtfertigt, solange ein Festnahmegrund besteht. Ist die Identität geklärt und besteht kein Fluchtverdacht, wäre weiteres Festhalten eine Freiheitsberaubung. Die Polizei kann trotzdem informiert werden.
Was darfst du tun, während du mit der festgehaltenen Person auf die Polizei wartest?
- A) Ihre Jackentaschen nach Diebesgut durchsuchen
- B) Freiwillig herausgegebenes Diebesgut annehmen und dokumentieren
- C) Sie zum Tatablauf befragen und ein Geständnis protokollieren
- D) Auf ihren Gesundheitszustand achten und bei Problemen den Rettungsdienst rufen
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Richtig: B und D. Durchsuchung und Verhör sind vom Festnahmerecht nicht gedeckt. Freiwillige Herausgabe darfst du annehmen. Für die Gesundheit einer Person in deiner Obhut bist du mitverantwortlich.
Was gehört nach der Übergabe an die Polizei in deinen Bericht?
- A) Deine Vermutungen über frühere Taten und das Umfeld der Person
- B) Nur das Ergebnis, nicht der Ablauf
- C) Jede Form von angewendetem Zwang mit Grund und Uhrzeit
- D) Eine Abschrift des Berichts deines Kollegen
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Richtig: C. Der Bericht soll eigene Wahrnehmungen genau festhalten, insbesondere Zwang, Verletzungen und Zeiten. Vermutungen gehören nicht hinein, und jeder schreibt seinen eigenen Bericht.
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Identitätsfeststellung: was du darfst und was nicht
Wem gegenüber besteht eine Pflicht, den Personalausweis vorzulegen?
- A) Gegenüber jeder Wachperson im Dienst
- B) Gegenüber dem Hausrechtsinhaber
- C) Gegenüber einer zur Identitätsfeststellung berechtigten Behörde
- D) Gegenüber jedem, der einen berechtigten Grund nennt
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Richtig: C. Nach §1 PAuswG besteht die Vorlagepflicht nur gegenüber Behörden, die zur Identitätsfeststellung berechtigt sind. Wachpersonen und Hausrechtsinhaber gehören nicht dazu.
Was darfst du als Wachperson an der Pforte eines Werksgeländes tun, wenn ein Besucher keinen Ausweis zeigen will?
- A) Ihm den Zutritt verweigern, wenn der Ausweis Zutrittsbedingung ist
- B) Ihn festhalten, bis er den Ausweis zeigt
- C) Seine Tasche nach dem Ausweis durchsuchen
- D) Ihn höflich auf die Zutrittsregeln hinweisen
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Richtig: A und D. Über das Hausrecht kann der Ausweis zur Bedingung für den Zutritt gemacht werden. Festhalten oder Durchsuchen ist dadurch nicht gedeckt, denn der Besucher kann jederzeit gehen.
Ein Ladendieb ist auf frischer Tat ertappt und hat keinen Ausweis dabei. Was darfst du?
- A) Ihn nach §127 StPO festhalten, bis die Polizei kommt
- B) Seine Geldbörse nach einem Ausweis oder Führerschein durchsuchen
- C) Ihn bis zu zwölf Stunden festhalten
- D) Seine Taschen ausleeren, um die Ware zu finden
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Richtig: A. Die fehlende Identitätsfeststellung ist ein Festnahmegrund nach §127 Abs. 1 StPO. Durchsuchen darfst du nicht, und die zwölf Stunden gelten nur für die Polizei nach §163c StPO.
Ein Bürogebäude möchte den Personalausweis der Besucher am Empfang gegen einen Besucherausweis tauschen und bis zum Verlassen behalten. Ist das zulässig?
- A) Ja, wenn ein Schild am Empfang deutlich darauf hinweist
- B) Nein, eine Hinterlegung darf nicht verlangt werden
- C) Ja, weil der Auftraggeber das Hausrecht hat
- D) Ja, wenn die Ausweise in einem verschlossenen Schrank liegen
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Richtig: B. §1 Abs. 1 PAuswG verbietet, vom Inhaber die Hinterlegung des Ausweises oder die Aufgabe des Gewahrsams zu verlangen. Die Ausnahme gilt nur für berechtigte Behörden.
Unter welchen Voraussetzungen darf eine Kopie des Personalausweises angefertigt werden?
- A) Mit Zustimmung des Ausweisinhabers
- B) Immer, wenn der Auftraggeber es anordnet
- C) Die Kopie muss eindeutig und dauerhaft als Kopie erkennbar sein
- D) Nur in Farbe und in Originalgröße
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Richtig: A und C. §20 Abs. 2 PAuswG verlangt die Zustimmung des Inhabers und die eindeutige Kennzeichnung als Kopie. Daneben gelten die Regeln des Datenschutzes.
Ein Gast nennt dir nach einer Rangelei einen falschen Namen. Welche Aussage stimmt?
- A) Er begeht eine Ordnungswidrigkeit nach §111 OWiG, weil er dich belügt
- B) Er macht sich wegen falscher Verdächtigung strafbar
- C) Du darfst ihn deshalb durchsuchen
- D) §111 OWiG greift nicht, weil du keine Behörde bist
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Richtig: D. §111 OWiG betrifft falsche Angaben gegenüber einer zuständigen Behörde oder einem Amtsträger. Gegenüber einer Wachperson gilt die Vorschrift nicht. Ein Durchsuchungsrecht entsteht dadurch auch nicht.
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Durchsuchung und Taschenkontrolle
Worauf stützt sich eine Taschenkontrolle am Einlass einer Veranstaltung?
- A) Auf ein allgemeines Durchsuchungsrecht der Wachperson
- B) Auf die Einwilligung der kontrollierten Person
- C) Auf §102 StPO, der jedermann zur Durchsuchung berechtigt
- D) Auf das Hausrecht, das als Zutrittsbedingung die Kontrolle verlangen darf
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Richtig: B und D. Der Hausrechtsinhaber darf den Einlass von einer Kontrolle abhängig machen, die Kontrolle selbst beruht auf der Einwilligung des Besuchers. Ein Durchsuchungsrecht haben Wachpersonen nicht, und §102 StPO richtet sich an Strafverfolgungsbehörden.
Du hast einen Ladendieb nach §127 StPO festgenommen. Darfst du seine Jackentaschen nach der Ware durchsuchen?
- A) Ja, weil die Festnahme das Durchsuchen nach Diebesgut mit umfasst
- B) Ja, wenn der Filialleiter zustimmt
- C) Ja, aber nur die Außentaschen der Jacke
- D) Nein, die Festnahme gibt kein Recht zur Durchsuchung
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Richtig: D. §127 StPO erlaubt das Festhalten bis zur Übergabe an die Polizei, nicht das Durchsuchen. Die Zustimmung des Filialleiters ändert daran nichts, entscheidend wäre allein die Einwilligung des Betroffenen.
Eine Besucherin lässt ihren Rucksack kontrollieren, lehnt das Abtasten aber ab. Laut Hausordnung ist beides Einlassbedingung. Was gilt?
- A) Du darfst sie trotzdem abtasten, weil sie der Kontrolle zugestimmt hat
- B) Sie bleibt draußen, gegen ihren Willen wird nicht abgetastet
- C) Du darfst sie festhalten, bis sie dem Abtasten zustimmt
- D) Du musst sie ohne Abtasten einlassen, weil die Taschenkontrolle reicht
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Richtig: B. Die Einwilligung reicht nur so weit, wie die Person zustimmt. Ist das Abtasten Einlassbedingung, bleibt sie bei Verweigerung draußen. Zwang oder Festhalten sind nicht erlaubt.
Welche Aussagen zur Einwilligung in eine Kontrolle treffen zu?
- A) Sie muss freiwillig erteilt werden
- B) Sie kann jederzeit widerrufen werden
- C) Sie gilt nach Erteilung für den ganzen Abend unwiderruflich
- D) Sie umfasst automatisch auch das Abtasten am Körper
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Richtig: A und B. Eine Einwilligung muss freiwillig sein und kann jederzeit zurückgenommen werden. Sie reicht nur so weit, wie die Person zugestimmt hat.
Wer darf in einem Strafverfahren eine Durchsuchung nach §§102 ff. StPO grundsätzlich anordnen?
- A) Der Richter
- B) Der Inhaber des Hausrechts
- C) Die Einsatzleitung des Sicherheitsdienstes
- D) Jede Wachperson mit Sachkundeprüfung
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Richtig: A. Durchsuchungen ordnet grundsätzlich der Richter an, bei Gefahr im Verzug auch die Staatsanwaltschaft oder ihre Ermittlungspersonen. Private Sicherheitskräfte haben diese Befugnis nicht.
Ein Mitarbeiter eines Logistikzentrums verweigert am Werkstor die Taschenkontrolle, die in einer Betriebsvereinbarung geregelt ist. Was tust du?
- A) Du hältst ihn am Tor fest, bis er die Tasche doch noch öffnet
- B) Du nimmst ihm die Tasche ab und öffnest sie selbst vor Zeugen
- C) Du dokumentierst die Weigerung und meldest sie
- D) Du rufst sofort die Polizei, weil die Weigerung eine Straftat ist
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Richtig: C. Auch eine Betriebsvereinbarung gibt der Wachperson kein Recht, Zwang anzuwenden. Die Weigerung ist ein arbeitsrechtliches Thema, keine Straftat. Du dokumentierst sie und der Arbeitgeber entscheidet über die Folgen.
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Die wichtigsten Straftaten für den Sicherheitsbereich
Welche der folgenden Delikte sind Verbrechen?
- A) Raub nach §249 StGB
- B) Gefährliche Körperverletzung nach §224 StGB
- C) Räuberischer Diebstahl nach §252 StGB
- D) Diebstahl nach §242 StGB
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Richtig: A und C. Raub und räuberischer Diebstahl haben eine Mindeststrafe von einem Jahr. Die gefährliche Körperverletzung beginnt bei sechs Monaten und ist deshalb ein Vergehen, der Diebstahl ebenso.
Welche Delikte sind absolute Antragsdelikte, die ohne Strafantrag gar nicht verfolgt werden?
- A) Hausfriedensbruch
- B) Nötigung
- C) Beleidigung
- D) Freiheitsberaubung
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Richtig: A und C. Hausfriedensbruch und Beleidigung werden nur auf Antrag verfolgt. Nötigung und Freiheitsberaubung sind Offizialdelikte.
Eine Kundin steckt Ware ein, passiert die Kasse und stößt den Ladendetektiv beim Festhalten zu Boden, um mit der Beute zu fliehen. Welche Straftat steht im Vordergrund?
- A) Einfacher Diebstahl, weil die Gewalt erst nach der Wegnahme kam
- B) Raub, weil sie Gewalt gegen eine Person eingesetzt hat
- C) Räuberischer Diebstahl nach §252 StGB
- D) Nur Körperverletzung, weil der Diebstahl schon beendet war
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Richtig: C. Wer bei einem Diebstahl auf frischer Tat betroffen ist und Gewalt anwendet, um sich im Besitz der Beute zu halten, begeht einen räuberischen Diebstahl. Beim Raub dient die Gewalt dagegen der Wegnahme.
Wie wird eine Sachbeschädigung nach §303 StGB verfolgt?
- A) Immer von Amts wegen, weil eine fremde Sache betroffen ist
- B) Auf Antrag oder bei besonderem öffentlichen Interesse
- C) Nur auf Antrag des Eigentümers, ohne jede Ausnahme
- D) Nur wenn der Schaden über 1.000 Euro liegt und angezeigt wird
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Richtig: B. Die Sachbeschädigung ist ein relatives Antragsdelikt. Ohne Antrag kann die Staatsanwaltschaft einschreiten, wenn sie ein besonderes öffentliches Interesse bejaht. Eine Wertgrenze gibt es nicht.
Welche Strafe droht beim Diebstahl nach §242 StGB?
- A) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr
- C) Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: D. Diebstahl wird mit bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Nicht unter einem Jahr gilt beim Raub, bis zu drei Jahren bei der einfachen Unterschlagung.
Ein Mann findet auf dem Gehweg vor dem Objekt eine verlorene Geldbörse und behält sie. Welche Straftat kommt in Betracht?
- A) Diebstahl, weil er eine fremde Sache an sich nimmt
- B) Unterschlagung nach §246 StGB
- C) Raub, weil der Eigentümer einen Schaden hat
- D) Keine, weil Fundsachen herrenlos sind
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Richtig: B. Bei verlorenen Sachen besteht kein fremder Gewahrsam mehr, also fehlt die Wegnahme für einen Diebstahl. Wer die Fundsache behält, eignet sie sich zu und begeht eine Unterschlagung. Fundsachen sind nicht herrenlos.
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Hausfriedensbruch (§123 StGB)
Welche Orte schützt §123 StGB ausdrücklich?
- A) Geschäftsräume eines anderen
- B) Jede öffentliche Straße und jeden Platz
- C) Befriedetes Besitztum eines anderen
- D) Nur Wohnungen, die abgeschlossen sind
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Richtig: A und C. Geschützt sind Wohnung, Geschäftsräume, befriedetes Besitztum und abgeschlossene Räume des öffentlichen Dienstes oder Verkehrs. Öffentliche Straßen gehören nicht dazu, und eine Wohnung muss nicht verschlossen sein.
Wie wird Hausfriedensbruch nach §123 StGB verfolgt?
- A) Immer von Amts wegen, weil es ein Offizialdelikt ist
- B) Nur auf Strafantrag des Berechtigten
- C) Nur wenn die Wachperson eine Anzeige erstattet
- D) Nur bei Gewalt gegen Personen
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Richtig: B. §123 Abs. 2 StGB macht den Hausfriedensbruch zum Antragsdelikt. Den Antrag stellt der Berechtigte, meist der Hausrechtsinhaber. Eine bloße Anzeige ersetzt den Antrag nicht.
Ein Gast verhält sich in der Diskothek daneben. Du forderst ihn im Auftrag des Betreibers auf zu gehen. Er bleibt an der Bar sitzen. Was liegt vor?
- A) Kein Hausfriedensbruch, weil er erlaubt hereingekommen ist
- B) Hausfriedensbruch erst, wenn er Gewalt anwendet
- C) Hausfriedensbruch durch Verweilen trotz Aufforderung
- D) Nur eine Ordnungswidrigkeit nach der Hausordnung
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Richtig: C. Die zweite Variante des §123 erfasst Personen, die zunächst befugt im Raum sind und sich auf Aufforderung des Berechtigten nicht entfernen. Die Aufforderung durch die Wachperson mit übertragenem Hausrecht genügt.
Was gilt beim Strafantrag für Hausfriedensbruch?
- A) Die Antragsfrist beträgt drei Monate ab Kenntnis von Tat und Täter
- B) Jede Wachperson im Objekt kann ihn ohne Vollmacht stellen
- C) Er muss innerhalb von 24 Stunden gestellt werden
- D) Antragsberechtigt ist der Berechtigte, also in der Regel der Hausrechtsinhaber
Lösung anzeigen
Richtig: A und D. Antragsberechtigt ist der Verletzte, beim Hausfriedensbruch der Hausrechtsinhaber. Die Frist beträgt drei Monate. Die Wachperson hat kein eigenes Antragsrecht.
Jemand klettert nachts über den Bauzaun auf eine Baustelle. Das Tor war unverschlossen, aber geschlossen. Welche Aussage stimmt?
- A) Kein Hausfriedensbruch, weil das Tor nicht abgeschlossen war
- B) Hausfriedensbruch nur, wenn er etwas beschädigt
- C) Kein Hausfriedensbruch, weil eine Baustelle keine Wohnung ist
- D) Hausfriedensbruch, die Baustelle ist befriedetes Besitztum
Lösung anzeigen
Richtig: D. Befriedet ist ein Grundstück, das erkennbar durch eine Schutzwehr wie einen Zaun abgegrenzt ist. Verschlossen sein muss es nicht. Wer gegen den Willen des Berechtigten hineingeht, dringt ein.
Gegen einen Besucher besteht ein Hausverbot für ein Einkaufszentrum. Darfst du ihn vorläufig festnehmen, wenn er trotzdem hereinkommt und flüchten will, obwohl noch kein Strafantrag gestellt ist?
- A) Nein, ohne Strafantrag gibt es keine Straftat
- B) Ja, §127 Abs. 3 StPO erlaubt die Festnahme auch vor Antragstellung
- C) Nein, beim Hausfriedensbruch ist eine Festnahme generell ausgeschlossen
- D) Ja, aber nur wenn der Auftraggeber vorher schriftlich zustimmt
Lösung anzeigen
Richtig: B. Der Strafantrag ist eine Verfolgungsvoraussetzung, die Tat besteht auch ohne ihn. §127 Abs. 3 StPO lässt die Festnahme bei Antragsdelikten ausdrücklich schon vor dem Antrag zu.
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Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten (§126 StGB)
Welche angedrohten Taten können eine Strafbarkeit nach §126 StGB begründen?
- A) Ein Raub
- B) Eine einfache Sachbeschädigung
- C) Ein Diebstahl geringwertiger Sachen
- D) Das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion
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Richtig: A und D. §126 nennt einen Katalog schwerer Taten, darunter Raub und gemeingefährliche Straftaten wie eine Sprengstoffexplosion. Sachbeschädigung und Diebstahl stehen nicht im Katalog.
Ein Anrufer kündigt an der Pforte eine Bombe im Gebäude an. Später stellt sich heraus, dass er nie Sprengstoff hatte. Was gilt?
- A) Er bleibt straflos, weil er die Tat nie begehen wollte
- B) Er kann sich nach §126 StGB strafbar gemacht haben
- C) Strafbar ist er nur, wenn tatsächlich geräumt wurde
- D) Es liegt nur eine Ordnungswidrigkeit vor
Lösung anzeigen
Richtig: B. Für das Androhen kommt es nicht darauf an, ob der Täter die Tat wirklich begehen will. Entscheidend ist, dass die Drohung ernst genommen werden kann und geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
Was schützt §126 StGB in erster Linie?
- A) Das Vermögen des Veranstalters und der Besucher
- B) Den Rechtsfrieden des einzelnen Bedrohten
- C) Die Ehre der angesprochenen Person
- D) Den öffentlichen Frieden der Allgemeinheit
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Richtig: D. §126 schützt den öffentlichen Frieden, also die Allgemeinheit. Den Einzelnen schützt die Bedrohung nach §241 StGB.
Welche Aussagen zu §126 Abs. 2 StGB treffen zu?
- A) Er erfasst das Vortäuschen, eine Katalogtat stehe bevor
- B) Er erfasst jede Warnung, die sich später als unbegründet herausstellt
- C) Der Täter muss wider besseres Wissen handeln
- D) Er setzt voraus, dass der Täter die Tat selbst begehen will
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Richtig: A und C. Absatz 2 betrifft den falschen Warner, der weiß, dass seine Behauptung nicht stimmt. Wer ehrlich an eine Gefahr glaubt und warnt, handelt nicht wider besseres Wissen.
Ein abgewiesener Gast sagt dir am Einlass ins Gesicht: Ich bring dich um. Welche Vorschrift steht hier im Vordergrund?
- A) §126 StGB, weil eine Tötung angedroht wird
- B) §138 StGB, weil eine geplante Tat bekannt wird
- C) §241 StGB, Bedrohung einer bestimmten Person
- D) §164 StGB, weil der Gast etwas Falsches behauptet
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Richtig: C. Eine Drohung gegen eine bestimmte Person ist zunächst ein Fall der Bedrohung nach §241. §126 verlangt die Eignung, den öffentlichen Frieden zu stören, was bei einer persönlichen Drohung im Einzelgespräch meist fehlt.
Was tust du bei einem Drohanruf an der Pforte zuerst?
- A) Auflegen und abwarten, ob der Anrufer sich noch einmal meldet, bevor du jemanden störst
- B) Wortlaut und Uhrzeit notieren, dann Polizei und Einsatzleitung verständigen
- C) Das Gebäude sofort selbst räumen lassen und die Polizei erst danach informieren
- D) Selbst nach dem Sprengsatz suchen und einen verdächtigen Gegenstand nach draußen tragen
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Richtig: B. Wichtig sind genaue Notizen als Beweismittel und die sofortige Meldung an Polizei und Einsatzleitung. Über eine Räumung wird nach Alarmplan entschieden, verdächtige Gegenstände werden nicht berührt.
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Amtsanmaßung (§132 StGB)
Welche Handlungen beschreibt §132 StGB?
- A) Sich unbefugt mit der Ausübung eines öffentlichen Amtes befassen
- B) Eine Uniform tragen, die einer Polizeiuniform ähnlich sieht
- C) Eine Handlung vornehmen, die nur kraft eines öffentlichen Amtes vorgenommen werden darf
- D) Einen akademischen Titel führen, den man nicht erworben hat
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Richtig: A und C. §132 hat genau diese zwei Varianten. Das Tragen von Uniformen und das Führen von Titeln regelt §132a StGB.
Du hältst einen Ladendieb auf frischer Tat fest und sagst: Sie sind vorläufig festgenommen. Liegt eine Amtsanmaßung vor?
- A) Ja, weil nur die Polizei Festnahmen aussprechen und Personen festhalten darf
- B) Ja, wenn du dabei Dienstkleidung trägst
- C) Nein, aber nur wenn der Auftraggeber anwesend ist
- D) Nein, weil die vorläufige Festnahme nach §127 Abs. 1 StPO jedermann zusteht
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Richtig: D. Die Festnahme nach §127 Abs. 1 StPO ist ein Jedermannsrecht. Wer sie ausübt, nimmt keine Handlung vor, die nur kraft öffentlichen Amtes erlaubt ist. Wichtig ist nur, dass du dich nicht als Polizist ausgibst.
Welche Strafe droht §132 StGB an?
- A) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren
- D) Nur eine Geldbuße bis 1.000 Euro
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Richtig: B. Amtsanmaßung wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Bis zu einem Jahr gilt beim Missbrauch von Titeln und Abzeichen nach §132a.
Ein Kollege verteilt auf einem Firmenparkplatz Zettel mit Stadtwappen und der Aufschrift Verwarnungsgeld 25 Euro nach StVO. Wie ist das zu bewerten?
- A) Zulässig, weil er im Auftrag des Grundstückseigentümers und mit dessen Hausrecht handelt
- B) Zulässig, solange er sich nicht ausdrücklich als Beamter oder Polizist bezeichnet
- C) Möglicherweise Amtsanmaßung, weil der Anschein einer behördlichen Verwarnung entsteht
- D) Nur eine Ordnungswidrigkeit nach der Parkordnung
Lösung anzeigen
Richtig: C. Ein Verwarnungsgeld darf nur eine Behörde erheben. Ein Zettel, der wie eine amtliche Verwarnung aussieht, erweckt den Anschein einer Amtshandlung. Für Variante 2 muss sich der Täter nicht als Beamter ausgeben.
Welche Maßnahmen sind für eine Wachperson mit übertragenem Hausrecht keine Amtsanmaßung?
- A) Einem Störer ein Hausverbot für das Objekt aussprechen
- B) Den Einlass von einer freiwilligen Taschenkontrolle abhängig machen
- C) Einen Bußgeldbescheid wegen Rauchens im Gebäude ausstellen
- D) Gegenstände eines Besuchers im Namen des Gesetzes beschlagnahmen
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Richtig: A und B. Hausverbot und Einlassbedingungen ergeben sich aus dem privaten Hausrecht. Bußgeldbescheide und Beschlagnahmen sind hoheitliche Maßnahmen, die nur Behörden zustehen.
Eine Wachperson bewacht im Auftrag der Stadt das Rathaus. Welche Aussage stimmt?
- A) Sie wird durch den Auftrag zur Amtsträgerin und darf Platzverweise erteilen
- B) Sie bleibt Privatperson mit Jedermannsrechten und übertragenem Hausrecht
- C) Sie darf Ausweise wie die Polizei kontrollieren, solange sie im Gebäude ist
- D) Sie hat während der Öffnungszeiten die Befugnisse des Ordnungsamts
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Richtig: B. Ein Bewachungsauftrag macht niemanden zum Amtsträger. Die Wachperson handelt auch in Behördengebäuden mit Jedermannsrechten, übertragenem Hausrecht und den Rechten aus dem Vertrag.
Zum Thema Amtsanmaßung (§132 StGB) →
Missbrauch von Titeln und Abzeichen (§132a StGB)
Was ist nach §132a StGB geschützt?
- A) Akademische Grade wie der Doktortitel
- B) Die Bezeichnung Detektiv
- C) Inländische und ausländische Uniformen
- D) Die Bezeichnung Sicherheitsfachkraft
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Richtig: A und C. §132a schützt unter anderem akademische Grade und Uniformen, auch ausländische. Detektiv und ähnliche Branchenbezeichnungen stehen nicht im Katalog.
Worin unterscheidet sich §132a StGB von der Amtsanmaßung nach §132 StGB?
- A) §132a verlangt immer, dass der Täter eine Amtshandlung vornimmt
- B) Bei §132a reicht schon das unbefugte Führen oder Tragen
- C) §132a ist ein Antragsdelikt, §132 nicht
- D) §132a gilt nur für Personen, die früher einmal Beamte waren
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Richtig: B. Für §132a genügt das unbefugte Führen einer Bezeichnung oder das Tragen einer Uniform oder eines Abzeichens. Eine Amtshandlung ist Merkmal des §132.
Eine Wachperson trägt eine dunkelblaue Jacke, die in Schnitt, Farbe und Aufschrift einer Polizeijacke stark ähnelt. Was gilt?
- A) Straflos, weil es keine echte Polizeijacke ist
- B) Straflos, solange sie im Dienst keine Festnahme vornimmt
- C) Strafbar nur, wenn sie sich ausdrücklich Polizei nennt
- D) Möglicherweise strafbar nach §132a Abs. 2 StGB
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Richtig: D. Nach §132a Abs. 2 stehen Uniformen, die echten zum Verwechseln ähnlich sind, den echten gleich. Auf eine Amtshandlung oder eine ausdrückliche Behauptung kommt es nicht an.
Was verlangt §19 BewachV von der Dienstkleidung?
- A) Sie muss sich deutlich von Uniformen der Streitkräfte und behördlicher Vollzugsorgane unterscheiden
- B) Sie muss bundesweit einheitlich in Grau gehalten sein
- C) Abzeichen dürfen Amtsabzeichen nicht zum Verwechseln ähnlich sein
- D) Sie darf nur mit Genehmigung der Polizei getragen werden
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Richtig: A und C. §19 Abs. 1 BewachV verlangt eine deutliche Unterscheidung von Uniformen und verbietet verwechselbare Abzeichen. Eine Einheitsfarbe oder eine Genehmigung der Polizei schreibt die Verordnung nicht vor.
Welche Strafe droht beim Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen?
- A) Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- D) Nur eine Geldbuße, weil es eine Ordnungswidrigkeit ist
Lösung anzeigen
Richtig: C. §132a droht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe an. Bis zu zwei Jahren gilt bei der Amtsanmaßung.
Beim Straßenkarneval läuft jemand in einem Polizeikostüm aus dem Kostümladen durch die Menge. Wie wird das nach überwiegender Ansicht beurteilt?
- A) Strafbar, weil jede Polizeiuniform ohne Ausnahme geschützt ist
- B) Strafbar, wenn das Kostüm aus echtem Uniformstoff genäht wurde
- C) Nicht strafbar, wenn erkennbar eine Verkleidung
- D) Nur strafbar, wenn die Person älter als 18 Jahre ist
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Richtig: C. Erkennbare Verkleidungen im Karneval oder im Theater täuschen niemanden. Nach überwiegender Ansicht fehlt dann die Gefahr, die §132a verhindern soll.
Zum Thema Missbrauch von Titeln und Abzeichen (§132a StGB) →
Nichtanzeige geplanter Straftaten (§138 StGB)
Für welche geplanten Taten besteht eine Anzeigepflicht nach §138 StGB?
- A) Ein geplanter Raub
- B) Ein geplanter Ladendiebstahl
- C) Eine geplante Brandstiftung
- D) Eine geplante Körperverletzung
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Richtig: A und C. Raub und Brandstiftung stehen im Katalog des §138. Diebstahl und Körperverletzung gehören nicht dazu, auch nicht in schwerer Form.
Ein Bekannter erzählt dir glaubhaft, er habe vor zwei Wochen einen Kiosk überfallen. Musst du ihn nach §138 StGB anzeigen?
- A) Ja, weil Raub eine Katalogtat ist
- B) Ja, aber nur wenn du davon als Wachperson im Dienst erfährst
- C) Nein, weil §138 nur geplante oder laufende Taten erfasst
- D) Nein, weil Raub nicht im Katalog des §138 steht
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Richtig: C. §138 verlangt Kenntnis zu einer Zeit, zu der die Tat oder ihr Erfolg noch abgewendet werden kann. Für abgeschlossene Taten gibt es keine Anzeigepflicht, auch wenn Raub eine Katalogtat ist.
An wen muss die Anzeige nach §138 Abs. 1 StGB gehen?
- A) An eine Behörde, in der Praxis die Polizei
- B) An einen beliebigen Kollegen im Objekt
- C) An die IHK als zuständige Stelle für Bewachung
- D) An die bedrohte Person
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Richtig: A und D. Das Gesetz nennt die Behörde oder den Bedrohten. Kollegen oder die IHK sind keine richtigen Adressaten.
Was bedeutet rechtzeitig im Sinne von §138 StGB?
- A) Spätestens innerhalb von 24 Stunden nach Kenntnis
- B) So früh, dass die Tat oder ihr Erfolg noch verhindert werden kann
- C) Spätestens bis zum Ende der eigenen Schicht und vor der Dienstübergabe
- D) Innerhalb von drei Monaten wie beim Strafantrag
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Richtig: B. Eine feste Frist gibt es nicht. Rechtzeitig ist die Anzeige, wenn die Tat oder ihr Erfolg dadurch noch abgewendet werden kann. Die Dreimonatsfrist betrifft den Strafantrag bei Antragsdelikten.
Wen trifft die Anzeigepflicht nach §138 StGB?
- A) Nur Polizeibeamte und Staatsanwälte
- B) Nur Personen mit einer Garantenstellung für das Objekt
- C) Nur Wachpersonen mit Sachkundeprüfung
- D) Jeden, der glaubhaft von der Tat erfährt
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Richtig: D. §138 ist ein echtes Unterlassungsdelikt und gilt für jedermann. Eine Garantenstellung oder eine besondere berufliche Rolle ist nicht nötig.
Welche Aussagen zu §139 StGB treffen zu?
- A) Wer die Tat auf andere Weise als durch Anzeige abwendet, bleibt straffrei
- B) Wachpersonen sind von der Anzeigepflicht grundsätzlich befreit
- C) Wird die Tat nicht einmal versucht, kann von Strafe abgesehen werden
- D) Angehörige müssen bei Mord und Totschlag nie anzeigen
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Richtig: A und C. §139 enthält beide Regeln. Für Wachpersonen gibt es keine Befreiung, und die Ausnahme für Angehörige gilt gerade nicht bei Mord und Totschlag.
Zum Thema Nichtanzeige geplanter Straftaten (§138 StGB) →
Falsche uneidliche Aussage (§153 StGB)
Vor welchen Stellen kann eine falsche uneidliche Aussage nach §153 StGB begangen werden?
- A) Vor einem Strafgericht
- B) Bei der Vernehmung durch die Polizei
- C) Vor einem Zivilgericht
- D) Bei der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft
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Richtig: A und C. §153 gilt vor Gericht und anderen Stellen, die Zeugen vereidigen dürfen. Polizei und Staatsanwaltschaft dürfen nicht vereidigen, die eidliche Vernehmung bleibt dem Richter vorbehalten.
Welche Strafe sieht §153 StGB vor?
- A) Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünfzehn Jahren
- B) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren
- D) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: C. Die falsche uneidliche Aussage wird mit drei Monaten bis fünf Jahren bestraft. Mindestens ein Jahr gilt beim Meineid nach §154.
Ein Zeuge sagt vor Gericht aus Unachtsamkeit eine falsche Uhrzeit, ohne vereidigt zu werden. Ist er strafbar?
- A) Ja, nach §153 StGB, weil die Aussage objektiv falsch war
- B) Ja, nach §161 StGB wegen fahrlässiger falscher uneidlicher Aussage
- C) Nein, die fahrlässige uneidliche Falschaussage ist nicht strafbar
- D) Nein, aber nur wenn er sich vorher entschuldigt hat
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Richtig: C. §153 verlangt Vorsatz. §161 bestraft nur fahrlässigen Meineid und fahrlässige falsche Versicherung an Eides statt, nicht die uneidliche Aussage.
Welche Verhaltensweisen können eine falsche Aussage im Sinne des §153 StGB sein?
- A) Wahrheitsgemäß zu sagen, dass man sich nicht mehr erinnert
- B) Eine Erinnerungslücke vorzutäuschen, obwohl man es genau weiß
- C) Wichtige Teile des Geschehens wegzulassen, nach denen gefragt wurde
- D) Sich auf das Auskunftsverweigerungsrecht nach §55 StPO zu berufen
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Richtig: B und C. Falsch ist eine Aussage, die nicht der Wirklichkeit entspricht. Dazu gehören vorgetäuschte Erinnerungslücken und das Weglassen erfragter Tatsachen. Ehrliches Nichtwissen und die berechtigte Auskunftsverweigerung sind keine Falschaussage.
Ein Kollege bittet dich, vor Gericht zu seinen Gunsten falsch auszusagen. Du lehnst ab. Hat er sich strafbar gemacht?
- A) Nein, weil es am Ende gar keine falsche Aussage gegeben hat
- B) Nein, weil schon der Versuch des §153 StGB selbst nicht strafbar ist
- C) Ja, aber nur wenn er dir für die Aussage Geld angeboten hat
- D) Ja, nach §159 StGB ist schon die versuchte Anstiftung strafbar
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Richtig: D. Der Versuch der falschen uneidlichen Aussage selbst ist straflos. §159 macht aber den Versuch der Anstiftung dazu ausdrücklich strafbar.
Wer kann eine falsche uneidliche Aussage nach §153 StGB begehen?
- A) Der Angeklagte, wenn er die Tat abstreitet
- B) Ein Sachverständiger
- C) Der Verteidiger in seinem Plädoyer
- D) Ein Zeuge
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Richtig: B und D. Täter können nur Zeugen und Sachverständige sein. Der Angeklagte ist kein Zeuge, und ein Plädoyer ist keine Aussage.
Zum Thema Falsche uneidliche Aussage (§153 StGB) →
Meineid (§154 StGB)
Welche Aussagen zum Meineid nach §154 StGB treffen zu?
- A) Er ist ein Verbrechen
- B) Er ist ein Antragsdelikt
- C) Der Versuch ist strafbar
- D) Er kann auch vor der Polizei begangen werden
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Richtig: A und C. Die Mindeststrafe von einem Jahr macht den Meineid zum Verbrechen, deshalb ist der Versuch strafbar. Die Polizei nimmt keine Eide ab, und ein Antrag ist nicht nötig.
Welche Mindeststrafe sieht §154 Abs. 1 StGB vor?
- A) Drei Monate Freiheitsstrafe
- B) Ein Jahr Freiheitsstrafe
- C) Sechs Monate Freiheitsstrafe
- D) Zwei Jahre Freiheitsstrafe
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Richtig: B. Meineid wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. Sechs Monate sind die Untergrenze im minder schweren Fall, drei Monate gelten bei §153.
Eine Wachperson verwechselt unter Eid aus Nachlässigkeit zwei Uhrzeiten. Was gilt?
- A) Fahrlässiger Falscheid nach §161 StGB kommt in Betracht
- B) Sie bleibt straflos, weil nur der vorsätzliche Meineid strafbar ist
- C) Sie hat einen Meineid nach §154 begangen, weil sie unter Eid stand
- D) Sie ist nur strafbar, wenn der Angeklagte deshalb verurteilt wird
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Richtig: A. Der fahrlässige Falscheid ist nach §161 StGB strafbar. §154 setzt Vorsatz voraus. Bei rechtzeitiger Berichtigung wird der Täter nach §161 Abs. 2 straflos.
Wann werden Zeugen im Strafprozess nach §59 StPO vereidigt?
- A) Grundsätzlich immer, und zwar jeweils unmittelbar vor ihrer Aussage
- B) Nur auf Antrag des Angeklagten oder seines Verteidigers
- C) Immer dann, wenn der Zeuge beruflich als Wachperson tätig ist
- D) Nach Ermessen des Gerichts, etwa bei ausschlaggebender Bedeutung
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Richtig: D. Die Vereidigung ist die Ausnahme und liegt im Ermessen des Gerichts. Sie erfolgt nach der Vernehmung, nicht davor.
Welche Personen werden nach §60 StPO nicht vereidigt?
- A) Personen, die zur Zeit der Vernehmung noch nicht 18 Jahre alt sind
- B) Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit
- C) Personen, die der Beteiligung an der Tat verdächtig sind
- D) Personen, die beruflich im Sicherheitsgewerbe arbeiten
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Richtig: A und C. Fehlt die Eidesmündigkeit oder ist der Zeuge der Tat verdächtig, ist von der Vereidigung abzusehen. Staatsangehörigkeit und Beruf spielen keine Rolle.
Ein Zeuge lehnt den Eid aus Gewissensgründen ab und bekräftigt seine Aussage stattdessen. Er hat gelogen. Was gilt?
- A) Er ist straflos, weil er ausdrücklich keinen Eid geleistet hat
- B) Die Bekräftigung steht dem Eid gleich, er wird wie beim Meineid bestraft
- C) Er ist nur nach §153 StGB strafbar, weil kein echter Eid vorliegt
- D) Er begeht nur eine Ordnungswidrigkeit gegenüber dem Gericht, keine Straftat
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Richtig: B. §155 StGB stellt die Bekräftigung dem Eid gleich. Wer unter Bekräftigung falsch aussagt, wird wie beim Meineid bestraft.
Zum Thema Meineid (§154 StGB) →
Falsche Verdächtigung (§164 StGB)
Welche Voraussetzungen gehören zur falschen Verdächtigung nach §164 Abs. 1 StGB?
- A) Der Täter handelt wider besseres Wissen
- B) Der Verdächtigte wird später tatsächlich verurteilt
- C) Die Verdächtigung erfolgt bei einer Behörde, einem zuständigen Amtsträger oder öffentlich
- D) Der Täter stellt einen Strafantrag innerhalb von drei Monaten
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Richtig: A und C. Der Täter muss sicher wissen, dass die Verdächtigung falsch ist, und sie bei den genannten Stellen oder öffentlich äußern. Eine Verurteilung des Opfers ist nicht nötig, ein Strafantrag ebenfalls nicht.
Eine Wachperson zeigt einen Gast wegen Diebstahls an, weil sie ehrlich glaubt, ihn beobachtet zu haben. Später stellt sich heraus, dass es ein anderer war. Was gilt?
- A) Sie ist nach §164 StGB strafbar, weil die Anzeige sich als objektiv falsch erwiesen hat
- B) Nicht nach §164 strafbar, weil sie nicht wider besseres Wissen handelte
- C) Sie ist strafbar, wenn der Gast deshalb festgenommen wurde
- D) Sie ist nur dann straflos, wenn sie die Anzeige sofort zurückzieht
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Richtig: B. §164 verlangt sicheres Wissen um die Unwahrheit. Ein ehrlicher Irrtum reicht nicht, auch wenn die Folgen für den Betroffenen unangenehm waren.
Welche Strafe droht §164 Abs. 1 StGB an?
- A) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr, also ein Verbrechen
- D) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: D. Die falsche Verdächtigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Bis zu drei Jahren gilt beim Vortäuschen einer Straftat nach §145d.
Ein Geldbote meldet der Polizei einen Überfall durch unbekannte Täter, den es nie gab, um eigene Unterschlagungen zu verdecken. Welche Vorschrift steht im Vordergrund?
- A) §145d StGB, Vortäuschen einer Straftat
- B) §164 StGB, weil er die Polizei belügt
- C) §153 StGB, weil er eine falsche Aussage macht
- D) §187 StGB, weil er Unwahres verbreitet
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Richtig: A. Er belastet keine bestimmte Person, sondern unbekannte Täter. Dann greift nicht §164, sondern §145d. §153 scheidet aus, weil die Polizei keine zur eidlichen Vernehmung zuständige Stelle ist.
Ein Ladendetektiv steckt einem Kunden heimlich Ware in die Tasche und ruft dann die Polizei. Wie ist das nach herrschender Ansicht zu bewerten?
- A) Keine Verdächtigung, weil er gegenüber der Polizei nichts ausdrücklich behauptet hat
- B) Eine falsche Verdächtigung durch Schaffen einer falschen Beweislage
- C) Nur eine Ordnungswidrigkeit im Rahmen seiner Tätigkeit
- D) Eine Straftat erst, wenn der Kunde verurteilt wird
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Richtig: B. Nach herrschender Ansicht kann man jemanden auch durch manipulierte Beweise verdächtigen. Eine ausdrückliche Behauptung ist dafür nicht nötig.
Bei welchen Stellen kann eine falsche Verdächtigung nach §164 StGB begangen werden?
- A) Bei der Polizei
- B) In einem vertraulichen Gespräch mit dem Nachbarn
- C) Öffentlich, etwa in einem frei zugänglichen Beitrag in sozialen Netzwerken
- D) In einer privaten Nachricht an einen Freund
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Richtig: A und C. Das Gesetz nennt Behörden, zuständige Amtsträger, militärische Vorgesetzte und die Öffentlichkeit. Private Gespräche gehören nicht dazu, können aber andere Delikte wie die Verleumdung erfüllen.
Zum Thema Falsche Verdächtigung (§164 StGB) →
Beleidigung (§185 StGB)
Wann droht bei der Beleidigung nach §185 StGB der höhere Strafrahmen bis zu zwei Jahren?
- A) Wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird
- B) Wenn der Beleidigte eine Wachperson im Dienst ist
- C) Wenn die Beleidigung öffentlich begangen wird
- D) Wenn der Täter betrunken war
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Richtig: A und C. Der Strafrahmen erhöht sich bei öffentlicher Begehung, in einer Versammlung, durch Verbreiten eines Inhalts und mittels Tätlichkeit. Für Wachpersonen gibt es keinen besonderen Schutz, und Trunkenheit erhöht die Strafe nicht.
Ein Gast erzählt dem Clubbetreiber, der Türsteher nehme heimlich Geld für den Einlass. Er hat dafür keinen Beweis. Welche Vorschrift kommt in Betracht?
- A) §185 StGB, weil der Türsteher beleidigt wird
- B) §186 StGB, üble Nachrede
- C) §164 StGB, falsche Verdächtigung
- D) §240 StGB, Nötigung
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Richtig: B. Eine ehrenrührige Tatsache wird gegenüber einem Dritten behauptet und ist nicht erweislich wahr. Das ist üble Nachrede. Für §164 fehlt die Äußerung gegenüber einer Behörde oder in der Öffentlichkeit.
Wer ist bei einer Beleidigung einer Wachperson im Dienst antragsberechtigt?
- A) Nur der Arbeitgeber der Wachperson
- B) Der Auftraggeber, weil er das Hausrecht hat
- C) Die Polizei, die den Vorfall aufnimmt
- D) Die beleidigte Wachperson selbst
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Richtig: D. Antragsberechtigt ist der Verletzte. Ein Antragsrecht des Dienstvorgesetzten gibt es nur bei Amtsträgern, und Wachpersonen sind keine Amtsträger.
Ein abgewiesener Besucher spuckt dir ins Gesicht. Wie ist das in der Regel einzuordnen?
- A) Als einfache Ordnungswidrigkeit nach dem OWiG
- B) Als Beleidigung mittels Tätlichkeit
- C) Als schwere Körperverletzung nach §226 StGB
- D) Als Nötigung, weil du dich ekelst
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Richtig: B. Anspucken soll vor allem herabsetzen und ist in der Regel eine tätliche Beleidigung. Eine Körperverletzung liegt meist nicht vor, weil es an einer erheblichen Beeinträchtigung des Körpers fehlt.
Welche Aussagen zur Beleidigung treffen zu?
- A) Sie wird nur auf Antrag verfolgt
- B) Die Antragsfrist beträgt sechs Monate
- C) Wer sofort zurückbeleidigt, handelt in Notwehr
- D) Bei auf der Stelle erwiderten Beleidigungen kann das Gericht Beteiligte für straffrei erklären
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Richtig: A und D. §194 macht die Beleidigung zum Antragsdelikt, die Frist beträgt drei Monate. Zurückbeleidigen ist keine Notwehr, das Gericht kann aber nach §199 einen oder beide für straffrei erklären, wenn die Beleidigung auf der Stelle erwidert wurde.
Du schreibst in deinen Dienstbericht: Gast wirkte stark alkoholisiert und bedrohte andere Besucher. Ist das eine Beleidigung?
- A) Ja, weil die Äußerung ehrenrührig ist
- B) Ja, aber nur wenn der Gast den Bericht später selbst liest
- C) Nein, das ist eine sachliche Feststellung nach §193 StGB
- D) Nein, weil dienstliche Berichte grundsätzlich nie strafbar sein können
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Richtig: C. Sachliche Feststellungen in einem Dienstbericht dienen berechtigten Interessen und sind nach §193 StGB nicht strafbar. Absolut gilt das aber nicht: Wer in einem Bericht bewusst Unwahres oder Schimpfwörter schreibt, kann sich strafbar machen.
Zum Thema Beleidigung (§185 StGB) →
Körperverletzung (§223 StGB)
Durch welche Handlungen kann eine Körperverletzung nach §223 StGB begangen werden?
- A) Durch körperliche Misshandlung
- B) Durch eine Beschimpfung in scharfem Ton
- C) Durch Schädigung der Gesundheit
- D) Durch das kurze Zupfen am Ärmel
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Richtig: A und C. §223 nennt zwei Varianten: körperliche Misshandlung und Gesundheitsschädigung. Beschimpfungen und ganz geringfügige Berührungen erfüllen keine der beiden.
Wie wird eine einfache vorsätzliche Körperverletzung verfolgt?
- A) Immer von Amts wegen, ein Antrag ist nie nötig
- B) Nur auf Antrag, eine Ausnahme gibt es nicht
- C) Auf Antrag oder bei besonderem öffentlichen Interesse von Amts wegen
- D) Nur wenn ein Arzt die Verletzung schriftlich bestätigt und Anzeige erstattet
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Richtig: C. §230 StGB macht §223 zum relativen Antragsdelikt. Ohne Antrag kann die Staatsanwaltschaft nur einschreiten, wenn sie ein besonderes öffentliches Interesse bejaht.
Welche Strafe droht bei einer einfachen Körperverletzung?
- A) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
- C) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
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Richtig: A. §223 droht bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe an. Sechs Monate bis zehn Jahre gelten bei der gefährlichen Körperverletzung, bis drei Jahre bei der fahrlässigen.
Du führst einen Gast, der trotz Hausverbot nicht gehen will, mit festem Griff am Arm hinaus. Er bekommt einen blauen Fleck. Was gilt?
- A) Der Tatbestand ist nicht erfüllt, weil ein blauer Fleck zu geringfügig ist
- B) Du bist strafbar, weil Wachpersonen niemanden gegen seinen Willen anfassen dürfen
- C) Strafbar wärst du nur, wenn der Gast einen Arzt aufsucht
- D) Der Tatbestand ist erfüllt, du kannst aber durch Notwehr gerechtfertigt sein
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Richtig: D. Ein schmerzhafter Griff mit Hämatom ist eine Körperverletzung im Sinne des Tatbestands. Weil der Gast das Hausrecht angreift, kann das mildeste wirksame Mittel durch Notwehr gerechtfertigt sein.
Welche Aussagen zu §223 StGB treffen zu?
- A) Der Versuch ist strafbar
- B) Die Tat ist ein Verbrechen
- C) Die Antragsfrist beträgt drei Monate
- D) Nur ein Schaden, den ein Arzt behandeln muss, zählt als Gesundheitsschädigung
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Richtig: A und C. §223 Abs. 2 erklärt den Versuch für strafbar, und für den Strafantrag gilt die Frist von drei Monaten. Die Tat ist ein Vergehen, und eine ärztliche Behandlung ist keine Voraussetzung.
Ein Gast hat dich am Einlass beleidigt und steht jetzt draußen auf dem Gehweg. Du stößt ihn, sodass er hinfällt. Bist du gerechtfertigt?
- A) Ja, durch Notwehr gegen die vorangegangene Beleidigung
- B) Nein, der Stoß wehrt keinen gegenwärtigen Angriff mehr ab
- C) Ja, durch das übertragene Hausrecht des Betreibers vor der Tür
- D) Ja, weil die vorläufige Festnahme den Stoß erlaubt
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Richtig: B. Der Stoß wehrt keinen gegenwärtigen Angriff ab, sondern ist eine Reaktion auf die Beleidigung. Das Hausrecht ist auch nicht mehr betroffen, weil der Gast draußen steht. Es bleibt eine strafbare Körperverletzung.
Zum Thema Körperverletzung (§223 StGB) →
Gefährliche Körperverletzung (§224 StGB)
Welche Begehungsweisen nennt §224 Abs. 1 StGB?
- A) Mittels eines hinterlistigen Überfalls
- B) Durch Verlust eines wichtigen Körperglieds
- C) Mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich
- D) Durch eine Beleidigung mittels Tätlichkeit
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Richtig: A und C. Hinterlistiger Überfall und gemeinschaftliche Begehung sind Nummer 3 und 4 des §224. Der Verlust eines Körperglieds ist eine Folge im Sinne der schweren Körperverletzung nach §226.
Ist die gefährliche Körperverletzung ein Verbrechen?
- A) Ja, weil die Höchststrafe immerhin zehn Jahre beträgt
- B) Ja, weil der Versuch strafbar ist
- C) Nein, weil die Mindeststrafe unter einem Jahr liegt
- D) Nein, weil sie nur auf Antrag verfolgt wird
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Richtig: C. Verbrechen sind Taten mit einer Mindeststrafe von einem Jahr. §224 beginnt bei sechs Monaten und ist deshalb ein Vergehen. Auf die Höchststrafe kommt es nicht an, und ein Antragsdelikt ist §224 auch nicht.
Wann ist eine Taschenlampe ein gefährliches Werkzeug im Sinne von §224 Abs. 1 Nr. 2 StGB?
- A) Wenn sie so eingesetzt wird, dass sie erheblich verletzen kann
- B) Immer schon dann, wenn sie aus Metall besteht und schwer ist
- C) Nur wenn sie im Waffengesetz ausdrücklich als Waffe eingestuft ist
- D) Nie, weil sie ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand ist
Lösung anzeigen
Richtig: A. Entscheidend sind Beschaffenheit und Art der Verwendung im konkreten Fall. Ein Schlag mit einer schweren Lampe gegen den Kopf macht sie zum gefährlichen Werkzeug, das bloße Mitführen nicht.
Zwei Wachpersonen bringen einen Gast zu Boden. Als er sich nicht mehr wehrt, hält A ihn fest und B schlägt zu. Welche Nummer des §224 kommt besonders in Betracht?
- A) Nr. 3, weil der Gast den Schlag nicht kommen sah
- B) Nr. 4, gemeinschaftlich mit einem Beteiligten
- C) Nr. 5, weil jeder Schlag lebensgefährlich ist
- D) Keine, weil nur einer von beiden zugeschlagen hat
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Richtig: B. Für Nummer 4 genügt es, dass ein zweiter Beteiligter am Tatort bewusst mitwirkt, etwa durch Festhalten. Der zweite muss nicht selbst schlagen.
Welche Aussagen zu §224 StGB treffen zu?
- A) Der Versuch ist strafbar
- B) Die Tat wird nur auf Strafantrag verfolgt
- C) Die Strafe beträgt sechs Monate bis zehn Jahre
- D) Ein Pfefferspray-Einsatz kann nie unter §224 fallen
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Richtig: A und C. §224 Abs. 2 macht den Versuch strafbar, der Regelstrafrahmen liegt bei sechs Monaten bis zehn Jahren. Ein Antrag ist nicht nötig, und Pfefferspray kann als gesundheitsschädlicher Stoff oder Werkzeug erfasst sein.
Ein Mann greift dich mit einem Messer an. Du setzt Pfefferspray ein, weil nichts Milderes sicher wirkt. Was gilt?
- A) Du bist strafbar, weil Pfefferspray im Dienst immer unzulässig ist
- B) Der Tatbestand kann erfüllt sein, aber Notwehr rechtfertigt dich
- C) Du bist nur gerechtfertigt, wenn vorher die Polizei dem Einsatz zugestimmt hat
- D) Notwehr scheidet aus, weil Wachpersonen im Dienst nur §127 StPO zusteht
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Richtig: B. Auch eine gefährliche Körperverletzung kann durch Notwehr gerechtfertigt sein, wenn das Mittel erforderlich ist. Wachpersonen haben dasselbe Notwehrrecht wie alle anderen.
Zum Thema Gefährliche Körperverletzung (§224 StGB) →
Schwere Körperverletzung (§226 StGB)
Welche Folgen nennt §226 Abs. 1 StGB?
- A) Verlust des Sehvermögens auf einem Auge
- B) Ein blaues Auge, das nach zwei Wochen verheilt ist
- C) Erhebliche dauernde Entstellung
- D) Eine Platzwunde, die genäht werden muss
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Richtig: A und C. §226 verlangt dauerhafte schwere Folgen wie den Verlust des Sehvermögens auf einem Auge oder eine erhebliche dauernde Entstellung. Vorübergehende Verletzungen reichen nicht.
Welche innere Einstellung muss der Täter bei §226 Abs. 1 StGB zur schweren Folge haben?
- A) Er muss die Folge absichtlich herbeiführen
- B) Wenigstens Fahrlässigkeit hinsichtlich der Folge reicht
- C) Er muss die Folge sicher vorausgesehen haben
- D) Auf seine Einstellung zur Folge kommt es überhaupt nicht an
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Richtig: B. Nach §18 StGB genügt für die schwere Folge Fahrlässigkeit. Absicht oder Wissentlichkeit führen zu Absatz 2 mit einer Mindeststrafe von drei Jahren.
Welche Strafe sieht §226 Abs. 1 StGB vor?
- A) Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren
- B) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren
- D) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
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Richtig: A. Absatz 1 droht ein bis zehn Jahre an. Nicht unter drei Jahren gilt bei Absatz 2, sechs Monate bis zehn Jahre bei der gefährlichen Körperverletzung.
Ein Opfer ist nach einem Schlag auf einem Ohr dauerhaft taub, auf dem anderen hört es normal. Liegt der Verlust des Gehörs im Sinne von §226 vor?
- A) Ja, weil ein Ohr wie ein Auge ausreicht
- B) Ja, wenn das Opfer beruflich besonders auf sein Gehör angewiesen ist
- C) Nach herrschender Ansicht nein, gemeint ist das ganze Hörvermögen
- D) Nein, weil der Verlust des Gehörs in §226 überhaupt nicht genannt ist
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Richtig: C. Beim Sehvermögen nennt das Gesetz ausdrücklich ein Auge, beim Gehör nicht. Nach herrschender Ansicht reicht die einseitige Taubheit deshalb nicht.
Welche Aussagen zur schweren Körperverletzung treffen zu?
- A) Sie ist ein Verbrechen
- B) Sie wird nur auf Antrag verfolgt
- C) Sie setzt eine vorsätzliche Körperverletzung als Grundlage voraus
- D) Sie verlangt immer den Einsatz einer Waffe
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Richtig: A und C. Mit einer Mindeststrafe von einem Jahr ist §226 ein Verbrechen. Grundlage ist eine vorsätzliche Körperverletzung. Ein Antrag ist nicht nötig, und eine Waffe gehört zu §224, nicht zu §226.
Ein Gast verliert nach einem Faustschlag einen Zeigefinger nicht, kann ihn aber wegen einer Sehnenverletzung dauerhaft nicht mehr bewegen. Was gilt?
- A) §226 scheidet aus, weil der Finger körperlich noch vorhanden ist
- B) §226 kann vorliegen, das Glied ist dauernd unbrauchbar
- C) §226 liegt nur vor, wenn die ganze Hand dauerhaft betroffen ist
- D) Es liegt nur eine fahrlässige Körperverletzung vor
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Richtig: B. §226 Abs. 1 Nr. 2 erfasst auch den Fall, dass ein wichtiges Glied dauernd nicht mehr gebraucht werden kann. Ein Zeigefinger kann nach der Rechtsprechung ein wichtiges Glied sein.
Zum Thema Schwere Körperverletzung (§226 StGB) →
Fahrlässige Körperverletzung (§229 StGB)
Was gehört zur Fahrlässigkeit im Strafrecht?
- A) Eine Verletzung der Sorgfaltspflicht
- B) Der Wille, den anderen zu verletzen
- C) Die Vorhersehbarkeit des Erfolgs
- D) Ein Strafantrag des Verletzten
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Richtig: A und C. Fahrlässig handelt, wer die gebotene Sorgfalt verletzt und dadurch einen vorhersehbaren Erfolg verursacht. Ein Verletzungswille wäre Vorsatz, der Strafantrag ist nur Verfolgungsvoraussetzung.
Welche Strafe droht bei fahrlässiger Körperverletzung?
- A) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- D) Nur Geldstrafe, weil kein Vorsatz vorliegt
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Richtig: A. §229 droht bis zu drei Jahre oder Geldstrafe an. Bis zu fünf Jahre gelten bei der vorsätzlichen Körperverletzung nach §223.
Eine Wachperson erkennt, dass ihr Schließen des Rolltors jemanden treffen könnte, vertraut aber ernsthaft darauf, dass die Person rechtzeitig weggeht. Wie nennt man diese Einstellung?
- A) Direkter Vorsatz zweiten Grades
- B) Bedingter Vorsatz, auch Eventualvorsatz
- C) Absicht als stärkste Vorsatzform
- D) Bewusste Fahrlässigkeit
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Richtig: D. Wer die Gefahr erkennt, aber ernsthaft darauf vertraut, dass nichts passiert, handelt bewusst fahrlässig. Beim bedingten Vorsatz nimmt der Täter die Verletzung dagegen in Kauf.
Welche Aussagen zu §229 StGB treffen zu?
- A) Der Versuch einer fahrlässigen Körperverletzung ist strafbar
- B) Die Tat wird auf Antrag oder bei besonderem öffentlichen Interesse verfolgt
- C) Sorgfaltspflichten können sich aus der Dienstanweisung ergeben
- D) Fahrlässigkeit setzt immer voraus, dass der Täter an die Gefahr gedacht hat
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Richtig: B und C. §230 gilt auch für §229, und Sorgfaltspflichten ergeben sich unter anderem aus Dienstanweisungen. Einen fahrlässigen Versuch gibt es nicht, und bei unbewusster Fahrlässigkeit denkt der Täter gerade nicht an die Gefahr.
Du wehrst einen Angreifer in einer Menschenmenge mit Pfefferspray ab. Der Nebel trifft auch zwei unbeteiligte Gäste. Was gilt für die Verletzung der Gäste?
- A) Sie ist durch Notwehr gerechtfertigt, weil du dich verteidigt hast
- B) Notwehr deckt sie nicht, §229 kommt in Betracht
- C) Sie ist straflos, weil Pfefferspray ein erlaubtes Abwehrmittel ist
- D) Sie ist immer eine vorsätzliche gefährliche Körperverletzung
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Richtig: B. Notwehr rechtfertigt nur Eingriffe gegen den Angreifer. Für Unbeteiligte kommt §229 in Betracht, wenn ihre Verletzung vorhersehbar war.
Eine Radfahrerin wird von einer Schranke getroffen, die du ohne Blick auf den Monitor geschlossen hast. Später zeigt sich, dass du den Unfall auch bei sorgfältigem Hinsehen nicht hättest verhindern können, weil die Radfahrerin erst unter die schon fallende Schranke fuhr. Was gilt?
- A) §229 ist erfüllt, weil du vor dem Schließen nicht hingeschaut hast
- B) §229 entfällt mangels Zusammenhang mit dem Sorgfaltsverstoß
- C) Es liegt eine vorsätzliche Körperverletzung vor
- D) §229 ist erfüllt, sobald die Radfahrerin einen Strafantrag stellt
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Richtig: B. Für die Fahrlässigkeit muss die Verletzung gerade auf dem Sorgfaltsverstoß beruhen. Wäre sie auch bei sorgfältigem Verhalten eingetreten, fehlt dieser Zusammenhang. Der Strafantrag ändert an der Tat selbst nichts.
Zum Thema Fahrlässige Körperverletzung (§229 StGB) →
Unterlassene Hilfeleistung (§323c StGB)
In welchen Situationen besteht eine Hilfspflicht nach §323c StGB?
- A) Bei einem Unglücksfall
- B) Bei jeder geplanten Straftat, von der man erfährt
- C) Bei gemeiner Gefahr oder Not
- D) Nur bei Unfällen im Straßenverkehr
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Richtig: A und C. §323c nennt Unglücksfälle, gemeine Gefahr und gemeine Not. Für geplante Straftaten gilt die Anzeigepflicht nach §138 mit eigenem Katalog.
Welche Strafe droht bei unterlassener Hilfeleistung?
- A) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- B) Nur eine Geldbuße als Ordnungswidrigkeit
- C) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: C. §323c droht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe an. Bis zu fünf Jahre gelten zum Beispiel bei der Nichtanzeige geplanter Straftaten.
Eine Wachperson sieht, wie es im Lager brennt. Sie hat keinen Atemschutz. Was ist ihr mindestens zuzumuten?
- A) Allein in das verrauchte Lager zu laufen und nach Personen zu suchen
- B) Gar nichts, weil der Brand eine erhebliche eigene Gefahr darstellt
- C) Den Brand mit allen Mitteln zu löschen, auch wenn sie sich dabei verletzt
- D) Feuerwehr über 112 zu alarmieren und nach Alarmplan zu handeln
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Richtig: D. Eine erhebliche eigene Gefahr muss niemand eingehen. Der Notruf und die Maßnahmen nach Alarmplan sind aber ohne eigene Gefahr möglich und deshalb zumutbar.
Welche Aussagen zu §323c StGB treffen zu?
- A) Strafbar ist auch, wer Hilfeleistende behindert
- B) Strafbar ist nur, wer eine Garantenstellung hat
- C) Es kommt nicht darauf an, ob die Hilfe am Ende Erfolg gehabt hätte
- D) Der Versuch der unterlassenen Hilfeleistung ist strafbar
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Richtig: A und C. Absatz 2 erfasst das Behindern von Helfern, und für die Strafbarkeit reicht, dass Hilfe erforderlich war. §323c gilt für jedermann, und der Versuch ist nicht strafbar.
Ein Ladendieb, den du vorläufig festgenommen hast, bricht im Büro zusammen. Du wartest einfach auf die Polizei. Was gilt?
- A) Du haftest nur nach §323c, weil jeder helfen muss
- B) Aus deiner Obhut kann eine Garantenstellung folgen
- C) Du bist straflos, weil die Polizei gleich kommt
- D) Du darfst nicht helfen, weil du ihn sonst loslassen musst
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Richtig: B. Wer einen Menschen festhält, übernimmt Verantwortung für ihn. Aus dieser Obhut kann eine Garantenstellung folgen, sodass du für Folgen des Nichtstuns als Unterlassungstäter haften kannst.
Am Unfallort ist der Rettungsdienst bereits eingetroffen und versorgt den Verletzten. Musst du trotzdem selbst Erste Hilfe leisten?
- A) Nein, solange schon ausreichend geholfen wird
- B) Ja, weil die Hilfspflicht für alle Anwesenden immer gilt
- C) Ja, aber nur wenn du einen Erste-Hilfe-Kurs hast
- D) Nein, weil Wachpersonen nie zur Hilfe verpflichtet sind
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Richtig: A. Hilfe muss erforderlich sein. Wird bereits ausreichend und fachkundig geholfen, besteht keine Pflicht, sich zusätzlich einzumischen. Behindern darfst du die Helfer aber nicht.
Zum Thema Unterlassene Hilfeleistung (§323c StGB) →
Freiheitsberaubung (§239 StGB)
Wodurch kann eine Freiheitsberaubung nach §239 StGB begangen werden?
- A) Durch Einsperren in einem Raum
- B) Durch eine Beleidigung am Einlass
- C) Durch Festhalten oder Fesseln
- D) Durch die Verweigerung des Einlasses in eine Diskothek
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Richtig: A und C. §239 erfasst das Einsperren und jede andere Art, jemandem die Fortbewegungsfreiheit zu nehmen, etwa durch Festhalten. Wer nicht hereingelassen wird, kann weiterhin gehen, wohin er will.
Ein Gast stört in einem Café. Der Betreiber hat dir das Hausrecht übertragen. Darfst du den Gast aufgrund des Hausrechts festhalten, bis die Polizei kommt?
- A) Ja, das Hausrecht erlaubt jedes Mittel, das zur Durchsetzung nötig ist
- B) Ja, wenn der Betreiber es dir vorher ausdrücklich so angeordnet hat
- C) Nein, das Hausrecht erlaubt nur das Hinausweisen
- D) Ja, aber höchstens zwölf Stunden
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Richtig: C. Das Hausrecht dient dazu, jemanden zum Gehen zu bringen. Festhalten ist nur aus anderen Gründen erlaubt, etwa nach §127 StPO bei einer Straftat auf frischer Tat. Die zwölf Stunden betreffen die polizeiliche Identitätsfeststellung.
Welche Strafe droht bei einer einfachen Freiheitsberaubung nach §239 Abs. 1 StGB?
- A) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren
- D) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: A. Der Grundtatbestand droht bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe an. Ein bis zehn Jahre gelten bei mehr als einer Woche Dauer oder schwerer Gesundheitsschädigung.
Du schließt nach Schichtende das Lager ab, ohne zu wissen, dass ein Reinigungsmitarbeiter noch drin ist. Am nächsten Morgen wird er gefunden. Was gilt für dich nach §239?
- A) Freiheitsberaubung, weil der Mitarbeiter eingesperrt war
- B) Freiheitsberaubung durch Unterlassen, weil du nicht kontrolliert hast
- C) Fahrlässige Freiheitsberaubung mit milderer Strafe
- D) Keine Strafbarkeit, weil §239 Vorsatz verlangt
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Richtig: D. §239 setzt Vorsatz voraus, eine fahrlässige Freiheitsberaubung gibt es nicht. Wusstest du dagegen von ihm oder hast du ihn später gehört und nicht befreit, sieht es anders aus.
Wann ist das Festhalten eines Ladendiebs durch den Ladendetektiv gerechtfertigt?
- A) Wenn er auf frischer Tat betroffen ist und fluchtverdächtig ist
- B) Immer, solange der Detektiv sich unsicher ist, ob ein Diebstahl vorliegt
- C) Wenn er sich nicht ausweisen kann und auf frischer Tat betroffen ist
- D) Bis er freiwillig ein Schuldanerkenntnis unterschreibt
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Richtig: A und C. §127 Abs. 1 StPO verlangt die frische Tat und einen Festnahmegrund, also Fluchtverdacht oder fehlende Identitätsfeststellung. Festhalten, um eine Unterschrift zu erzwingen, ist nicht gedeckt.
Eine Wachperson sperrt einen Fan, der in den Backstagebereich eingedrungen ist, bis zum Ende des Konzerts in einen Container, ohne die Polizei zu rufen. Wie ist das zu bewerten?
- A) Gerechtfertigt, weil der Fan einen Hausfriedensbruch begangen hat
- B) Gerechtfertigt durch das übertragene Hausrecht des Veranstalters
- C) Freiheitsberaubung, nicht durch §127 StPO gedeckt
- D) Nur eine Ordnungswidrigkeit, weil niemand verletzt wurde
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Richtig: C. §127 StPO erlaubt das Festhalten nur zur Sicherung bis zur Übergabe an die Polizei. Ein Einsperren zur Strafe ist davon nicht gedeckt, und das Hausrecht erlaubt kein Festhalten.
Zum Thema Freiheitsberaubung (§239 StGB) →
Nötigung (§240 StGB)
Welche Nötigungsmittel nennt §240 StGB?
- A) Gewalt
- B) Täuschung über Tatsachen
- C) Drohung mit einem empfindlichen Übel
- D) Beleidigung
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Richtig: A und C. §240 nennt genau zwei Mittel: Gewalt und Drohung mit einem empfindlichen Übel. Täuschung gehört zum Betrug, Beleidigung ist ein eigenes Delikt.
Wann ist eine Nötigung nach §240 Abs. 2 StGB rechtswidrig?
- A) Immer, wenn Gewalt angewendet wird
- B) Nur wenn das Opfer verletzt wird
- C) Wenn sie innerhalb eines Objekts mit Hausrecht geschieht
- D) Wenn das Mittel zum Zweck als verwerflich anzusehen ist
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Richtig: D. Absatz 2 knüpft die Rechtswidrigkeit an die Verwerflichkeit der Zweck-Mittel-Relation. Gewalt allein reicht nicht, wenn sie etwa durch Notwehr gerechtfertigt ist, und eine Verletzung ist nicht nötig.
Am Einlass sagst du: Taschenkontrolle oder kein Einlass. Ist das eine strafbare Nötigung?
- A) Ja, weil der Gast dadurch unter erheblichen Druck gesetzt wird
- B) Nein, der Gast hat keinen Anspruch auf Einlass ohne Kontrolle
- C) Ja, wenn der Gast danach wieder nach Hause fährt
- D) Nein, aber nur bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern
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Richtig: B. Der Veranstalter darf den Einlass an Bedingungen knüpfen. Wer die Kontrolle ablehnt, hat keinen Anspruch auf Einlass ohne Kontrolle, und die Weigerung, ihn hereinzulassen, ist kein verwerflicher Zwang.
Ein Kollege nimmt einem Gast das Handy weg und gibt es erst zurück, als der Gast sein Video vom Einsatz gelöscht hat. Was liegt in aller Regel vor?
- A) Eine erlaubte Maßnahme aus dem Hausrecht
- B) Eine Nötigung durch Gewalt und Drohung
- C) Eine Ordnungswidrigkeit des Gastes, gegen die man einschreiten darf
- D) Eine zulässige Sicherstellung eines Beweismittels
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Richtig: B. Wegnehmen und Zurückhalten des Handys zwingen den Gast zum Löschen. Ein Recht dazu hat die Wachperson nicht, Sicherstellungen sind Sache der Polizei. Es liegt regelmäßig eine Nötigung vor.
Welche Aussagen zu §240 StGB treffen zu?
- A) Der Versuch ist strafbar
- B) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt
- C) Die Strafe beträgt bis zu drei Jahre oder Geldstrafe
- D) Eine Drohung ist nur strafbar, wenn mit Gewalt gedroht wird
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Richtig: A und C. §240 Abs. 3 macht den Versuch strafbar, der Strafrahmen liegt bei bis zu drei Jahren. Die Nötigung ist kein Antragsdelikt, und auch andere empfindliche Übel als Gewalt reichen.
Ein Randalierer will trotz Hausverbot nicht gehen. Du führst ihn mit einem Haltegriff hinaus. Wie ist das zu bewerten?
- A) Strafbare Nötigung, weil du Gewalt anwendest
- B) Strafbare Nötigung, weil nur die Polizei Gewalt anwenden darf
- C) Tatbestand möglich, aber durch Notwehr gerechtfertigt
- D) Freiheitsberaubung, weil du ihn festhältst
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Richtig: C. Wer trotz Aufforderung bleibt, greift das Hausrecht an. Das Hinausführen mit dem mildesten wirksamen Mittel ist durch Notwehr gerechtfertigt. Weil er hinaus und nicht am Gehen gehindert wird, liegt auch keine Freiheitsberaubung vor.
Zum Thema Nötigung (§240 StGB) →
Bedrohung (§241 StGB)
Welche Äußerungen können eine Bedrohung nach §241 Abs. 1 StGB sein?
- A) "Ich schlag dir gleich ins Gesicht."
- B) "Ich zeig dich bei der Polizei an."
- C) "Ich sperr dich hier im Lager ein."
- D) "Ich erzähl allen, dass du ein Lügner bist."
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Richtig: A und C. Absatz 1 erfasst die Drohung mit Taten gegen Körper, Freiheit, sexuelle Selbstbestimmung oder Sachen von bedeutendem Wert. Eine Anzeige ist keine rechtswidrige Tat, und die Drohung mit einer Beleidigung ist nicht erfasst.
Welcher Strafrahmen gilt für die Drohung mit einem Verbrechen, die nicht öffentlich ausgesprochen wird?
- A) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren ohne Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: B. §241 Abs. 2 StGB sieht bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe vor. Bis zu drei Jahre gelten erst, wenn die Drohung öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts erfolgt.
Ein abgewiesener Gast sagt zum Türsteher: "Wenn du mich nicht reinlässt, stech ich dich ab." Was kommt in Betracht?
- A) Nur eine Beleidigung nach §185 StGB, weil die Äußerung ehrverletzend ist
- B) Eine Nötigung, weil er den Einlass erzwingen will
- C) Eine Bedrohung, weil er mit einem Verbrechen droht
- D) Keine Straftat, solange er kein Messer zeigt
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Richtig: B und C. Der Gast will ein Verhalten erzwingen, das ist Nötigung. Zugleich droht er mit einem Tötungsdelikt, also einem Verbrechen. Ein Messer muss er dafür nicht zeigen.
Muss der Täter die angedrohte Tat wirklich begehen wollen?
- A) Ja, sonst fehlt der Vorsatz zur Bedrohung
- B) Nein, aber der Bedrohte muss tatsächlich Angst bekommen haben
- C) Ja, sonst liegt nur eine Ordnungswidrigkeit vor
- D) Nein, es reicht, dass die Drohung ernst gemeint wirken soll
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Richtig: D. Für §241 StGB kommt es nur darauf an, dass die Drohung ernst gemeint erscheinen soll. Ob der Täter sie umsetzen will und ob der Bedrohte wirklich Angst hat, ist unerheblich.
Ein Gast ruft dir beim Gehen zu: "Nach Feierabend krieg ich dich." Was ist richtig?
- A) Du darfst ihn in Notwehr zu Boden bringen, weil die Drohung ein gegenwärtiger Angriff ist
- B) Du notierst Wortlaut, Uhrzeit und Zeugen und erstattest Anzeige
- C) Du darfst ihn festhalten, bis er die Drohung zurücknimmt
- D) Du darfst ihm zurückdrohen, weil er angefangen hat
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Richtig: B. Eine Drohung für später ist kein gegenwärtiger Angriff, Notwehr scheidet aus. Wer selbst zurückdroht, kann sich ebenfalls nach §241 StGB strafbar machen.
Was führt bei §241 StGB zu einem höheren Strafrahmen?
- A) Der Bedrohte ist eine Wachperson im Dienst
- B) Die Drohung wird zweimal hintereinander ausgesprochen
- C) Die Drohung wird in einem öffentlichen Social-Media-Beitrag verbreitet
- D) Der Täter ist bei der Drohung alkoholisiert
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Richtig: C. Nach Absatz 4 steigt der Strafrahmen, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts begangen wird. Einen Sonderschutz für Wachpersonen gibt es in §241 StGB nicht.
Zum Thema Bedrohung (§241 StGB) →
Diebstahl (§242 StGB)
Was versteht man beim Diebstahl unter Wegnahme?
- A) Das Erlangen des Eigentums an einer fremden Sache gegen den Willen des Eigentümers
- B) Das heimliche Entfernen einer Sache aus dem Blickfeld des Berechtigten
- C) Den Bruch fremden und die Begründung neuen Gewahrsams
- D) Jede Veränderung des Aufbewahrungsorts einer fremden Sache
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Richtig: C. Wegnahme ist Bruch fremden und Begründung neuen, nicht notwendig tätereigenen Gewahrsams. Eigentum erlangt der Dieb gerade nicht, und Heimlichkeit ist nicht erforderlich.
Ein Kunde steckt einen Lippenstift in seine Hosentasche. Der Ladendetektiv beobachtet das. Was gilt?
- A) Der Diebstahl ist erst an der Kasse vollendet
- B) Der Diebstahl ist schon mit dem Einstecken vollendet
- C) Es liegt kein Diebstahl vor, weil der Detektiv zusieht
- D) Die Beobachtung durch den Detektiv steht der Vollendung nicht entgegen
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Richtig: B und D. Mit dem Einstecken kleiner Ware in die eigene Kleidung entsteht neuer Gewahrsam, der Diebstahl ist vollendet. Diebstahl setzt keine Heimlichkeit voraus, die Beobachtung ändert daran nichts.
Ein Mitarbeiter nimmt das Fahrrad eines Kollegen ohne zu fragen für eine Fahrt zum Bäcker und stellt es danach zurück. Was kommt in Betracht?
- A) Diebstahl nach §242 StGB, weil er das Rad weggenommen hat
- B) Unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs nach §248b StGB
- C) Unterschlagung nach §246 StGB, weil er das Rad benutzt hat
- D) Keine Straftat, weil Fahrräder keine Fahrzeuge sind
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Richtig: B. Wer eine Sache nur vorübergehend benutzen und zurückgeben will, hat keine Zueignungsabsicht. Für Kraftfahrzeuge und Fahrräder erfasst §248b StGB aber den unbefugten Gebrauch.
Welche Aussagen zu §242 StGB sind richtig?
- A) Der Versuch des Diebstahls ist strafbar
- B) Diebstahl ist stets ein Antragsdelikt
- C) Diebstahl wird grundsätzlich von Amts wegen verfolgt
- D) Diebstahl setzt voraus, dass der Täter den Eigentümer täuscht
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Richtig: A und C. Nach §242 Abs. 2 StGB ist der Versuch strafbar, und der Diebstahl ist grundsätzlich ein Offizialdelikt. Ein Antrag ist nur in Sonderfällen wie §247 und §248a StGB nötig. Täuschung gehört zum Betrug.
Jemand zapft auf einem Firmengelände heimlich Strom für sein Wohnmobil ab. Was gilt?
- A) Diebstahl, weil Strom eine bewegliche Sache ist
- B) Unterschlagung, weil der Strom ihm nicht anvertraut war
- C) Strom ist keine Sache, in Betracht kommt §248c StGB
- D) Sachbeschädigung, weil das Stromnetz belastet wird
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Richtig: C. Strom ist kein körperlicher Gegenstand und damit keine Sache im Sinne des §242 StGB. Für das Abzapfen gibt es mit der Entziehung elektrischer Energie nach §248c StGB eine eigene Vorschrift.
Warum ist der Unterschied zwischen Vollendung und Beendigung des Diebstahls für Wachpersonen wichtig?
- A) Weil nach der Beendigung noch eine Festnahme nach §127 StPO ohne frische Tat zulässig ist
- B) Weil während der Flucht mit der Beute der Angriff auf das Eigentum noch andauert
- C) Weil der Diebstahl erst mit der Beendigung strafbar wird
- D) Weil nach der Vollendung kein Strafantrag mehr gestellt werden kann
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Richtig: B. Bis der Täter die Beute gesichert hat, dauert der Angriff an. In dieser Phase ist Notwehr möglich, und Gewalt zum Erhalt der Beute führt zum räuberischen Diebstahl. Strafbar ist der Diebstahl schon mit der Vollendung.
Zum Thema Diebstahl (§242 StGB) →
Besonders schwerer Fall des Diebstahls (§243 StGB)
Was ist §243 StGB rechtlich?
- A) Ein eigener Straftatbestand neben dem Diebstahl
- B) Eine Strafzumessungsregel mit Regelbeispielen
- C) Ein Rechtfertigungsgrund für den Eigentümer
- D) Eine Vorschrift über den Strafantrag beim Diebstahl
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Richtig: B. §243 StGB setzt einen Diebstahl nach §242 voraus und erhöht nur den Strafrahmen. Die Regelbeispiele zeigen, wann ein besonders schwerer Fall in der Regel vorliegt.
Welcher Strafrahmen gilt für einen besonders schweren Fall des Diebstahls?
- A) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
- C) Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren
- D) Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren
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Richtig: D. §243 Abs. 1 StGB sieht drei Monate bis zehn Jahre vor. Sechs Monate bis zehn Jahre gelten für den Diebstahl mit Waffen und den Bandendiebstahl nach §244 StGB.
Welche Fälle sind Regelbeispiele nach §243 Abs. 1 Nr. 1 StGB?
- A) Ein Täter steigt nachts über den Zaun eines Firmengeländes und stiehlt Werkzeug
- B) Ein Täter lässt sich im Kaufhaus einschließen und stiehlt nach Ladenschluss
- C) Ein Täter steckt im geöffneten Laden eine Uhr aus dem offenen Regal ein
- D) Ein Täter nimmt einem Kollegen in der Pause das Handy vom Tisch
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Richtig: A und B. Einsteigen in einen umschlossenen Raum und das Verbergen im Raum sind Fälle der Nr. 1. Wer im geöffneten Laden oder offen vom Tisch etwas nimmt, überwindet keine Sicherung.
Ein Täter bricht einen Baucontainer auf und nimmt nur eine Rolle Klebeband im Wert von drei Euro mit, mehr wollte er nicht. Was gilt?
- A) Besonders schwerer Fall nach §243 Abs. 1 Nr. 1, weil er eingebrochen ist
- B) Diebstahl mit Waffen nach §244, weil er Werkzeug benutzt hat
- C) Kein besonders schwerer Fall wegen Geringwertigkeit, es bleibt bei §242
- D) Gar keine Straftat, weil der Schaden unter zehn Euro liegt
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Richtig: C. Nach §243 Abs. 2 StGB entfällt der besonders schwere Fall bei Nr. 1 bis 6, wenn sich die Tat auf eine geringwertige Sache bezieht. Der einfache Diebstahl bleibt strafbar, verfolgt wird nach §248a StGB.
Ein Täter öffnet eine Bürotür mit einem Originalschlüssel, den er zuvor einem Mitarbeiter gestohlen hat. Was ist richtig?
- A) Kein Regelbeispiel, weil ein echter Schlüssel nie ein falscher Schlüssel sein kann
- B) Ein Einbruch, weil der Täter das Schloss gegen den Willen des Berechtigten überwunden hat
- C) Ein Diebstahl mit Waffen nach §244 StGB, weil der Schlüssel als Werkzeug dient
- D) Ein falscher Schlüssel, weil der Berechtigte ihn nicht zum Öffnen bestimmt hat
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Richtig: D. Falsch ist jeder Schlüssel, der vom Berechtigten nicht zum Öffnen durch den Täter bestimmt ist. Auch ein gestohlener Originalschlüssel gehört dazu.
Für welche Regelbeispiele gilt der Ausschluss wegen Geringwertigkeit nach §243 Abs. 2 StGB nicht?
- A) Für das Einbrechen in einen verschlossenen Geschäftsraum nach Nr. 1
- B) Für den Diebstahl erlaubnispflichtiger Schusswaffen nach Nr. 7
- C) Für den gewerbsmäßigen Diebstahl nach Nr. 3
- D) Für den Diebstahl aus einem verschlossenen Behältnis nach Nr. 2
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Richtig: B. Absatz 2 nennt nur die Nummern 1 bis 6. Beim Diebstahl von Waffen und Sprengstoff nach Nr. 7 kommt es auf den Wert nicht an.
Zum Thema Besonders schwerer Fall des Diebstahls (§243 StGB) →
Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruch (§244 StGB)
Ein Einbrecher hat ein Klappmesser in der Hosentasche, benutzt es aber nicht und will es auch nicht benutzen. Was gilt?
- A) Es liegt nur ein einfacher Diebstahl vor, weil er das Messer nicht einsetzen wollte
- B) Es liegt Raub vor, weil er bewaffnet war
- C) Er erfüllt §244 Abs. 1 Nr. 1a, weil das Beisichführen genügt
- D) Es kommt darauf an, ob das Messer nach dem WaffG verboten ist
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Richtig: C. Bei Nr. 1a reicht es, dass der Täter die Waffe oder das gefährliche Werkzeug bei der Tat griffbereit bei sich hat. Ein Einsatz oder eine Verwendungsabsicht ist nicht nötig. Raub verlangt Gewalt oder Drohung gegen eine Person.
Eine Wachperson trägt im Dienst einen Einsatzstock und steckt im Objekt ein fremdes Handy ein. Welche Aussagen sind richtig?
- A) Es liegt ein Diebstahl mit Waffen nach §244 StGB vor
- B) Berufswaffenträger sind von §244 Abs. 1 Nr. 1a ausgenommen
- C) Die Tat kann die gewerberechtliche Zuverlässigkeit gefährden
- D) Es liegt nur eine Unterschlagung vor, weil sie im Dienst war
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Richtig: A und C. Die Rechtsprechung macht für Personen, die eine Waffe beruflich tragen, keine Ausnahme. Eine solche Verurteilung kann außerdem die Zuverlässigkeit nach dem Gewerberecht entfallen lassen.
Wie viele Personen braucht eine Bande im Sinne von §244 Abs. 1 Nr. 2 StGB nach der Rechtsprechung mindestens?
- A) Zwei Personen, die sich fest abgesprochen haben
- B) Drei Personen
- C) Vier Personen mit fester Rangordnung
- D) Fünf Personen
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Richtig: B. Eine Bande setzt mindestens drei Personen voraus, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl verbunden haben. Zwei Mittäter sind noch keine Bande.
Ein Täter hebelt die Terrassentür eines bewohnten Einfamilienhauses auf und stiehlt Schmuck. Was ist richtig?
- A) Es ist ein Wohnungseinbruchdiebstahl in eine dauerhaft genutzte Privatwohnung
- B) Es ist nur ein besonders schwerer Fall nach §243 Abs. 1 Nr. 1 StGB
- C) Die Tat ist ein Verbrechen, weil die Mindeststrafe ein Jahr beträgt
- D) Die Tat ist ein Vergehen, weil keine Gewalt gegen Personen ausgeübt wurde
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Richtig: A und C. Der Einbruch in eine dauerhaft genutzte Privatwohnung fällt unter §244 Abs. 4 StGB mit einem bis zehn Jahren. Wegen der Mindeststrafe von einem Jahr ist es ein Verbrechen.
Ein Täter nimmt beim Einbruch in ein Lager Kabelbinder mit, um einen überraschenden Wachmann notfalls zu fesseln. Welche Variante kommt in Betracht?
- A) §244 Abs. 1 Nr. 1a, weil Kabelbinder gefährliche Werkzeuge sind
- B) §244 Abs. 1 Nr. 3, weil ein Lager einer Wohnung gleichsteht
- C) §244 Abs. 1 Nr. 1b, weil er sie zum Brechen von Widerstand mitführt
- D) §243 Abs. 1 Nr. 7, weil es um Gegenstände zur Gewaltanwendung gegen Personen geht
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Richtig: C. Kabelbinder sind nicht von sich aus gefährlich. Weil der Täter sie aber mitführt, um Widerstand mit Gewalt zu verhindern, greift Nr. 1b. Ein Lager ist keine Wohnung.
Worin unterscheidet sich §244 Abs. 1 Nr. 1a StGB vom schweren Raub?
- A) Beim §244 wird die Waffe nur mitgeführt und nicht gegen eine Person eingesetzt
- B) Beim §244 muss die Waffe eine Schusswaffe sein
- C) Beim schweren Raub reicht ein Messer im Rucksack, auch ohne Gewalt oder Drohung gegen eine Person
- D) Beim §244 ist der Versuch nicht strafbar
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Richtig: A. Wer die Waffe nur bei sich hat, begeht einen Diebstahl mit Waffen. Setzt er Gewalt gegen eine Person ein oder droht mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben, um wegzunehmen, wird es Raub. Der Versuch des §244 ist strafbar.
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Diebstahl geringwertiger Sachen (§248a StGB)
Was regelt §248a StGB?
- A) Dass der Diebstahl geringwertiger Sachen bis zu einem Wert von 50 Euro straflos bleibt
- B) Dass der Diebstahl geringwertiger Sachen nur noch als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld geahndet wird
- C) Dass Diebstahl geringwertiger Sachen grundsätzlich nur auf Antrag verfolgt wird
- D) Dass bei geringwertigen Sachen nur eine Geldstrafe verhängt werden darf
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Richtig: C. §248a StGB ist eine Verfahrensvoraussetzung. Die Tat bleibt eine Straftat, verfolgt wird sie auf Antrag oder bei besonderem öffentlichem Interesse.
Wann kann ein Diebstahl geringwertiger Sachen verfolgt werden?
- A) Wenn der Verletzte einen Strafantrag stellt
- B) Nur wenn der Täter schon einmal verurteilt wurde
- C) Wenn die Staatsanwaltschaft ein besonderes öffentliches Interesse bejaht
- D) Nur wenn der Täter volljährig ist
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Richtig: A und C. Es gibt zwei Wege: den Strafantrag des Verletzten oder das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung. Eine Vorstrafe oder Volljährigkeit ist keine Voraussetzung.
Wonach richtet sich, ob eine Sache geringwertig ist?
- A) Nach dem persönlichen Wert, den die Sache für den Eigentümer hat
- B) Nach dem objektiven Verkehrswert der Sache
- C) Nach dem Einkaufspreis, den der Händler bezahlt hat
- D) Nach einer im Gesetz festgelegten Grenze von 10 Euro
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Richtig: B. Maßgeblich ist der objektive Verkehrswert. Eine feste Grenze steht nicht im Gesetz, die Rechtsprechung zieht sie meist zwischen 25 und 50 Euro.
Ein Ladendieb steckt ein Feuerzeug für einen Euro ein. Als der Detektiv ihn anspricht, schlägt er ihn, um das Feuerzeug zu behalten. Was gilt?
- A) Wegen des geringen Werts wird nur auf Antrag verfolgt
- B) Es bleibt bei einem einfachen Diebstahl und einer Körperverletzung, die getrennt verfolgt werden
- C) Es liegt ein räuberischer Diebstahl vor, bei dem der Wert keine Rolle spielt
- D) Der Detektiv darf nicht festnehmen, weil die Sache geringwertig ist
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Richtig: C. Wer bei frischer Tat Gewalt anwendet, um die Beute zu behalten, begeht einen räuberischen Diebstahl nach §252 StGB. Dafür gilt §248a nicht.
Ein Kunde nimmt drei Rasierklingenpackungen zu je 18 Euro mit. Was ist richtig?
- A) Jede Packung ist für sich geringwertig, also gilt §248a
- B) Der Gesamtwert ist entscheidend und liegt über der üblichen Grenze
- C) Geringwertigkeit spielt bei Ladendiebstahl keine Rolle
- D) Die Tat wird mit Sicherheit nicht verfolgt, weil der Händler versichert ist
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Richtig: B. Bei mehreren Sachen kommt es auf den Gesamtwert an. 54 Euro liegen über der Grenze, die die Rechtsprechung meist zieht.
Welche Folgen hat ein Diebstahl geringwertiger Sachen für deine Rechte als Wachperson?
- A) Die vorläufige Festnahme bleibt möglich, wenn ihre Voraussetzungen vorliegen
- B) Das Festnahmerecht entfällt, weil kein Offizialdelikt vorliegt
- C) Du darfst den Strafantrag stets selbst im eigenen Namen stellen
- D) Du musst verhältnismäßig bleiben und darfst den Täter nicht gefährden
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Richtig: A und D. Auch der Diebstahl einer geringwertigen Sache ist eine Straftat, §127 StPO gilt. Antragsberechtigt ist aber der Verletzte, nicht die Wachperson im eigenen Namen.
Zum Thema Diebstahl geringwertiger Sachen (§248a StGB) →
Unterschlagung (§246 StGB)
Worin unterscheidet sich die Unterschlagung vom Diebstahl?
- A) Bei der Unterschlagung muss die Sache geringwertig sein
- B) Bei der Unterschlagung ist keine Wegnahme erforderlich
- C) Die Unterschlagung erfasst nur unbewegliche Sachen wie Grundstücke
- D) Bei der Unterschlagung muss der Täter den Eigentümer vorher getäuscht haben
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Richtig: B. Unterschlagung ist die rechtswidrige Zueignung einer fremden beweglichen Sache ohne Wegnahme. Der Täter hat die Sache meist schon in seiner Herrschaft.
Eine Wachperson findet im Objekt eine Geldbörse und behält das Bargeld. Was ist richtig?
- A) Verlorene Sachen sind herrenlos, deshalb liegt keine Straftat vor
- B) Es kommt eine Unterschlagung in Betracht
- C) Je nach Gewahrsamslage kann auch ein Diebstahl vorliegen
- D) Es liegt nur eine Ordnungswidrigkeit nach dem Fundrecht vor
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Richtig: B und C. Verlorene Sachen bleiben fremd. Wer sich das Geld zueignet, begeht eine Unterschlagung. Stand die Börse noch im Gewahrsam des Objektinhabers, kann es sogar Diebstahl sein.
Welcher Strafrahmen gilt, wenn die unterschlagene Sache dem Täter anvertraut war?
- A) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren
- C) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
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Richtig: C. §246 Abs. 2 StGB sieht für anvertraute Sachen bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe vor. Bis zu drei Jahre ist der Strafrahmen des Grundtatbestands.
Welche Gegenstände sind einer Wachperson typischerweise anvertraut?
- A) Das dienstliche Funkgerät
- B) Die Ware im Regal des bewachten Supermarkts
- C) Die Schlüssel zum Objekt, die ihr für den Dienst übergeben wurden
- D) Das private Auto eines Besuchers auf dem Parkplatz
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Richtig: A und C. Anvertraut ist, was der Täter mit der Pflicht zur Rückgabe oder zur zweckgebundenen Verwendung erhalten hat. Die Ware im Regal steht im Gewahrsam des Händlers, das Auto des Besuchers wurde der Wachperson nicht übergeben.
Ab wann eignet sich ein Finder eine Fundsache zu?
- A) Schon mit dem bloßen Aufheben der Sache
- B) Erst wenn er die Sache länger als sechs Monate behält
- C) Wenn er seinen Willen, sie als eigene zu behalten, nach außen erkennbar macht
- D) Erst wenn der Eigentümer Strafantrag gestellt hat
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Richtig: C. Die Zueignung setzt voraus, dass sich der Zueignungswille nach außen zeigt, etwa durch Verkauf, Leugnen oder Verstecken. Das bloße Aufheben, um die Sache abzugeben, ist keine Zueignung.
Was bedeutet es, dass die Unterschlagung subsidiär ist?
- A) Sie wird nur bestraft, wenn die Tat nicht nach einer anderen Vorschrift schwerer bestraft wird
- B) Sie ist immer ein Antragsdelikt
- C) Sie kann nur von Angestellten begangen werden
- D) Sie ist nur strafbar, wenn der Wert der Sache über der Grenze der Geringwertigkeit liegt und Antrag gestellt ist
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Richtig: A. Nach §246 Abs. 1 StGB tritt die Unterschlagung zurück, wenn die Tat in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist, etwa als Diebstahl oder Betrug.
Zum Thema Unterschlagung (§246 StGB) →
Raub (§249 StGB)
Welche Nötigungsmittel nennt §249 StGB?
- A) Gewalt gegen eine Person
- B) Gewalt gegen eine Sache
- C) Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben
- D) Drohung mit einem empfindlichen Übel jeder Art
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Richtig: A und C. Raub verlangt Gewalt gegen eine Person oder eine Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben. Gewalt gegen Sachen und die Drohung mit irgendeinem empfindlichen Übel reichen nur für andere Delikte.
Welche Mindeststrafe sieht §249 Abs. 1 StGB vor?
- A) Freiheitsstrafe von drei Monaten
- B) Freiheitsstrafe von sechs Monaten
- C) Freiheitsstrafe von einem Jahr
- D) Freiheitsstrafe von drei Jahren
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Richtig: C. Raub wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft und ist damit ein Verbrechen. Drei Jahre ist die Mindeststrafe des schweren Raubes nach §250 Abs. 1 StGB.
Ein Täter droht einem Kassierer: "Gib mir dein Handy, sonst zerkratze ich dein Auto." Der Kassierer legt das Handy hin, der Täter nimmt es. Liegt ein Raub vor?
- A) Ja, weil der Täter mit einem Übel gedroht und die Sache anschließend selbst weggenommen hat
- B) Nein, weil die Drohung nur eine Sache betrifft und nicht Leib oder Leben
- C) Ja, weil jede Drohung bei einer Wegnahme zum Raub führt
- D) Nein, weil ein Raub immer eine Waffe voraussetzt
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Richtig: B. Für den Raub muss die Drohung eine gegenwärtige Gefahr für Leib oder Leben betreffen. Die Drohung gegen das Auto erfüllt das nicht. In Betracht kommen Erpressung oder Nötigung.
Zwei Männer prügeln sich aus Eifersucht. Als einer bewusstlos ist, nimmt der andere spontan dessen Geldbörse. Was gilt?
- A) Raub, weil Gewalt und Wegnahme zusammentreffen
- B) Raub mit Todesfolge, weil das Opfer bewusstlos ist
- C) Kein Raub, weil die Gewalt nicht der Wegnahme diente
- D) Körperverletzung und Diebstahl kommen in Betracht
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Richtig: C und D. Beim Raub muss die Gewalt das Mittel zur Wegnahme sein. Hier entstand der Entschluss zur Wegnahme erst nach der Gewalt. Es bleiben Körperverletzung und Diebstahl.
Ein Täter bedroht eine Kassiererin mit einer täuschend echt aussehenden Spielzeugpistole und nimmt Geld aus der Kasse. Was ist richtig?
- A) Die Drohung reicht, weil die Kassiererin die Gefahr für echt halten soll
- B) Es liegt kein Raub vor, weil von der Spielzeugpistole keine echte Gefahr ausgeht
- C) Es liegt nur eine Nötigung vor, weil die Pistole nicht geladen sein kann
- D) Es liegt nur ein Diebstahl vor, weil die Kassiererin nicht verletzt wurde
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Richtig: A. Für die Drohung kommt es darauf an, dass das Opfer die Gefahr ernst nehmen soll. Ob die Waffe echt ist, ist dafür egal. Eine Scheinwaffe kann zudem unter §250 Abs. 1 Nr. 1b StGB fallen.
Wie solltest du dich bei einem bewaffneten Überfall auf dein Objekt verhalten?
- A) Den Täter bei erster Gelegenheit entwaffnen, weil dir gegen ihn Notwehr zusteht
- B) Keine Gegenwehr leisten und auf Merkmale von Tätern und Fluchtweg achten
- C) Den Täter verfolgen, damit die Beute nicht verloren geht
- D) Die Kasse verschließen, damit der Täter nichts mitnehmen kann
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Richtig: B. Leben und Gesundheit gehen vor Sachwerten. Gegen bewaffnete Täter leistest du keinen Widerstand, sondern merkst dir Tätermerkmale und Fluchtrichtung und alarmierst, sobald es gefahrlos möglich ist.
Räuberischer Diebstahl (§252 StGB)
Welche Voraussetzungen hat der räuberische Diebstahl nach §252 StGB?
- A) Der Täter wird bei einem Diebstahl auf frischer Tat betroffen
- B) Der Täter muss eine Waffe bei sich führen
- C) Er wendet Gewalt an, um sich im Besitz der Beute zu erhalten
- D) Der Wert der Beute muss über der Geringwertigkeitsgrenze liegen
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Richtig: A und C. §252 StGB verlangt, dass der Täter auf frischer Tat betroffen wird und Gewalt oder eine qualifizierte Drohung einsetzt, um die Beute zu behalten. Eine Waffe ist nicht nötig, und auf den Wert kommt es nicht an.
Wie wird der räuberische Diebstahl bestraft?
- A) Wie ein einfacher Diebstahl, aber ohne Geldstrafe
- B) Wie ein besonders schwerer Fall des Diebstahls nach §243
- C) Gleich einem Räuber, also mit mindestens einem Jahr
- D) Wie eine Körperverletzung zusammen mit einem Diebstahl
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Richtig: C. Der Täter ist gleich einem Räuber zu bestrafen. Damit gilt die Mindeststrafe von einem Jahr, und die Tat ist ein Verbrechen.
Ein Ladendieb wird angesprochen, wirft die Ware weg und stößt den Detektiv zur Seite, um zu fliehen. Was liegt vor?
- A) Räuberischer Diebstahl, weil er Gewalt bei frischer Tat angewendet hat
- B) Raub, weil Gewalt und Diebstahl zusammentreffen
- C) Diebstahl und Körperverletzung, aber kein räuberischer Diebstahl
- D) Nur eine Nötigung, weil der Diebstahl durch das Wegwerfen entfällt
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Richtig: C. Für §252 StGB muss der Täter die Gewalt einsetzen, um die Beute zu behalten. Wer die Ware wegwirft und nur fliehen will, hat diese Absicht nicht. Der vollendete Diebstahl entfällt durch das Wegwerfen nicht.
Ein Täter hält einer Verkäuferin ein Messer vor, damit sie zur Seite tritt und er die Uhr aus der Vitrine nehmen kann. Was liegt vor?
- A) Räuberischer Diebstahl, weil die Uhr gestohlen werden soll
- B) Raub, weil die Drohung die Wegnahme erst ermöglichen soll
- C) Nur ein Diebstahl mit Waffen nach §244 StGB
- D) Schwerer Raub, weil er das Messer bei der Tat verwendet
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Richtig: B und D. Die Drohung soll die Wegnahme ermöglichen, die noch nicht vollendet ist. Das ist Raub, nicht §252. Weil er das Messer zur Drohung verwendet, greift sogar §250 Abs. 2 Nr. 1 StGB.
In welchem Stadium muss sich der Diebstahl befinden, wenn der Täter Gewalt anwendet?
- A) Er muss vollendet, aber noch nicht beendet sein
- B) Er muss nur versucht sein
- C) Er muss bereits beendet sein, die Beute also gesichert
- D) Das Stadium spielt keine Rolle
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Richtig: A. Der räuberische Diebstahl setzt einen vollendeten Diebstahl voraus. Ist die Beute schon in Sicherheit, ist der Diebstahl beendet und der Täter nicht mehr auf frischer Tat betroffen.
Ein Ladendieb schlägt dich, um mit der Beute zu entkommen. Welche Rechte hast du?
- A) Notwehr gegen den Schlag
- B) Polizeiliche Befugnisse, weil ein Verbrechen vorliegt
- C) Vorläufige Festnahme nach §127 StPO, wenn ihre Voraussetzungen vorliegen
- D) Ein Durchsuchungsrecht, weil ein räuberischer Diebstahl vorliegt
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Richtig: A und C. Gegen den Schlag hast du Notwehr, und die vorläufige Festnahme ist möglich. Polizeiliche Befugnisse und ein Durchsuchungsrecht bekommst du auch bei einem Verbrechen nicht.
Zum Thema Räuberischer Diebstahl (§252 StGB) →
Erpressung (§253 StGB)
Welche Merkmale gehören zur Erpressung nach §253 StGB?
- A) Ein Vermögensnachteil beim Genötigten oder einem anderen
- B) Eine Täuschung des Opfers über Tatsachen
- C) Die Absicht, sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern
- D) Eine Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben
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Richtig: A und C. Die Erpressung verlangt Nötigung, Vermögensnachteil und Bereicherungsabsicht. Täuschung gehört zum Betrug. Eine Drohung mit Gefahr für Leib oder Leben ist nicht nötig, sie führt zur räuberischen Erpressung.
Welcher Strafrahmen gilt für die einfache Erpressung?
- A) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr
- C) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
- D) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: D. §253 Abs. 1 StGB sieht bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe vor. Mindestens ein Jahr gilt erst für besonders schwere Fälle nach Absatz 4.
Ein Unbekannter zwingt eine Wachperson mit der Drohung, private Fotos zu veröffentlichen, das Lagertor zu öffnen. Wer ist Geschädigter?
- A) Nur die Wachperson, weil sie genötigt wurde
- B) Der Auftraggeber, dessen Lager ausgeräumt wird
- C) Niemand, weil die Wachperson das Tor selbst geöffnet hat
- D) Die Polizei, weil sie den Schaden ermitteln muss
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Richtig: B. Genötigter und Geschädigter müssen nicht identisch sein. Die Wachperson wird genötigt, den Vermögensnachteil erleidet der Auftraggeber.
Ein Ladendetektiv verlangt von einem ertappten Dieb 200 Euro bar für sich, damit er keine Anzeige erstattet. Was gilt?
- A) Das ist zulässig, weil der Kunde gestohlen hat und dem Geschäft Schadensersatz schuldet
- B) Das ist eine Erpressung, weil der Detektiv keinen Anspruch auf das Geld hat
- C) Das ist nur eine Ordnungswidrigkeit nach der Gewerbeordnung
- D) Das ist zulässig, wenn der Kunde freiwillig zustimmt
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Richtig: B. Die Drohung mit einer Anzeige ist ein empfindliches Übel. Der Detektiv will sich zu Unrecht bereichern. Dass der Kunde gestohlen hat, gibt dem Detektiv keinen eigenen Anspruch auf Geld.
Wann ist eine Erpressung nach §253 Abs. 2 StGB rechtswidrig?
- A) Wenn das Opfer innerhalb von drei Monaten einen Strafantrag stellt
- B) Wenn der Vermögensschaden über der Grenze der Geringwertigkeit liegt
- C) Wenn der Einsatz des Mittels für diesen Zweck verwerflich ist
- D) Wenn der Täter eine Waffe bei sich führt
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Richtig: C. Wie bei der Nötigung kommt es auf die Verwerflichkeit der Mittel-Zweck-Relation an. Antrag, Schadenshöhe und Waffe sind für die Rechtswidrigkeit nicht entscheidend.
Wodurch unterscheidet sich die Erpressung vom Betrug?
- A) Beim Betrug gibt das Opfer, weil es getäuscht wurde
- B) Bei der Erpressung gibt das Opfer, weil es unter Druck gesetzt wurde
- C) Beim Betrug ist der Versuch nicht strafbar
- D) Bei der Erpressung muss immer Gewalt angewendet werden
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Richtig: A und B. Der Betrug arbeitet mit Täuschung, die Erpressung mit Zwang. Bei beiden ist der Versuch strafbar, und die Erpressung kann auch nur mit einer Drohung begangen werden.
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Räuberische Erpressung (§255 StGB)
Was unterscheidet die räuberische Erpressung von der einfachen Erpressung?
- A) Bei §255 muss der Täter die Sache dem Opfer selbst wegnehmen
- B) Bei §255 setzt der Täter die Nötigungsmittel des Raubes ein
- C) Bei §255 muss der Vermögensschaden einen bedeutenden Wert erreichen
- D) Bei §255 ist keine Bereicherungsabsicht erforderlich
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Richtig: B. Die räuberische Erpressung ist eine Erpressung mit den Nötigungsmitteln des Raubes. Bereicherungsabsicht und Vermögensnachteil bleiben erforderlich.
Wie wird die räuberische Erpressung bestraft?
- A) Gleich einem Räuber
- B) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- C) Mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe
- D) Mit Geldstrafe, wenn niemand verletzt wurde
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Richtig: A und C. Der Täter wird gleich einem Räuber bestraft, also mit mindestens einem Jahr. Bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe ist der Rahmen der einfachen Erpressung.
Ein Täter zwingt eine Kassiererin mit einer Pistole, das Geld selbst in eine Tüte zu packen und ihm zu geben. Wie ordnet die Rechtsprechung das ein?
- A) Als Raub, weil eine Waffe eingesetzt wird
- B) Als räuberische Erpressung, weil das Opfer die Beute herausgibt
- C) Als einfache Erpressung, weil keine Gewalt angewendet wurde
- D) Als Diebstahl mit Waffen, weil der Täter die Pistole bei der Tat nur mitführt
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Richtig: B. Der Bundesgerichtshof grenzt nach dem äußeren Erscheinungsbild ab. Gibt das Opfer die Sache heraus, liegt räuberische Erpressung vor. In der Literatur ist diese Abgrenzung umstritten.
Ein Täter droht einer Wachperson: "Mach das Tor auf, sonst stelle ich die Fotos von dir ins Netz." Welches Delikt kommt in Betracht?
- A) Räuberische Erpressung, weil die Wachperson unter Druck zu einer Handlung gezwungen wird
- B) Raub, weil der Täter an fremde Sachen will
- C) Erpressung nach §253, weil nicht mit Gefahr für Leib oder Leben gedroht wird
- D) Keine Straftat, solange das Tor noch geschlossen ist
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Richtig: C. Die Drohung mit der Veröffentlichung von Fotos ist ein empfindliches Übel, aber keine Gefahr für Leib oder Leben. Es bleibt bei §253 StGB, mindestens als Versuch.
Ein Täter hält der Nachtwache ein Messer an den Hals und lässt sich den Code für das Lager geben. Was ist richtig?
- A) Es liegt eine räuberische Erpressung vor
- B) Die Wachperson macht sich strafbar, weil sie den Code genannt hat
- C) Wegen des eingesetzten Messers greift der Strafrahmen des schweren Raubes
- D) Es liegt nur eine Nötigung vor, weil der Code kein Vermögen ist
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Richtig: A und C. Der Täter erzwingt mit einer Drohung für Leib und Leben eine Handlung, die den Auftraggeber schädigt. Weil er das Messer verwendet, gilt über §255 der §250 Abs. 2 StGB. Die bedrohte Wachperson handelt nicht strafbar.
Welche Vorschriften gelten wegen der Formulierung "gleich einem Räuber" auch für die räuberische Erpressung?
- A) Der schwere Raub nach §250 StGB
- B) Der Diebstahl geringwertiger Sachen nach §248a StGB
- C) Die Bedrohung nach §241 Abs. 4 StGB
- D) Die Antragsregel des §247 StGB
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Richtig: A. Wer gleich einem Räuber bestraft wird, unterliegt auch den Qualifikationen §250 und §251 StGB. Antragsregeln wie §247 und §248a gelten nicht.
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Begünstigung (§257 StGB)
Was setzt die Begünstigung nach §257 StGB voraus?
- A) Eine rechtswidrige Vortat eines anderen
- B) Eine Zusage an den Täter vor der Tat
- C) Die Absicht, dem Vortäter die Vorteile der Tat zu sichern
- D) Dass der Helfer selbst einen Vermögensvorteil erhält
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Richtig: A und C. Begünstigung verlangt eine rechtswidrige Vortat und Hilfe in der Absicht, dem Vortäter die Vorteile zu sichern. Eine Zusage vor der Tat ist Beihilfe, eigene Bereicherung gehört zur Hehlerei.
Ein Kollege bittet dich vor seinem geplanten Diebstahl, die Beute danach in deinem Spind zu verstecken. Du sagst zu und tust es später. Wie bist du strafbar?
- A) Nur wegen Begünstigung, weil du die Beute erst nach der Tat versteckt hast
- B) Wegen Beihilfe zum Diebstahl, weil deine Zusage die Tat unterstützt hat
- C) Wegen Hehlerei, weil du die Beute angenommen und versteckt hast
- D) Gar nicht, weil du die Sachen nicht selbst weggenommen hast
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Richtig: B. Die Zusage vor der Tat stärkt den Tatentschluss und ist psychische Beihilfe. Wer an der Vortat beteiligt ist, wird nach §257 Abs. 3 StGB nicht zusätzlich wegen Begünstigung bestraft.
Worin unterscheidet sich die Begünstigung von der Strafvereitelung nach §258 StGB?
- A) Die Begünstigung kann nur vor oder während der Tat begangen werden
- B) Begünstigung sichert die Beute, Strafvereitelung schützt vor Strafe
- C) Die Strafvereitelung ist nur strafbar, wenn die Vortat ein Verbrechen war
- D) Bei der Begünstigung bleiben Angehörige des Täters immer straffrei
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Richtig: B. Die Begünstigung zielt auf die Beute, die Strafvereitelung auf die Bestrafung. Ein Angehörigenprivileg kennt nur §258 Abs. 6 StGB, nicht die Begünstigung.
Welche Grenze gilt für die Strafe wegen Begünstigung?
- A) Sie beträgt immer mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe
- B) Sie ist auf Geldstrafe beschränkt
- C) Sie darf nicht schwerer sein als die für die Vortat angedrohte Strafe
- D) Sie darf höchstens die Hälfte der Strafe betragen, die für die Vortat droht
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Richtig: C. Nach §257 Abs. 2 StGB darf die Strafe nicht schwerer sein als die für die Vortat angedrohte. Im Übrigen gilt der Rahmen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.
Ein 13-Jähriger hat ein Handy gestohlen. Sein 19-jähriger Freund versteckt es für ihn vor den Eltern und der Polizei, damit er es behalten kann. Was gilt?
- A) Keine Begünstigung, weil das Kind schuldunfähig ist und nicht bestraft wird
- B) Begünstigung ist möglich, weil die Vortat nur rechtswidrig sein muss
- C) Der Freund kann daneben auch wegen Strafvereitelung strafbar sein
- D) Es liegt Hehlerei vor, weil der Freund die Sache in Besitz nimmt
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Richtig: B. Für §257 StGB genügt eine rechtswidrige Vortat, Schuld ist nicht erforderlich. Eine Strafvereitelung scheidet aus, weil ein 13-Jähriger nicht bestraft werden kann. Hehlerei verlangt eigene Bereicherungsabsicht.
Wer wird nach §257 Abs. 3 StGB nicht wegen Begünstigung bestraft?
- A) Wer selbst als Täter an der Vortat beteiligt war
- B) Wer als Gehilfe an der Vortat beteiligt war
- C) Wer erst nach der Tat von der Beute erfahren hat
- D) Wer die Beute für einen Bekannten aufbewahrt
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Richtig: A und B. Wer wegen Beteiligung an der Vortat strafbar ist, als Täter, Anstifter oder Gehilfe, wird nicht zusätzlich wegen Begünstigung bestraft. Ausnahme: Er stiftet einen Unbeteiligten zur Begünstigung an.
Zum Thema Begünstigung (§257 StGB) →
Hehlerei (§259 StGB)
Welche Handlungen nennt §259 StGB als Hehlerei?
- A) Eine gestohlene Sache ankaufen
- B) Dem Dieb bei der Wegnahme helfen
- C) Eine gestohlene Sache für den Dieb absetzen
- D) Eine gestohlene Sache dem Eigentümer zurückbringen
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Richtig: A und C. Tathandlungen sind Ankaufen oder sonst Verschaffen, Absetzen und Absetzenhelfen. Wer bei der Wegnahme hilft, ist am Diebstahl beteiligt, nicht Hehler.
Ein Dieb verkauft ein gestohlenes Fahrrad und schenkt seiner Freundin vom Erlös 200 Euro. Sie weiß, woher das Geld stammt. Begeht sie Hehlerei?
- A) Ja, weil das Geld aus einer Straftat stammt und sie das weiß
- B) Nein, weil das Geld nicht die gestohlene Sache selbst ist
- C) Ja, aber nur wenn der Dieb ihr das Geld vor dem Verkauf versprochen hat
- D) Nein, weil Geld nie Gegenstand einer Hehlerei sein kann
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Richtig: B. Hehlerei verlangt, dass genau die Sache aus der Vortat erlangt wird. Der Erlös ist ein Ersatz, die Ersatzhehlerei ist nach §259 StGB nicht strafbar. Gestohlenes Bargeld selbst kann dagegen gehehlt werden.
Welcher Vorsatz reicht beim Ankauf hinsichtlich der Herkunft der Sache?
- A) Nur sicheres Wissen, dass die Sache gestohlen ist
- B) Bedingter Vorsatz, also ernsthaftes Für-möglich-Halten und Inkaufnehmen
- C) Fahrlässigkeit, wenn der Preis auffällig niedrig ist
- D) Gar kein Vorsatz, weil Hehlerei ein reines Gefährdungsdelikt ist und immer strafbar
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Richtig: B. Bedingter Vorsatz genügt. Wer bei einem Spottpreis ohne Rechnung kauft und mit einer Straftat rechnet, nimmt die Herkunft in Kauf. Fahrlässige Hehlerei gibt es nicht.
Wer kann eine gestohlene Sache nicht hehlen?
- A) Der Dieb selbst
- B) Ein Kollege des Diebes
- C) Ein Händler auf einem Flohmarkt
- D) Ein Mittäter des Diebstahls
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Richtig: A und D. Hehlerei setzt die Vortat eines anderen voraus. Wer selbst als Täter oder Mittäter gestohlen hat, kann an der eigenen Beute keine Hehlerei begehen.
Jemand kauft gutgläubig ein gebrauchtes Handy und erfährt zwei Wochen später, dass es gestohlen war. Was ist richtig?
- A) Er wird nachträglich zum Hehler, weil er jetzt Bescheid weiß
- B) Er ist Eigentümer geworden und darf das Handy ohne Weiteres behalten
- C) Er muss das Handy vernichten, um sich nicht strafbar zu machen
- D) Er ist kein Hehler, weil der Vorsatz beim Erwerb fehlte
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Richtig: D. Für die Hehlerei kommt es auf den Vorsatz im Zeitpunkt des Erwerbs an. An gestohlenen Sachen erwirbt man aber in der Regel kein Eigentum. Wer das Handy jetzt als eigenes behält, riskiert eine Unterschlagung.
Welcher Strafrahmen gilt für die einfache Hehlerei nach §259 StGB?
- A) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
- C) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr
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Richtig: C. Die einfache Hehlerei wird mit bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Sechs Monate bis zehn Jahre gelten für gewerbsmäßige Hehlerei und Bandenhehlerei nach §260 StGB.
Zum Thema Hehlerei (§259 StGB) →
Betrug (§263 StGB)
Welche Merkmale gehören zum Betrug nach §263 StGB?
- A) Eine Täuschung über Tatsachen
- B) Eine Wegnahme gegen den Willen des Opfers
- C) Eine Vermögensverfügung des Getäuschten
- D) Eine Drohung mit einem empfindlichen Übel
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Richtig: A und C. Betrug besteht aus Täuschung, Irrtum, Vermögensverfügung, Vermögensschaden und Bereicherungsabsicht. Wegnahme gehört zum Diebstahl, Drohung zur Erpressung.
Ein Kunde versteckt ein Parfüm in einem Staubsaugerkarton und bezahlt nur den Staubsauger. Was liegt nach der Rechtsprechung vor?
- A) Betrug, weil die Kassiererin über den Inhalt getäuscht wurde
- B) Diebstahl, weil die Kassiererin über das Parfüm nicht bewusst verfügt
- C) Unterschlagung, weil der Kunde den Karton beim Bezahlen schon in der Hand hatte
- D) Erschleichen von Leistungen, weil er die Kasse passiert hat
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Richtig: B. Die Kassiererin weiß nichts vom Parfüm und kann es deshalb nicht bewusst herausgeben. Es fehlt die Vermögensverfügung. Das Parfüm wird weggenommen, also Diebstahl.
Ein Kunde tauscht das Preisschild einer teuren Bohrmaschine gegen das einer billigen. Die Kassiererin kassiert den niedrigen Preis. Was kommt in Betracht?
- A) Nur Sachbeschädigung am Etikett
- B) Betrug, weil die Kassiererin die Maschine bewusst herausgibt
- C) Je nach Etikett zusätzlich Urkundenfälschung
- D) Diebstahl, weil der Kunde die Maschine weggenommen hat
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Richtig: B und C. Die Kassiererin sieht die Maschine und gibt sie im Irrtum über den Preis heraus. Das ist Betrug. Ob das Umkleben zusätzlich eine Urkundenfälschung ist, hängt vom Etikett ab und ist umstritten.
Warum ist die Manipulation eines Warenautomaten kein Betrug nach §263 StGB?
- A) Weil ein Automat sich nicht irren kann
- B) Weil der Schaden immer geringwertig ist
- C) Weil Automaten kein Vermögen haben
- D) Weil der Versuch beim Betrug nicht strafbar ist
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Richtig: A. Betrug verlangt den Irrtum eines Menschen. Bei Automaten kommen Diebstahl, Computerbetrug nach §263a oder Erschleichen von Leistungen nach §265a StGB in Betracht.
Welcher Strafrahmen gilt für einen besonders schweren Fall des Betrugs?
- A) Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünfzehn Jahren
- B) Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr
- C) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
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Richtig: D. §263 Abs. 3 StGB sieht sechs Monate bis zehn Jahre vor, etwa bei Gewerbsmäßigkeit oder einem Vermögensverlust großen Ausmaßes. Bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe ist der Grundtatbestand.
Ein Mann gibt sich am Empfang als Wartungstechniker aus, wird ins Büro gelassen und steckt dort einen Laptop ein. Was hat er begangen?
- A) Betrug, weil er den Empfang getäuscht hat
- B) Hehlerei, weil er sich den Laptop verschafft hat
- C) Nur Hausfriedensbruch, weil er sich den Zutritt erschlichen hat
- D) Diebstahl, weil niemand ihm den Laptop bewusst überlassen hat
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Richtig: D. Die Täuschung hat ihm nur den Zutritt verschafft. Über den Laptop hat niemand verfügt, er hat ihn weggenommen. Das ist Diebstahl, kein Betrug.
Zum Thema Betrug (§263 StGB) →
Erschleichen von Leistungen (§265a StGB)
Welche Leistungen nennt §265a StGB?
- A) Die Beförderung durch ein Verkehrsmittel
- B) Die Lieferung von Waren aus einem Onlineshop
- C) Den Zutritt zu einer Veranstaltung oder Einrichtung
- D) Die Bewirtung in einer Gaststätte
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Richtig: A und C. §265a StGB erfasst Automatenleistungen, öffentliche Telekommunikationsnetze, Beförderungen und den Zutritt zu Veranstaltungen oder Einrichtungen. Wer in der Gaststätte bestellt, obwohl er nicht zahlen will, täuscht das Personal und begeht Betrug.
Ein Besucher zeigt dem Kontrolleur am Stadioneingang ein gefälschtes Ticket und wird eingelassen. Was liegt vor?
- A) Nur Erschleichen von Leistungen, weil er sich den Zutritt verschafft hat
- B) Hausfriedensbruch, weil er ohne gültiges Ticket im Stadion ist
- C) Diebstahl, weil er den Sitzplatz eines anderen wegnimmt
- D) Betrug, weil der Kontrolleur getäuscht wurde
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Richtig: D. Wird ein Mensch getäuscht, der daraufhin den Zutritt gewährt, liegt Betrug vor. §265a StGB ist subsidiär und tritt zurück. Daneben kommt wegen des gefälschten Tickets eine Urkundenfälschung in Betracht.
Welcher Strafrahmen gilt für das Erschleichen von Leistungen?
- A) Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- C) Nur Geldstrafe
- D) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: B. §265a Abs. 1 StGB sieht bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor, wenn die Tat nicht nach einer anderen Vorschrift schwerer bestraft wird.
Jemand holt sich mit einer manipulierten Münze eine Flasche Wasser aus einem Getränkeautomaten. Was gilt nach überwiegender Ansicht?
- A) Erschleichen von Leistungen, weil ein Automat mit einem Trick überlistet wurde
- B) Betrug, weil der Automat getäuscht wurde
- C) Diebstahl, weil eine Sache aus einem Warenautomaten weggenommen wird
- D) Keine Straftat, weil niemand getäuscht wurde
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Richtig: C. Beim Warenautomaten wird eine Sache weggenommen, das ist nach überwiegender Ansicht Diebstahl. §265a betrifft Leistungsautomaten wie Waschanlagen oder Schließfächer.
Ein Fahrgast fährt ohne Ticket Bahn, weil er seine Monatskarte zu Hause vergessen hat, und will das bei der Kontrolle sofort nachweisen. Was ist richtig?
- A) Er erfüllt §265a, weil er ohne Fahrschein gefahren ist
- B) Ihm fehlt die Absicht, das Entgelt nicht zu entrichten
- C) Er begeht Betrug, weil er die anderen Fahrgäste täuscht
- D) Zivilrechtliche Folgen nach den Beförderungsbedingungen bleiben möglich
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Richtig: B und D. §265a verlangt die Absicht, das Entgelt nicht zu zahlen. Wer eine gültige Karte hat und sie nur vergessen hat, hat diese Absicht nicht. Ob das Verkehrsunternehmen eine Bearbeitungsgebühr verlangt, ist eine zivilrechtliche Frage.
Ein Mann klettert über den Zaun eines Festivals und kann sich nicht ausweisen. Was darfst du als Ordner?
- A) Ihn nach §127 StPO bis zum Eintreffen der Polizei festhalten
- B) Ihn durchsuchen, um seine Identität herauszufinden
- C) Von ihm den doppelten Eintrittspreis in bar kassieren
- D) Ihn so lange festhalten, bis er ein Ticket kauft oder den Eintritt nachzahlt
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Richtig: A. Das Erschleichen ist eine Straftat. Weil seine Identität nicht feststeht, ist eine vorläufige Festnahme bis zur Übergabe an die Polizei zulässig. Durchsuchen und Geld kassieren gehören nicht zu deinen Rechten.
Zum Thema Erschleichen von Leistungen (§265a StGB) →
Urkundenfälschung (§267 StGB)
Welche Funktionen muss eine Urkunde im Sinne von §267 StGB erfüllen?
- A) Sie muss eine Erklärung dauerhaft verkörpern
- B) Sie muss von einer Behörde ausgestellt sein
- C) Sie muss den Aussteller erkennen lassen
- D) Sie muss notariell beglaubigt sein
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Richtig: A und C. Eine Urkunde verkörpert eine Gedankenerklärung dauerhaft, ist zum Beweis geeignet und bestimmt und lässt den Aussteller erkennen. Auch private Schriftstücke wie Quittungen können Urkunden sein.
Wann ist eine Urkunde unecht?
- A) Wenn ihr Inhalt nicht der Wahrheit entspricht oder veraltet ist
- B) Wenn sie älter als zehn Jahre ist
- C) Wenn sie nicht von dem stammt, der als Aussteller erscheint
- D) Wenn sie nur als Fotokopie vorliegt
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Richtig: C. Unecht ist eine Urkunde, wenn sie über die Identität des Ausstellers täuscht. Ein falscher Inhalt macht eine Urkunde nicht unecht, das ist eine schriftliche Lüge.
Eine Wachperson trägt unter eigenem Namen einen Kontrollgang ins Wachbuch ein, den sie nicht gemacht hat. Liegt eine Urkundenfälschung vor?
- A) Ja, weil der Eintrag inhaltlich falsch ist
- B) Nein, weil es eine schriftliche Lüge des echten Ausstellers ist
- C) Ja, weil das Wachbuch dem Auftraggeber gehört und nicht der Wachperson
- D) Nein, weil ein Wachbuch nie eine Urkunde sein kann
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Richtig: B. Die Wachperson ist tatsächlich die Ausstellerin, die Urkunde ist also echt, nur ihr Inhalt ist falsch. Unterschreibt sie mit dem Namen eines Kollegen, wäre der Eintrag dagegen unecht.
Ein 17-Jähriger zeigt am Einlass den echten Personalausweis seines volljährigen Bruders. Was liegt vor?
- A) Urkundenfälschung, weil er eine fremde Urkunde gebraucht
- B) Missbrauch von Ausweispapieren nach §281 StGB
- C) Amtsanmaßung, weil er sich als jemand anderes ausgibt
- D) Keine Straftat, weil der Ausweis echt ist
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Richtig: B. Der Ausweis ist weder unecht noch verfälscht. Wer einen echten, auf einen anderen ausgestellten Ausweis zur Täuschung gebraucht, erfüllt §281 StGB.
Welche Handlungen sind nach §267 Abs. 1 StGB strafbar, wenn sie zur Täuschung im Rechtsverkehr geschehen?
- A) Das Herstellen einer unechten Urkunde
- B) Das Vernichten einer echten Urkunde
- C) Das Vorzeigen einer gefälschten Eintrittskarte am Einlass
- D) Das Anfertigen einer Kopie zur eigenen Ablage
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Richtig: A und C. §267 erfasst Herstellen, Verfälschen und Gebrauchen. Das Vernichten einer Urkunde fällt unter die Urkundenunterdrückung nach §274 StGB. Eine Kopie für die eigene Ablage dient nicht der Täuschung.
Welcher Strafrahmen gilt für die einfache Urkundenfälschung?
- A) Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
- C) Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
- D) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: D. §267 Abs. 1 StGB sieht bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe vor. Sechs Monate bis zehn Jahre gelten für besonders schwere Fälle nach Absatz 3.
Zum Thema Urkundenfälschung (§267 StGB) →
Sachbeschädigung (§303 StGB)
Welche Handlungen erfasst §303 StGB?
- A) Eine fremde Sache beschädigen oder zerstören
- B) Eine fremde Sache vorübergehend benutzen
- C) Das Erscheinungsbild einer fremden Sache unbefugt und nicht nur vorübergehend verändern
- D) Eine eigene Sache zerstören, um die Versicherung zu täuschen
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Richtig: A und C. §303 StGB erfasst das Beschädigen und Zerstören sowie die erhebliche und dauerhafte Veränderung des Erscheinungsbilds. Wer eine eigene Sache zerstört, beschädigt keine fremde Sache.
Ein Lkw-Fahrer stößt beim Rangieren aus Unachtsamkeit gegen die Schranke des Werkstors und verbiegt sie. Was gilt?
- A) Er begeht eine Sachbeschädigung, weil die Schranke beschädigt ist
- B) Er begeht eine gemeinschädliche Sachbeschädigung nach §304 StGB
- C) Er ist nicht strafbar, haftet aber zivilrechtlich auf Schadensersatz
- D) Er ist strafbar, wenn das Unternehmen innerhalb von drei Monaten Antrag stellt
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Richtig: C. Fahrlässige Sachbeschädigung ist nicht strafbar. Der Fahrer muss den Schaden aber nach Zivilrecht ersetzen.
Warum wurde Absatz 2 in §303 StGB eingeführt?
- A) Um Graffiti auch ohne Substanzverletzung sicher zu erfassen
- B) Um die fahrlässige Sachbeschädigung strafbar zu machen
- C) Um Sachbeschädigungen an Fahrzeugen schwerer zu bestrafen
- D) Um die Sachbeschädigung zu einem Offizialdelikt ohne Strafantrag zu machen
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Richtig: A. Farbe an einer Wand verletzt nicht immer die Substanz. Absatz 2 erfasst deshalb die unbefugte, erhebliche und dauerhafte Veränderung des Erscheinungsbilds.
Wann wird eine einfache Sachbeschädigung nach §303c StGB verfolgt?
- A) Nur wenn der Schaden über 1.000 Euro liegt
- B) Immer von Amts wegen
- C) Wenn der Verletzte einen Strafantrag stellt
- D) Wenn die Strafverfolgungsbehörde ein besonderes öffentliches Interesse bejaht
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Richtig: C und D. Die Sachbeschädigung ist ein relatives Antragsdelikt. Verfolgt wird auf Antrag oder bei besonderem öffentlichem Interesse. Eine Wertgrenze gibt es nicht.
Jemand tritt mutwillig eine Notrufsäule an einer Landstraße kaputt. Welche Vorschrift ist einschlägig?
- A) Nur §303 StGB, und zwar nur auf Antrag
- B) §304 StGB, gemeinschädliche Sachbeschädigung
- C) §306 StGB, weil eine technische Einrichtung betroffen ist
- D) §265a StGB, weil eine Einrichtung betroffen ist
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Richtig: B. Notrufsäulen dienen dem öffentlichen Nutzen. Ihre Beschädigung fällt unter §304 StGB. Diese Vorschrift setzt keinen Strafantrag voraus und droht bis zu drei Jahre an.
Du trittst eine Bürotür ein, um einen bewusstlosen Kollegen aus einem verrauchten Raum zu holen. Was gilt?
- A) Du begehst eine Sachbeschädigung, die nur straflos bleibt, wenn der Eigentümer keinen Antrag stellt
- B) Die Beschädigung ist durch Notstand gerechtfertigt
- C) Du begehst eine gemeinschädliche Sachbeschädigung, weil es um ein Bürogebäude geht
- D) Du darfst die Tür nur mit Zustimmung des Auftraggebers beschädigen
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Richtig: B. Zur Rettung eines Menschen aus einer Gefahr darfst du fremde Sachen beschädigen. Das rechtfertigen der aggressive Notstand nach §904 BGB und §34 StGB.
Zum Thema Sachbeschädigung (§303 StGB) →
Brandstiftung (§306 StGB)
Welche Sachen gehören zu den Tatobjekten des §306 Abs. 1 StGB?
- A) Kraftfahrzeuge
- B) Mülltonnen aus Kunststoff
- C) Warenlager und Warenvorräte
- D) Einzelne Kleidungsstücke
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Richtig: A und C. §306 nennt unter anderem Gebäude, Betriebsstätten, Warenlager, Kraftfahrzeuge und Wälder. Mülltonnen und Kleidungsstücke stehen nicht im Katalog, ihr Anzünden ist eine Sachbeschädigung.
Welcher Strafrahmen gilt für die Brandstiftung nach §306 Abs. 1 StGB?
- A) Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
- B) Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren
- C) Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren
- D) Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
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Richtig: B. §306 Abs. 1 StGB sieht ein bis zehn Jahre vor, die Tat ist ein Verbrechen. Bis zu fünf Jahre oder Geldstrafe ist der Rahmen der fahrlässigen Brandstiftung nach §306d Abs. 1.
Wann ist eine Sache in Brand gesetzt?
- A) Sobald der Täter ein brennendes Feuerzeug oder Streichholz an die Sache hält
- B) Wenn ein wesentlicher Teil ohne Zündstoff selbstständig weiterbrennt
- C) Wenn deutlich sichtbarer Rauch aus der Sache aufsteigt
- D) Wenn ein Brandmelder ausgelöst und die Feuerwehr alarmiert wurde
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Richtig: B. Entscheidend ist, dass ein wesentlicher Teil der Sache selbstständig weiterbrennen kann. Ein kurzes Ankokeln reicht nicht, dann kommt ein Versuch in Betracht.
Ein Vermieter zündet nachts sein eigenes Mehrfamilienhaus an, in dem Mieter wohnen. Welche Vorschrift kommt in Betracht?
- A) §306a StGB, weil das Haus Menschen als Wohnung dient
- B) §306 StGB, weil ein Gebäude betroffen ist
- C) §303 StGB, weil er seine eigene Sache beschädigt
- D) Keine, weil jeder Eigentümer mit seinen eigenen Sachen nach Belieben verfahren darf
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Richtig: A. §306 verlangt eine fremde Sache. §306a schützt dagegen Menschen in Wohnräumen und gilt auch für eigene Gebäude. Eine Sachbeschädigung an eigenen Sachen gibt es nicht.
Ein Lagerarbeiter wirft eine brennende Zigarette achtlos in einen Kartonstapel, die Lagerhalle brennt ab. Was gilt?
- A) Er ist nicht strafbar, weil er den Brand nicht wollte
- B) Er begeht eine vorsätzliche Brandstiftung nach §306 StGB
- C) Er kann wegen fahrlässiger Brandstiftung nach §306d StGB bestraft werden
- D) Hätte er den Brand freiwillig gelöscht, bevor ein erheblicher Schaden entstand, bliebe er straffrei
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Richtig: C und D. Wer fahrlässig einen Brand verursacht, ist nach §306d strafbar. Nach §306e Abs. 2 bleibt straffrei, wer den Brand freiwillig löscht, bevor ein erheblicher Schaden entsteht.
Du entdeckst nachts einen Brand an einer Lagerhalle. Was tust du zuerst?
- A) Den flüchtenden Täter verfolgen, damit er nicht entkommt
- B) Fotos vom Brand machen, um Beweise zu sichern
- C) Notruf absetzen und prüfen, ob Menschen in Gefahr sind
- D) Den Auftraggeber anrufen und auf seine Entscheidung warten
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Richtig: C. Menschenrettung und Alarmierung gehen vor. Löschen nur, wenn es ohne Eigengefährdung möglich ist. Verfolgung und Beweissicherung kommen danach.
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Strafanzeige und Strafantrag (§158 StPO)
Welche Aussagen zur Strafanzeige sind richtig?
- A) Jeder kann eine Strafanzeige erstatten
- B) Eine Strafanzeige muss innerhalb von drei Monaten erstattet werden
- C) Eine Strafanzeige kann nicht zurückgenommen werden
- D) Eine Strafanzeige darf nur der Geschädigte erstatten
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Richtig: A und C. Die Anzeige ist ein Jedermannsrecht, formlos und ohne Frist. Weil die Staatsanwaltschaft bei Offizialdelikten ermitteln muss, kann eine Anzeige nicht zurückgenommen werden. Die Dreimonatsfrist gilt für den Strafantrag.
Wie lange hat der Verletzte Zeit, einen Strafantrag zu stellen?
- A) Drei Monate ab der Tat, unabhängig von der Kenntnis des Täters
- B) Sechs Monate ab Kenntnis von Tat und Täter
- C) Drei Monate ab Kenntnis von Tat und Täter
- D) Bis zur Verjährung der Tat
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Richtig: C. Nach §77b StGB beträgt die Antragsfrist drei Monate. Sie beginnt mit Ablauf des Tages, an dem der Berechtigte von der Tat und der Person des Täters Kenntnis erlangt.
Wer ist bei einem Hausfriedensbruch in einem Einkaufszentrum antragsberechtigt?
- A) Jeder Besucher, der den Vorfall beobachtet hat
- B) Der Inhaber des Hausrechts, also in der Regel das Center-Management
- C) Die Polizei, die den Täter aus dem Gebäude bringt
- D) Jede Wachperson im Objekt aus eigenem Recht, weil sie das Hausrecht ausübt
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Richtig: B. Antragsberechtigt ist der Verletzte, beim Hausfriedensbruch der Hausrechtsinhaber. Die Wachperson kann den Antrag sicher nur mit einer entsprechenden Vollmacht des Auftraggebers stellen.
Ein Geschädigter hat seinen Strafantrag wegen Sachbeschädigung zurückgenommen. Zwei Wochen später ärgert er sich und will ihn neu stellen. Was gilt?
- A) Er kann ihn neu stellen, solange die Dreimonatsfrist läuft
- B) Er kann ihn nicht erneut stellen
- C) Er kann ihn neu stellen, wenn der Täter zustimmt
- D) Die Rücknahme ist unwirksam, wenn der Täter schon ermittelt wurde
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Richtig: B. Nach §77d Abs. 1 StGB kann ein zurückgenommener Antrag nicht nochmals gestellt werden. Die Staatsanwaltschaft kann bei relativen Antragsdelikten aber noch ein besonderes öffentliches Interesse bejahen.
Welche Delikte sind relative Antragsdelikte, bei denen auch ohne Antrag ermittelt werden kann?
- A) Einfache Körperverletzung
- B) Hausfriedensbruch
- C) Sachbeschädigung
- D) Beleidigung
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Richtig: A und C. Körperverletzung und Sachbeschädigung werden auf Antrag oder bei besonderem öffentlichem Interesse verfolgt. Hausfriedensbruch und Beleidigung sind absolute Antragsdelikte, ohne Antrag gibt es kein Verfahren.
Ein Gast beleidigt dich am Einlass schwer. Wer kann wegen der Beleidigung Strafantrag stellen?
- A) Du selbst, weil du der Verletzte bist
- B) Nur dein Arbeitgeber, weil du im Dienst warst
- C) Nur der Veranstalter als Hausrechtsinhaber
- D) Niemand, weil Beleidigungen im Sicherheitsdienst hinzunehmen sind
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Richtig: A. Antragsberechtigt ist der Verletzte. Wird die Wachperson beleidigt, ist sie selbst verletzt und kann innerhalb von drei Monaten Antrag stellen.
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Die Wachperson als Zeuge
Vor welchen Stellen bist du als Zeuge verpflichtet zu erscheinen und auszusagen?
- A) Vor dem Gericht
- B) Vor jedem Polizeibeamten, der dich anruft
- C) Vor der Staatsanwaltschaft
- D) Vor dem Anwalt des Beschuldigten in seiner Kanzlei
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Richtig: A und C. Erscheinens- und Aussagepflicht bestehen vor Gericht und Staatsanwaltschaft. Vor der Polizei nur, wenn die Ladung auf einem Auftrag der Staatsanwaltschaft beruht. Gegenüber dem Verteidiger gibt es keine Pflicht.
Eine Wachperson beruft sich vor Gericht auf ihre Verschwiegenheitspflicht gegenüber dem Auftraggeber und will nicht aussagen. Was gilt?
- A) Sie darf schweigen, weil die Bewachungsverordnung Verschwiegenheit vorschreibt
- B) Sie darf schweigen, wenn der Auftraggeber es verlangt
- C) Sie hat kein berufliches Zeugnisverweigerungsrecht und muss aussagen
- D) Sie darf schweigen, wenn sie eine Sachkundeprüfung abgelegt hat
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Richtig: C. Ein Zeugnisverweigerungsrecht aus beruflichen Gründen haben nur bestimmte Berufe wie Ärzte, Anwälte oder Geistliche. Für Wachpersonen gilt die allgemeine Zeugenpflicht.
Was kann einem ordnungsgemäß geladenen Zeugen drohen, der ohne genügende Entschuldigung nicht erscheint?
- A) Die Kosten seines Ausbleibens
- B) Eine Freiheitsstrafe wegen Meineids
- C) Ein Ordnungsgeld und ersatzweise Ordnungshaft
- D) Der Entzug seiner Bewacher-ID
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Richtig: A und C. Nach §51 StPO werden dem ausgebliebenen Zeugen die Kosten auferlegt und ein Ordnungsgeld, ersatzweise Ordnungshaft, festgesetzt. Auch die zwangsweise Vorführung ist zulässig.
Wann darf ein Zeuge nach §55 StPO die Antwort auf einzelne Fragen verweigern?
- A) Wenn ihm die Frage unangenehm ist
- B) Wenn er sich mit der Antwort der Gefahr eigener Strafverfolgung aussetzen würde
- C) Wenn der Beschuldigte ein Arbeitskollege ist, mit dem er täglich in derselben Schicht arbeitet
- D) Wenn er sich nicht mehr genau erinnert
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Richtig: B. Das Auskunftsverweigerungsrecht schützt vor Selbstbelastung und vor der Belastung naher Angehöriger. Wer sich nicht erinnert, sagt das wahrheitsgemäß, statt zu schweigen.
Eine Wachperson sagt bei der Polizei bewusst falsch aus. Ist das eine falsche uneidliche Aussage nach §153 StGB?
- A) Ja, jede falsche Aussage als Zeuge ist nach §153 strafbar
- B) Ja, wenn die Polizei sie vorher belehrt hat
- C) Nein, §153 gilt nur vor Gericht oder einer anderen zur Vereidigung zuständigen Stelle
- D) Nein, falsche Aussagen gegenüber der Polizei sind in jedem Fall und ohne Ausnahme straflos
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Richtig: C. §153 StGB erfasst nur Aussagen vor Gericht oder einer anderen Stelle, die Zeugen vereidigen darf. Die Polizei gehört nicht dazu. Straflos ist die Lüge trotzdem nicht unbedingt, in Betracht kommen etwa falsche Verdächtigung oder Strafvereitelung.
Wie bereitest du dich am besten auf eine Zeugenaussage vor, die Monate nach dem Vorfall stattfindet?
- A) Du sprichst mit den Kollegen ab, wie alle den Ablauf schildern
- B) Du liest vorher deinen eigenen Bericht vom Vorfall noch einmal
- C) Du ergänzt Lücken in deiner Erinnerung mit dem, was wahrscheinlich passiert ist
- D) Du verweigerst die Aussage, wenn du dich nicht an alles erinnerst
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Richtig: B. Dein zeitnah geschriebener Bericht hilft dem Gedächtnis. Absprachen mit Kollegen und ausgedachte Ergänzungen machen die Aussage unzuverlässig. Erinnerungslücken gibst du offen zu.
Zum Thema Die Wachperson als Zeuge →
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