Kurz gesagt: 174 Fragen aus 29 Themen. Lösung aufklappen, Erklärung lesen, bei Lücken direkt zur Themenseite springen.
Hier findest du alle 174 Übungsfragen zum Sachgebiet Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, sortiert nach Themen. Wie in der IHK-Prüfung sind bei jeder Frage eine oder zwei Antworten richtig. Überleg dir deine Antwort, bevor du die Lösung aufklappst. Unter jeder Themenüberschrift kommst du zur ausführlichen Erklärung.
Wenn du lieber unter Prüfungsbedingungen üben willst, starte die Übung nur für dieses Sachgebiet oder gleich die Prüfungssimulation mit 82 Fragen in 120 Minuten.
Wie die schriftliche Prüfung bewertet wird
Seit dem 1. Juli 2025 besteht der schriftliche Teil aus 82 Fragen. Es gibt Teilpunkte: Bei einer Frage mit zwei richtigen Antworten bringt jede richtig angekreuzte Antwort einen Punkt. Insgesamt sind 120 Punkte möglich, zum Bestehen brauchst du 60. Mehr dazu auf der Seite zur Prüfung.
Was ist ein Staat? Staatsgebiet, Staatsvolk, Staatsgewalt
Welche drei Elemente gehören nach der Drei-Elemente-Lehre zu einem Staat?
- A) Staatsgebiet, Verfassung und Armee
- B) Staatsvolk, Regierung und Währung
- C) Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt
- D) Staatsgewalt, Hauptstadt und eine gemeinsame Amtssprache
Lösung anzeigen
Richtig: C. Nach Georg Jellinek braucht ein Staat Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt. Verfassung, Armee oder Währung haben die meisten Staaten, sie sind aber keine Begriffsmerkmale.
Wer gehört zum deutschen Staatsvolk?
- A) Eine Deutsche, die seit Jahren in Spanien lebt
- B) Ein Tourist, der gerade Urlaub in Köln macht
- C) Ein Deutscher mit Wohnsitz in Bonn
- D) Eine Ausländerin mit unbefristetem Aufenthaltstitel in Berlin
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Zum Staatsvolk gehören die Staatsangehörigen, egal wo sie wohnen. Touristen und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland gehören zur Bevölkerung, aber nicht zum Staatsvolk.
Von wem geht nach Art. 20 Abs. 2 GG alle Staatsgewalt aus?
- A) Von der Bundesregierung
- B) Vom Bundespräsidenten
- C) Vom Volke
- D) Vom Bundestag und vom Bundesrat
Lösung anzeigen
Richtig: C. Art. 20 Abs. 2 GG sagt ausdrücklich, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Bundestag, Regierung und Gerichte sind die besonderen Organe, durch die sie ausgeübt wird.
Du bewachst den Eingang einer ausländischen Botschaft in Berlin. Welche Aussagen treffen zu?
- A) Auf dem Gelände gilt ausschließlich das Recht des Entsendestaates
- B) Deutsche Behörden dürfen die Räume grundsätzlich nur mit Zustimmung der Vertretung betreten
- C) Du darfst dort Hoheitsrechte des Entsendestaates ausüben
- D) Das Botschaftsgelände gehört zum deutschen Staatsgebiet
Lösung anzeigen
Richtig: B und D. Botschaften liegen auf deutschem Staatsgebiet und sind nur besonders geschützt. Hoheitsrechte des Entsendestaates hast du als Wachperson nicht, du handelst mit Jedermannsrechten und übertragenem Hausrecht.
Eine Exilregierung beansprucht ein Gebiet, kann dort aber keine Gesetze durchsetzen. Welches Element fehlt?
- A) Das Staatsgebiet
- B) Das Staatsvolk
- C) Die Anerkennung durch die Vereinten Nationen
- D) Eine wirksame Staatsgewalt
Lösung anzeigen
Richtig: D. Staatsgewalt muss tatsächlich und wirksam ausgeübt werden. Die Anerkennung durch andere Staaten oder die UNO ist nach überwiegender Ansicht kein eigenes Element des Staatsbegriffs.
Ein Sicherheitsdienst bewacht im Auftrag der Stadt das Rathaus. Übt die Wachperson dort Staatsgewalt aus?
- A) Ja, weil der Auftraggeber eine Behörde ist
- B) Nein, sie handelt als Privatperson
- C) Ja, aber nur innerhalb des Rathauses
- D) Ja, solange sie im Dienst Dienstkleidung trägt
Lösung anzeigen
Richtig: B. Die Wachperson bleibt Privatperson, auch wenn eine Behörde den Vertrag schließt. Hoheitliche Befugnisse hätte sie nur bei einer gesetzlichen Übertragung, etwa einer Beleihung.
Zum Thema Was ist ein Staat? Staatsgebiet, Staatsvolk, Staatsgewalt →
Was ist Recht? Rechtsnormen einfach erklärt
Was unterscheidet eine Rechtsnorm von einer Regel der Moral oder Sitte?
- A) Rechtsnormen gelten nur für Erwachsene
- B) Rechtsnormen können notfalls mit staatlichem Zwang durchgesetzt werden
- C) Rechtsnormen sind immer moralisch richtig
- D) Rechtsnormen entstehen ausschließlich durch langjährige, allgemein anerkannte Übung
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das Merkmal, das Recht von Moral und Sitte trennt, ist die Durchsetzbarkeit durch den Staat. Recht und Moral überschneiden sich oft, sind aber nicht deckungsgleich.
Aus welchen zwei Teilen besteht eine Rechtsnorm?
- A) Tatbestand
- B) Präambel
- C) Rechtsfolge
- D) Ausführungsbestimmung
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Jede Rechtsnorm folgt dem Muster Wenn, dann: Der Tatbestand beschreibt die Voraussetzungen, die Rechtsfolge die Konsequenz.
Ein Besucher grüßt dich am Empfang nicht und antwortet unhöflich. Worum handelt es sich?
- A) Um einen Verstoß gegen die öffentliche Ordnung, der die Polizei zum Einschreiten zwingt
- B) Um eine Ordnungswidrigkeit, die du dem Ordnungsamt melden musst
- C) Um einen Verstoß gegen Sitte und Anstand ohne rechtliche Sanktion
- D) Um eine Beleidigung, die du sofort zur Anzeige bringen musst
Lösung anzeigen
Richtig: C. Unhöflichkeit verletzt Regeln der Sitte, aber keine Rechtsnorm. Eine Beleidigung nach §185 StGB setzt eine Kundgabe von Missachtung voraus, bloßes Nichtgrüßen reicht dafür nicht.
Welche Aussagen zur Hausordnung eines Einkaufszentrums treffen zu?
- A) Sie ist ein Gesetz im Sinne des Strafrechts
- B) Sie ist keine staatliche Rechtsnorm
- C) Der Betreiber kann sie über sein Hausrecht durchsetzen
- D) Ein Verstoß ist immer eine Ordnungswidrigkeit
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Die Hausordnung ist keine staatliche Norm, sondern Ausdruck des Hausrechts. Wer gegen sie verstößt, kann des Hauses verwiesen werden. Strafbar wird es erst, wenn er trotz Aufforderung bleibt.
Was ist mit subjektivem Recht gemeint?
- A) Die persönliche Meinung eines Richters zu einem Fall
- B) Die Gesamtheit aller geltenden Gesetze in Deutschland
- C) Die Befugnis einer Person, die sich aus der Rechtsordnung ergibt
- D) Das Recht, das sich jemand nach eigenem Gerechtigkeitsgefühl selbst setzt
Lösung anzeigen
Richtig: C. Subjektives Recht ist die Befugnis des Einzelnen, zum Beispiel der Herausgabeanspruch des Eigentümers. Die Gesamtheit aller Normen ist das objektive Recht.
Zu welcher Art von Recht gehört die Strafprozessordnung?
- A) Zum formellen Recht, weil sie das Verfahren regelt
- B) Zum materiellen Recht, weil sie Straftaten beschreibt
- C) Zum Gewohnheitsrecht, weil sie auf alter Übung beruht
- D) Zum Privatrecht, weil sie Bürger untereinander betrifft
Lösung anzeigen
Richtig: A. Die StPO regelt, wie ein Strafverfahren abläuft, und ist damit formelles Recht. Welche Taten strafbar sind, steht im StGB, also im materiellen Recht.
Zum Thema Was ist Recht? Rechtsnormen einfach erklärt →
Öffentliches Recht und Privatrecht unterscheiden
Welche Rechtsgebiete gehören zum öffentlichen Recht?
- A) Strafrecht
- B) Kaufvertragsrecht nach BGB
- C) Gewerberecht
- D) Gesellschaftsrecht
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Strafrecht und Gewerberecht regeln das Verhältnis zwischen Staat und Bürger und sind öffentliches Recht. Kaufvertrags- und Gesellschaftsrecht gehören zum Privatrecht.
Was kennzeichnet typischerweise ein privatrechtliches Rechtsverhältnis?
- A) Eine Behörde entscheidet einseitig durch Bescheid
- B) Die Beteiligten stehen sich gleichgeordnet gegenüber
- C) Es dient immer dem Allgemeininteresse
- D) Es kann nur vor dem Verwaltungsgericht geklärt werden
Lösung anzeigen
Richtig: B. Im Privatrecht stehen sich die Beteiligten auf Augenhöhe gegenüber, Rechte entstehen vor allem durch Verträge. Einseitige Entscheidungen durch Bescheid sind typisch für das öffentliche Recht.
Eine Stadt beauftragt eine Sicherheitsfirma mit der Bewachung ihres Rathauses. Welche Art von Vertrag liegt vor?
- A) Ein öffentlich-rechtlicher Vertrag, weil eine Behörde beteiligt ist
- B) Eine Beleihung mit hoheitlichen Befugnissen
- C) Ein Verwaltungsakt gegenüber der Sicherheitsfirma
- D) Ein privatrechtlicher Vertrag nach BGB
Lösung anzeigen
Richtig: D. Beauftragt der Staat eine Firma mit einer Dienstleistung, handelt er wie ein privater Kunde. Der Bewachungsvertrag bleibt ein privatrechtlicher Dienstvertrag. Eine Beleihung braucht eine gesetzliche Grundlage.
Warum gehört das Strafrecht zum öffentlichen Recht?
- A) Weil Strafsachen vor dem Verwaltungsgericht verhandelt werden
- B) Weil der Strafanspruch dem Staat zusteht und nicht dem Opfer
- C) Weil nur Beamte Straftaten begehen können
- D) Weil das Opfer die Strafe selbst festsetzt
Lösung anzeigen
Richtig: B. Bestraft wird vom Staat, nicht vom Geschädigten. Strafsachen verhandeln allerdings die ordentlichen Gerichte, nicht die Verwaltungsgerichte.
Nach einem Ladendiebstahl laufen ein Strafverfahren und eine Schadensersatzforderung des Geschäfts. Wie ordnest du zu?
- A) Beides gehört zum Privatrecht
- B) Das Strafverfahren ist öffentliches Recht
- C) Die Schadensersatzforderung ist Privatrecht
- D) Beides gehört zum öffentlichen Recht
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Ein Vorfall kann beide Rechtsgebiete berühren. Der Staat verfolgt die Straftat, das Geschäft macht seinen Schaden zivilrechtlich geltend.
Welche Aussage zur Sonderrechtstheorie ist richtig?
- A) Es kommt darauf an, ob die Norm einen Bürger zu einem Tun verpflichtet
- B) Es kommt darauf an, ob die Norm gerade einen Hoheitsträger berechtigt oder verpflichtet
- C) Es kommt darauf an, ob die Norm in einem vom Bundestag beschlossenen Bundesgesetz steht
- D) Es kommt darauf an, ob die Einhaltung der Norm vor einem staatlichen Gericht geprüft werden kann
Lösung anzeigen
Richtig: B. Nach der Sonderrechtstheorie kommt es darauf an, ob die Norm gerade einen Träger hoheitlicher Gewalt berechtigt oder verpflichtet. Auch das BGB ist ein Bundesgesetz und trotzdem Privatrecht.
Zum Thema Öffentliches Recht und Privatrecht unterscheiden →
Welches Gesetz gilt? Normenhierarchie und Vorrang
Was regelt Art. 31 GG?
- A) Gesetze gelten erst nach Zustimmung aller Länder
- B) Landesrecht geht Bundesrecht vor, wenn es jünger ist
- C) Bundesrecht bricht Landesrecht
- D) Völkerrecht geht dem Grundgesetz vor
Lösung anzeigen
Richtig: C. Art. 31 GG ordnet an, dass Bundesrecht Landesrecht bricht. Das jüngere Landesrecht setzt sich gegen Bundesrecht nicht durch, die Regel lex posterior gilt nur zwischen gleichrangigen Normen.
Welche Aussagen zur Bewachungsverordnung treffen zu?
- A) Sie ist eine Rechtsverordnung
- B) Sie ist ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz
- C) Sie beruht auf einer Ermächtigung in §34a GewO
- D) Sie ist eine Satzung der Berufsgenossenschaft
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Die BewachV ist eine Rechtsverordnung, die auf der Ermächtigung in §34a GewO beruht. Satzungen der Unfallversicherungsträger sind die Unfallverhütungsvorschriften wie die DGUV Vorschrift 23.
Eine deutsche Vorschrift widerspricht einer EU-Verordnung. Was gilt?
- A) Die deutsche Vorschrift ist automatisch nichtig
- B) Die deutsche Vorschrift gilt, weil das Grundgesetz vorgeht
- C) Es gilt die Vorschrift, die zuletzt erlassen wurde
- D) Die EU-Verordnung wird vorrangig angewendet
Lösung anzeigen
Richtig: D. EU-Recht hat Anwendungsvorrang. Die widersprechende deutsche Norm wird im Konfliktfall nicht angewendet, sie wird aber nicht nichtig.
Die Dienstanweisung verlangt, Taschen von Besuchern notfalls gegen deren Willen zu durchsuchen. Was gilt?
- A) Die Dienstanweisung kann keine Befugnisse gegenüber Dritten schaffen
- B) Du musst die Anweisung befolgen, weil sie vom Arbeitgeber kommt
- C) Die Anweisung gilt, wenn der Auftraggeber vorher schriftlich zugestimmt hat
- D) Eine Durchsuchung gegen den Willen ist durch die Anweisung gedeckt
Lösung anzeigen
Richtig: A. Die Dienstanweisung steht unter allen Gesetzen. Eine Durchsuchung gegen den Willen ist durch kein Jedermannsrecht gedeckt, daran ändern weder Arbeitgeber noch Auftraggeber etwas.
Welche Regeln helfen, wenn sich zwei Normen widersprechen?
- A) Die mildere Norm geht immer vor
- B) Die speziellere Norm geht der allgemeineren vor
- C) Die höherrangige Norm geht der niederrangigen vor
- D) Die Norm mit der höheren Strafe geht vor
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Die Kollisionsregeln lauten: höherrangiges vor niederrangigem Recht, spezielles vor allgemeinem Recht und bei gleichem Rang jüngeres vor älterem Recht.
Was braucht eine Rechtsverordnung immer?
- A) Die Zustimmung der Bevölkerung in einer Abstimmung
- B) Eine Ermächtigung in einem Gesetz
- C) Die Unterschrift des Bundesverfassungsgerichts
- D) Einen Beschluss des Europäischen Parlaments
Lösung anzeigen
Richtig: B. Nach Art. 80 GG darf die Exekutive Rechtsverordnungen nur aufgrund einer gesetzlichen Ermächtigung erlassen, die Inhalt, Zweck und Ausmaß bestimmt.
Zum Thema Welches Gesetz gilt? Normenhierarchie und Vorrang →
Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive, Judikative
Welche drei Gewalten nennt Art. 20 Abs. 2 GG?
- A) Regierung, Verwaltung und Polizei
- B) Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung
- C) Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundespräsident
- D) Bund, Länder und Gemeinden
Lösung anzeigen
Richtig: B. Art. 20 Abs. 2 GG nennt Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung. Bund, Länder und Gemeinden beschreiben die vertikale Aufteilung, also den Föderalismus.
Welche Stellen gehören zur Exekutive?
- A) Die Staatsanwaltschaft
- B) Das Amtsgericht
- C) Die Landespolizei
- D) Der Landtag
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Polizei und Staatsanwaltschaft vollziehen Gesetze und gehören zur Exekutive. Gerichte sind Judikative, Landtage sind Legislative.
Wer erlässt eine Rechtsverordnung wie die Bewachungsverordnung?
- A) Der Bundestag in einem eigenen förmlichen Gesetzgebungsverfahren
- B) Das Bundesverfassungsgericht
- C) Die Exekutive aufgrund einer gesetzlichen Ermächtigung
- D) Die Industrie- und Handelskammer als Prüfungsstelle
Lösung anzeigen
Richtig: C. Rechtsverordnungen erlässt die Exekutive, also Regierung oder Ministerium, und zwar nur aufgrund einer Ermächtigung im Gesetz. Das ist ein Beispiel für Gewaltenverschränkung.
Was bedeutet Gewaltenverschränkung?
- A) Die Gewalten sind streng getrennt und haben untereinander keinerlei Kontakt
- B) Die Gewalten greifen ineinander und kontrollieren sich gegenseitig
- C) Eine Gewalt darf die anderen beiden jederzeit ersetzen
- D) Die Gewalten werden im Notfall zusammengelegt
Lösung anzeigen
Richtig: B. In Deutschland sind die Gewalten nicht hermetisch getrennt. Der Bundestag wählt den Kanzler, die Regierung erlässt Verordnungen, Gerichte kontrollieren die Verwaltung.
Der Filialleiter möchte, dass du einen festgehaltenen Ladendieb befragst, bis er gesteht. Welche Aussagen treffen zu?
- A) Ermittlungen sind Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft
- B) Du darfst ihn befragen, solange du ihn nicht schlägst
- C) Über Schuld und Strafe entscheidet ein Gericht
- D) Ein Geständnis gegenüber dir ersetzt das Strafverfahren
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Ermitteln ist Aufgabe der Exekutive, Urteilen Aufgabe der Judikative. Du hältst fest, rufst die Polizei und dokumentierst. Ein Verhör mit dem Ziel eines Geständnisses steht dir nicht zu.
Zu welcher Gewalt gehört ein privater Sicherheitsdienst?
- A) Zur Exekutive, weil er für Sicherheit sorgt
- B) Zur Judikative, wenn er Hausverbote ausspricht
- C) Als vierte Gewalt neben den drei Staatsgewalten
- D) Zu keiner, er handelt privatrechtlich
Lösung anzeigen
Richtig: D. Private Sicherheitsdienste sind keine Staatsorgane. Sie handeln auf Grundlage von Verträgen und Jedermannsrechten. Hoheitliche Aufgaben hätten sie nur bei einer gesetzlichen Beleihung.
Zum Thema Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive, Judikative →
Föderalismus: Bund, Länder und Sicherheitsaufgaben
Wer ist nach Art. 30 GG grundsätzlich für staatliche Aufgaben zuständig?
- A) Der Bund, soweit die Länder nichts anderes regeln
- B) Die Länder, soweit das Grundgesetz nichts anderes bestimmt
- C) Die Gemeinden, weil sie den Bürgern am nächsten sind
- D) Die Europäische Union bei allen grenzüberschreitenden Themen
Lösung anzeigen
Richtig: B. Nach Art. 30 GG sind die Länder zuständig, soweit das Grundgesetz nichts anderes bestimmt. Der Bund braucht also immer eine ausdrückliche Kompetenz.
Für welche Bereiche hat der Bund die Gesetzgebung, sodass die Regeln bundesweit gleich sind?
- A) Waffenrecht
- B) Allgemeines Polizeirecht
- C) Gewerberecht mit §34a GewO
- D) Kommunalrecht
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Waffenrecht ist ausschließliche Gesetzgebung des Bundes, das Gewerberecht hat der Bund im Rahmen der konkurrierenden Gesetzgebung geregelt. Polizei- und Kommunalrecht sind Ländersache.
Wer erteilt die Erlaubnis nach §34a GewO?
- A) Das Bundesinnenministerium über seine Außenstellen
- B) Das Statistische Bundesamt
- C) Die Bundespolizei
- D) Die zuständige Behörde des jeweiligen Landes
Lösung anzeigen
Richtig: D. Die Gewerbeordnung ist Bundesrecht, wird aber nach Art. 83 GG von den Ländern ausgeführt. Welche Behörde zuständig ist, legt jedes Land fest. Das Statistische Bundesamt führt nur das Bewacherregister.
Du arbeitest für ein Wochenende auf einer Veranstaltung in einem anderen Bundesland. Was gilt für deine Befugnisse?
- A) Sie richten sich nach dem dortigen Polizeigesetz
- B) Sie gelten dort erst nach einer neuen Unterrichtung
- C) Sie sind gleich, weil sie auf Bundesrecht beruhen
- D) Sie sind weiter, wenn das Land es per Verordnung erlaubt
Lösung anzeigen
Richtig: C. Notwehr, Festnahmerecht und Selbsthilferechte stehen in Bundesgesetzen. Das Landespolizeigesetz regelt nur Befugnisse der Polizei und gibt Wachpersonen nirgends zusätzliche Rechte.
Welche Aussagen zur Polizei im Bundesstaat treffen zu?
- A) Die allgemeine Polizei ist Sache der Länder
- B) Es gibt nur ein einheitliches Polizeigesetz für ganz Deutschland
- C) Die Bundespolizei ist unter anderem für den Grenzschutz zuständig
- D) Die Landespolizei untersteht dem Bundesinnenministerium
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Jedes Land hat seine eigene Polizei und sein eigenes Polizeigesetz. Der Bund hat mit Bundespolizei und Bundeskriminalamt nur Behörden für bestimmte Aufgaben.
Seit der Föderalismusreform 2006 ist welches Rechtsgebiet Sache der Länder?
- A) Das Waffen- und Sprengstoffrecht
- B) Das Versammlungsrecht
- C) Das Strafrecht
- D) Das Gewerberecht
Lösung anzeigen
Richtig: B. Mit der Föderalismusreform 2006 ging die Gesetzgebung für das Versammlungsrecht auf die Länder über. Wo ein Land kein eigenes Gesetz erlassen hat, gilt das Versammlungsgesetz des Bundes fort.
Zum Thema Föderalismus: Bund, Länder und Sicherheitsaufgaben →
Das staatliche Gewaltmonopol
Was bedeutet das staatliche Gewaltmonopol?
- A) Nur Beamte dürfen sich gegen Angriffe wehren
- B) Rechtmäßige Gewalt geht vom Staat aus oder ist vom Staat gesetzlich erlaubt
- C) Private Sicherheitsdienste dürfen unter keinen Umständen körperlichen Zwang anwenden
- D) Der Staat darf Gewalt ohne gesetzliche Grundlage einsetzen
Lösung anzeigen
Richtig: B. Gewalt ist nur rechtmäßig, wenn der Staat sie ausübt oder durch Gesetz erlaubt. Deshalb dürfen auch Privatpersonen in Notwehr Zwang anwenden. Der Staat selbst ist ebenfalls an das Gesetz gebunden.
Woraus wird das Gewaltmonopol im Grundgesetz abgeleitet?
- A) Aus einem eigenen Artikel, der ausdrücklich die Überschrift Gewaltmonopol trägt
- B) Aus den Grundsätzen in Art. 20 GG und dem Rechtsstaatsprinzip
- C) Aus dem Widerstandsrecht des Art. 20 Abs. 4 GG
- D) Aus der Bewachungsverordnung
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das Wort Gewaltmonopol steht nicht im Grundgesetz. Es ergibt sich aus Art. 20 GG, dem Rechtsstaatsprinzip, der Rechtsweggarantie und dem Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG.
Welche Befugnisse sind vom Staat gesetzlich erlaubte Ausnahmen, die das Gewaltmonopol nicht verletzen?
- A) Notwehr nach §32 StGB
- B) Ein vom Auftraggeber angeordneter Platzverweis im öffentlichen Straßenraum
- C) Vorläufige Festnahme nach §127 Abs. 1 StPO
- D) Eine Bestrafung des Täters durch die Wachperson nach Hausordnung
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Notwehr und Festnahmerecht sind Jedermannsrechte, die der Gesetzgeber erlaubt hat. Einen Platzverweis im öffentlichen Raum kann nur eine Behörde aussprechen, und Strafen verhängen nur Gerichte.
Der Clubbetreiber verlangt, dass du einem Dieb vor dem Eintreffen der Polizei eine Abreibung verpasst. Was gilt?
- A) Das ist erlaubt, wenn der Dieb auf frischer Tat betroffen wurde
- B) Das ist erlaubt, weil der Betreiber Inhaber des Hausrechts ist
- C) Das ist verboten, Strafen ist Sache der Gerichte
- D) Das ist erlaubt, wenn der Schaden über 50 Euro liegt
Lösung anzeigen
Richtig: C. Eine Abreibung ist Strafe und damit Selbstjustiz. Sie wäre eine Körperverletzung. Erlaubt ist nur, den Täter festzuhalten und einen Angriff abzuwehren.
Welche Voraussetzungen müssen für eine Selbsthilfe nach §229 BGB vorliegen?
- A) Wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist
- B) Wenn der Anspruch höher als 1.000 Euro ist
- C) Wenn der Auftraggeber sie schriftlich angeordnet hat
- D) Wenn sonst der Anspruch vereitelt oder wesentlich erschwert würde
Lösung anzeigen
Richtig: A und D. Selbsthilfe ist nur eine Überbrückung, wenn der Staat nicht rechtzeitig helfen kann und sonst der Anspruch verloren ginge. Eine Wertgrenze oder eine Anordnung des Auftraggebers ersetzt diese Voraussetzungen nicht.
Was regelt §34a Abs. 5 GewO zu den Rechten von Wachpersonen gegenüber Dritten?
- A) Dieselben Befugnisse wie Polizeivollzugsbeamte, solange sie im Dienst sind
- B) Nur Jedermannsrechte sowie vertraglich oder gesetzlich übertragene Rechte
- C) Mit bestandener Sachkundeprüfung zusätzliche eigene Zwangsbefugnisse
- D) Alle Rechte, die der Arbeitgeber in der Dienstanweisung aufführt
Lösung anzeigen
Richtig: B. §34a Abs. 5 GewO beschränkt die Befugnisse auf Jedermannsrechte, vertraglich übertragene Selbsthilferechte und gesetzlich übertragene Befugnisse, unter Beachtung der Erforderlichkeit. Die Sachkundeprüfung bringt keine zusätzlichen Rechte.
Zum Thema Das staatliche Gewaltmonopol →
Hoheitliche Rechte: Was die Polizei darf und du nicht
Was kennzeichnet hoheitliche Rechte?
- A) Sie stehen jedem Bürger in Notsituationen zu
- B) Sie erlauben einseitige Eingriffe, die mit Zwang durchgesetzt werden können
- C) Sie entstehen durch einen Vertrag mit dem Auftraggeber
- D) Sie brauchen eine Ermächtigungsgrundlage in einem Gesetz
Lösung anzeigen
Richtig: B und D. Hoheitliche Rechte erlauben dem Staat einseitige, zwangsweise durchsetzbare Eingriffe und brauchen immer eine gesetzliche Ermächtigung. Rechte, die jedem zustehen oder durch Vertrag entstehen, sind gerade keine hoheitlichen Rechte.
Eine Gruppe blockiert in der Fußgängerzone den Eingang eines Geschäfts. Der Inhaber bittet dich um einen Platzverweis. Was gilt?
- A) Du darfst den Platzverweis erteilen, weil der Inhaber dich ausdrücklich damit beauftragt hat
- B) Du darfst ihn erteilen, wenn du die Sachkundeprüfung bestanden hast
- C) Einen Platzverweis im öffentlichen Raum können nur Polizei oder Ordnungsbehörde erteilen
- D) Du darfst ihn erteilen, wenn die Gruppe nach zehn Minuten nicht freiwillig geht
Lösung anzeigen
Richtig: C. Im öffentlichen Straßenraum hat der Ladeninhaber kein Hausrecht, das er übertragen könnte. Der Platzverweis ist eine hoheitliche Maßnahme. Du kannst nur bitten, beobachten und die Behörden informieren.
Was muss die Dienstanweisung nach §17 BewachV unter anderem klarstellen?
- A) Dass die Wachperson im Notfall vorübergehend polizeiliche Befugnisse erhält
- B) Dass die Wachperson nicht die Befugnisse eines Polizeivollzugsbeamten hat
- C) Dass die Wachperson dem Polizeipräsidium unterstellt ist
- D) Dass die Wachperson Ausweise von Besuchern erzwingen darf
Lösung anzeigen
Richtig: B. §17 BewachV verlangt den ausdrücklichen Hinweis, dass Wachpersonen weder Eigenschaft noch Befugnisse eines Polizeivollzugsbeamten oder anderen Behördenbediensteten besitzen.
Wodurch kann eine Privatperson ausnahmsweise hoheitliche Befugnisse erhalten?
- A) Durch eine Beleihung aufgrund eines Gesetzes
- B) Durch eine Vollmacht des Hausrechtsinhabers
- C) Durch das Tragen einer Dienstkleidung mit Aufschrift Security
- D) Durch eine Anweisung des Objektleiters
Lösung anzeigen
Richtig: A. Nur ein Gesetz kann Private mit hoheitlichen Aufgaben beleihen, etwa §16a LuftSiG bei Luftsicherheitskontrollen. Vollmacht, Dienstkleidung oder Anweisungen schaffen keine Hoheitsrechte.
Ein Besucher weigert sich, am Werkstor seinen Ausweis zu zeigen. Es liegt keine Straftat vor. Was darfst du?
- A) Ihn festhalten, bis er den Ausweis zeigt
- B) Ihm den Zutritt zum Werksgelände verweigern
- C) Seine Jacke nach dem Ausweis durchsuchen
- D) Den Auftraggeber oder die zuständige Stelle informieren
Lösung anzeigen
Richtig: B und D. Ohne Straftat auf frischer Tat gibt es kein Festhalterecht, und eine Durchsuchung ist nur mit Einwilligung möglich. Über das Hausrecht kannst du aber den Zutritt davon abhängig machen, dass er sich ausweist.
Für wen gilt §127 Abs. 2 StPO, also die vorläufige Festnahme bei Gefahr im Verzug, wenn die Voraussetzungen eines Haftbefehls vorliegen?
- A) Für jedermann
- B) Für Wachpersonen mit Sachkundeprüfung
- C) Für Ladendetektive im Auftrag des Geschäfts
- D) Für Staatsanwaltschaft und Polizeibeamte
Lösung anzeigen
Richtig: D. Absatz 2 ist eine hoheitliche Befugnis von Staatsanwaltschaft und Polizei. Für Wachpersonen gilt nur das Jedermannsrecht aus Absatz 1, also die Festnahme auf frischer Tat.
Zum Thema Hoheitliche Rechte: Was die Polizei darf und du nicht →
Private Sicherheit neben dem Staat
Worin unterscheidet sich der Schutzauftrag eines privaten Sicherheitsdienstes von dem der Polizei?
- A) Er schützt bestimmte Rechtsgüter seines Auftraggebers
- B) Er schützt die Allgemeinheit mit hoheitlichen Mitteln
- C) Er beruht auf einem Vertrag mit dem Kunden
- D) Er ist für die Verfolgung aller Straftaten im Objekt zuständig
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Private Sicherheit schützt Rechtsgüter einzelner Kunden auf Grundlage eines Vertrags. Schutz der Allgemeinheit mit hoheitlichen Mitteln und Strafverfolgung sind Aufgaben des Staates.
Wer braucht die Erlaubnis nach §34a Abs. 1 GewO?
- A) Jede einzelne Wachperson vor ihrem ersten Einsatz in einem fremden Objekt
- B) Nur Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten
- C) Wer gewerbsmäßig Leben oder Eigentum fremder Personen bewachen will
- D) Jeder Hausmeister, der abends die Türen abschließt
Lösung anzeigen
Richtig: C. Die Erlaubnis braucht der Gewerbetreibende, der gewerbsmäßig fremdes Leben oder Eigentum bewacht. Wachpersonen brauchen keine eigene Erlaubnis, sondern Zuverlässigkeit und Unterrichtung oder Sachkundeprüfung.
Für welche Tätigkeiten verlangt §34a Abs. 1a GewO die Sachkundeprüfung statt der Unterrichtung?
- A) Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum
- B) Bewachung eines Bürogebäudes nachts
- C) Schutz vor Ladendieben
- D) Empfangsdienst in einer Firma
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Die Sachkundeprüfung ist unter anderem für Streifen im öffentlichen Verkehrsraum, Ladendetektive, Einlass in Diskotheken und leitende Funktionen in Flüchtlingsunterkünften und bei Großveranstaltungen Pflicht.
Was gilt für den Begriff privates Sicherheitsmonopol?
- A) Er beschreibt das Recht der Firmen, im Objekt Hoheitsrechte auszuüben
- B) Er bedeutet, dass nur eine Firma pro Stadt tätig sein darf
- C) Er ist irreführend, weil das Gewerbe keine eigene Staatsgewalt hat
- D) Er beschreibt die Pflicht der Polizei, private Dienste vorrangig einzusetzen
Lösung anzeigen
Richtig: C. Ein privates Monopol gibt es nicht. Das Sicherheitsgewerbe arbeitet im Rahmen des staatlichen Gewaltmonopols mit Jedermannsrechten und vertraglichen Rechten.
Ein Patient bedroht in der Notaufnahme eine Pflegekraft und kündigt beim Gehen an, mit Freunden zurückzukommen. Was ist deine Aufgabe, nachdem er das Gelände verlassen hat?
- A) Ihm folgen und ihn an der Rückkehr hindern
- B) Die Polizei informieren und die Drohung dokumentieren
- C) Seine Wohnanschrift ermitteln und ihn dort aufsuchen
- D) Ihn auf der Straße festhalten, bis er sich entschuldigt
Lösung anzeigen
Richtig: B. Außerhalb des Objekts endet deine Zuständigkeit. Die angekündigte Rückkehr ist ein Fall für die Polizei. Du sorgst für eine genaue Dokumentation und sicherst mit der Schichtleitung den Eingang.
Was bewirkt die bestandene Sachkundeprüfung nach §34a GewO?
- A) Sie verleiht polizeiähnliche Befugnisse im Dienst
- B) Sie erlaubt das Führen von Schusswaffen ohne weitere Erlaubnis
- C) Sie berechtigt zu Durchsuchungen bei Verdacht
- D) Sie ist Zugangsvoraussetzung für bestimmte Tätigkeiten
Lösung anzeigen
Richtig: D. Die Sachkundeprüfung ist eine Berufszugangsvoraussetzung. Zusätzliche Rechte gegenüber Dritten bringt sie nicht, auch keine waffenrechtliche Erlaubnis.
Zum Thema Private Sicherheit neben dem Staat →
Public Private Partnership im Sicherheitsbereich
Was versteht man im Sicherheitsbereich unter Public Private Partnership?
- A) Die vollständige Übertragung der Polizeiaufgaben auf private Sicherheitsfirmen einer Region
- B) Die geregelte Zusammenarbeit von staatlichen Stellen und privaten Sicherheitsunternehmen
- C) Den Zusammenschluss mehrerer Sicherheitsfirmen zu einem Verband
- D) Die Anstellung von Wachpersonen als Beamte auf Zeit
Lösung anzeigen
Richtig: B. PPP bedeutet Zusammenarbeit zwischen Staat und Privaten. Polizeiaufgaben werden dabei nicht übertragen, das Gewaltmonopol bleibt beim Staat.
Deine Firma hat eine Kooperationsvereinbarung mit der Polizei geschlossen. Was ändert sich an deinen Befugnissen?
- A) Du darfst Personalien im öffentlichen Raum feststellen
- B) Du darfst bei Verdacht Taschen durchsuchen
- C) Du erhältst für die Dauer der Vereinbarung die Befugnisse eines Hilfspolizisten
- D) Nichts, eine Vereinbarung schafft keine hoheitlichen Rechte
Lösung anzeigen
Richtig: D. Kooperationen regeln Meldewege und Abstimmung. Hoheitliche Befugnisse kann nur ein Gesetz übertragen.
Welche Aussagen zur Beleihung treffen zu?
- A) Sie braucht eine gesetzliche Grundlage
- B) Sie kann durch einen Bewachungsvertrag mit einer Behörde vereinbart werden
- C) Ein Beispiel sind Luftsicherheitskontrollen an Flughäfen
- D) Sie entsteht automatisch, wenn eine Behörde Auftraggeber ist
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Beleihung ist die Übertragung hoheitlicher Befugnisse durch oder aufgrund eines Gesetzes, etwa nach §16a LuftSiG. Ein Vertrag oder die Behörde als Kunde reicht dafür nicht.
Auf einem städtischen Weihnachtsmarkt findest du einen herrenlosen Rucksack. Was ist richtig?
- A) Du öffnest ihn, um den Eigentümer zu ermitteln
- B) Du meldest den Fund sofort über den vereinbarten Meldeweg an Einsatzleitung und Polizei
- C) Du sperrst eigenständig die angrenzende öffentliche Straße
- D) Du bittest Besucher freundlich, Abstand zu halten, bis die Polizei entscheidet
Lösung anzeigen
Richtig: B und D. Du meldest sofort und hältst Menschen auf Abstand, ohne den Gegenstand zu berühren. Absperrung und Räumung des öffentlichen Raums ordnet die Polizei an.
Was gilt für den Austausch von Informationen über Personen in einer Sicherheitspartnerschaft?
- A) Er ist ohne Einschränkung erlaubt, weil alle Partner zur Verschwiegenheit verpflichtet sind
- B) Er braucht eine Rechtsgrundlage nach dem Datenschutzrecht
- C) Er ist nur verboten, wenn die Person minderjährig ist
- D) Er ist immer erlaubt, wenn die Polizei danach fragt
Lösung anzeigen
Richtig: B. Auch in einer Partnerschaft gilt die DSGVO. Personenbezogene Daten dürfen nur mit Rechtsgrundlage weitergegeben werden, etwa bei der Anzeige einer Straftat oder zur Gefahrenabwehr.
Eine Stadt beauftragt einen Sicherheitsdienst mit dem Schutz ihres Jobcenters. Welche Rechte hat die Wachperson dort?
- A) Hoheitliche Befugnisse als Teil der Stadtverwaltung
- B) Die Befugnisse eines kommunalen Ordnungsdienstes
- C) Jedermannsrechte und das übertragene Hausrecht
- D) Alle Rechte, die das Polizeigesetz der Polizei einräumt
Lösung anzeigen
Richtig: C. Ein Bewachungsauftrag einer Behörde ist ein privatrechtlicher Vertrag. Die Wachperson handelt mit Jedermannsrechten und dem Hausrecht, das ihr die Behörde überträgt.
Zum Thema Public Private Partnership im Sicherheitsbereich →
Öffentliche Sicherheit und öffentliche Ordnung: die Begriffe
Welche Schutzgüter gehören zur öffentlichen Sicherheit?
- A) Die Unverletzlichkeit der Rechtsordnung
- B) Die ungeschriebenen Regeln des Anstands
- C) Die Rechtsgüter des Einzelnen wie Leben, Gesundheit und Eigentum
- D) Die wirtschaftlichen Interessen des Auftraggebers
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Zur öffentlichen Sicherheit gehören die Rechtsordnung, die Rechte und Rechtsgüter des Einzelnen sowie der Bestand des Staates und seiner Einrichtungen. Ungeschriebene Regeln fallen unter die öffentliche Ordnung.
Was versteht man unter öffentlicher Ordnung?
- A) Alle geschriebenen Gesetze, die Polizei und Ordnungsamt durchsetzen dürfen
- B) Die Hausordnung öffentlicher Gebäude
- C) Ungeschriebene Regeln, die als unerlässlich für das Zusammenleben gelten
- D) Die Dienstvorschriften der Polizei
Lösung anzeigen
Richtig: C. Öffentliche Ordnung meint ungeschriebene Verhaltensregeln. Sobald ein Verhalten gesetzlich geregelt ist, gehört es zur öffentlichen Sicherheit.
Jemand führt in der Innenstadt ein verbotenes Messer. Welches Schutzgut ist betroffen?
- A) Nur die öffentliche Ordnung
- B) Die öffentliche Sicherheit, weil gegen ein Gesetz verstoßen wird
- C) Gar keines, solange niemand verletzt wird
- D) Nur das Hausrecht der Geschäfte, vor denen sich die Person gerade aufhält
Lösung anzeigen
Richtig: B. Jeder Verstoß gegen geschriebenes Recht berührt die öffentliche Sicherheit. Ein Schaden muss dafür noch nicht eingetreten sein.
Ein Mieter zahlt seit Monaten keine Miete. Der Vermieter ruft die Polizei. Was gilt?
- A) Die Polizei muss die Miete sofort eintreiben
- B) Die Polizei darf den Mieter aus der Wohnung setzen
- C) Für rein private Ansprüche sind grundsätzlich die Zivilgerichte zuständig
- D) Die Polizei hilft nur, wenn gerichtlicher Schutz nicht rechtzeitig zu erlangen wäre
Lösung anzeigen
Richtig: C und D. Private Rechte schützt die Polizei nur ausnahmsweise, wenn gerichtliche Hilfe zu spät käme und das Recht sonst vereitelt würde. Mietschulden sind ein Fall für das Zivilgericht.
Warum spielt die öffentliche Ordnung in der Praxis heute nur noch eine kleine Rolle?
- A) Weil sie vor Jahren mit einer Änderung des Grundgesetzes ausdrücklich abgeschafft wurde
- B) Weil fast alles gesetzlich geregelt ist und Wertvorstellungen auseinandergehen
- C) Weil sie nur noch für private Sicherheitsdienste gilt
- D) Weil die Europäische Union sie verboten hat
Lösung anzeigen
Richtig: B. Was gesetzlich geregelt ist, fällt unter die öffentliche Sicherheit. Für den Rest gibt es in einer vielfältigen Gesellschaft kaum allgemein anerkannte ungeschriebene Regeln, deshalb wird der Begriff eng ausgelegt.
Wer ist für die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit zuständig?
- A) Private Sicherheitsdienste im Auftrag der Kommune
- B) Die Industrie- und Handelskammer
- C) Jeder Bürger in gleichem Maße wie der Staat
- D) Polizei und Ordnungsbehörden
Lösung anzeigen
Richtig: D. Gefahrenabwehr ist eine staatliche Aufgabe. Private Dienste schützen nur die Rechtsgüter ihres Auftraggebers mit Jedermannsrechten und übertragenem Hausrecht.
Zum Thema Öffentliche Sicherheit und öffentliche Ordnung: die Begriffe →
Der Gefahrenbegriff: konkrete, abstrakte, gegenwärtige Gefahr
Was gehört zur Definition der Gefahr im Polizeirecht?
- A) Ein Schaden ist mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu erwarten
- B) Der Schaden muss bereits eingetreten sein
- C) Der Schaden droht in absehbarer Zeit
- D) Eine Person muss sich subjektiv bedroht fühlen
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Gefahr bedeutet, dass ohne Eingreifen in absehbarer Zeit mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein Schaden eintritt. Eingetreten sein muss er noch nicht, und ein bloßes Bedrohungsgefühl genügt nicht.
Leinenpflicht für Hunde in Parks wird per Verordnung angeordnet. Auf welche Art von Gefahr stützt sie sich?
- A) Auf eine gegenwärtige Gefahr
- B) Auf eine abstrakte Gefahr
- C) Auf eine Scheingefahr
- D) Auf Gefahr im Verzug
Lösung anzeigen
Richtig: B. Verordnungen regeln typische Situationen, die erfahrungsgemäß zu Schäden führen. Das ist eine abstrakte Gefahr. Einzelmaßnahmen setzen dagegen eine konkrete Gefahr voraus.
Wann ist eine Gefahr gegenwärtig?
- A) Wenn ein Schaden irgendwann in den nächsten Wochen oder Monaten möglich erscheint
- B) Wenn der Schaden unmittelbar bevorsteht oder schon begonnen hat und fortwirkt
- C) Wenn die Polizei bereits vor Ort ist
- D) Wenn sie in einer Verordnung beschrieben ist
Lösung anzeigen
Richtig: B. Gegenwärtig ist eine Gefahr, wenn der Schaden schon eingetreten ist und fortwirkt oder unmittelbar beziehungsweise in allernächster Zeit bevorsteht. Diese Stufe verlangen §34 StGB und §904 BGB.
Du riechst im Revierdienst starken Gasgeruch und alarmierst die Feuerwehr. Später stellt sich heraus, dass keine Gefahr bestand. Was lag vor?
- A) Eine Scheingefahr, weil du dich geirrt hast
- B) Gar keine Gefahr, dein Handeln war deshalb rechtswidrig
- C) Eine abstrakte Gefahr, die nur allgemeine Verordnungen rechtfertigen kann
- D) Eine Anscheinsgefahr, die wie eine echte Gefahr behandelt wird
Lösung anzeigen
Richtig: D. Bei der Anscheinsgefahr hätte ein besonnener Beobachter im Moment des Handelns eine Gefahr angenommen. Sie wird wie eine echte Gefahr behandelt. Eine Scheingefahr liegt nur vor, wenn es dafür keine objektiven Anhaltspunkte gab.
Was bedeutet Gefahr im Verzug?
- A) Eine besonders schwere Stufe der Gefahr, die nur für Leib oder Leben von Menschen gilt
- B) Ein Schaden würde eintreten, wenn man auf die eigentlich zuständige Stelle wartet
- C) Die Gefahr ist bereits vorbei und kann nicht mehr abgewendet werden
- D) Eine Gefahr, die von einer Menschenmenge ausgeht
Lösung anzeigen
Richtig: B. Gefahr im Verzug ist eine Eilregel. Sie erlaubt einer anderen Stelle zu handeln, weil das Warten auf die zuständige Stelle den Erfolg gefährden würde, etwa bei der Anordnung einer Durchsuchung.
Welche Situationen sind Beispiele für eine gemeine Gefahr im Sinne von §323c StGB?
- A) Ein Brand in einem Wohnhaus
- B) Ein Streit zweier Gäste über die Rechnung
- C) Ein Leck in einer Gasleitung
- D) Ein Kunde, der sich über lange Wartezeiten beschwert
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Eine gemeine Gefahr bedroht eine unbestimmte Zahl von Menschen oder erhebliche Sachwerte. Brand und Gasleck sind typische Beispiele. Streit und Beschwerden sind keine gemeine Gefahr.
Zum Thema Der Gefahrenbegriff: konkrete, abstrakte, gegenwärtige Gefahr →
Polizei und Ordnungsbehörden: wer wofür zuständig ist
Was bedeutet die Doppelfunktion der Polizei?
- A) Sie ist für Gefahrenabwehr zuständig
- B) Sie arbeitet gleichzeitig für Bund und Länder
- C) Sie ist für Strafverfolgung zuständig
- D) Sie ist zugleich Gericht und Ermittlungsbehörde
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Die Polizei wehrt Gefahren nach Landesrecht ab und verfolgt Straftaten nach der StPO. Urteile sprechen nur Gerichte.
Wer ist Herrin des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens?
- A) Die Polizei
- B) Das Ordnungsamt
- C) Die Staatsanwaltschaft
- D) Das zuständige Amtsgericht am Tatort
Lösung anzeigen
Richtig: C. Die Staatsanwaltschaft leitet das Ermittlungsverfahren. Die Polizei ermittelt mit ihr zusammen, viele Polizeibeamte sind Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft nach §152 GVG.
Im Trennsystem: Wann wird die Polizei bei der Gefahrenabwehr vor allem tätig?
- A) Nur wenn die Ordnungsbehörde sie vorher schriftlich um Amtshilfe bittet
- B) Wenn die Ordnungsbehörde nicht oder nicht rechtzeitig handeln kann
- C) Nur bei Gefahren, die vom Straßenverkehr ausgehen
- D) Erst nachdem ein Gericht die Gefahr festgestellt hat
Lösung anzeigen
Richtig: B. Die Ordnungsbehörden sind grundsätzlich zuerst zuständig. Die Polizei hat eine Eilzuständigkeit und ist deshalb nachts und in akuten Lagen meist die erste Ansprechpartnerin.
Für welche Aufgaben ist die Bundespolizei unter anderem zuständig?
- A) Grenzschutz
- B) Verkehrskontrollen auf Landstraßen
- C) Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes
- D) Erteilung der Erlaubnis nach §34a GewO
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Die Bundespolizei hat besondere Aufgaben wie Grenzschutz, Bahnpolizei und Luftsicherheit. Allgemeine Verkehrskontrollen macht die Landespolizei, die Bewachungserlaubnis erteilt eine Landesbehörde.
Nachts blockiert ein Auto auf öffentlicher Straße die Feuerwehrzufahrt deines Objekts. Was tust du?
- A) Du lässt es auf Kosten des Halters abschleppen
- B) Du informierst die Polizei, weil das Ordnungsamt nachts nicht erreichbar ist
- C) Du schiebst es mit Kollegen zur Seite
- D) Du wartest bis zum Dienstende und meldest es dann schriftlich deinem Auftraggeber
Lösung anzeigen
Richtig: B. Auf öffentlicher Straße hast du kein Hausrecht. Die Gefahrenabwehr ist Sache der Ordnungsbehörde, nachts greift die Eilzuständigkeit der Polizei.
Ein Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes spricht einen Platzverweis aus. Wie ist das einzuordnen?
- A) Er handelt hoheitlich als Teil der Ordnungsbehörde
- B) Er handelt wie ein privater Sicherheitsdienst mit Jedermannsrechten
- C) Er handelt nur mit dem Hausrecht der Stadt
- D) Er handelt rechtswidrig, weil nur die Polizei das darf
Lösung anzeigen
Richtig: A. Der kommunale Ordnungsdienst gehört zur Ordnungsbehörde und kann hoheitliche Maßnahmen nach dem Ordnungsrecht treffen. Ein privater Sicherheitsdienst im Auftrag der Stadt kann das nicht.
Zum Thema Polizei und Ordnungsbehörden: wer wofür zuständig ist →
Jedermannsrechte: die Rechtsgrundlagen der Wachperson
Auf welche Rechte dürfen sich Wachpersonen nach §34a Abs. 5 GewO gegenüber Dritten stützen?
- A) Auf Jedermannsrechte bei Notwehr, Notstand und Selbsthilfe
- B) Auf die Befugnisse aus dem Polizeigesetz des Landes
- C) Auf vom Auftraggeber vertraglich übertragene Selbsthilferechte
- D) Auf alle Rechte, die in der Hausordnung des Kunden stehen
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. §34a Abs. 5 GewO nennt Jedermannsrechte, vertraglich übertragene Selbsthilferechte und gesetzlich übertragene Befugnisse. Das Polizeigesetz gibt Wachpersonen keine Befugnisse, und die Hausordnung ist keine Rechtsgrundlage gegenüber Dritten.
Warum ist der entschuldigende Notstand nach §35 StGB keine Handlungsgrundlage für den Dienst?
- A) Weil er nur für Polizeibeamte gilt
- B) Weil er nur die Schuld entfallen lässt und die Tat rechtswidrig bleibt
- C) Weil er nur bei Angriffen von Tieren greift
- D) Weil er durch die Bewachungsverordnung für Wachpersonen ausdrücklich ausgeschlossen ist
Lösung anzeigen
Richtig: B. §35 StGB ist ein Entschuldigungsgrund. Er rechtfertigt die Tat nicht. Rechtfertigungsgründe wie Notwehr oder §34 StGB machen dagegen die Handlung rechtmäßig.
Ein Hund reißt sich los und geht auf ein Kind los. Du wehrst ihn mit einem Stock ab und verletzt ihn. Worauf stützt du dich, wenn niemand den Hund gehetzt hat?
- A) Auf Notwehr nach §32 StGB
- B) Auf das Festnahmerecht nach §127 Abs. 1 StPO
- C) Auf den defensiven Notstand nach §228 BGB
- D) Auf die Selbsthilfe nach §229 BGB
Lösung anzeigen
Richtig: C. Notwehr setzt einen Angriff durch einen Menschen voraus. Droht die Gefahr von einem Tier, greift §228 BGB, weil Tiere rechtlich wie Sachen behandelt werden.
Du hast einen Angreifer in Notwehr entwaffnet. Er liegt jetzt am Boden und wehrt sich nicht mehr. Worauf stützt du das weitere Festhalten?
- A) Weiterhin auf Notwehr, weil er dich kurz vorher mit einem Werkzeug angegriffen hat
- B) Auf §127 Abs. 1 StPO, wenn Fluchtverdacht besteht oder die Identität unklar ist
- C) Auf die Dienstanweisung deines Arbeitgebers
- D) Auf §34 StGB, weil er gefährlich aussieht
Lösung anzeigen
Richtig: B. Mit dem Ende des Angriffs endet die Notwehr. Für das Festhalten brauchst du eine neue Grundlage, das ist das Festnahmerecht auf frischer Tat mit seinen Voraussetzungen.
Welche Pflichten treffen jeden Menschen, also auch dich im Dienst?
- A) Hilfe bei Unglücksfällen, soweit erforderlich und zumutbar
- B) Personalien von Verdächtigen aufzunehmen
- C) Bestimmte geplante schwere Straftaten rechtzeitig anzuzeigen
- D) Jeden Ladendiebstahl selbst zu verfolgen
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. §323c StGB verlangt Hilfe bei Unglücksfällen, §138 StGB die Anzeige bestimmter geplanter Straftaten. Personalien aufnehmen oder Täter verfolgen ist keine allgemeine Pflicht.
Welches Jedermannsrecht erlaubt es, die Tasche eines Festgehaltenen gegen seinen Willen nach einem Ausweis oder nach Beweismitteln zu durchsuchen?
- A) Das Festnahmerecht nach §127 Abs. 1 StPO
- B) Die Besitzkehr nach §859 BGB
- C) Keines der Jedermannsrechte
- D) Die Selbsthilfe nach §229 BGB
Lösung anzeigen
Richtig: C. Keines der Jedermannsrechte gibt ein Durchsuchungsrecht. Das Festnahmerecht erlaubt nur das Festhalten. Die Durchsuchung ist Sache der Polizei.
Zum Thema Jedermannsrechte: die Rechtsgrundlagen der Wachperson →
Übertragenes Hausrecht und Bewachungsvertrag
Wer ist bei einer vermieteten Wohnung Inhaber des Hausrechts?
- A) Der Vermieter, weil er Eigentümer ist
- B) Der Mieter, weil er die Räume rechtmäßig nutzt
- C) Der Hausverwalter, weil er das Gebäude im Auftrag betreut
- D) Die Wachperson, die das Haus bewacht
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das Hausrecht steht dem rechtmäßigen Nutzer zu. Bei vermieteten Räumen ist das der Mieter, auch gegenüber dem Vermieter.
Welche Aussagen zum übertragenen Hausrecht treffen zu?
- A) Die Wachperson wird durch die Übertragung selbst Inhaberin des Hausrechts
- B) Übertragen wird die Ausübung, der Inhaber bleibt Inhaber
- C) Der Auftraggeber kann nicht mehr Rechte übertragen, als er selbst hat
- D) Mit dem Vertrag gilt das Hausrecht auch auf dem öffentlichen Gehweg vor dem Objekt
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Die Wachperson übt fremdes Hausrecht aus. Wo der Auftraggeber kein Hausrecht hat, etwa im öffentlichen Straßenraum, kann er es auch nicht übertragen.
Zwischen wem wird der Bewachungsvertrag geschlossen?
- A) Zwischen Wachperson und Auftraggeber
- B) Zwischen Bewachungsunternehmen und Gewerbeamt
- C) Zwischen Auftraggeber und Bewachungsunternehmen
- D) Zwischen Wachperson und Industrie- und Handelskammer
Lösung anzeigen
Richtig: C. Vertragspartner sind Auftraggeber und Bewachungsunternehmen. Die Wachperson ist über ihren Arbeitsvertrag beim Unternehmen eingebunden und erfüllt dessen Pflichten.
Ein Gast verlässt trotz deutlicher Aufforderung den Club nicht. Was gilt?
- A) Er begeht Hausfriedensbruch nach §123 StGB
- B) Er begeht nur eine Ordnungswidrigkeit nach der Hausordnung
- C) Du darfst ihn mit dem mildesten wirksamen Mittel hinausbegleiten
- D) Du darfst ihn bis zum Morgen in einem Nebenraum einschließen
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Wer trotz Aufforderung des Berechtigten bleibt, begeht Hausfriedensbruch. Gegen diesen andauernden Angriff darfst du dich mit dem mildesten wirksamen Mittel wehren. Einschließen wäre eine Freiheitsberaubung.
Wie lange hat der Berechtigte Zeit, einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs zu stellen?
- A) Zwei Wochen ab der Tat
- B) Einen Monat ab der Tat
- C) Sechs Monate ab Kenntnis von Tat und Täter
- D) Drei Monate ab Kenntnis von Tat und Täter
Lösung anzeigen
Richtig: D. Nach §77b StGB beträgt die Antragsfrist drei Monate. Sie beginnt, wenn der Berechtigte von der Tat und der Person des Täters erfährt.
Im Bewachungsvertrag steht, dass Wachpersonen Taschen von Besuchern notfalls gegen deren Willen durchsuchen dürfen. Was gilt gegenüber einem Besucher?
- A) Die Klausel gibt dir das Recht zur Durchsuchung
- B) Die Klausel gilt, wenn sie in der Hausordnung aushängt
- C) Die Klausel ist gegenüber dem Besucher wirkungslos
- D) Die Klausel gilt nur bei Besuchern ohne Ausweis
Lösung anzeigen
Richtig: C. Ein Vertrag bindet nur die Vertragsparteien. Gegenüber Dritten kann er keine Befugnisse schaffen, die das Gesetz nicht kennt. Du kannst den Einlass aber von einer freiwilligen Kontrolle abhängig machen.
Zum Thema Übertragenes Hausrecht und Bewachungsvertrag →
Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
Welche Stufen gehören zur Prüfung der Verhältnismäßigkeit?
- A) Die Maßnahme muss geeignet sein
- B) Die Maßnahme muss vom Auftraggeber genehmigt sein
- C) Die Maßnahme muss erforderlich sein
- D) Die Maßnahme muss schriftlich angekündigt werden
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Geprüft werden legitimer Zweck, Eignung, Erforderlichkeit und Angemessenheit. Eine Genehmigung des Auftraggebers oder eine schriftliche Ankündigung gehört nicht dazu.
Welchen Grundsatz nennt §34a Abs. 5 GewO ausdrücklich für die Ausübung von Rechten durch Wachpersonen?
- A) Den Grundsatz der Zumutbarkeit
- B) Den Grundsatz der Erforderlichkeit
- C) Den Grundsatz der Gleichbehandlung
- D) Den Grundsatz der vorbeugenden Gefahrenvorsorge
Lösung anzeigen
Richtig: B. §34a Abs. 5 Satz 2 GewO verlangt, bei der Inanspruchnahme von Rechten und Befugnissen den Grundsatz der Erforderlichkeit zu beachten. Die anderen Begriffe stehen dort nicht.
Was bedeutet erforderlich im Sinne der Verhältnismäßigkeit?
- A) Das Mittel muss das stärkste verfügbare sein, damit der Erfolg sicher eintritt
- B) Das Mittel muss vorher mit der Polizei abgestimmt worden sein
- C) Von mehreren gleich wirksamen Mitteln wird das mildeste gewählt
- D) Der Schaden muss geringer sein als der Wert der geschützten Sache
Lösung anzeigen
Richtig: C. Erforderlich ist das mildeste unter den gleich wirksamen Mitteln. Der Vergleich von Schaden und Nutzen gehört dagegen zur Angemessenheit.
Ein Gast greift dich mit der Faust an. Was gilt für deine Abwehr nach §32 StGB?
- A) Du musst abwägen, ob seine Gesundheit mehr wert ist als deine
- B) Du darfst das mildeste sicher wirkende Mittel einsetzen
- C) Eine Güterabwägung findet grundsätzlich nicht statt
- D) Du musst zuerst die Polizei rufen und abwarten
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Notwehr verlangt eine erforderliche Verteidigung, also das mildeste sicher wirkende Mittel. Eine Abwägung der Rechtsgüter wie beim Notstand nach §34 StGB gibt es nicht.
Du hältst einen flüchtenden Sprayer nach §127 StPO fest. Welche Maßnahme ist noch verhältnismäßig?
- A) Ihm Pfefferspray ins Gesicht sprühen, damit er stehen bleibt
- B) Ihn am Arm greifen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten
- C) Ihm ein Bein stellen, damit er auf den Beton stürzt
- D) Ihn nach der Übergabe an die Polizei noch eine Stunde im Büro lassen
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das Festnahmerecht deckt Mittel, die die Flucht verhindern, ohne Leib oder Leben ernsthaft zu gefährden. Spray und ein Sturz auf Beton gehen zu weit, und nach der Übergabe ist der Zweck erreicht.
Woraus leitet das Bundesverfassungsgericht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ab?
- A) Aus dem Rechtsstaatsprinzip und den Grundrechten
- B) Aus der Bewachungsverordnung
- C) Aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch
- D) Aus dem Bewachungsvertrag mit dem jeweiligen Auftraggeber
Lösung anzeigen
Richtig: A. Der Grundsatz hat Verfassungsrang und folgt aus dem Rechtsstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 3 GG) und den Grundrechten. BewachV, BGB und Verträge setzen ihn voraus, begründen ihn aber nicht.
Zum Thema Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit →
Grundrechte: Überblick für die 34a-Prüfung
Wen binden die Grundrechte nach Art. 1 Abs. 3 GG unmittelbar?
- A) Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung
- B) Alle Bürger im Umgang miteinander
- C) Nur das Bundesverfassungsgericht
- D) Private Sicherheitsunternehmen mit Erlaubnis nach §34a GewO
Lösung anzeigen
Richtig: A. Art. 1 Abs. 3 GG bindet die drei Staatsgewalten. Zwischen Privaten, auch für Sicherheitsunternehmen, wirken die Grundrechte grundsätzlich nur mittelbar über die Gesetze.
Welche dieser Grundrechte stehen nach dem Wortlaut des Grundgesetzes nur Deutschen zu?
- A) Die Versammlungsfreiheit nach Art. 8 GG
- B) Das Recht auf Leben nach Art. 2 GG
- C) Die Berufsfreiheit nach Art. 12 GG
- D) Die Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Art. 8 und Art. 12 beginnen mit "Alle Deutschen". Leben und Meinungsfreiheit sind Jedermannsrechte und gelten für alle Menschen.
Was schützt Art. 19 Abs. 2 GG?
- A) Das Recht, gegen Maßnahmen der Behörden vor Gericht zu gehen
- B) Den Wesensgehalt jedes Grundrechts vor einem Antasten
- C) Die Grundrechte inländischer juristischer Personen
- D) Die Pflicht, im Gesetz das eingeschränkte Grundrecht zu nennen
Lösung anzeigen
Richtig: B. Art. 19 Abs. 2 GG verbietet es, ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt anzutasten. Rechtsweg, juristische Personen und Zitiergebot stehen in den Absätzen 4, 3 und 1.
Kann sich eine Sicherheits-GmbH auf Grundrechte berufen?
- A) Nein, Grundrechte gelten nur für natürliche Personen
- B) Ja, aber nur auf die Menschenwürde
- C) Nur wenn sie ganz oder teilweise dem Staat oder einer Kommune gehört
- D) Ja, soweit die Grundrechte ihrem Wesen nach auf sie anwendbar sind
Lösung anzeigen
Richtig: D. Nach Art. 19 Abs. 3 GG gelten die Grundrechte auch für inländische juristische Personen, soweit sie wesensmäßig passen, etwa Eigentum und Berufsfreiheit. Die Menschenwürde gehört gerade nicht dazu.
Welche Aussagen zur Einschränkung von Grundrechten sind richtig?
- A) Viele Grundrechte dürfen durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden
- B) Eine Dienstanweisung des Bewachungsunternehmens kann Grundrechte Dritter einschränken
- C) Jeder Eingriff muss verhältnismäßig sein
- D) Grundrechte dürfen bei Gefahr von jedermann beliebig eingeschränkt werden
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Eingriffe brauchen eine gesetzliche Grundlage und müssen verhältnismäßig sein. Eine Dienstanweisung ist kein Gesetz und schafft keine Eingriffsbefugnisse gegenüber Dritten.
Ein Sicherheitsdienst bewacht im Auftrag der Stadt das Rathaus. Was gilt für die Grundrechtsbindung?
- A) Die Stadt bleibt an die Grundrechte gebunden, auch wenn sie private Kräfte einsetzt
- B) Durch den privaten Auftrag entfällt jede Bindung an die Grundrechte
- C) Nur die Polizei ist im Rathaus an Grundrechte gebunden
- D) Die Grundrechtsbindung geht mit dem Auftrag vollständig auf die einzelne Wachperson über
Lösung anzeigen
Richtig: A. Der Staat kann sich seiner Grundrechtsbindung nicht dadurch entziehen, dass er Private beauftragt. Die Wachperson wird dadurch aber nicht selbst zur Behörde.
Zum Thema Grundrechte: Überblick für die 34a-Prüfung →
Gelten Grundrechte auch für private Sicherheitsdienste?
Wie wirken Grundrechte nach überwiegender Auffassung im Verhältnis zwischen Privatpersonen?
- A) Gar nicht, sie betreffen nur den Staat
- B) Mittelbar, vor allem über die Auslegung des Zivilrechts
- C) Unmittelbar, genau wie gegenüber Behörden
- D) Nur, wenn beide Seiten das ausdrücklich im Vertrag vereinbart haben
Lösung anzeigen
Richtig: B. Grundrechte strahlen über das einfache Recht und dessen Generalklauseln in Privatrechtsverhältnisse aus. Das nennt man mittelbare Drittwirkung.
Welche Vorschrift des Grundgesetzes bindet Private ausdrücklich unmittelbar?
- A) Art. 3 Abs. 3 GG
- B) Art. 1 Abs. 3 GG
- C) Art. 9 Abs. 3 GG
- D) Art. 19 Abs. 3 GG
Lösung anzeigen
Richtig: C. Nach Art. 9 Abs. 3 GG sind Abreden nichtig, die die Koalitionsfreiheit einschränken. Art. 1 Abs. 3 GG bindet dagegen gerade den Staat.
Was hat das Bundesverfassungsgericht 2018 zum bundesweiten Stadionverbot entschieden?
- A) Stadionverbote sind wegen Art. 8 GG grundsätzlich unzulässig
- B) Ein Stadionverbot braucht einen sachlichen Grund
- C) Der Betroffene ist vorher anzuhören
- D) Ein Stadionverbot darf nur ein Gericht aussprechen
Lösung anzeigen
Richtig: B und D. Stadionverbote sind zulässig, dürfen bei großen Publikumsveranstaltungen aber nicht willkürlich sein. Nötig sind ein sachlicher Grund und eine vorherige Anhörung.
Ein Flughafenbetreiber gehört mehrheitlich Land und Stadt. Was gilt für ihn nach der Fraport-Entscheidung?
- A) Er ist wie eine Behörde unmittelbar an die Grundrechte gebunden
- B) Er ist wie jede private Firma nur mittelbar gebunden
- C) Er ist an keine Grundrechte gebunden, weil er eine Aktiengesellschaft ist
- D) Er muss nur die Grundrechte seiner Aktionäre beachten
Lösung anzeigen
Richtig: A. Unternehmen, die von der öffentlichen Hand beherrscht werden, sind unmittelbar grundrechtsgebunden. Die Rechtsform als AG ändert daran nichts.
Wann ist ein privater Sicherheitsdienst unmittelbar an die Grundrechte gebunden?
- A) Wenn er hoheitliche Aufgaben als Beliehener wahrnimmt
- B) Immer, wenn er eine Erlaubnis nach §34a GewO hat
- C) Wenn ein Unternehmen der öffentlichen Hand ihn beherrscht
- D) Sobald er in einem öffentlich zugänglichen Gebäude arbeitet
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Beliehene handeln als Teil der Verwaltung, und von der öffentlichen Hand beherrschte Unternehmen sind wie der Staat gebunden. Die Gewerbeerlaubnis oder der Einsatzort allein reichen nicht.
Der Centermanager will einem Besucher nur wegen seines Aussehens Hausverbot erteilen. Was ist die richtige Reaktion?
- A) Das Hausverbot sofort umsetzen, weil das Hausrecht des Eigentümers grundsätzlich keine Begründung verlangt
- B) Den Besucher zur Polizei bringen, damit sie entscheidet
- C) Auf das Fehlen eines sachlichen Grundes hinweisen und nur konkretes Verhalten zur Grundlage machen
- D) Den Besucher heimlich fotografieren und das Bild an die Kollegen geben
Lösung anzeigen
Richtig: C. Bei einem für alle geöffneten Einkaufszentrum spricht viel dafür, dass ein Hausverbot einen sachlichen Grund braucht. Das Aussehen ist keiner und kann zusätzlich gegen das AGG verstoßen. Sicher ist, wer sich auf konkretes Verhalten stützt.
Zum Thema Gelten Grundrechte auch für private Sicherheitsdienste? →
Artikel 1 GG: Die Würde des Menschen
Was bedeutet es, dass die Menschenwürde unantastbar ist?
- A) Sie darf nur durch ein förmliches Bundesgesetz eingeschränkt werden
- B) Sie wird nicht gegen andere Rechtsgüter abgewogen
- C) Jeder Eingriff in die Menschenwürde ist eine Verletzung
- D) Sie darf bei Gefahr im Verzug vorübergehend eingeschränkt werden
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Die Menschenwürde ist absolut geschützt. Anders als bei anderen Grundrechten gibt es keinen Gesetzesvorbehalt und keine Abwägung.
Wen verpflichtet Art. 1 Abs. 1 Satz 2 GG unmittelbar, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen?
- A) Jeden Bürger im Umgang mit anderen
- B) Nur die Polizei
- C) Alle staatliche Gewalt
- D) Nur das Bundesverfassungsgericht
Lösung anzeigen
Richtig: C. Art. 1 Abs. 1 Satz 2 GG richtet sich an alle staatliche Gewalt. Private sind über Strafgesetze und Zivilrecht verpflichtet, nicht unmittelbar über Art. 1.
Welche Vorschrift schützt die Grundsätze aus Art. 1 GG auch vor einer Verfassungsänderung?
- A) Art. 19 Abs. 2 GG
- B) Art. 79 Abs. 3 GG
- C) Art. 20 Abs. 4 GG
- D) Art. 1 Abs. 3 GG
Lösung anzeigen
Richtig: B. Art. 79 Abs. 3 GG, die Ewigkeitsklausel, verbietet Verfassungsänderungen, die die Grundsätze aus Art. 1 und 20 berühren. Art. 19 Abs. 2 schützt den Wesensgehalt gegenüber einfachen Gesetzen.
Ein Ladendieb soll bis zum Eintreffen der Polizei gut sichtbar im Eingangsbereich stehen, "zur Abschreckung". Wie ist das zu bewerten?
- A) Zulässig, weil er auf frischer Tat festgenommen wurde
- B) Zulässig, wenn der Filialleiter es als Inhaber des Hausrechts ausdrücklich anordnet und die Polizei schon verständigt ist
- C) Unzulässig, weil ihn das öffentlich bloßstellt und seine Würde und sein Persönlichkeitsrecht missachtet
- D) Zulässig, solange niemand ihn dabei anfasst
Lösung anzeigen
Richtig: C. Das Festnahmerecht erlaubt nur das Festhalten bis zur Übergabe, kein öffentliches Vorführen. Bloßstellen zur Abschreckung macht den Menschen zum Mittel und verletzt sein Persönlichkeitsrecht.
Wer hat Menschenwürde im Sinne von Art. 1 GG?
- A) Jeder Mensch, auch ein Straftäter
- B) Nur deutsche Staatsangehörige
- C) Auch ein Bewusstloser oder ein kleines Kind
- D) Nur Personen, die geschäftsfähig sind
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Die Menschenwürde steht jedem Menschen zu, unabhängig von Herkunft, Verhalten, Alter oder Zustand. Sie kann nicht verwirkt werden.
Aus welchen Vorschriften leitet man das allgemeine Persönlichkeitsrecht ab?
- A) Aus Art. 1 Abs. 3 GG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 4 GG
- B) Aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG
- C) Aus Art. 5 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 10 GG
- D) Aus Art. 13 GG in Verbindung mit Art. 14 GG
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht verbindet die freie Entfaltung der Persönlichkeit mit der Menschenwürde. Es schützt etwa das Recht am eigenen Bild.
Zum Thema Artikel 1 GG: Die Würde des Menschen →
Artikel 2 GG: Handlungsfreiheit, Leben, körperliche Unversehrtheit
Welche Rechtsgüter schützt Art. 2 Abs. 2 GG?
- A) Das Leben und die körperliche Unversehrtheit
- B) Das Eigentum und das Erbrecht
- C) Die Freiheit der Person
- D) Die Unverletzlichkeit der Wohnung
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Art. 2 Abs. 2 GG schützt Leben, körperliche Unversehrtheit und Freiheit der Person. Eigentum steht in Art. 14, die Wohnung in Art. 13 GG.
Was ist mit Freiheit der Person in Art. 2 Abs. 2 GG gemeint?
- A) Die Freiheit, jede Meinung zu äußern
- B) Die körperliche Bewegungsfreiheit
- C) Die Freiheit, einen Beruf zu wählen
- D) Die Freiheit, sich überall in Deutschland niederzulassen
Lösung anzeigen
Richtig: B. Freiheit der Person bedeutet körperliche Bewegungsfreiheit. Meinungsfreiheit, Berufsfreiheit und Freizügigkeit sind eigene Grundrechte in Art. 5, 12 und 11 GG.
Warum wird Art. 2 Abs. 1 GG als Auffanggrundrecht bezeichnet?
- A) Weil er nur für Ausländer gilt
- B) Weil er nur in Notfällen anwendbar ist
- C) Weil er jedes Verhalten schützt und greift, wenn kein spezielleres Grundrecht passt
- D) Weil er im Konfliktfall alle anderen Grundrechte verdrängen und außer Kraft setzen kann
Lösung anzeigen
Richtig: C. Die allgemeine Handlungsfreiheit schützt jedes Tun und Lassen. Sie tritt hinter speziellen Grundrechten zurück und fängt alles auf, was diese nicht erfassen.
Wie lange darf die Polizei nach Art. 104 GG jemanden ohne richterliche Entscheidung aus eigener Machtvollkommenheit festhalten?
- A) Genau 24 Stunden ab dem Zeitpunkt der Festnahme
- B) Höchstens bis zum Ende des Tages nach dem Ergreifen
- C) Bis zu 48 Stunden, danach entscheidet die Staatsanwaltschaft
- D) Bis zu einer Woche
Lösung anzeigen
Richtig: B. Art. 104 Abs. 2 GG erlaubt das Festhalten höchstens bis zum Ende des Tages nach dem Ergreifen. Eine feste Stundenzahl nennt das Grundgesetz nicht.
Ein Konzertbesucher wirkt dir verdächtig, hat aber nichts Strafbares getan. Was darfst du?
- A) Ihn ansprechen und bitten, seine Tasche zu zeigen
- B) Ihn bis zur Überprüfung durch die Polizei im Sanitätsraum festhalten
- C) Bei konkreten Gefahranzeichen die Polizei rufen und ihn beobachten
- D) Ihn gegen seinen Willen abtasten, weil das Hausrecht das erlaubt
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Ohne Straftat auf frischer Tat oder gegenwärtigen Angriff gibt es kein Recht zum Festhalten oder Abtasten. Ansprechen, um Mitwirkung bitten und die Polizei verständigen ist erlaubt.
Woraus leitet das Bundesverfassungsgericht das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ab?
- A) Aus Art. 10 GG, dem Fernmeldegeheimnis
- B) Aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG
- C) Aus Art. 5 Abs. 1 GG, der Freiheit der Information aus allgemein zugänglichen Quellen
- D) Aus Art. 13 GG, dem Schutz der Wohnung
Lösung anzeigen
Richtig: B. Im Volkszählungsurteil von 1983 hat das Gericht dieses Recht aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht entwickelt. Die Informationsfreiheit ist etwas anderes: Sie schützt den Zugang zu allgemein zugänglichen Quellen.
Zum Thema Artikel 2 GG: Handlungsfreiheit, Leben, körperliche Unversehrtheit →
Artikel 3 GG: Gleichheit vor dem Gesetz
Was verlangt der allgemeine Gleichheitssatz aus Art. 3 Abs. 1 GG?
- A) Alle Menschen müssen in jeder Situation exakt gleich behandelt werden
- B) Wesentlich Gleiches ist gleich zu behandeln
- C) Ungleichbehandlungen brauchen einen sachlichen Grund
- D) Nur deutsche Staatsangehörige müssen gleich behandelt werden
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Art. 3 Abs. 1 verbietet willkürliche Ungleichbehandlung. Unterschiede sind zulässig, wenn ein sachlicher Grund sie trägt.
Bei welchem Merkmal verbietet Art. 3 Abs. 3 GG nur die Benachteiligung, nicht aber die Bevorzugung?
- A) Bei der Herkunft
- B) Bei der Behinderung
- C) Bei den religiösen Anschauungen
- D) Beim Geschlecht
Lösung anzeigen
Richtig: B. Nach Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG darf niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Fördermaßnahmen für Menschen mit Behinderung sind damit erlaubt.
Welche Merkmale nennt das AGG in §1, die im Wortlaut von Art. 3 Abs. 3 GG nicht vorkommen?
- A) Das Alter
- B) Die politische Anschauung
- C) Die sexuelle Identität
- D) Die Sprache
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Alter und sexuelle Identität stehen im AGG, nicht im Text von Art. 3 Abs. 3 GG. Politische Anschauungen und Sprache stehen umgekehrt nur im Grundgesetz.
Der Clubbetreiber weist dich an, Gäste einer bestimmten Herkunft grundsätzlich abzuweisen. Was gilt?
- A) Die Anweisung ist zulässig, weil der Betreiber das Hausrecht hat
- B) Die Anweisung ist zulässig, wenn sie an der Tür ausgehängt ist
- C) Die Anweisung verstößt gegen das AGG, und ein sachlicher Grund kann sie nicht rechtfertigen
- D) Die Anweisung ist zulässig, solange nur Männer betroffen sind und Frauen derselben Herkunft eingelassen werden
Lösung anzeigen
Richtig: C. Der Einlass in eine Diskothek ist ein Massengeschäft nach §19 AGG. Eine Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft ist dort verboten und nach §20 AGG nicht durch einen sachlichen Grund zu rechtfertigen.
Innerhalb welcher Frist muss ein Betroffener seinen Anspruch nach §21 AGG geltend machen?
- A) Innerhalb von zwei Wochen
- B) Innerhalb von zwei Monaten
- C) Innerhalb von sechs Monaten
- D) Innerhalb von drei Jahren
Lösung anzeigen
Richtig: B. §21 Abs. 5 AGG sieht eine Frist von zwei Monaten vor. Danach geht es nur noch, wenn der Betroffene ohne Verschulden an der Einhaltung verhindert war.
Welche Einlassregel ist mit dem Gleichbehandlungsgebot gut vereinbar?
- A) Abweisung aller Gäste mit Kopftuch
- B) Ein Dresscode, der für alle Gäste gleich gilt und gleich angewendet wird
- C) Kein Einlass für Gäste mit ausländischem Akzent
- D) Einlass nur für Gäste, deren Aussehen dem jeweiligen Türsteher an diesem Abend sympathisch ist
Lösung anzeigen
Richtig: B. Regeln, die an Verhalten oder Kleidung anknüpfen und für alle gleich gelten, sind zulässig. Religion, Sprache oder Herkunft sind dagegen geschützte Merkmale.
Zum Thema Artikel 3 GG: Gleichheit vor dem Gesetz →
Artikel 5 GG: Meinungs- und Pressefreiheit
Was ist mit dem Satz "Eine Zensur findet nicht statt" in Art. 5 Abs. 1 GG gemeint?
- A) Jede nachträgliche Strafe für eine Äußerung ist verboten
- B) Der Staat darf Inhalte nicht vor ihrer Veröffentlichung prüfen und genehmigen
- C) Private Betreiber dürfen keine Hausordnung für das Verteilen von Flugblättern erlassen
- D) Jugendschutzgesetze sind unwirksam
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das Zensurverbot meint die Vorzensur durch den Staat. Strafen wegen Beleidigung oder Maßnahmen zum Jugendschutz im Nachhinein sind keine Zensur in diesem Sinne.
Welche Schranken nennt Art. 5 Abs. 2 GG ausdrücklich?
- A) Die allgemeinen Gesetze
- B) Die Hausordnung des jeweiligen Betreibers
- C) Das Recht der persönlichen Ehre
- D) Die Weisungen des Arbeitgebers
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Art. 5 Abs. 2 GG nennt die allgemeinen Gesetze, den Jugendschutz und die persönliche Ehre. Hausordnungen und Weisungen sind keine Schranken des Grundrechts.
Ein Gast ruft am Einlass: "Ihr seid hier völlig überfordert!" Wie ist das einzuordnen?
- A) Als Beleidigung, die ein Hausverbot zwingend nach sich zieht
- B) Als Meinungsäußerung, die du aushalten musst
- C) Als Tatsachenbehauptung, die er beweisen muss
- D) Als Bedrohung nach §241 StGB
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das ist ein Werturteil über eure Arbeit und damit von der Meinungsfreiheit gedeckt. Erst Schmähkritik oder Formalbeleidigungen überschreiten die Grenze.
Eine Reporterin will mit Presseausweis auf das bewachte Werksgelände, um zu filmen. Was gilt?
- A) Der Presseausweis berechtigt zum Betreten jedes Geländes
- B) Du darfst sie nur einlassen, wenn der Hausrechtsinhaber zustimmt
- C) Du darfst ihr die Kamera wegnehmen, bis sie das Gelände verlässt
- D) Vom öffentlichen Gehweg aus darf sie grundsätzlich filmen
Lösung anzeigen
Richtig: B und D. Die Pressefreiheit gibt kein Recht, Privatgelände zu betreten. Vom öffentlichen Grund aus darf die Presse aber berichten, und eine Kamera wegzunehmen ist nicht erlaubt.
Welche Freiheiten aus Art. 5 GG stehen nicht unter dem Vorbehalt der allgemeinen Gesetze?
- A) Die Kunstfreiheit
- B) Die Meinungsfreiheit
- C) Die Wissenschaftsfreiheit
- D) Die Pressefreiheit
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Kunst und Wissenschaft stehen in Absatz 3 und sind vorbehaltlos gewährleistet. Sie werden nur durch andere Verfassungsgüter begrenzt.
Ein Passant filmt deinen Einsatz mit dem Handy. Wie reagierst du richtig?
- A) Du verlangst, dass er das Video sofort vor deinen Augen löscht
- B) Du nimmst ihm das Handy ab und gibst es der Polizei
- C) Du bleibst professionell und lässt dich nicht ablenken
- D) Du hältst ihn fest, bis er die Aufnahme gelöscht hat
Lösung anzeigen
Richtig: C. Das Filmen selbst ist meist kein Grund für Zwang. Wer Handys wegnimmt, festhält oder Löschungen erzwingt, riskiert eine Nötigung oder Freiheitsberaubung. Ob ein Video veröffentlicht werden darf, ist eine spätere Frage des Kunsturhebergesetzes.
Zum Thema Artikel 5 GG: Meinungs- und Pressefreiheit →
Artikel 8 GG: Versammlungsfreiheit
Welche Voraussetzungen nennt Art. 8 Abs. 1 GG für den Schutz einer Versammlung?
- A) Sie muss friedlich sein
- B) Sie muss vorher behördlich genehmigt sein
- C) Die Teilnehmer müssen ohne Waffen sein
- D) Sie muss mindestens 50 Teilnehmer haben
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Art. 8 GG schützt das friedliche Versammeln ohne Waffen. Eine Erlaubnis ist gerade nicht nötig, und eine feste Mindestzahl von 50 gibt es nicht.
Wie verträgt sich die Anmeldepflicht in §14 VersammlG mit dem Wortlaut "ohne Anmeldung" in Art. 8 Abs. 1 GG?
- A) Gar nicht, §14 VersammlG ist deshalb verfassungswidrig
- B) Art. 8 Abs. 2 GG erlaubt für Versammlungen unter freiem Himmel Beschränkungen durch Gesetz
- C) Die Anmeldepflicht gilt nur für Versammlungen in geschlossenen Räumen
- D) Die Anmeldung ist in Wahrheit ein Antrag auf Erlaubnis, über den die Polizei frei entscheidet
Lösung anzeigen
Richtig: B. Für Versammlungen unter freiem Himmel ist das Grundrecht durch Gesetz beschränkbar. Die Anmeldepflicht ist eine solche Beschränkung, aber keine Erlaubnispflicht.
Wann muss eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel nach §14 VersammlG spätestens angemeldet werden?
- A) 24 Stunden vor Beginn
- B) 48 Stunden vor der Bekanntgabe
- C) Eine Woche vor dem geplanten Beginn
- D) 72 Stunden vor der Bekanntgabe
Lösung anzeigen
Richtig: B. §14 Abs. 1 VersammlG verlangt die Anmeldung spätestens 48 Stunden vor der Bekanntgabe. Für Spontanversammlungen gilt die Frist nicht.
Für wen gilt die Versammlungsfreiheit nach dem Wortlaut von Art. 8 GG?
- A) Für jeden Menschen
- B) Für alle Deutschen
- C) Nur für Mitglieder von Vereinen und Parteien
- D) Für alle Personen ab 18 Jahren
Lösung anzeigen
Richtig: B. Art. 8 GG ist ein Deutschenrecht. Ausländer sind über Art. 2 Abs. 1 GG geschützt, und §1 VersammlG gibt das Versammlungsrecht jedermann.
Vor dem bewachten Werkstor findet auf dem öffentlichen Gehweg eine Kundgebung statt. Was darfst du als Wachperson?
- A) Die Versammlung im Namen des Auftraggebers für aufgelöst erklären
- B) Die Lage beobachten und an die Einsatzleitung melden
- C) Das Tor sichern und bei Bedarf die Polizei verständigen
- D) Den Teilnehmern das Megafon wegnehmen, weil es stört
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Auf öffentlichem Grund hast du weder Hausrecht noch versammlungsrechtliche Befugnisse. Auflösen darf nur die Behörde oder Polizei, du sicherst dein Objekt und meldest.
Welche dieser Veranstaltungen ist eine Versammlung im Sinne von Art. 8 GG?
- A) Ein Rockkonzert im Stadtpark
- B) Ein Bundesliga-Heimspiel
- C) Eine Mahnwache gegen die Schließung eines Krankenhauses
- D) Ein verkaufsoffener Sonntag mit Bühnenprogramm in der Innenstadt
Lösung anzeigen
Richtig: C. Eine Versammlung dient der gemeinsamen Meinungsbildung oder Kundgebung zu öffentlichen Angelegenheiten. Konzerte, Spiele und Verkaufsaktionen dienen der Unterhaltung oder dem Kommerz.
Zum Thema Artikel 8 GG: Versammlungsfreiheit →
Artikel 10 GG: Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis
Welche Geheimnisse schützt Art. 10 GG?
- A) Das Briefgeheimnis
- B) Das Bankgeheimnis
- C) Das Fernmeldegeheimnis
- D) Das Beichtgeheimnis
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Art. 10 GG schützt das Brief-, das Post- und das Fernmeldegeheimnis. Bank- und Beichtgeheimnis sind an anderer Stelle oder gar nicht im Grundgesetz geregelt.
Am Empfang liegt ein Brief an eine Mitarbeiterin mit dem Vermerk "persönlich". Ein Kollege will ihn öffnen. Was gilt?
- A) Er darf ihn öffnen, wenn der Arbeitgeber Hausrechtsinhaber ist
- B) Er darf ihn öffnen, wenn er den Inhalt danach vertraulich behandelt
- C) Das Öffnen kann eine Verletzung des Briefgeheimnisses nach §202 StGB sein
- D) Er darf ihn öffnen, weil Post am Arbeitsplatz immer dem Arbeitgeber gehört
Lösung anzeigen
Richtig: C. Ein persönlich adressierter, verschlossener Brief ist nicht zur Kenntnis des Sicherheitsdienstes bestimmt. Wer ihn unbefugt öffnet, macht sich nach §202 StGB strafbar.
Was umfasst das Fernmeldegeheimnis nach Art. 10 GG?
- A) Nur den Inhalt eines Telefongesprächs
- B) Den Inhalt der Telekommunikation und ihre näheren Umstände
- C) Jedes Gespräch, das unter vier Augen geführt wird
- D) Alle Daten, die dauerhaft auf einem Handy oder Computer gespeichert sind
Lösung anzeigen
Richtig: B. Geschützt sind Inhalt und Umstände der Telekommunikation, zum Beispiel wer mit wem telefoniert hat. Gespräche unter Anwesenden schützt §201 StGB, gespeicherte Daten auf dem eigenen Gerät das Persönlichkeitsrecht.
Wen erfasst §206 StGB, die Verletzung des Post- oder Fernmeldegeheimnisses?
- A) Jeden, der einen fremden Brief liest
- B) Inhaber und Beschäftigte von Post- und Telekommunikationsunternehmen
- C) Nur Beamte der Polizei und der Nachrichtendienste, die Telefone überwachen
- D) Nur Personen, die einen Brief zerstören
Lösung anzeigen
Richtig: B. §206 StGB ist ein Sonderdelikt für Post- und Telekommunikationsunternehmen und die dort Tätigen. Für jedermann gilt dagegen §202 StGB.
Du hast einen Ladendieb nach §127 StPO festgehalten. Was darfst du mit seinem Handy tun?
- A) Die Chats lesen, um Mittäter zu finden
- B) Die Fotos durchsehen, um weitere Diebstähle zu beweisen
- C) Ihn telefonieren lassen, wenn dadurch keine Gefahr entsteht
- D) Es sicher ablegen und der Polizei übergeben, wenn er dich damit angreift
Lösung anzeigen
Richtig: C und D. Das Festnahmerecht erlaubt nur das Festhalten, keine Durchsuchung von Daten. Wird das Handy als Waffe eingesetzt, darfst du es zur Abwehr sicher ablegen und übergibst es der Polizei.
Am Empfang wird ein Päckchen abgegeben, aus dem ein weißes Pulver rieselt. Wie reagierst du?
- A) Du öffnest es vorsichtig, um den Inhalt zu prüfen
- B) Du bringst es schnell zum Empfänger, damit er entscheidet
- C) Du lässt es liegen, räumst den Bereich und rufst die Polizei
- D) Du durchleuchtest es mit dem Handy und schickst ein Foto an alle Kollegen
Lösung anzeigen
Richtig: C. Verdächtige Sendungen werden nicht geöffnet und nicht weitergetragen. Bereich räumen, Polizei rufen und den Notfallplan befolgen ist die richtige Reihenfolge.
Zum Thema Artikel 10 GG: Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis →
Artikel 13 GG: Unverletzlichkeit der Wohnung
Wer darf nach Art. 13 Abs. 2 GG Durchsuchungen einer Wohnung anordnen?
- A) Grundsätzlich der Richter
- B) Der Eigentümer des Gebäudes
- C) Bei Gefahr im Verzug auch andere gesetzlich vorgesehene Stellen
- D) Der Sicherheitsdienst im Auftrag des Vermieters
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Durchsuchungen stehen unter Richtervorbehalt. Nur bei Gefahr im Verzug dürfen andere im Gesetz genannte Stellen wie Staatsanwaltschaft oder Polizei anordnen, nie Private.
Welche Räume fallen unter den Wohnungsbegriff des Art. 13 GG?
- A) Ein Hotelzimmer während des Aufenthalts
- B) Ein öffentlicher Bahnsteig
- C) Ein Zimmer in einem Studentenwohnheim
- D) Der Verkaufsraum eines Supermarkts für die Kunden
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Wohnung ist jeder Raum, der der allgemeinen Zugänglichkeit entzogen und zur Stätte privaten Lebens gemacht ist. Ein Bahnsteig oder eine Verkaufsfläche ist gerade für alle zugänglich.
Der Vermieter einer Wohnanlage bittet dich, mit dem Generalschlüssel die Wohnung eines Mieters zu kontrollieren, während er im Urlaub ist. Was gilt?
- A) Du darfst, weil der Vermieter Eigentümer ist
- B) Du darfst, weil du Dienstkleidung trägst
- C) Du darfst nicht, denn in der Mietwohnung hat der Mieter das Hausrecht
- D) Du darfst, wenn du einen Kollegen als Zeugen mitnimmst und alles fotografierst
Lösung anzeigen
Richtig: C. In der vermieteten Wohnung übt der Mieter das Hausrecht aus. Der Vermieter kann dir dieses Recht nicht übertragen, ein Betreten ohne Zustimmung oder Notlage wäre ein Hausfriedensbruch.
Nachts schlägt in einem Wohnheimzimmer der Rauchmelder an, niemand öffnet, es riecht verbrannt. Worauf kannst du das Öffnen der Tür stützen?
- A) Auf die Hausordnung des Wohnheims
- B) Auf den rechtfertigenden Notstand nach §34 StGB
- C) Auf das Festnahmerecht nach §127 StPO wegen Brandstiftung
- D) Auf Art. 13 Abs. 2 GG
Lösung anzeigen
Richtig: B. Bei einer gegenwärtigen Gefahr für Leben oder Sachen, die nicht anders abwendbar ist, kann das Betreten nach §34 StGB gerechtfertigt sein. Art. 13 Abs. 2 GG regelt Durchsuchungen durch den Staat.
Was musst du nach §19 Abs. 2 BewachV beachten, wenn du in Ausübung des Dienstes befriedetes Besitztum betreten sollst?
- A) Du musst vorher die Polizei informieren
- B) Du musst Dienstkleidung tragen
- C) Du musst einen Durchsuchungsbeschluss mitführen
- D) Du musst den Eigentümer schriftlich benachrichtigen
Lösung anzeigen
Richtig: B. §19 Abs. 2 BewachV schreibt Dienstkleidung vor, wenn Wachpersonen befriedetes Besitztum betreten sollen. Eine Pflicht zur Polizeimeldung oder ein Beschluss ist dort nicht vorgesehen.
Du hast wegen eines Wasserschadens eine Wohnung betreten. Was ist danach richtig?
- A) Gleich die Schränke prüfen, ob noch etwas beschädigt ist
- B) Nur das Nötige tun, also das Wasser abstellen
- C) Den Einsatz mit Zeit, Grund und Beteiligten dokumentieren
- D) Fotos aller Zimmer machen und an den Vermieter schicken
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Auch im Notfall darfst du nur das tun, was zur Gefahrenabwehr nötig ist. Durchsuchen oder Fotografieren der Wohnung geht darüber hinaus. Eine saubere Dokumentation schützt dich und den Bewohner.
Zum Thema Artikel 13 GG: Unverletzlichkeit der Wohnung →
Artikel 14 GG: Eigentum und Erbrecht
Was gewährleistet Art. 14 Abs. 1 GG?
- A) Das Eigentum
- B) Den Besitz an jeder Sache, die man gerade in der Hand hat
- C) Das Erbrecht
- D) Ein Recht auf Wohnraum
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Art. 14 Abs. 1 GG gewährleistet Eigentum und Erbrecht. Ein allgemeines Recht auf Wohnraum enthält das Grundgesetz nicht, und Besitz ist nicht dasselbe wie Eigentum.
Was bedeutet der Satz "Eigentum verpflichtet" in Art. 14 Abs. 2 GG?
- A) Jeder Eigentümer muss sein Eigentum versichern
- B) Der Gebrauch des Eigentums soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen
- C) Eigentum darf jederzeit ohne Entschädigung entzogen werden
- D) Der Eigentümer muss sein Grundstück tagsüber für jedermann zugänglich halten
Lösung anzeigen
Richtig: B. Absatz 2 beschreibt die Sozialbindung. Der Gesetzgeber darf dem Eigentümer Pflichten auferlegen, etwa im Bau- oder Brandschutz. Eine Enteignung oder Öffnungspflicht folgt daraus nicht.
Welche Voraussetzungen nennt Art. 14 Abs. 3 GG für eine Enteignung?
- A) Sie muss dem Wohl der Allgemeinheit dienen
- B) Der Eigentümer muss ihr schriftlich zustimmen
- C) Ein Gesetz muss Art und Ausmaß der Entschädigung regeln
- D) Sie darf nur Grundstücke von Unternehmen betreffen
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Enteignung ist nur zum Wohl der Allgemeinheit und durch oder auf Grund eines Gesetzes zulässig, das die Entschädigung regelt. Eine Zustimmung des Eigentümers ist nicht nötig.
Wie unterscheidet sich der Eigentumsbegriff des Art. 14 GG von dem des BGB?
- A) Er ist enger und umfasst nur Grundstücke
- B) Er ist identisch mit dem Eigentum an Sachen im BGB
- C) Er ist weiter und umfasst grundsätzlich alle vermögenswerten Rechte
- D) Er umfasst nur Gegenstände von Privatpersonen, nicht die von Unternehmen oder Vereinen
Lösung anzeigen
Richtig: C. Verfassungsrechtlich geschützt sind auch Forderungen, Aktien oder Urheberrechte. Das BGB-Eigentum bezieht sich dagegen nur auf Sachen.
Ein Anwohner parkt immer wieder auf der Baustellenzufahrt. Der Bauleiter will, dass du die Luft aus den Reifen lässt. Wie reagierst du?
- A) Du lässt die Luft ab, weil der Auftraggeber das Hausrecht hat
- B) Du lehnst ab, dokumentierst den Vorfall und gibst ihn an den Bauleiter weiter
- C) Du lässt die Luft nur aus einem Reifen ab, damit es verhältnismäßig bleibt
- D) Du klemmst einen Zettel mit Androhung einer Strafgebühr hinter den Scheibenwischer
Lösung anzeigen
Richtig: B. Das Hausrecht muss mit rechtmäßigen Mitteln durchgesetzt werden. Luft ablassen kann eine Sachbeschädigung sein, und eine "Strafgebühr" darf ein Sicherheitsdienst nicht verhängen.
Woraus ergibt sich im Zivilrecht die Befugnis des Eigentümers, andere von seiner Sache auszuschließen?
- A) Aus §903 BGB
- B) Aus §123 StGB
- C) Aus §34a GewO
- D) Aus Art. 13 GG
Lösung anzeigen
Richtig: A. Nach §903 BGB kann der Eigentümer mit seiner Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen. §123 StGB bestraft dagegen den Hausfriedensbruch.
Zum Thema Artikel 14 GG: Eigentum und Erbrecht →
Amtsanmaßung vermeiden: Auftreten ohne Polizeibefugnis
Welcher Hinweis muss nach §17 Abs. 1 BewachV in jeder Dienstanweisung stehen?
- A) Dass die Wachperson im Notfall vorübergehend die Befugnisse eines Polizeivollzugsbeamten erhält
- B) Dass die Wachperson nicht die Eigenschaft und Befugnisse eines Polizeivollzugsbeamten besitzt
- C) Dass die Wachperson bei Kontrollen immer ein Bußgeld verhängen darf
- D) Dass die Wachperson Weisungen der Polizei nicht befolgen muss
Lösung anzeigen
Richtig: B. Die Dienstanweisung muss klarstellen, dass die Wachperson keine Befugnisse eines Polizeivollzugsbeamten oder sonstigen Behördenbediensteten hat. Das soll Amtsanmaßung von vornherein verhindern.
Welche Formulierungen solltest du als Wachperson vermeiden, weil sie den Eindruck hoheitlichen Handelns erwecken?
- A) "Polizeiliche Kontrolle, Ausweis bitte."
- B) "Würden Sie mir bitte Ihren Ausweis zeigen?"
- C) "Ich erteile Ihnen hiermit einen Platzverweis."
- D) "Im Auftrag des Hausrechtsinhabers bitte ich Sie zu gehen."
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Polizeiliche Kontrolle und Platzverweis sind Begriffe hoheitlichen Handelns. Eine höfliche Bitte und die Berufung auf das Hausrecht sind dagegen korrekt.
Was unterscheidet §132 StGB von §132a StGB?
- A) §132 gilt nur für Beamte, die ihre Befugnisse überschreiten, §132a dagegen nur für Privatpersonen ohne jedes Amt
- B) §132 setzt ein Handeln als Amtsträger voraus, bei §132a kann schon das Tragen einer verwechselbaren Uniform reichen
- C) §132a ist ein Verbrechen, §132 nur eine Ordnungswidrigkeit
- D) Es gibt keinen Unterschied, beide Paragrafen regeln dasselbe
Lösung anzeigen
Richtig: B. Amtsanmaßung verlangt, dass jemand ein Amt ausübt oder eine Amtshandlung vornimmt. Der Missbrauch von Abzeichen nach §132a kann bereits durch das bloße Tragen erfüllt sein.
Welche Anforderungen stellt §19 Abs. 1 BewachV an eine vom Unternehmer bestimmte Dienstkleidung?
- A) Sie muss sich deutlich von Uniformen der Streitkräfte und behördlicher Vollzugsorgane unterscheiden
- B) Sie muss in den Farben der Landespolizei gehalten sein
- C) Es dürfen keine Abzeichen verwendet werden, die Amtsabzeichen zum Verwechseln ähnlich sind
- D) Sie muss von der Polizei genehmigt werden
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. §19 Abs. 1 BewachV verlangt deutliche Unterscheidbarkeit von Uniformen und verbietet verwechselbare Abzeichen. Eine Genehmigung durch die Polizei sieht die Vorschrift nicht vor.
Bei einem Kontrollgang im Auftrag der Stadt trinken Jugendliche in einer Alkoholverbotszone. Was darfst du?
- A) Ein Verwarnungsgeld kassieren und quittieren
- B) Ihre Personalien zwangsweise feststellen
- C) Sie auf das Verbot hinweisen und bei Bedarf das Ordnungsamt informieren
- D) Einen Platzverweis für den ganzen Park aussprechen und notfalls mit Zwang durchsetzen
Lösung anzeigen
Richtig: C. Bußgeld, zwangsweise Identitätsfeststellung und Platzverweis sind hoheitliche Maßnahmen. Du kannst ansprechen, hinweisen, dokumentieren und die zuständige Behörde verständigen.
Ein Gast soll seinen Personalausweis am Einlass als Pfand abgeben, bis er die Veranstaltung verlässt. Was gilt?
- A) Das ist zulässig, wenn es in der Hausordnung steht
- B) Das ist zulässig, wenn der Gast unter 18 Jahre alt ist
- C) Das darf nicht verlangt werden, das Personalausweisgesetz verbietet es
- D) Das ist erlaubt, wenn der Veranstalter es vorher auf der Eintrittskarte angekündigt hat
Lösung anzeigen
Richtig: C. Nach §1 Abs. 1 PAuswG darf nicht verlangt werden, den Personalausweis zu hinterlegen. Ausnahmen gelten nur für berechtigte Behörden sowie bei Einziehung und Sicherstellung.
Zum Thema Amtsanmaßung vermeiden: Auftreten ohne Polizeibefugnis →
Zusammenarbeit mit Polizei und Behörden
Die Polizei sperrt nach einem Unfall den Hof deines Objekts ab. Dein Auftraggeber will, dass du Lieferwagen trotzdem durchlässt. Was gilt?
- A) Du folgst dem Auftraggeber, weil er auf seinem Gelände das Hausrecht hat
- B) Die polizeiliche Anordnung gilt auch für dich und geht vor
- C) Du entscheidest selbst, was wichtiger ist
- D) Du lässt nur Fahrzeuge mit Firmenlogo durch
Lösung anzeigen
Richtig: B. Polizeiliche Anordnungen binden jeden Bürger, auch Wachpersonen. Der Auftraggeber kann sie mit seinem Hausrecht nicht aufheben.
Wann musst du nach §163 Abs. 3 StPO als Zeuge vor der Polizei erscheinen und aussagen?
- A) Bei jeder Ladung der Polizei, egal aus welchem Grund und in welcher Sache
- B) Nur wenn du selbst beschuldigt bist
- C) Wenn der Ladung ein Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt
- D) Nur wenn dein Arbeitgeber dir die Aussage erlaubt
Lösung anzeigen
Richtig: C. Vor der Polizei besteht die Pflicht zu erscheinen und auszusagen, wenn die Ladung auf einem Auftrag der Staatsanwaltschaft beruht. Eine Erlaubnis des Arbeitgebers ist nicht nötig.
Die Polizei bittet nach einem Diebstahl um die Videoaufnahmen aus dem Objekt. Was ist richtig?
- A) Du schickst die Datei sofort per Messenger an den Beamten
- B) Du sorgst dafür, dass die Aufnahme gesichert und nicht überschrieben wird
- C) Du gibst die Anfrage an Einsatzleitung und Auftraggeber weiter, die über die Herausgabe entscheiden
- D) Du löschst die Aufnahme, weil sie personenbezogene Daten enthält
Lösung anzeigen
Richtig: B und C. Über die Herausgabe entscheidet der datenschutzrechtlich Verantwortliche, meist der Auftraggeber. Deine Aufgabe ist, die Aufnahme zu sichern und die Anfrage weiterzugeben. Private Messenger sind tabu.
Was gehört zur richtigen Sicherung eines Tatorts nach einem Einbruch?
- A) Zuerst Verletzte versorgen und Gefahren abwenden
- B) Aufräumen, damit der Betrieb schnell weitergehen kann
- C) Den Bereich absperren und nichts verändern
- D) Fingerabdrücke selbst mit Klebeband abnehmen
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Menschen gehen vor Spuren. Danach wird abgesperrt und nichts verändert. Spurensicherung ist Aufgabe der Polizei.
Wem musst du deinen Dienstausweis nach §18 Abs. 2 BewachV auf Verlangen vorzeigen?
- A) Jedem Besucher und jedem Mitarbeiter des Objekts, der wissen möchte, mit wem er spricht
- B) Den Beauftragten der Vollzugsbehörden, etwa Ordnungsamt, Polizei oder Zoll
- C) Nur dem eigenen Arbeitgeber
- D) Nur der Industrie- und Handelskammer
Lösung anzeigen
Richtig: B. §18 Abs. 2 BewachV verpflichtet zum Mitführen und Vorzeigen gegenüber Vollzugsbehörden. Gegenüber Besuchern ist das Vorzeigen sinnvoll, aber nicht nach dieser Vorschrift Pflicht.
Du erfährst nachträglich von einem Ladendiebstahl, den eine Kollegin beobachtet hat. Bist du strafrechtlich verpflichtet, ihn anzuzeigen?
- A) Ja, jede Straftat muss nach §138 StGB angezeigt werden
- B) Ja, als Wachperson bist du wie die Polizei Ermittlungsperson der Staatsanwaltschaft
- C) Nein, eine allgemeine Anzeigepflicht für begangene Straftaten gibt es nicht
- D) Ja, sonst begehst du eine Strafvereitelung
Lösung anzeigen
Richtig: C. §138 StGB betrifft nur bestimmte schwere geplante Straftaten, nicht jeden begangenen Diebstahl. Die Meldepflicht gegenüber Arbeitgeber und Auftraggeber kann sich aber aus Vertrag und Dienstanweisung ergeben.
Zum Thema Zusammenarbeit mit Polizei und Behörden →
Versammlungen und Veranstaltungen: Rolle des Ordners
Wie müssen Ordner bei einer öffentlichen Versammlung nach §9 Abs. 1 VersammlG gekennzeichnet sein?
- A) Durch eine gelbe Warnweste mit Firmenlogo
- B) Durch einen gut sichtbaren Dienstausweis nach BewachV
- C) Ausschließlich durch weiße Armbinden mit der Bezeichnung "Ordner"
- D) Durch eine einheitliche dunkle Dienstkleidung mit der Aufschrift Security
Lösung anzeigen
Richtig: C. §9 Abs. 1 VersammlG schreibt weiße Armbinden vor, die nur die Bezeichnung "Ordner" tragen dürfen. Andere Kennzeichnungen sind dort nicht zulässig und können eine Ordnungswidrigkeit des Leiters sein.
Welche Anforderungen stellt das Versammlungsgesetz des Bundes an Versammlungsordner?
- A) Sie müssen volljährig sein
- B) Sie müssen eine Sachkundeprüfung nach §34a GewO haben
- C) Sie dürfen keine Waffen mit sich führen
- D) Sie müssen bei der Polizei angestellt sein
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Versammlungsordner sind ehrenamtlich, volljährig und unbewaffnet. Eine Sachkundeprüfung oder eine Anstellung bei der Polizei verlangt das Versammlungsgesetz nicht.
Was gilt für den Einsatz von Ordnern bei einer Versammlung unter freiem Himmel?
- A) Er bedarf einer polizeilichen Genehmigung, die bei der Anmeldung zu beantragen ist
- B) Er ist verboten, Ordner gibt es nur in geschlossenen Räumen
- C) Er muss der Industrie- und Handelskammer angezeigt werden
- D) Er ist ohne jede Formalität erlaubt, solange die Ordner keine Waffen tragen und volljährig sind
Lösung anzeigen
Richtig: A. Nach §18 Abs. 2 VersammlG braucht die Verwendung von Ordnern unter freiem Himmel eine polizeiliche Genehmigung. Sie wird zusammen mit der Anmeldung beantragt.
Welche dieser Situationen sind Veranstaltungen und keine Versammlungen im Sinne von Art. 8 GG?
- A) Ein Open-Air-Konzert mit 20.000 Besuchern
- B) Eine Kundgebung gegen Mieterhöhungen
- C) Ein Heimspiel in der Fußball-Bundesliga
- D) Eine Mahnwache vor dem Rathaus
Lösung anzeigen
Richtig: A und C. Konzerte und Sportveranstaltungen dienen der Unterhaltung, nicht der Meinungskundgabe. Kundgebung und Mahnwache sind typische Versammlungen.
Wer übt bei einer öffentlichen Versammlung in einem geschlossenen Saal das Hausrecht aus?
- A) Der Leiter der Versammlung
- B) Die Polizei
- C) Der Hausmeister des Gebäudes
- D) Der Sicherheitsdienst des Vermieters
Lösung anzeigen
Richtig: A. Nach §7 Abs. 4 VersammlG übt der Leiter das Hausrecht aus. Er kann grob störende Teilnehmer nach §11 ausschließen.
Für welche Tätigkeit bei Veranstaltungen verlangt §34a GewO ausdrücklich die Sachkundeprüfung?
- A) Für jede Tätigkeit als Ordner bei einem Stadtfest, auch wenn sie nur wenige Stunden dauert
- B) Für Bewachungen von zugangsgeschützten Großveranstaltungen in leitender Funktion
- C) Für das Verteilen von Programmheften
- D) Für die Kassentätigkeit am Eingang
Lösung anzeigen
Richtig: B. §34a Abs. 1a Satz 2 Nr. 5 GewO verlangt die Sachkundeprüfung für die leitende Funktion bei zugangsgeschützten Großveranstaltungen. Für andere Bewachungstätigkeiten reicht grundsätzlich die Unterrichtung.
Zum Thema Versammlungen und Veranstaltungen: Rolle des Ordners →
Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der aktuelle Gesetzestext.