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Unfallverhütungsvorschriften

ASR A1.3: Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

Wie Sicherheitszeichen aufgebaut sind, was Form und Farbe bedeuten und was du als Wachperson auf dem Kontrollgang prüfst.

Stand: 06.11.2026Von Oliver Misch

Kurz gesagt: Die ASR A1.3 konkretisiert die Arbeitsstättenverordnung für die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung. Es gibt fünf Arten von Sicherheitszeichen: Verbot (roter Kreis mit Balken), Warnung (gelbes Dreieck), Gebot (blauer Kreis), Rettung (grünes Quadrat) und Brandschutz (rotes Quadrat). Die Zeichen stammen aus DIN EN ISO 7010 und tragen Kennungen wie P001, W001, M001, E001 und F001.

Sicherheitszeichen sind eine Sprache, die ohne Worte funktioniert. Ein Besucher, der kein Deutsch spricht, soll trotzdem sofort erkennen, wo der Notausgang ist und dass er hier nicht rauchen darf. Für dich als Wachperson sind sie doppelt wichtig: Du musst sie selbst beachten, und du kontrollierst auf deinen Runden, ob sie noch da, sichtbar und richtig sind. In der Prüfung kommen fast immer Fragen zu Form und Farbe der Zeichenarten.

Rechtsgrundlage

Grundlage ist die Arbeitsstättenverordnung. Nach §3a in Verbindung mit Nummer 1.3 ihres Anhangs ist eine Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung einzusetzen, wenn Risiken für Sicherheit und Gesundheit anders nicht zu vermeiden oder ausreichend zu minimieren sind. Die Kennzeichnung ist also kein Ersatz für technische Schutzmaßnahmen, sondern ergänzt sie.

Wie die Kennzeichnung aussehen muss, regelt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3, Ausgabe Februar 2013, zuletzt geändert 2022. Sie setzt die europäische Richtlinie 92/58/EWG um. Die Zeichen selbst stammen aus DIN EN ISO 7010, einige deutsche Ergänzungen aus DIN 4844-2. Hält sich der Arbeitgeber an die ASR, ist davon auszugehen, dass er die Anforderungen der Verordnung erfüllt. Ältere Unterlagen nennen noch die frühere Unfallverhütungsvorschrift BGV A8. Maßgeblich ist heute die ASR A1.3.

Die Kennzeichnungsarten

Kennzeichnung ist mehr als ein Schild. Die ASR A1.3 kennt:

  • Sicherheitszeichen aus Form, Farbe und Symbol, für ständige Verbote, Warnungen, Gebote und Hinweise,
  • Sicherheitsmarkierungen wie gelb-schwarze Streifen an Hindernissen,
  • Leuchtzeichen, etwa eine Warnleuchte am Tor,
  • Schallzeichen wie Hupe, Sirene oder Klingel,
  • verbale Kommunikation, zum Beispiel eine Lautsprecherdurchsage,
  • Handzeichen beim Einweisen von Fahrzeugen.

Die Faustregel: Für ständige Hinweise gibt es dauerhafte Sicherheitszeichen. Zeitlich begrenzte Gefahren und Notrufe wie ein Brandalarm werden durch Leucht- oder Schallzeichen oder durch Durchsagen übermittelt. Ein warnendes Leuchtzeichen darf nur blinken, wenn eine unmittelbare Gefahr droht. Ein betriebliches Notsignal muss sich von anderen Signalen und vom öffentlichen Alarm unverwechselbar unterscheiden.

Die fünf Arten von Sicherheitszeichen

ArtFormSicherheitsfarbeSymbolKennungBeispiel
VerbotszeichenKreis mit DiagonalbalkenRot, Hintergrund WeißSchwarzPP002 Rauchen verboten
Warnzeichengleichseitiges Dreieck mit gerundeten EckenGelb, Rand SchwarzSchwarzWW012 Warnung vor elektrischer Spannung
GebotszeichenKreisBlauWeißMM004 Augenschutz benutzen
RettungszeichenQuadratGrünWeißEE003 Erste Hilfe
BrandschutzzeichenQuadratRotWeißFF001 Feuerlöscher

Die Buchstaben kommen aus dem Englischen: P für prohibition, W für warning, M für mandatory, E für emergency, F für fire. Das hilft beim Merken. Die Farben haben eine feste Bedeutung: Rot für Verbot und Brandschutz, Gelb für Warnung, Blau für Gebot, Grün für Gefahrlosigkeit und Rettung.

Zusatzzeichen

Ein Zusatzzeichen ist ein rechteckiges Schild mit Text oder Pfeil, das ein Sicherheitszeichen ergänzt, zum Beispiel "Nur für Befugte" oder ein Richtungspfeil. Steht beides auf einem Träger, spricht man von einem Kombinationszeichen. Die allgemeinen Zeichen P001, W001 und M001 dürfen nur zusammen mit einem Zusatzzeichen verwendet werden, das die Aussage konkretisiert.

Anforderungen an die Anbringung

  • Sicherheitszeichen müssen deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht sein, in geeigneter Höhe und bei ausreichender Beleuchtung.
  • Verbots-, Warn- und Gebotszeichen gehören an den Zugang zum Gefahrbereich, nicht irgendwo dahinter.
  • Eine Anhäufung von Zeichen ist zu vermeiden. Nicht mehr nötige Zeichen werden entfernt.
  • Gibt es keine Sicherheitsbeleuchtung, müssen Rettungs- und Brandschutzzeichen auf Fluchtwegen langnachleuchtend sein.
  • Für die festgelegten Aussagen dürfen nur die zugeordneten Zeichen verwendet werden. Eigene Fantasiezeichen sind nicht erlaubt.

Der Arbeitgeber muss die Beschäftigten über die Bedeutung der Kennzeichnung unterweisen, nach der ASR in der Regel jährlich, und die Einrichtungen regelmäßig kontrollieren.

Ein Fall aus dem Dienst

Auf dem Nachtkontrollgang in einem Bürogebäude bemerkst du: Das grüne Notausgangsschild über der Treppenhaustür ist abgerissen, im Lager hängt ein Feuerlöscherzeichen über einer leeren Halterung, und vor dem Serverraum stehen fünf verschiedene Schilder übereinander, die kaum jemand liest. Du notierst alle drei Punkte im Wachbuch und meldest sie. Das fehlende Rettungszeichen ist der dringendste Mangel, weil Menschen im Ernstfall den Weg nicht finden. Den fehlenden Feuerlöscher meldest du ebenfalls sofort.

Typische Prüfungsfallen

  • Verbot ist ein roter Kreis mit Balken, Brandschutz ein rotes Quadrat. Beide rot, aber verschiedene Formen.
  • Gebot ist ein blauer Kreis ohne Balken. Blau bedeutet "du musst", nicht "Information".
  • Warnzeichen sind gelbe Dreiecke mit schwarzem Rand und schwarzem Symbol.
  • Rettungszeichen sind grün mit weißem Symbol. Grün heißt Gefahrlosigkeit.
  • Grundlage ist die ASR A1.3 zur Arbeitsstättenverordnung, nicht mehr die BGV A8.

Teste dich: Übungsfragen zu diesem Thema

Wie in der IHK-Prüfung können eine oder zwei Antworten richtig sein. Kreuze an und prüfe dann.

Frage 1 von 6 · 1 richtige Antwort

Welche Form und Farbe hat ein Gebotszeichen nach ASR A1.3?

Frage 2 von 6 · 2 richtige Antworten

Welche Zeichenarten verwenden Rot als Sicherheitsfarbe?

Frage 3 von 6 · 1 richtige Antwort

Wofür steht der Buchstabe M bei Zeichen wie M001 oder M004 nach DIN EN ISO 7010?

Frage 4 von 6 · 1 richtige Antwort

Wie sind zeitlich begrenzte Gefahren und Notrufe wie ein Brandalarm nach ASR A1.3 zu übermitteln?

Frage 5 von 6 · 2 richtige Antworten

Welche Anforderungen stellt die ASR A1.3 an die Anbringung von Sicherheitszeichen?

Frage 6 von 6 · 1 richtige Antwort

Was gilt für das allgemeine Warnzeichen W001?

Mehr Fragen aus diesem Sachgebiet gibt es in der Prüfungssimulation und gesammelt auf der Seite Prüfungsfragen Unfallverhütungsvorschriften.

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