Start / Sachgebiete / Datenschutzrecht / Prüfungsfragen: Datenschutzrecht

Datenschutzrecht

Prüfungsfragen: Datenschutzrecht

Alle Übungsfragen zum Sachgebiet Datenschutzrecht mit Lösung und Erklärung. Selbst formuliert, nach dem IHK-Format mit einer oder zwei richtigen Antworten.

Stand: 06.11.2026Von Oliver Misch

Kurz gesagt: 186 Fragen aus 31 Themen. Lösung aufklappen, Erklärung lesen, bei Lücken direkt zur Themenseite springen.

Hier findest du alle 186 Übungsfragen zum Sachgebiet Datenschutzrecht, sortiert nach Themen. Wie in der IHK-Prüfung sind bei jeder Frage eine oder zwei Antworten richtig. Überleg dir deine Antwort, bevor du die Lösung aufklappst. Unter jeder Themenüberschrift kommst du zur ausführlichen Erklärung.

Wenn du lieber unter Prüfungsbedingungen üben willst, starte die Übung nur für dieses Sachgebiet oder gleich die Prüfungssimulation mit 82 Fragen in 120 Minuten.

Wie die schriftliche Prüfung bewertet wird

Seit dem 1. Juli 2025 besteht der schriftliche Teil aus 82 Fragen. Es gibt Teilpunkte: Bei einer Frage mit zwei richtigen Antworten bringt jede richtig angekreuzte Antwort einen Punkt. Insgesamt sind 120 Punkte möglich, zum Bestehen brauchst du 60. Mehr dazu auf der Seite zur Prüfung.

Was ist Datenschutz?

Was ist das eigentliche Schutzgut des Datenschutzes?

  • A) Die Datenbestände eines Unternehmens als wirtschaftlicher Wert
  • B) Die IT-Systeme und Server des Auftraggebers vor Angriffen
  • C) Das Persönlichkeitsrecht der Menschen, über die Daten verarbeitet werden
  • D) Die Geschäftsgeheimnisse des Bewachungsunternehmens gegenüber Konkurrenten
Lösung anzeigen

Richtig: C. Datenschutz schützt Menschen und ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Der Schutz von Systemen ist Datensicherheit, der Schutz von Firmeninterna ist Geheimnisschutz.

Wer wird durch die DSGVO geschützt?

  • A) Lebende natürliche Personen
  • B) Eine GmbH als juristische Person
  • C) Besucher eines Objekts, über die Daten erfasst werden
  • D) Verstorbene Personen in gleichem Umfang wie Lebende
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Die DSGVO schützt lebende natürliche Personen, also auch jeden Besucher. Juristische Personen und Verstorbene fallen nicht unter ihren Schutz.

Woraus hat das Bundesverfassungsgericht 1983 das Recht auf informationelle Selbstbestimmung abgeleitet?

  • A) Aus dem Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis nach Art. 10 Abs. 1 des Grundgesetzes
  • B) Aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 mit Art. 1 Abs. 1 GG)
  • C) Aus der Unverletzlichkeit der Wohnung nach Art. 13 Abs. 1 des Grundgesetzes
  • D) Aus der Berufsfreiheit und der Eigentumsgarantie nach Art. 12 und 14 GG
Lösung anzeigen

Richtig: B. Im Volkszählungsurteil wurde das Recht aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht entwickelt. Art. 10 GG schützt nur bestimmte Kommunikationswege.

Ein Anrufer gibt sich als Bruder einer Mitarbeiterin aus und fragt an der Pforte, wann sie heute Feierabend hat. Wie verhältst du dich richtig?

  • A) Du nennst die Uhrzeit, weil Familienangehörige ein Auskunftsrecht haben
  • B) Du gibst die Auskunft, wenn er ihren vollständigen Namen kennt
  • C) Du lehnst die Auskunft ab und bietest an, eine Nachricht weiterzugeben
  • D) Du nennst nur, ob sie heute anwesend ist, aber nicht die Uhrzeit
Lösung anzeigen

Richtig: C. Anwesenheit und Arbeitszeiten sind personenbezogene Daten der Mitarbeiterin. Angehörige haben kein Recht auf diese Auskunft, und die Identität des Anrufers ist nicht geklärt.

Für welche Verarbeitung gilt die DSGVO nicht?

  • A) Für die Besucherliste, die an der Pforte eines Unternehmens geführt wird
  • B) Für das private Adressbuch einer Person mit Kontakten aus Familie und Freundeskreis
  • C) Für Notizen, die eine Wachperson im Dienst über einen nächtlichen Vorfall auf dem Handy macht
  • D) Für die Mitgliederdaten eines eingetragenen Sportvereins auf seiner Internetseite
Lösung anzeigen

Richtig: B. Ausschließlich persönliche oder familiäre Tätigkeiten sind nach Art. 2 Abs. 2 Buchstabe c DSGVO ausgenommen. Alles, was im Dienst geschieht, ist beruflich und fällt unter die DSGVO.

Welche Aussagen zu Datenschutz und Datensicherheit treffen zu?

  • A) Datensicherheit umfasst technische und organisatorische Maßnahmen gegen Verlust und Missbrauch von Daten
  • B) Datenschutz und Datensicherheit bedeuten rechtlich genau dasselbe
  • C) Datenschutz regelt, ob und wie personenbezogene Daten verwendet werden dürfen
  • D) Datensicherheit gilt nur für Daten, die auf Papier geführt werden
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Datenschutz fragt nach der Zulässigkeit der Verwendung, Datensicherheit nach dem Schutz der Daten durch Technik und Organisation. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe.

Zum Thema Was ist Datenschutz? →

DSGVO und BDSG: wie sie zusammenspielen

Seit wann gilt die DSGVO in Deutschland unmittelbar?

  • A) Seit dem 1. Januar 2016 mit ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt
  • B) Seit dem 25. Mai 2018
  • C) Seit dem 25. Mai 2020 nach einer zweijährigen Übergangsfrist
  • D) Erst seit dem Inkrafttreten eines deutschen Umsetzungsgesetzes im Jahr 2019
Lösung anzeigen

Richtig: B. Die DSGVO ist 2016 in Kraft getreten und gilt seit dem 25. Mai 2018. Als Verordnung braucht sie kein deutsches Umsetzungsgesetz.

Was gilt, wenn eine Vorschrift des BDSG der DSGVO widerspricht?

  • A) Das BDSG geht vor, weil es das speziellere deutsche Gesetz ist
  • B) Es gilt immer die Vorschrift, die für die betroffene Person günstiger ist
  • C) Die DSGVO geht vor, weil unmittelbar geltendes EU-Recht Vorrang hat
  • D) Beide gelten nebeneinander, die Aufsichtsbehörde entscheidet im Einzelfall
Lösung anzeigen

Richtig: C. EU-Recht hat Anwendungsvorrang. §1 Abs. 5 BDSG stellt selbst klar, dass das BDSG nicht anwendbar ist, soweit die DSGVO unmittelbar gilt.

Welche Themen regelt das BDSG ergänzend zur DSGVO?

  • A) Die Verarbeitung von Beschäftigtendaten
  • B) Die Begriffsbestimmung der personenbezogenen Daten
  • C) Die Grundsätze der Verarbeitung wie Zweckbindung und Datenminimierung
  • D) Strafvorschriften für bestimmte schwere Datenschutzverstöße
Lösung anzeigen

Richtig: A und D. Beschäftigtendatenschutz (§26) und Strafvorschriften (§42) stehen im BDSG. Begriffe und Grundsätze regelt die DSGVO selbst in Art. 4 und Art. 5.

Was ist eine Öffnungsklausel?

  • A) Eine Regel, nach der Unternehmen Daten in Notfällen auch ohne jede Rechtsgrundlage verarbeiten dürfen
  • B) Eine Stelle in der DSGVO, die den Mitgliedstaaten eigene, genauere Regelungen erlaubt
  • C) Eine Pflicht, Datenverarbeitungen öffentlich bekannt zu machen
  • D) Eine Ausnahme, nach der kleine Unternehmen die DSGVO nicht beachten müssen
Lösung anzeigen

Richtig: B. Öffnungsklauseln geben den Mitgliedstaaten Spielraum. Deutschland hat sie zum Beispiel für den Beschäftigtendatenschutz und den Datenschutzbeauftragten genutzt.

Für wen gilt Teil 3 des BDSG?

  • A) Für private Sicherheitsdienste bei der Zusammenarbeit mit der Polizei
  • B) Für Behörden, die Straftaten verfolgen oder Gefahren abwehren
  • C) Für alle Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten
  • D) Für Polizei und Justiz bei der Verarbeitung zu diesen Zwecken
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Teil 3 setzt eine EU-Richtlinie für Polizei und Justiz um. Private Sicherheitsdienste fallen nicht darunter, auch wenn sie mit der Polizei zusammenarbeiten.

Ein Kollege sagt, für ein deutsches Bewachungsunternehmen gelte nur das BDSG, solange keine Daten ins Ausland gehen. Was stimmt?

  • A) Das stimmt, die DSGVO betrifft nur grenzüberschreitende Datenübermittlungen in andere Staaten
  • B) Das stimmt nur für Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten
  • C) Das ist falsch, die DSGVO gilt für jede Verarbeitung durch Unternehmen in der EU
  • D) Das stimmt, solange die Daten nur auf Papier geführt werden
Lösung anzeigen

Richtig: C. Die DSGVO gilt unabhängig davon, ob Daten ins Ausland gehen. Das BDSG ergänzt sie nur.

Zum Thema DSGVO und BDSG: wie sie zusammenspielen →

Personenbezogene Daten

Wie definiert die DSGVO personenbezogene Daten?

  • A) Nur Angaben wie Name, Anschrift und Geburtsdatum, die eine Person eindeutig und ohne Zusatzwissen benennen
  • B) Alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen
  • C) Alle Daten, die in einem Computer gespeichert sind, unabhängig davon, ob sie einen Menschen betreffen
  • D) Nur Informationen, die eine Person selbst über sich angegeben hat
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 4 Nr. 1 DSGVO erfasst alle Informationen über eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person. Die Speicherform und die Quelle der Daten spielen dafür keine Rolle.

Welche der folgenden Angaben sind personenbezogene Daten?

  • A) Das Kennzeichen des privaten Pkw eines Besuchers
  • B) Die Anzahl aller Besucher an einem Messetag ohne weitere Angaben
  • C) Die einem Mitarbeiter zugeordnete Nummer seines Zutrittstransponders
  • D) Der Jahresumsatz einer GmbH, die im Objekt ein Büro hat
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Kennzeichen und Transpondernummer lassen sich einem Menschen zuordnen. Eine reine Besucherzahl ist anonym, und Firmenumsätze betreffen keine natürliche Person.

Im Schichtplan stehen statt Namen die Kürzel WP01 bis WP12. Im Büro liegt eine Liste, welches Kürzel zu welchem Kollegen gehört. Wie sind die Daten im Schichtplan einzuordnen?

  • A) Als anonyme Daten, für die die DSGVO nicht gilt
  • B) Als Sachdaten ohne jeden Personenbezug
  • C) Als pseudonymisierte Daten, die weiterhin personenbezogen sind
  • D) Als besondere Kategorie personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO
Lösung anzeigen

Richtig: C. Solange eine Zuordnungsliste existiert, sind die Daten nur pseudonymisiert und bleiben personenbezogen. Anonym wären sie erst, wenn sich niemand mehr zuordnen ließe.

Du schreibst in den Wachbericht: Der Hausmeister aus Gebäude C hat die Rolltür offen gelassen. Ist das ein personenbezogenes Datum?

  • A) Nein, weil im Bericht weder ein Name noch eine Personalnummer steht
  • B) Ja, weil die Person über ihre Funktion im Objekt bestimmbar ist
  • C) Nein, weil es nur um den Zustand einer Tür und nicht um einen Menschen geht
  • D) Nur dann, wenn der Bericht später eingescannt oder digital gespeichert wird
Lösung anzeigen

Richtig: B. Es reicht, dass die Person identifizierbar ist. Im Objekt weiß jeder, wer der Hausmeister von Gebäude C ist.

Für welche Daten gilt die DSGVO nicht?

  • A) Für Daten, die vollständig anonymisiert wurden und keinen Personenbezug mehr erlauben
  • B) Für Videobilder, auf denen Personen ohne Namensangabe zu erkennen sind
  • C) Für Daten verstorbener Personen
  • D) Für persönliche Einschätzungen einer Wachperson über einen Gast
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Anonyme Daten und Daten Verstorbener fallen nicht unter die DSGVO. Erkennbare Personen auf Videobildern und Einschätzungen über einen Menschen sind dagegen personenbezogen.

Was meint der Begriff betroffene Person?

  • A) Die Wachperson, die die Daten im Dienst erfasst und aufgeschrieben hat
  • B) Den Auftraggeber, in dessen Objekt die Daten bei der Bewachung anfallen
  • C) Den Datenschutzbeauftragten, der die Verarbeitung im Unternehmen überwacht
  • D) Den Menschen, auf den sich die personenbezogenen Daten beziehen
Lösung anzeigen

Richtig: D. Betroffene Person ist der Mensch, um dessen Daten es geht. Wer die Daten erfasst oder darüber entscheidet, ist nicht die betroffene Person.

Zum Thema Personenbezogene Daten →

Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO)

Welche Daten gehören zu den besonderen Kategorien nach Art. 9 Abs. 1 DSGVO?

  • A) Gesundheitsdaten
  • B) Die Bankverbindung einer Person
  • C) Religiöse oder weltanschauliche Überzeugungen
  • D) Die private Telefonnummer und die Wohnanschrift
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Gesundheit und Religion stehen ausdrücklich in Art. 9 Abs. 1. Bankverbindung, Telefonnummer und Anschrift sind normale personenbezogene Daten, auch wenn sie schutzwürdig sind.

Wo sind Daten über Straftaten und strafrechtliche Verurteilungen geregelt?

  • A) In Art. 9 DSGVO als besondere Kategorie
  • B) In Art. 10 DSGVO mit eigenen strengen Regeln
  • C) Nirgends, sie dürfen von jedem frei verarbeitet werden
  • D) Nur im Strafgesetzbuch, nicht im Datenschutzrecht
Lösung anzeigen

Richtig: B. Daten über Straftaten fallen nicht unter Art. 9, sondern unter Art. 10 DSGVO. Das ist eine häufige Verwechslung in der Prüfung.

Ein bewusstloser Gast wird vom Rettungsdienst übernommen. Du weißt, dass er Epileptiker ist. Darfst du das dem Rettungsdienst sagen?

  • A) Nein, Gesundheitsdaten dürfen nie ohne schriftliche Einwilligung weitergegeben werden
  • B) Ja, zum Schutz seiner lebenswichtigen Interessen, weil er nicht einwilligen kann
  • C) Nein, solche Angaben darf nur ein Arzt an einen anderen Arzt weitergeben
  • D) Nur wenn ein Angehöriger vor Ort ist und der Weitergabe vorher zustimmt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 9 Abs. 2 Buchstabe c erlaubt die Verarbeitung zum Schutz lebenswichtiger Interessen, wenn die Person körperlich nicht einwilligen kann. Eine schriftliche Einwilligung ist dann nicht nötig.

Wann ist ein Foto ein biometrisches Datum im Sinne der DSGVO?

  • A) Immer, weil auf jedem Foto ein Gesicht oder eine Statur zu erkennen sein kann
  • B) Nur wenn es in Farbe und mit einer hohen Auflösung aufgenommen wurde
  • C) Wenn es mit spezieller Technik zur eindeutigen Identifizierung ausgewertet wird
  • D) Nur wenn es von einer Behörde für einen Pass oder Ausweis aufgenommen wurde
Lösung anzeigen

Richtig: C. Nach Erwägungsgrund 51 ist ein Lichtbild nur dann biometrisch, wenn es mit spezieller Technik zur Identifizierung verarbeitet wird, etwa durch Gesichtserkennung.

Was gilt für die Einwilligung in die Verarbeitung von Gesundheitsdaten?

  • A) Sie muss sich ausdrücklich auf diese Daten beziehen
  • B) Es genügt, wenn die Person der Verarbeitung nicht widerspricht
  • C) Sie muss für einen oder mehrere festgelegte Zwecke erteilt werden
  • D) Sie gilt automatisch, wenn die Person freiwillig ein Objekt betritt
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Art. 9 Abs. 2 Buchstabe a verlangt eine ausdrückliche Einwilligung für festgelegte Zwecke. Schweigen oder das bloße Betreten eines Objekts sind keine Einwilligung.

Dein Arbeitgeber führt ein Zutrittssystem mit Fingerabdruck für alle Wachleute ein. Was trifft zu?

  • A) Fingerabdrücke sind keine personenbezogenen Daten, weil kein Name gespeichert wird
  • B) Es sind biometrische Daten, erlaubt nur unter einer Ausnahme nach Art. 9 Abs. 2
  • C) Der Arbeitgeber darf das ohne weitere Prüfung anordnen, weil er das Weisungsrecht hat
  • D) Das System ist zulässig, sobald am Eingang ein deutliches Hinweisschild hängt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Fingerabdrücke zur Identifizierung sind biometrische Daten nach Art. 9. Das Weisungsrecht des Arbeitgebers oder ein Schild ersetzen keine Ausnahme nach Art. 9 Abs. 2.

Zum Thema Besondere Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO) →

Umgang mit Daten im Wachdienst

Nachts ruft ein angeblicher Kriminalbeamter an und verlangt die privaten Handynummern aller Schlüsselträger. Wie gehst du richtig vor?

  • A) Du nennst die Nummern, weil die Polizei immer ein Auskunftsrecht hat
  • B) Du notierst seine Angaben und rufst über die offizielle Nummer der Polizei zurück
  • C) Du nennst die Nummern nur, wenn er dir seine Dienstnummer am Telefon durchgibt
  • D) Du informierst nach Dienstanweisung deinen Einsatzleiter, bevor etwas herausgegeben wird
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Am Telefon kannst du die Identität nicht prüfen. Rückruf über die offizielle Nummer und Einbindung des Vorgesetzten schützen vor Betrug. Eine genannte Dienstnummer beweist nichts.

Wer ist im Wachdienst in der Regel Verantwortlicher im Sinne der DSGVO?

  • A) Die einzelne Wachperson, die die Daten im Dienst aufschreibt und abheftet
  • B) Der Datenschutzbeauftragte, den das Bewachungsunternehmen benannt hat
  • C) Das Unternehmen, das über Zweck und Mittel der Verarbeitung entscheidet
  • D) Die örtliche Polizei, sobald ihr ein Vorfall im Objekt gemeldet wird
Lösung anzeigen

Richtig: C. Verantwortlich ist, wer über Zwecke und Mittel entscheidet. Das ist das Unternehmen, nicht der einzelne Mitarbeiter und nicht der Datenschutzbeauftragte.

Du willst aus Neugier im Zutrittsprotokoll nachsehen, wann eine bekannte Mitarbeiterin des Kunden gekommen ist. Was gilt?

  • A) Das ist zulässig, weil du für deinen Dienst ohnehin Zugriff auf das System hast
  • B) Das ist unzulässig, auch Nachschauen ohne dienstlichen Zweck ist Verarbeitung
  • C) Das ist zulässig, solange du die Information nicht weitererzählst
  • D) Das ist nur zulässig, wenn die Mitarbeiterin dich persönlich gut kennt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Auch Abfragen und Auslesen sind Verarbeitungen. Ohne dienstlichen Zweck fehlt jede Rechtfertigung, egal ob du die Information weitergibst.

Wie entsorgst du ausgedruckte Besucherlisten richtig?

  • A) Im normalen Papierkorb an der Pforte, wenn er täglich geleert wird
  • B) Im Aktenvernichter
  • C) Zerrissen im Altpapiercontainer hinter dem Gebäude
  • D) In der verschlossenen Datenschutztonne
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Personenbezogene Unterlagen müssen so vernichtet werden, dass Unbefugte sie nicht lesen können. Normaler Papiermüll und Altpapier bieten diesen Schutz nicht.

Du stellst fest, dass das Diensthandy mit Fotos von Vorfällen und Kontaktdaten verloren gegangen ist. Was tust du?

  • A) Du wartest bis Schichtende, vielleicht taucht es noch auf
  • B) Du meldest den Verlust sofort deinem Vorgesetzten
  • C) Du meldest den Verlust selbst bei der Datenschutzaufsichtsbehörde
  • D) Du kaufst ein gleiches Gerät, damit kein Schaden entsteht
Lösung anzeigen

Richtig: B. Der Verantwortliche muss prüfen, ob die Panne meldepflichtig ist, oft innerhalb von 72 Stunden. Deshalb musst du sofort intern melden. Die Meldung an die Behörde macht das Unternehmen.

Was gehört zu einem sicheren Umgang mit Daten an der Pforte?

  • A) Den Bildschirm so aufstellen, dass Besucher nicht mitlesen können
  • B) Das Passwort für den Wach-PC an alle Kollegen der Schicht weitergeben, damit niemand ausgesperrt wird
  • C) Den PC sperren, wenn du den Platz verlässt
  • D) Die Schlüsselliste sichtbar auslegen, damit Handwerker sich selbst eintragen können
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Sichtschutz und Bildschirmsperre verhindern unbefugten Zugriff. Geteilte Passwörter und offen liegende Listen sind typische Sicherheitslücken.

Zum Thema Umgang mit Daten im Wachdienst →

Was bedeutet Verarbeitung? Erheben, Speichern, Löschen

Welche Vorgänge sind eine Verarbeitung im Sinne von Art. 4 Nr. 2 DSGVO?

  • A) Das Abfragen, wer bei einem Alarm noch im Gebäude ist
  • B) Nur das dauerhafte Speichern auf einem Computer
  • C) Das Löschen einer Besucherliste nach Ablauf der Frist
  • D) Nur das Weitergeben von Daten an Personen außerhalb des Unternehmens
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Verarbeitung umfasst jeden Vorgang mit personenbezogenen Daten, auch Abfragen und Löschen. Sie ist nicht auf Speichern oder Weitergeben beschränkt.

Du lässt die Besucherliste offen auf dem Empfangstresen liegen, sodass wartende Besucher die Einträge lesen können. Wie ist das einzuordnen?

  • A) Als zulässige Verarbeitung, weil die Liste ohnehin für Besucher gedacht ist
  • B) Als unzulässige Offenlegung personenbezogener Daten an Unbefugte
  • C) Als Sachverhalt, der keine Verarbeitung ist, weil nichts verschickt wurde
  • D) Als Einschränkung der Verarbeitung im Sinne der DSGVO
Lösung anzeigen

Richtig: B. Offenlegung umfasst jede Form der Bereitstellung, nicht nur das Verschicken. Wer Daten für Unbefugte lesbar liegen lässt, legt sie ohne Rechtsgrundlage offen.

Was bedeutet Einschränkung der Verarbeitung?

  • A) Das endgültige Löschen aller gespeicherten Daten einer Person auf deren Antrag
  • B) Das Markieren gespeicherter Daten, um ihre künftige Verarbeitung zu begrenzen
  • C) Die Pflicht, bestimmte Daten nur noch auf Papier und nicht digital zu führen
  • D) Das Verbot, gespeicherte Daten an Polizei oder Behörden zu übermitteln
Lösung anzeigen

Richtig: B. Nach Art. 4 Nr. 3 DSGVO werden die Daten bei einer Einschränkung markiert und gesperrt, aber nicht gelöscht.

Wann ist ein personenbezogenes Datum wirksam gelöscht?

  • A) Wenn es mit Kugelschreiber mehrfach und deutlich durchgestrichen wurde
  • B) Wenn die Datei in den Papierkorb des Betriebssystems verschoben wurde
  • C) Wenn es nicht mehr mit vertretbarem Aufwand wiederhergestellt werden kann
  • D) Wenn der Zettel einmal in der Mitte durchgerissen und weggeworfen wurde
Lösung anzeigen

Richtig: C. Löschen heißt, dass die Information dauerhaft unkenntlich ist. Durchstreichen, Papierkorb oder Zerreißen lassen eine Wiederherstellung meist zu.

Welche Aussagen zum Begriff Verarbeitung treffen zu?

  • A) Die Aufzählung in Art. 4 Nr. 2 DSGVO ist abschließend
  • B) Eine Verarbeitung kann auch ohne Computer stattfinden
  • C) Der Begriff unterscheidet wie früher zwischen Erheben, Verarbeiten und Nutzen
  • D) Auch das Erheben durch Fragen oder Fotografieren gehört dazu
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Verarbeitung ist jeder Vorgang mit oder ohne automatisierte Verfahren, das Erheben eingeschlossen. Die Aufzählung ist nicht abschließend, und die alte Dreiteilung des BDSG gibt es nicht mehr.

Im Revierdienst fotografierst du das Kennzeichen eines verdächtigen Fahrzeugs und funkst es an die Leitstelle. Welche Verarbeitungsschritte liegen mindestens vor?

  • A) Nur eine Speicherung, weil das Funken keine Verarbeitung ist
  • B) Ein Erheben und eine Übermittlung
  • C) Gar keine, weil ein Kennzeichen kein personenbezogenes Datum ist
  • D) Nur ein Abgleich mit der Hausverbotsliste
Lösung anzeigen

Richtig: B. Das Fotografieren ist ein Erheben, das Funken an die Leitstelle eine Übermittlung. Kennzeichen sind über den Halter bestimmbar und damit personenbezogen.

Zum Thema Was bedeutet Verarbeitung? Erheben, Speichern, Löschen →

Automatisierte Verarbeitung

Für welche Verarbeitungen gilt die DSGVO nach Art. 2 Abs. 1?

  • A) Für die ganz oder teilweise automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten
  • B) Nur für Verarbeitungen in großen Rechenzentren mit mehr als 1.000 Datensätzen
  • C) Für nichtautomatisierte Verarbeitung, wenn die Daten in einem Dateisystem gespeichert sind oder werden sollen
  • D) Nur für Daten, die über das Internet übertragen werden
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Art. 2 Abs. 1 nennt automatisierte Verarbeitung und nichtautomatisierte Verarbeitung in Dateisystemen. Eine Mindestmenge oder eine Internetübertragung verlangt das Gesetz nicht.

Du fotografierst mit dem Diensthandy einen Besucher, der Hausverbot hat. Liegt eine automatisierte Verarbeitung vor?

  • A) Nein, weil es nur ein einziges Foto ohne Namen oder sonstige Angaben ist
  • B) Nein, weil das Foto nicht in einer zentralen Datenbank gespeichert wird
  • C) Ja, weil das Foto mit technischen Mitteln erstellt und gespeichert wird
  • D) Nur wenn das Foto später ausgedruckt und im Hausverbotsordner abgeheftet wird
Lösung anzeigen

Richtig: C. Automatisiert ist jede Verarbeitung mit technischen Mitteln. Eine Mindestzahl an Daten oder eine Datenbank ist nicht nötig.

Du schreibst das Wachbuch von Hand und tippst die Einträge am Ende der Woche in eine Tabelle ab. Wie ist das einzuordnen?

  • A) Als rein manuelle Verarbeitung, für die die DSGVO nie gilt
  • B) Als teilweise automatisierte Verarbeitung, für die die DSGVO gilt
  • C) Als Verarbeitung, die nur dem Betriebsverfassungsgesetz unterliegt
  • D) Als Datenübermittlung an Dritte
Lösung anzeigen

Richtig: B. Wird ein Teil der Verarbeitung mit Technik erledigt, ist sie teilweise automatisiert. Die DSGVO gilt dann ohne weitere Voraussetzungen.

Was unterscheidet eine automatisierte Einzelentscheidung nach Art. 22 DSGVO von einer normalen automatisierten Verarbeitung?

  • A) Es gibt keinen Unterschied, beide Begriffe meinen in der DSGVO genau denselben Vorgang
  • B) Bei Art. 22 entscheidet ein System allein, ohne Prüfung durch einen Menschen, mit erheblicher Wirkung
  • C) Art. 22 betrifft nur Verarbeitungen auf Papier, die nachträglich eingescannt und anschließend digitalisiert werden
  • D) Bei Art. 22 werden ausschließlich Videodaten aus Überwachungskameras ausgewertet
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 22 betrifft den engen Fall einer Entscheidung, die allein auf automatisierter Verarbeitung beruht und erhebliche Wirkung hat. Fast jede Verarbeitung im Dienst ist automatisiert, aber kaum eine ist eine solche Einzelentscheidung.

Welche Systeme im Wachdienst verarbeiten automatisiert auch Daten der eigenen Wachpersonen?

  • A) Ein Wächterkontrollsystem, das Rundgänge mit Uhrzeit speichert
  • B) Ein Feuerlöscher mit Prüfplakette
  • C) Die GPS-Ortung des Revierfahrzeugs
  • D) Ein mechanisches Vorhängeschloss am Tor
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Wächterkontrolle und GPS erfassen, wann und wo die Wachperson war. Feuerlöscher und mechanische Schlösser verarbeiten keine personenbezogenen Daten.

Der Kunde will mit den Daten des Wächterkontrollsystems eine Rangliste der langsamsten Wachleute erstellen. Was trifft zu?

  • A) Das ist ohne Weiteres erlaubt, weil die Daten ohnehin gespeichert werden
  • B) Das ist eine neue Auswertung mit neuem Zweck, die eigens begründet sein muss
  • C) Das ist unproblematisch, weil Wachpersonen im Dienst keine betroffenen Personen sein können
  • D) Das ist erlaubt, sobald die Wachleute einen Aushang darüber gesehen haben
Lösung anzeigen

Richtig: B. Aus einem Nachweissystem wird ein Werkzeug zur Leistungsbewertung. Das ist eine neue Verarbeitung, die eine eigene Rechtsgrundlage braucht. Bei vorhandenem Betriebsrat ist zudem dessen Mitbestimmung zu beachten.

Zum Thema Automatisierte Verarbeitung →

Nichtautomatisierte Dateisysteme

Wann gilt die DSGVO für personenbezogene Daten auf Papier?

  • A) Nie, die DSGVO gilt nur für elektronische Daten
  • B) Wenn die Daten in einem Dateisystem gespeichert sind
  • C) Nur wenn mehr als 100 Personen erfasst werden
  • D) Wenn die Daten in einem Dateisystem gespeichert werden sollen
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Nach Art. 2 Abs. 1 DSGVO gilt die Verordnung für nichtautomatisierte Verarbeitung, wenn die Daten in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen. Eine Mindestzahl gibt es nicht.

Was ist ein Dateisystem im Sinne von Art. 4 Nr. 6 DSGVO?

  • A) Nur ein Computerprogramm, mit dem Dateien und Ordner auf einem Server verwaltet werden
  • B) Jede strukturierte Sammlung personenbezogener Daten, die nach Kriterien zugänglich ist
  • C) Ausschließlich eine alphabetisch sortierte Kartei in einem abschließbaren Karteikasten aus Metall
  • D) Jede Sammlung von Papieren, die in einem verschlossenen Raum aufbewahrt wird
Lösung anzeigen

Richtig: B. Entscheidend sind Struktur und Zugänglichkeit nach Kriterien. Die äußere Form wie Ordner, Kartei oder Heft spielt keine Rolle, und ein abgeschlossener Raum macht eine Sammlung nicht zum Dateisystem.

Welche Unterlagen sind typischerweise ein Dateisystem?

  • A) Ein Besucherbuch mit festen Spalten für Datum, Name und Firma
  • B) Ein ungeordneter Stapel alter Briefe ohne jede Sortierung
  • C) Ein alphabetisch sortierter Ordner mit Hausverboten
  • D) Ein einzelner Notizzettel, der sofort nach dem Anruf weggeworfen wird
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Besucherbuch und sortierter Hausverbotsordner sind nach Kriterien auffindbar. Ungeordnete Akten fallen nach Erwägungsgrund 15 nicht darunter, ein einzelner Wegwerfzettel in der Regel auch nicht.

Du notierst ein Kennzeichen auf einem Zettel, um es später in die Fahrzeugliste zu übertragen. Gilt die DSGVO schon für den Zettel?

  • A) Nein, erst die fertige Fahrzeugliste fällt unter die DSGVO
  • B) Ja, weil die Daten in einem Dateisystem gespeichert werden sollen
  • C) Nein, weil ein loser Zettel kein Ordner und keine Kartei ist
  • D) Nur wenn der Zettel länger als 24 Stunden im Wachlokal aufbewahrt wird
Lösung anzeigen

Richtig: B. Die DSGVO greift schon, wenn die Speicherung in einem Dateisystem beabsichtigt ist. Auf die Form des Zettels oder eine Frist kommt es nicht an.

Welche Besonderheit gilt für Daten von Beschäftigten auf Papier?

  • A) Sie sind nur geschützt, wenn sie in der offiziellen Personalakte abgeheftet sind
  • B) Nach §26 Abs. 7 BDSG sind sie auch ohne Dateisystem geschützt
  • C) Sie dürfen vom Vorgesetzten ohne jede Einschränkung notiert werden
  • D) Sie fallen nur unter das Betriebsverfassungsgesetz, nicht unter das BDSG
Lösung anzeigen

Richtig: B. §26 Abs. 7 BDSG erweitert den Schutz: Beschäftigtendaten sind auch dann geschützt, wenn sie nicht in einem Dateisystem stehen oder stehen sollen.

Wie hieß der Begriff Dateisystem im BDSG vor 2018?

  • A) Nicht automatisierte Datei
  • B) Manuelles Datenverzeichnis
  • C) Personenbezogene Aktenablage
  • D) Datengeheimnis
Lösung anzeigen

Richtig: A. Das alte BDSG sprach von der nicht automatisierten Datei. Heute verwendet die DSGVO den Begriff Dateisystem. Datengeheimnis ist ein anderer alter Begriff, der die Verschwiegenheit betraf, die anderen beiden sind keine Gesetzesbegriffe.

Zum Thema Nichtautomatisierte Dateisysteme →

Die Grundsätze der Verarbeitung nach Art. 5 DSGVO

Welche Grundsätze stehen in Art. 5 Abs. 1 DSGVO?

  • A) Speicherbegrenzung
  • B) Verhältnismäßigkeit der Mittel nach dem Polizeirecht
  • C) Richtigkeit
  • D) Gleichbehandlung aller Besucher
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Speicherbegrenzung und Richtigkeit gehören zu den sechs Grundsätzen. Verhältnismäßigkeit nach Polizeirecht und Gleichbehandlung sind andere Rechtsprinzipien.

Was verlangt die Rechenschaftspflicht nach Art. 5 Abs. 2 DSGVO?

  • A) Jede Wachperson muss ihrem Arbeitgeber täglich über alle verarbeiteten Daten berichten
  • B) Der Verantwortliche muss die Einhaltung der Grundsätze nachweisen können
  • C) Die Aufsichtsbehörde muss jede Verarbeitung vorher genehmigen
  • D) Betroffene müssen erklären, warum sie Auskunft über ihre Daten verlangen
Lösung anzeigen

Richtig: B. Die Rechenschaftspflicht trifft den Verantwortlichen. Er muss die Grundsätze einhalten und dies belegen können, etwa durch Verzeichnisse und Schulungsnachweise.

Eine Besucherliste wird seit Jahren nie gelöscht, obwohl sie nur der Kontrolle am jeweiligen Tag dient. Gegen welchen Grundsatz wird vor allem verstoßen?

  • A) Gegen die Richtigkeit
  • B) Gegen die Speicherbegrenzung
  • C) Gegen die Transparenz
  • D) Gegen die Rechtmäßigkeit der Erhebung am ersten Tag
Lösung anzeigen

Richtig: B. Daten dürfen nur so lange gespeichert werden, wie es der Zweck erfordert. Die Erhebung selbst kann rechtmäßig gewesen sein, die unbegrenzte Aufbewahrung ist es nicht.

Du schreibst in einen Bericht: Herr K. hat die Scheibe eingeschlagen. Gesehen hast du es nicht, ein Zeuge hat es dir erzählt. Welcher Grundsatz ist berührt?

  • A) Die Richtigkeit, weil Wahrnehmung und Hörensagen nicht getrennt sind
  • B) Die Zweckbindung, weil Berichte nie Namen enthalten dürfen
  • C) Die Datenminimierung, weil Zeugenaussagen grundsätzlich nicht notiert werden dürfen
  • D) Keiner, weil Berichte nicht unter die DSGVO fallen
Lösung anzeigen

Richtig: A. Daten müssen sachlich richtig sein. Was du selbst gesehen hast und was dir berichtet wurde, musst du erkennbar trennen.

Welche Maßnahmen dienen dem Grundsatz der Integrität und Vertraulichkeit?

  • A) Den Bildschirm sperren, wenn du den Platz verlässt
  • B) Möglichst viele Kopien der Besucherliste an alle Kollegen verteilen
  • C) Das Wachbuch in einem abschließbaren Schrank aufbewahren
  • D) Alle Passwörter an einer gemeinsamen Pinnwand im Wachlokal sammeln
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Bildschirmsperre und verschlossene Aufbewahrung schützen vor unbefugtem Zugriff. Verteilte Kopien und offen ausgehängte Passwörter erhöhen das Risiko.

Was bedeutet Transparenz im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Buchstabe a DSGVO?

  • A) Jeder Besucher darf auf Wunsch die Daten aller anderen Besucher einsehen
  • B) Die betroffene Person kann erkennen, wer ihre Daten wofür verarbeitet
  • C) Alle Daten müssen im Internet öffentlich zugänglich gemacht werden
  • D) Die Wachperson muss jedem Fragenden ihre vollständige Dienstanweisung vorlesen
Lösung anzeigen

Richtig: B. Transparenz heißt, dass Betroffene erfahren, was mit ihren eigenen Daten geschieht, zum Beispiel über Hinweisschilder und Datenschutzhinweise. Sie bedeutet nicht, dass Daten für alle offenliegen.

Zum Thema Die Grundsätze der Verarbeitung nach Art. 5 DSGVO →

Datenminimierung (früher Datensparsamkeit)

Was verlangt der Grundsatz der Datenminimierung nach Art. 5 Abs. 1 Buchstabe c DSGVO?

  • A) Daten müssen dem Zweck angemessen und erheblich sein
  • B) Es dürfen grundsätzlich überhaupt keine personenbezogenen Daten erhoben werden
  • C) Daten müssen auf das für den Zweck notwendige Maß beschränkt sein
  • D) Daten dürfen nur in verschlüsselter Form auf Servern in der EU gespeichert werden
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Datenminimierung heißt angemessen, erheblich und auf das Notwendige beschränkt. Sie verbietet nicht jede Datenerhebung und ist keine Vorschrift über Verschlüsselung oder Serverstandorte.

Wie hieß der Grundsatz der Datenminimierung im BDSG vor 2018?

  • A) Datengeheimnis und Verschwiegenheitspflicht
  • B) Datenvermeidung und Datensparsamkeit
  • C) Erforderlichkeit und Zweckbindung
  • D) Grundsatz der Datenrichtigkeit und Aktualität
Lösung anzeigen

Richtig: B. §3a BDSG alter Fassung sprach von Datenvermeidung und Datensparsamkeit. Das Datengeheimnis war eine andere Regel über die Verschwiegenheit der Beschäftigten.

Am Einlass eines Clubs soll nur das Mindestalter kontrolliert werden. Welche Vorgehensweise entspricht am ehesten der Datenminimierung?

  • A) Den Ausweis komplett scannen und dauerhaft speichern, falls später etwas passiert
  • B) Name und Anschrift jedes Gastes in eine Liste schreiben
  • C) Geburtsdatum und Lichtbild ansehen, ohne die Daten zu speichern
  • D) Von jedem Gast ein Foto mit dem Ausweis in der Hand machen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Für die Alterskontrolle reicht die Sichtprüfung. Eine Speicherung auf Vorrat ist für diesen Zweck nicht notwendig.

Welche Maßnahmen setzen die Datenminimierung durch Technikgestaltung um?

  • A) Eine Kamera so ausrichten, dass der öffentliche Gehweg nicht erfasst wird
  • B) Im Besucherformular zusätzliche Freitextfelder für persönliche Bemerkungen anlegen
  • C) Ein Zutrittssystem so einstellen, dass alte Buchungen automatisch gelöscht werden
  • D) Alle Kamerabilder zur Sicherheit doppelt auf einem zweiten Server speichern
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Art. 25 DSGVO verlangt, Systeme so zu gestalten, dass nur nötige Daten anfallen und nicht länger als nötig bleiben. Zusätzliche Freitextfelder und doppelte Speicherung erhöhen die Datenmenge.

Der Auftraggeber möchte, dass an der Pforte von jedem Besucher auch das Geburtsdatum und die Privatanschrift notiert werden, ohne einen Grund zu nennen. Was trifft zu?

  • A) Das ist zulässig, weil mehr Daten über Besucher immer mehr Sicherheit bedeuten
  • B) Das ist zulässig, solange die Liste abgeschlossen aufbewahrt wird
  • C) Das ist bedenklich, weil diese Daten für die Kontrolle meist nicht nötig sind
  • D) Das ist nur dann unzulässig, wenn die betroffenen Besucher minderjährig sind
Lösung anzeigen

Richtig: C. Für eine Besucherkontrolle reichen in der Regel Name, Firma und Ansprechpartner. Sichere Aufbewahrung macht eine überflüssige Erhebung nicht zulässig.

Worauf bezieht sich die Datenminimierung?

  • A) Nur auf die Zahl der Datenfelder in einem gedruckten Formular
  • B) Ausschließlich auf die Dauer der Speicherung von Daten
  • C) Nur auf Daten, die an Polizei oder andere Behörden übermittelt werden
  • D) Auf Menge und Umfang der Daten gemessen am Zweck
Lösung anzeigen

Richtig: D. Maßstab ist der Zweck. Die Dauer der Speicherung regelt vor allem der eigene Grundsatz der Speicherbegrenzung.

Zum Thema Datenminimierung (früher Datensparsamkeit) →

Zweckbindung

Welche Anforderungen stellt Art. 5 Abs. 1 Buchstabe b DSGVO an den Zweck einer Datenerhebung?

  • A) Der Zweck muss vor der Erhebung festgelegt sein
  • B) Der Zweck darf erst nach der Auswertung der Daten bestimmt werden
  • C) Der Zweck muss eindeutig und legitim sein
  • D) Der Zweck muss von der Aufsichtsbehörde vorab schriftlich genehmigt werden
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Zwecke müssen festgelegt, eindeutig und legitim sein, und zwar vor der Erhebung. Eine behördliche Vorabgenehmigung verlangt die DSGVO dafür nicht.

Videoaufnahmen zum Schutz vor Einbrüchen zeigen einen Einbrecher. Darf der Verantwortliche die Aufnahme der Polizei übergeben?

  • A) Nein, Videoaufnahmen dürfen wegen der Zweckbindung nie für einen anderen Zweck genutzt werden
  • B) Ja, §24 BDSG erlaubt die Weiterverarbeitung zur Verfolgung von Straftaten
  • C) Nur wenn der Einbrecher der Weitergabe vorher schriftlich zugestimmt hat
  • D) Nur wenn die Polizei vorher einen richterlichen Beschluss vorlegt
Lösung anzeigen

Richtig: B. §24 Abs. 1 Nr. 1 BDSG erlaubt nichtöffentlichen Stellen die Zweckänderung zur Verfolgung von Straftaten. Eine Einwilligung des Täters ist dafür nicht erforderlich.

Eine Abteilungsleiterin möchte von dir täglich wissen, wann eine bestimmte Mitarbeiterin am Drehkreuz gebucht hat. Wie verhältst du dich?

  • A) Du gibst die Zeiten weiter, weil sie Vorgesetzte der Mitarbeiterin ist
  • B) Du lehnst ab und verweist auf den Weg über die Objektleitung
  • C) Du gibst die Zeiten weiter, aber nur mündlich und nicht schriftlich
  • D) Du gibst die Zeiten weiter, wenn sie dir dafür eine schriftliche E-Mail schickt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Die Zutrittsdaten wurden für Sicherheit und Türfreigabe erhoben. Eine Leistungskontrolle einzelner Mitarbeiter ist ein neuer Zweck, über den nicht die Wachperson entscheidet. Der richtige Weg führt über Objektleitung, Personalabteilung oder Datenschutzbeauftragten.

Welche Gesichtspunkte nennt Art. 6 Abs. 4 DSGVO für die Prüfung, ob ein neuer Zweck mit dem alten vereinbar ist?

  • A) Die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Zweck
  • B) Die Zahl der Mitarbeiter des Verantwortlichen
  • C) Die möglichen Folgen der Weiterverarbeitung für die betroffene Person
  • D) Den wirtschaftlichen Nutzen der Daten für den Auftraggeber
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Art. 6 Abs. 4 nennt unter anderem die Verbindung der Zwecke, den Erhebungszusammenhang, die Art der Daten, die Folgen für die Person und Garantien. Unternehmensgröße und wirtschaftlicher Nutzen sind keine Kriterien.

Der Vertrieb des Kunden will die Besucherliste nutzen, um Besuchern Werbung zu schicken. Was gilt?

  • A) Das ist zulässig, weil die Daten ohnehin rechtmäßig erhoben wurden
  • B) Das ist ein mit dem Sicherheitszweck unvereinbarer neuer Zweck
  • C) Das ist zulässig, solange keine besonderen Kategorien nach Art. 9 betroffen sind
  • D) Das ist zulässig, wenn die Werbung per Post und nicht per E-Mail kommt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Eine rechtmäßige Erhebung für die Sicherheit rechtfertigt keine Nutzung für Werbung. Der neue Zweck ist mit dem ursprünglichen nicht vereinbar.

Wer entscheidet im Bewachungsalltag darüber, ob Daten für einen neuen Zweck genutzt werden dürfen?

  • A) Die Wachperson, die die Daten im Dienst selbst erfasst hat
  • B) Der Verantwortliche, meist der Kunde oder das Bewachungsunternehmen
  • C) Jeder Mitarbeiter des Kunden, der die Daten für seine Arbeit anfordert
  • D) Die Polizei, sobald sie wegen eines Vorfalls im Objekt anwesend ist
Lösung anzeigen

Richtig: B. Über Zwecke und Zweckänderungen entscheidet der Verantwortliche. Die Wachperson handelt auf Weisung und gibt Daten nicht eigenmächtig heraus.

Zum Thema Zweckbindung →

Rechtmäßigkeit: die Rechtsgrundlagen nach Art. 6 DSGVO

Wie viele der Bedingungen aus Art. 6 Abs. 1 DSGVO müssen erfüllt sein, damit eine Verarbeitung rechtmäßig ist?

  • A) Alle sechs Bedingungen gleichzeitig
  • B) Mindestens eine
  • C) Mindestens drei, darunter immer die Einwilligung
  • D) Mindestens zwei, darunter immer eine gesetzliche Pflicht
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 6 Abs. 1 verlangt, dass mindestens eine Bedingung erfüllt ist. Die Einwilligung ist nicht vorrangig und nicht zwingend.

Welche Rechtsgrundlagen nennt Art. 6 Abs. 1 DSGVO?

  • A) Die Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung des Verantwortlichen
  • B) Die bloße Anweisung des Auftraggebers an die Wachperson
  • C) Die Wahrung berechtigter Interessen, wenn die Interessen der Person nicht überwiegen
  • D) Das Hinweisschild am Eingang eines Gebäudes
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Rechtliche Verpflichtung (Buchstabe c) und berechtigtes Interesse (Buchstabe f) sind Rechtsgrundlagen. Eine Anweisung des Auftraggebers oder ein Schild ersetzen keine Rechtsgrundlage.

Ein Bewachungsunternehmen meldet seine Wachpersonen im Bewacherregister an. Welche Rechtsgrundlage trägt das am ehesten?

  • A) Die Einwilligung jeder Wachperson nach Buchstabe a
  • B) Die lebenswichtigen Interessen der Wachpersonen nach Buchstabe d
  • C) Eine rechtliche Verpflichtung des Unternehmens nach Buchstabe c
  • D) Das allgemeine öffentliche Interesse an Sicherheit nach Buchstabe e
Lösung anzeigen

Richtig: C. Die Meldung ist gesetzlich vorgeschrieben. Grundlage ist deshalb die rechtliche Verpflichtung nach Art. 6 Abs. 1 Buchstabe c.

Welche Schritte gehören zur Prüfung des berechtigten Interesses nach Art. 6 Abs. 1 Buchstabe f DSGVO?

  • A) Die Verarbeitung muss zur Wahrung des Interesses erforderlich sein
  • B) Die betroffene Person muss vorher schriftlich zustimmen
  • C) Die Interessen der betroffenen Person dürfen nicht überwiegen
  • D) Die Aufsichtsbehörde muss das Interesse vorher anerkannt haben
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Buchstabe f verlangt ein berechtigtes Interesse, Erforderlichkeit und eine Abwägung zugunsten des Verantwortlichen. Eine Zustimmung oder behördliche Anerkennung ist nicht nötig.

Kann sich der Kunde für die Daten seiner Besucher auf den Bewachungsvertrag mit dem Sicherheitsdienst als Vertrag nach Buchstabe b stützen?

  • A) Ja, jeder Vertrag rund um das bewachte Objekt reicht als Rechtsgrundlage aus
  • B) Nein, Buchstabe b verlangt einen Vertrag mit der betroffenen Person
  • C) Ja, wenn der Bewachungsvertrag schriftlich und unterschrieben geschlossen wurde
  • D) Ja, sofern der Vertrag eine Datenschutzklausel für Besucher enthält
Lösung anzeigen

Richtig: B. Buchstabe b greift nur bei einem Vertrag, dessen Partei die betroffene Person ist. Der Bewachungsvertrag besteht zwischen Kunde und Sicherheitsdienst, nicht mit den Besuchern.

Wer kann sich bei der Erfüllung seiner Aufgaben nicht auf das berechtigte Interesse nach Buchstabe f berufen?

  • A) Ein Einzelhändler, der seinen Laden schützt
  • B) Ein privater Sicherheitsdienst im Objektschutz
  • C) Ein Veranstalter eines Konzerts
  • D) Eine Behörde
Lösung anzeigen

Richtig: D. Nach Art. 6 Abs. 1 Unterabsatz 2 gilt Buchstabe f nicht für Verarbeitungen, die Behörden in Erfüllung ihrer Aufgaben vornehmen. Private Stellen können sich darauf stützen.

Zum Thema Rechtmäßigkeit: die Rechtsgrundlagen nach Art. 6 DSGVO →

Die Einwilligung

Welche Merkmale muss eine wirksame Einwilligung nach Art. 4 Nr. 11 DSGVO haben?

  • A) Sie muss freiwillig abgegeben werden
  • B) Sie muss immer notariell beglaubigt sein
  • C) Sie muss in informierter Weise und unmissverständlich erfolgen
  • D) Sie muss für alle künftigen Zwecke pauschal gelten
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Die Einwilligung muss freiwillig, für den bestimmten Fall, informiert und unmissverständlich sein. Eine Beglaubigung ist nicht nötig, und Pauschaleinwilligungen sind unwirksam.

Ein Besucher widerruft seine Einwilligung in die Speicherung seines Fotos. Was gilt für die bisherige Verarbeitung?

  • A) Sie wird rückwirkend rechtswidrig und muss nachträglich gemeldet werden
  • B) Sie bleibt rechtmäßig, der Widerruf wirkt für die Zukunft
  • C) Der Widerruf ist erst nach einer Frist von drei Monaten wirksam
  • D) Der Widerruf ist nur wirksam, wenn er notariell beurkundet wird
Lösung anzeigen

Richtig: B. Nach Art. 7 Abs. 3 DSGVO berührt der Widerruf die Rechtmäßigkeit der bis dahin erfolgten Verarbeitung nicht. Er wirkt sofort für die Zukunft.

Am Eingang hängt ein Schild: Mit dem Betreten willigen Sie in die Videoüberwachung ein. Was trifft zu?

  • A) Das Betreten ist eine wirksame Einwilligung, weil das Schild deutlich sichtbar ist
  • B) Das bloße Betreten ist keine eindeutige bestätigende Handlung
  • C) Die Einwilligung ist wirksam, wenn das Schild in mehreren Sprachen gehalten ist
  • D) Die Einwilligung ist wirksam, solange kein Besucher ausdrücklich widerspricht
Lösung anzeigen

Richtig: B. Nach ganz überwiegender Ansicht ist das bloße Betreten keine Einwilligung. Die Videoüberwachung muss sich auf eine andere Rechtsgrundlage stützen, meist auf Art. 6 Abs. 1 Buchstabe f.

Was gilt für die Einwilligung von Beschäftigten nach §26 Abs. 2 BDSG?

  • A) Sie ist im Arbeitsverhältnis wegen der Abhängigkeit immer unwirksam
  • B) Bei der Freiwilligkeit ist die Abhängigkeit des Beschäftigten zu berücksichtigen
  • C) Sie muss grundsätzlich schriftlich oder elektronisch erfolgen
  • D) Sie darf nur mündlich gegenüber dem Betriebsrat erklärt werden
Lösung anzeigen

Richtig: B und C. §26 Abs. 2 BDSG verlangt, die Abhängigkeit im Beschäftigungsverhältnis zu berücksichtigen, und schreibt grundsätzlich Schrift- oder elektronische Form vor. Eine Einwilligung im Arbeitsverhältnis ist also nicht von vornherein unwirksam.

Ab welchem Alter kann ein Kind nach Art. 8 DSGVO in Deutschland selbst wirksam in die Verarbeitung durch einen Online-Dienst einwilligen?

  • A) Ab 13 Jahren
  • B) Ab 14 Jahren
  • C) Ab 16 Jahren
  • D) Ab 18 Jahren
Lösung anzeigen

Richtig: C. Art. 8 DSGVO setzt die Grenze bei 16 Jahren. Die Mitgliedstaaten dürften bis auf 13 senken, Deutschland hat davon keinen Gebrauch gemacht.

Was gilt für Einwilligungen in die Verarbeitung von Gesundheitsdaten?

  • A) Sie können auch durch Schweigen des Betroffenen erteilt werden
  • B) Sie müssen ausdrücklich erteilt werden
  • C) Sie sind im Wachdienst ausnahmslos unwirksam
  • D) Sie gelten unbefristet und können nicht widerrufen werden
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 9 Abs. 2 Buchstabe a verlangt für besondere Kategorien eine ausdrückliche Einwilligung für festgelegte Zwecke. Schweigen reicht nie, ein generelles Verbot gibt es nicht, und auch diese Einwilligung ist jederzeit widerrufbar.

Zum Thema Die Einwilligung →

Auftragsverarbeitung: der Sicherheitsdienst als Dienstleister

Was kennzeichnet einen Auftragsverarbeiter nach Art. 4 Nr. 8 DSGVO?

  • A) Er entscheidet selbst und allein über Zwecke und Mittel der Verarbeitung
  • B) Er verarbeitet Daten im Auftrag eines Verantwortlichen
  • C) Er ist immer eine Behörde, die Unternehmen beim Datenschutz kontrolliert
  • D) Er ist der vom Kunden benannte Datenschutzbeauftragte
Lösung anzeigen

Richtig: B. Der Auftragsverarbeiter handelt im Auftrag und nach Weisung. Über Zwecke und Mittel entscheidet der Verantwortliche.

In welcher Form muss ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung abgeschlossen werden?

  • A) Mündlich genügt, wenn Zeugen anwesend sind
  • B) Schriftlich
  • C) Nur notariell beurkundet
  • D) Auch in elektronischem Format
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Nach Art. 28 Abs. 9 DSGVO ist der Vertrag schriftlich abzufassen, was auch in einem elektronischen Format erfolgen kann. Notarielle Beurkundung ist nicht nötig.

Dein Arbeitgeber ist Auftragsverarbeiter für die Videoanlage eines Autohauses. Ein Nachbar will eine Kopie einer Aufnahme. Wie gehst du vor?

  • A) Du gibst ihm die Kopie, weil er ein berechtigtes Interesse an der Aufklärung hat
  • B) Du gibst nichts heraus und leitest die Anfrage an den Kunden weiter
  • C) Du gibst die Kopie heraus, wenn er dir vorher seinen Personalausweis zeigt
  • D) Du zeigst ihm die Aufnahme auf dem Monitor, gibst aber keine Kopie heraus
Lösung anzeigen

Richtig: B. Über die Aufnahmen entscheidet der Verantwortliche, also das Autohaus. Auch das Vorspielen am Monitor ist eine Offenlegung, die nur auf dessen Weisung zulässig wäre.

Was muss ein Vertrag nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO unter anderem vorsehen?

  • A) Die Verarbeitung erfolgt nur auf dokumentierte Weisung des Verantwortlichen
  • B) Der Auftragsverarbeiter darf die Daten nach Vertragsende für eigene Zwecke behalten
  • C) Die zur Verarbeitung befugten Personen sind zur Vertraulichkeit verpflichtet
  • D) Der Auftragsverarbeiter darf Subunternehmer ohne jede Genehmigung einsetzen
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Weisungsbindung und Vertraulichkeitsverpflichtung gehören zum Pflichtinhalt. Nach Vertragsende sind die Daten zu löschen oder zurückzugeben, und Subunternehmer brauchen eine Genehmigung.

Was gilt, wenn ein Auftragsverarbeiter die Daten des Kunden für eigene Zwecke nutzt?

  • A) Er bleibt Auftragsverarbeiter, weil der Vertrag weiter gilt
  • B) Er gilt für diese Verarbeitung selbst als Verantwortlicher
  • C) Die Verantwortung geht automatisch auf die einzelne Wachperson über
  • D) Das ist zulässig, solange der Kunde keinen Schaden erleidet
Lösung anzeigen

Richtig: B. Nach Art. 28 Abs. 10 DSGVO wird ein Auftragsverarbeiter, der unter Verstoß gegen die Verordnung selbst Zwecke und Mittel bestimmt, für diese Verarbeitung zum Verantwortlichen.

Für welche Daten ist ein Bewachungsunternehmen immer selbst Verantwortlicher?

  • A) Für die Kamerabilder in jedem Kundenobjekt
  • B) Für die Besucherlisten in allen Objekten
  • C) Für die Daten seiner Beschäftigten
  • D) Für die Zutrittsprotokolle seiner Kunden
Lösung anzeigen

Richtig: C. Über die Daten der eigenen Mitarbeiter entscheidet das Bewachungsunternehmen selbst. Bei Kundendaten hängt die Rolle vom Auftrag ab.

Zum Thema Auftragsverarbeitung: der Sicherheitsdienst als Dienstleister →

Wer ist Verantwortlicher?

Wer ist nach Art. 4 Nr. 7 DSGVO Verantwortlicher?

  • A) Wer die Daten tatsächlich selbst im Dienst in das System oder das Wachbuch eingibt
  • B) Wer allein oder gemeinsam über Zwecke und Mittel der Verarbeitung entscheidet
  • C) Wer als Datenschutzbeauftragter die Verarbeitung berät und überwacht
  • D) Wer als Aufsichtsbehörde bei Verstößen Bußgelder verhängen darf
Lösung anzeigen

Richtig: B. Verantwortlich ist, wer über das Warum und das Wie der Verarbeitung entscheidet. Wer nur eingibt, berät oder kontrolliert, ist es nicht.

Wer kann Verantwortlicher im Sinne der DSGVO sein?

  • A) Eine juristische Person wie eine GmbH
  • B) Nur eine Behörde
  • C) Eine natürliche Person, die über Zwecke und Mittel entscheidet
  • D) Nur ein Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Art. 4 Nr. 7 nennt natürliche und juristische Personen, Behörden, Einrichtungen und andere Stellen. Eine Mindestgröße gibt es nicht.

Ein Einkaufszentrum lässt seine Kameras durch einen Sicherheitsdienst nach eigenen Vorgaben bedienen. Wer ist für die Videoaufnahmen verantwortlich?

  • A) Der Sicherheitsdienst, weil er die Monitore rund um die Uhr bedient
  • B) Die Wachperson, die gerade an den Monitoren Dienst hat
  • C) Der Betreiber, weil er über Zwecke und Mittel entscheidet
  • D) Die Polizei, weil es um die öffentliche Sicherheit geht
Lösung anzeigen

Richtig: C. Der Betreiber legt fest, ob, wo und wie lange aufgezeichnet wird. Der Sicherheitsdienst ist hier Auftragsverarbeiter, die Wachperson handelt auf Weisung.

Welche Pflichten treffen den Verantwortlichen nach der DSGVO?

  • A) Er muss die Einhaltung der Grundsätze nachweisen können
  • B) Er muss jede Verarbeitung vorab von der Polizei genehmigen lassen
  • C) Er muss Datenpannen unter den Voraussetzungen des Art. 33 der Aufsichtsbehörde melden
  • D) Er muss alle Daten mindestens zehn Jahre aufbewahren
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Rechenschaftspflicht und Meldung von Datenpannen gehören zu den Pflichten des Verantwortlichen. Eine Genehmigung durch die Polizei oder eine pauschale Aufbewahrungspflicht gibt es nicht.

Was gilt bei gemeinsam Verantwortlichen nach Art. 26 DSGVO?

  • A) Betroffene dürfen sich nur an den zuerst genannten Verantwortlichen wenden
  • B) Sie müssen in einer Vereinbarung festlegen, wer welche Pflichten erfüllt
  • C) Nur einer von ihnen haftet, der andere ist vollständig befreit
  • D) Sie brauchen keine Rechtsgrundlage, weil sie zu zweit entscheiden
Lösung anzeigen

Richtig: B. Gemeinsam Verantwortliche regeln ihre Aufgaben in einer Vereinbarung. Betroffene können ihre Rechte trotzdem gegenüber jedem von ihnen geltend machen.

Ist der Datenschutzbeauftragte eines Unternehmens dessen Verantwortlicher im Sinne der DSGVO?

  • A) Ja, er trägt die volle Verantwortung für alle Verarbeitungen
  • B) Ja, sobald er schriftlich benannt und gemeldet wurde
  • C) Nein, er berät und überwacht, entscheidet aber nicht
  • D) Nur in Unternehmen, die keinen Betriebsrat haben
Lösung anzeigen

Richtig: C. Der Datenschutzbeauftragte hat eine beratende und überwachende Funktion. Verantwortlich bleibt das Unternehmen.

Zum Thema Wer ist Verantwortlicher? →

Datengeheimnis und Vertraulichkeit

Woraus ergibt sich heute die Pflicht von Wachpersonen, personenbezogene Daten vertraulich zu behandeln?

  • A) Aus §5 BDSG in der Fassung von 2018
  • B) Aus Art. 29 und Art. 32 Abs. 4 DSGVO, nach denen Unterstellte nur auf Weisung verarbeiten dürfen
  • C) Aus §53 BDSG, der für alle privaten Unternehmen gilt
  • D) Aus dem Grundsatz der Integrität und Vertraulichkeit nach Art. 5 Abs. 1 Buchstabe f DSGVO
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Die Vertraulichkeit folgt heute aus der DSGVO. §5 BDSG mit dem Datengeheimnis gibt es seit 2018 nicht mehr, und §53 BDSG gilt nur für Behörden im Bereich Strafverfolgung und Gefahrenabwehr.

Wozu muss der Bewachungsunternehmer seine Beschäftigten nach §17 Abs. 3 BewachV schriftlich verpflichten?

  • A) Zur Teilnahme an einer jährlichen Datenschutzschulung mit Abschlusstest bei der IHK
  • B) Geheimnisse Dritter auch nach dem Ausscheiden nicht unbefugt zu offenbaren
  • C) Zur Abgabe einer Einwilligung in die Videoüberwachung am Arbeitsplatz
  • D) Zum Verzicht auf ihr eigenes Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO gegenüber dem Arbeitgeber
Lösung anzeigen

Richtig: B. §17 Abs. 3 BewachV verlangt eine schriftliche Verpflichtung vor Beginn der Tätigkeit, Geheimnisse Dritter auch nach dem Ausscheiden nicht unbefugt zu offenbaren.

Gilt die Pflicht zur Verschwiegenheit nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses weiter?

  • A) Nein, sie endet mit dem letzten Arbeitstag
  • B) Nur für ein Jahr nach dem Ausscheiden
  • C) Ja, sie gilt auch nach dem Ausscheiden fort
  • D) Nur wenn im Arbeitsvertrag eine Vertragsstrafe vereinbart ist
Lösung anzeigen

Richtig: C. Sowohl die Vertraulichkeit personenbezogener Daten als auch die Verpflichtung nach §17 Abs. 3 BewachV wirken über das Ende der Beschäftigung hinaus.

Du wirst als Zeuge zu einem Vorfall im bewachten Objekt vernommen. Darfst du die Aussage mit Hinweis auf deine Verschwiegenheitspflicht verweigern?

  • A) Ja, Wachpersonen haben wie Ärzte ein Zeugnisverweigerungsrecht
  • B) Ja, wenn der Auftraggeber die Aussage verbietet
  • C) Nein, Wachpersonen haben kein Zeugnisverweigerungsrecht
  • D) Ja, weil die DSGVO jede Weitergabe personenbezogener Daten verbietet
Lösung anzeigen

Richtig: C. Wachpersonen gehören nicht zu den Berufsgeheimnisträgern, denen §53 StPO ein Zeugnisverweigerungsrecht gibt. Die vertragliche oder datenschutzrechtliche Verschwiegenheit begründet kein Recht, als Zeuge die Aussage zu verweigern.

Welche Folgen kann ein Verstoß gegen die Vertraulichkeit für eine Wachperson haben?

  • A) Eine Abmahnung oder Kündigung durch den Arbeitgeber
  • B) Automatisch eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr
  • C) Eine Strafbarkeit nach §42 BDSG, wenn die Tat zum Beispiel gegen Entgelt begangen wird
  • D) Keine, weil nur das Unternehmen haftet
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Arbeitsrechtliche Folgen sind immer möglich. Strafbar nach §42 BDSG wird es unter zusätzlichen Voraussetzungen wie Entgelt oder Bereicherungsabsicht. Eine automatische Mindeststrafe gibt es nicht.

Ein ehemaliger Kollege erzählt auf einer Feier, an welcher Stelle eines früheren Objekts die Kamera defekt ist. Was ist betroffen?

  • A) Nur das Datenschutzrecht, weil die Kamera personenbezogene Daten verarbeitet
  • B) Ein Betriebsgeheimnis des Kunden, das weiter zu wahren ist
  • C) Nichts, weil er dort nicht mehr arbeitet und die Pflicht erloschen ist
  • D) Nichts, weil eine defekte Kamera keine schützenswerte Information ist
Lösung anzeigen

Richtig: B. Schwachstellen der Sicherungstechnik sind Betriebsgeheimnisse des Kunden. Die Verpflichtung nach §17 Abs. 3 BewachV gilt ausdrücklich auch nach dem Ausscheiden.

Zum Thema Datengeheimnis und Vertraulichkeit →

Der Datenschutzbeauftragte

Wann muss ein Unternehmen nach §38 BDSG einen Datenschutzbeauftragten benennen?

  • A) Wenn in der Regel mindestens 10 Personen gelegentlich personenbezogene Daten auf Papier bearbeiten
  • B) Erst ab 250 Beschäftigten, weil kleine und mittlere Unternehmen von dieser Pflicht ausgenommen sind
  • C) Wenn in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit automatisierter Verarbeitung beschäftigt sind
  • D) Nur wenn die Aufsichtsbehörde die Benennung im Einzelfall schriftlich gegenüber dem Unternehmen anordnet
Lösung anzeigen

Richtig: C. §38 Abs. 1 BDSG nennt mindestens 20 Personen, die ständig mit der automatisierten Verarbeitung beschäftigt sind. Die alte Zahl 10 gilt seit 2019 nicht mehr, eine Ausnahme für mittlere Unternehmen gibt es nicht.

Wer ist im Unternehmen dafür verantwortlich, dass der Datenschutz eingehalten wird?

  • A) Der Datenschutzbeauftragte, weil er die Einhaltung überwacht und dafür haftet
  • B) Das Unternehmen selbst, vertreten durch die Geschäftsleitung
  • C) Die Aufsichtsbehörde des Bundeslandes, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat
  • D) Jeder Beschäftigte allein für die Daten, die er selbst eingibt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Verantwortlicher im Sinne der DSGVO ist das Unternehmen. Der Datenschutzbeauftragte berät und kontrolliert, die Verantwortung übernimmt er nicht.

Welche Aussagen zur Stellung des Datenschutzbeauftragten treffen zu?

  • A) Er darf rechtswidrige Verarbeitungen im Unternehmen verbindlich untersagen
  • B) Er ist bei der Erfüllung seiner Aufgaben an keine Weisungen gebunden
  • C) Er muss immer ein fest angestellter Mitarbeiter des Unternehmens sein
  • D) Er darf wegen der Erfüllung seiner Aufgaben nicht benachteiligt werden
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Art. 38 Abs. 3 DSGVO garantiert Weisungsfreiheit und schützt vor Benachteiligung. Verbieten kann er nichts, und er darf auch ein externer Dienstleister sein.

Wer scheidet wegen eines Interessenkonflikts in aller Regel als Datenschutzbeauftragter aus?

  • A) Der Geschäftsführer des Unternehmens
  • B) Ein externer Rechtsanwalt mit Fachwissen im Datenschutz
  • C) Der Leiter der IT-Abteilung
  • D) Eine Sachbearbeiterin ohne Leitungsfunktion mit Fortbildung
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Wer über Zwecke und Mittel der Verarbeitung entscheidet, würde sich selbst kontrollieren. Das trifft typischerweise auf Geschäftsführung und IT-Leitung zu, nicht auf externe Berater oder fachkundige Mitarbeiter ohne Entscheidungsmacht.

Du bemerkst, dass Kollegen Fotos von Besucherausweisen in eine private Chatgruppe stellen. Du willst nicht, dass dein Name bekannt wird. Was gilt?

  • A) Du musst zuerst deinen Schichtleiter fragen, ein direkter Kontakt zum Datenschutzbeauftragten ist nicht erlaubt
  • B) Der Datenschutzbeauftragte mahnt die Kollegen sofort selbst ab und meldet sie der Polizei
  • C) Du kannst dich direkt an den Datenschutzbeauftragten wenden, er ist zur Verschwiegenheit verpflichtet
  • D) Nur der Betriebsrat darf den Datenschutzbeauftragten in solchen Fällen einschalten
Lösung anzeigen

Richtig: C. Der Datenschutzbeauftragte ist Anlaufstelle für Beschäftigte und Betroffene und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Abmahnungen kann er nicht aussprechen, das ist Sache der Geschäftsleitung.

Ein Unternehmen ist zur Benennung verpflichtet und hat eine eigene Mitarbeiterin als Datenschutzbeauftragte. Was gilt für eine ordentliche Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses?

  • A) Sie ist mit der gesetzlichen Frist jederzeit möglich, wenn das Amt vorher entzogen wurde
  • B) Sie ist ausgeschlossen, auch noch ein Jahr nach dem Ende der Tätigkeit
  • C) Sie ist nur mit vorheriger Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde wirksam
  • D) Sie ist nur während der Probezeit ausgeschlossen, danach gelten die normalen Regeln
Lösung anzeigen

Richtig: B. Nach §38 Abs. 2 in Verbindung mit §6 Abs. 4 BDSG ist die ordentliche Kündigung ausgeschlossen, nachwirkend für ein Jahr. Möglich bleibt nur die Kündigung aus wichtigem Grund.

Zum Thema Der Datenschutzbeauftragte →

Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

Welche Maßnahme gehört zur Zugangskontrolle im klassischen Sinn?

  • A) Ein verschlossener Serverraum mit Chipkartenleser an der Tür
  • B) Ein persönliches Passwort mit automatischer Bildschirmsperre am Dienstrechner
  • C) Ein Vertrag mit dem Wartungsdienstleister der Videoanlage
  • D) Ein Rollenkonzept, nach dem der Pförtner nur das Livebild sieht
Lösung anzeigen

Richtig: B. Zugangskontrolle verhindert, dass Unbefugte ein System benutzen. Der Serverraum betrifft den Zutritt, das Rollenkonzept den Zugriff, der Vertrag die Auftragskontrolle.

Welche der folgenden Maßnahmen sind organisatorische Maßnahmen?

  • A) Verschlüsselung der Festplatte im Videorekorder
  • B) Schriftliche Dienstanweisung zum Umgang mit Besucherlisten
  • C) Regelmäßige Datenschutzschulung des Wachpersonals
  • D) Automatische Datensicherung auf einen zweiten Server
Lösung anzeigen

Richtig: B und C. Dienstanweisung und Schulung wirken über Regeln und Wissen, sie sind organisatorisch. Verschlüsselung und automatische Datensicherung sind technische Maßnahmen.

Welches Schutzniveau verlangt Art. 32 DSGVO?

  • A) Das höchste technisch mögliche Schutzniveau, unabhängig von den Kosten
  • B) Ein Schutzniveau, das dem Risiko für die betroffenen Personen angemessen ist
  • C) Ein Schutzniveau, das die Aufsichtsbehörde vorher für jedes Unternehmen einzeln festlegt
  • D) Ein Mindestschutz, der nur für Unternehmen ab 20 Beschäftigten verbindlich ist
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 32 DSGVO verlangt angemessene Maßnahmen. Stand der Technik, Kosten und Risiko werden berücksichtigt. Eine Mindestgröße gibt es nicht.

Was gehört nach Art. 32 Abs. 1 DSGVO ausdrücklich zu den Beispielen für geeignete Maßnahmen?

  • A) Pseudonymisierung und Verschlüsselung
  • B) Ein jährlicher Bericht an die Polizei
  • C) Die Fähigkeit, Daten nach einem Zwischenfall rasch wiederherzustellen
  • D) Die Benennung eines Sicherheitsbeauftragten nach Arbeitsschutzrecht
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Art. 32 Abs. 1 DSGVO nennt unter anderem Pseudonymisierung, Verschlüsselung und die rasche Wiederherstellung nach einem Zwischenfall. Der Sicherheitsbeauftragte gehört zum Arbeitsschutz, nicht zum Datenschutz.

Du verlässt kurz die Pförtnerloge, um einem Lieferanten das Tor zu öffnen. Am Rechner ist die Besucherverwaltung geöffnet. Was ist richtig?

  • A) Du lässt alles offen, weil du in Sichtweite bleibst und gleich zurück bist
  • B) Du schaltest den Rechner komplett aus, damit beim Neustart alle Daten gelöscht sind
  • C) Du sperrst den Bildschirm, bevor du die Loge verlässt
  • D) Du bittest den wartenden Besucher, kurz auf den Rechner aufzupassen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Die Bildschirmsperre ist die einfachste Zugangskontrolle. Auch ein kurzer Moment reicht, damit Unbefugte Daten sehen oder verändern. Ausschalten löscht keine Daten.

Wofür steht die Eingabekontrolle?

  • A) Dafür, dass nur geschultes und namentlich freigegebenes Personal überhaupt Daten in das System eintragen darf
  • B) Dafür, dass Daten bei der Eingabe automatisch verschlüsselt und versendet werden
  • C) Dafür, dass Besucher ihre Daten selbst in ein Formular eingeben
  • D) Dafür, dass sich nachvollziehen lässt, wer wann welche Daten eingegeben oder geändert hat
Lösung anzeigen

Richtig: D. Eingabekontrolle bedeutet Nachvollziehbarkeit, etwa durch Protokolle im digitalen Wachbuch. Wer überhaupt eintragen darf, regeln Zugangs- und Zugriffskontrolle.

Zum Thema Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) →

Videoüberwachung: was erlaubt ist

Auf welche Rechtsgrundlage stützt ein privates Unternehmen die Videoüberwachung seines Firmengeländes in der Regel?

  • A) Auf die Einwilligung aller Personen, die das Gelände betreten
  • B) Auf §6b BDSG in der Fassung vor 2018
  • C) Auf berechtigte Interessen nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO
  • D) Auf das Festnahmerecht nach §127 StPO, weil die Bilder der Strafverfolgung dienen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Private Betreiber stützen sich auf Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Eine Einwilligung aller Gefilmten ist praktisch nicht umsetzbar, §6b BDSG alt gilt seit 2018 nicht mehr.

Eine Kamera im Eingangsbereich zeigt nur ein Livebild auf dem Monitor der Pforte und speichert nichts. Was gilt?

  • A) Es liegt keine Videoüberwachung vor, solange nicht aufgezeichnet wird
  • B) Es liegt Videoüberwachung vor, auch ohne Aufzeichnung
  • C) Die DSGVO gilt nur, wenn die Bilder später ausgewertet werden
  • D) Es handelt sich um eine Attrappe im Sinne des Datenschutzrechts
Lösung anzeigen

Richtig: B. Schon das Beobachten erkennbarer Personen in Echtzeit ist Videoüberwachung. Das hat das Bundesverwaltungsgericht 2019 bestätigt.

Welche Bereiche dürfen auch bei hoher Diebstahlquote nicht videoüberwacht werden?

  • A) Umkleiden und Toiletten
  • B) Der Kassenbereich eines Supermarkts
  • C) Pausenräume der Beschäftigten
  • D) Die Zufahrt zum Lager
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. In Intimbereichen und Erholungsräumen überwiegen die Interessen der Betroffenen immer. Kasse und Zufahrt können bei einem konkreten Anlass überwacht werden.

Der Auftraggeber möchte, dass die Kameras auf dem Parkplatz auch Gespräche aufzeichnen. Was ist richtig?

  • A) Das ist zulässig, wenn ein Hinweisschild auf die Tonaufnahme hinweist
  • B) Das ist zulässig, solange die Aufnahmen höchstens 72 Stunden gespeichert werden
  • C) Das ist zulässig, wenn der Betriebsrat vorher zugestimmt hat
  • D) Das ist grundsätzlich unzulässig und kann nach §201 StGB strafbar sein
Lösung anzeigen

Richtig: D. Das unbefugte Aufnehmen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist nach §201 StGB strafbar. Ein Schild oder eine kurze Speicherdauer ändert daran nichts. Die Audiofunktion ist abzuschalten.

Welche Fragen gehören zur Prüfung, ob eine Videoüberwachung erforderlich ist?

  • A) Gibt es ein milderes, gleich wirksames Mittel, etwa bessere Beleuchtung?
  • B) Ist die Kamera besonders hochwertig und modern?
  • C) Muss die Kamera wirklich rund um die Uhr und den ganzen Bereich erfassen?
  • D) Hat der Auftraggeber die Kamera schon bezahlt?
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Erforderlich ist nur, was geeignet ist und kein milderes Mittel zulässt. Dazu gehören auch Zeiten und Bildausschnitt. Preis und Qualität der Technik spielen keine Rolle.

Ein Kollege in der Leitstelle zoomt mit der Parkplatzkamera in die Fenster eines Wohnhauses gegenüber. Wie ist das zu bewerten?

  • A) Zulässig, solange er die Bilder nicht speichert oder an andere weitergibt
  • B) Unzulässig, es kann sogar eine Straftat nach §201a StGB vorliegen
  • C) Zulässig, weil der Auftraggeber die Schwenkfunktion selbst freigeschaltet hat
  • D) Nur unzulässig, wenn sich ein Bewohner bei der Aufsichtsbehörde beschwert
Lösung anzeigen

Richtig: B. Die Kamera darf nur für den festgelegten Zweck genutzt werden. Bildaufnahmen in eine Wohnung, die den höchstpersönlichen Lebensbereich verletzen, können nach §201a StGB strafbar sein.

Zum Thema Videoüberwachung: was erlaubt ist →

Videoüberwachung öffentlich zugänglicher Räume: §4 BDSG und Art. 6 DSGVO

Welche dieser Bereiche sind öffentlich zugängliche Räume im Sinne des Datenschutzrechts?

  • A) Der Verkaufsraum eines privaten Supermarkts
  • B) Das Hochregallager hinter dem Supermarkt
  • C) Der Kundenparkplatz eines Baumarkts
  • D) Das Büro der Filialleitung
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Öffentlich zugänglich ist, was nach dem Willen des Berechtigten jeder betreten darf. Auf das Eigentum kommt es nicht an. Lager und Büro sind nur für einen bestimmten Personenkreis bestimmt.

Was hat das Bundesverwaltungsgericht 2019 zu §4 BDSG entschieden?

  • A) §4 BDSG ist für private Betreiber keine Rechtsgrundlage für Videoüberwachung
  • B) §4 BDSG gilt nur noch für Kameras, die Bilder länger als 72 Stunden speichern
  • C) §4 BDSG verdrängt die DSGVO, weil er die speziellere Regelung ist
  • D) §4 BDSG gilt für private Betreiber nur, wenn sie das Hausrecht ausüben
Lösung anzeigen

Richtig: A. Das BVerwG (6 C 2.18) hat festgestellt, dass §4 Abs. 1 Satz 1 BDSG für private Verantwortliche nicht anwendbar ist. Wegen des Vorrangs der DSGVO gilt für sie Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO.

Welche Zwecke nennt der Wortlaut von §4 Abs. 1 BDSG?

  • A) Die Wahrnehmung des Hausrechts
  • B) Die Kontrolle der Arbeitsleistung von Beschäftigten
  • C) Die Aufgabenerfüllung öffentlicher Stellen
  • D) Die Erstellung von Kundenprofilen für Werbung
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. §4 Abs. 1 BDSG nennt Aufgabenerfüllung öffentlicher Stellen, Hausrecht und berechtigte Interessen für konkret festgelegte Zwecke. Leistungskontrolle und Werbeprofile gehören nicht dazu.

Für wen hat §4 BDSG heute vor allem noch Bedeutung?

  • A) Für alle privaten Sicherheitsunternehmen, die mehr als 20 Beschäftigte in der Bewachung einsetzen
  • B) Für Einzelhändler, die ihre Verkaufsräume mit Kameras schützen
  • C) Für öffentliche Stellen des Bundes, etwa Bundesbehörden mit Publikumsverkehr
  • D) Für Privatpersonen, die ihren Hauseingang mit einer Kamera überwachen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Nach der Rechtsprechung gilt für private Betreiber die DSGVO direkt. Bedeutung hat §4 BDSG vor allem für öffentliche Stellen des Bundes. Länderbehörden richten sich meist nach ihrem Landesdatenschutzgesetz.

Der Centermanager möchte mit den Sicherheitskameras der Ladenpassage kontrollieren, ob ein Mieter seine Öffnungszeiten einhält. Was gilt?

  • A) Das ist zulässig, weil der Centermanager das Hausrecht für die gesamte Passage ausübt
  • B) Das ist zulässig, solange nur Aufnahmen der letzten 72 Stunden ausgewertet werden
  • C) Das ist zulässig, wenn der Mieter in seinem Mietvertrag der Videoüberwachung zugestimmt hat
  • D) Das ist eine unzulässige Zweckänderung, die Aufnahmen dienen der Sicherheit
Lösung anzeigen

Richtig: D. Die Aufnahmen wurden für Sicherheitszwecke erhoben. Eine Weiterverarbeitung für andere Zwecke ist nur zur Gefahrenabwehr oder Strafverfolgung erlaubt. Eine Vertragskontrolle gehört nicht dazu.

Was verlangt §4 Abs. 2 BDSG?

  • A) Dass die Überwachung vorher bei der Aufsichtsbehörde angemeldet wird
  • B) Dass die Überwachung und der Verantwortliche frühestmöglich erkennbar gemacht werden
  • C) Dass jede gefilmte Person schriftlich in die Aufnahme einwilligt
  • D) Dass der Datenschutzbeauftragte die Kameras mindestens einmal im Jahr persönlich vor Ort überprüft und abnimmt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Abs. 2 regelt die Erkennbarkeit: Umstand der Beobachtung sowie Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen. In der Praxis geschieht das durch ein Hinweisschild. Eine Anmeldepflicht gibt es nicht.

Zum Thema Videoüberwachung öffentlich zugänglicher Räume: §4 BDSG und Art. 6 DSGVO →

Hinweisschild bei Videoüberwachung

Welche Angaben gehören nach der Orientierungshilfe der Aufsichtsbehörden auf das Hinweisschild?

  • A) Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen
  • B) Die genaue Position und Seriennummer jeder einzelnen Kamera
  • C) Der Zweck der Überwachung und die Rechtsgrundlage in Stichworten
  • D) Die Namen aller Wachpersonen, die Zugriff auf die Bilder haben
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Auf das Schild gehören unter anderem Symbol, Verantwortlicher mit Kontaktdaten, Zweck und Rechtsgrundlage sowie ein Hinweis auf die weiteren Informationen. Kamerapositionen und Namen der Mitarbeiter gehören nicht dazu.

Wo muss das Hinweisschild angebracht sein?

  • A) Direkt an jeder Kamera, damit jeder Standort einzeln zu erkennen ist
  • B) Im Inneren des überwachten Bereichs, damit es nicht beschädigt wird
  • C) Nur am Haupteingang, Nebeneingänge sind davon ausgenommen
  • D) So, dass man es vor dem Betreten des überwachten Bereichs erkennt
Lösung anzeigen

Richtig: D. Die Information muss vor der Erhebung erfolgen, also bevor man ins Bild läuft. Das gilt für jeden Zugang. Jede Kamera einzeln auszuschildern ist nicht verlangt.

Ein Betreiber filmt den Pausenraum der Mitarbeiter und hängt dafür ein vollständiges Hinweisschild an die Tür. Was gilt?

  • A) Die Überwachung ist zulässig, weil die Mitarbeiter ausreichend informiert sind
  • B) Die Überwachung bleibt unzulässig, das Schild ändert an der Abwägung nichts
  • C) Wer den Raum trotz des Schildes betritt, hat wirksam eingewilligt
  • D) Die Überwachung ist zulässig, wenn auf dem Schild auch die Speicherdauer steht
Lösung anzeigen

Richtig: B. Das Schild erfüllt nur die Informationspflicht. Ob überwacht werden darf, entscheidet die Interessenabwägung, und in Pausenräumen überwiegen die Interessen der Beschäftigten.

Auf deinem Kontrollgang findest du ein altes Kameraschild mit dem Text Videoüberwachung nach §6b BDSG. Wie ist das einzuordnen?

  • A) Das Schild ist veraltet, §6b BDSG gibt es seit Mai 2018 nicht mehr
  • B) Das Schild ist korrekt, weil §6b BDSG weiter für private Betreiber gilt
  • C) Das Schild ist korrekt, solange der Datenschutzbeauftragte es freigegeben hat
  • D) Das Schild ist nur dann veraltet, wenn die Kamera auch Ton aufzeichnet
Lösung anzeigen

Richtig: A. §6b BDSG alt ist mit der DSGVO weggefallen. Solchen Schildern fehlen meist Angaben nach Art. 13 DSGVO. Du meldest den Fund der Einsatzleitung.

Wo können die vollständigen Informationen der zweiten Ebene bereitgestellt werden?

  • A) Als Aushang oder Informationsblatt am Empfang
  • B) Nur in einem Schreiben an jede gefilmte Person per Post
  • C) Auf einer Internetseite, auf die das Schild verweist
  • D) Ausschließlich mündlich durch die Wachperson auf Nachfrage
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Die zweite Ebene muss leicht erreichbar sein, etwa als Aushang, Informationsblatt oder Internetseite. Ein persönliches Schreiben ist unmöglich, und mündliche Auskunft allein ist nicht verlässlich.

Ein Lieferant fragt dich an der Pforte, was mit den Aufnahmen der Hofkameras passiert. Wie reagierst du richtig?

  • A) Du erklärst ihm aus dem Gedächtnis, wie lange die Bilder deiner Meinung nach gespeichert werden
  • B) Du sagst ihm, dass Wachpersonen über die Videoanlage keine Auskunft geben dürfen
  • C) Du gibst ihm das Informationsblatt oder nennst den Ansprechpartner aus dem Hinweis
  • D) Du zeigst ihm zur Beruhigung die gespeicherten Aufnahmen auf dem Monitor
Lösung anzeigen

Richtig: C. Die vollständigen Informationen stehen in der zweiten Ebene. Die gibst du weiter. Eigene Vermutungen helfen nicht, und das Vorzeigen von Aufnahmen verletzt die Rechte anderer Gefilmter.

Zum Thema Hinweisschild bei Videoüberwachung →

Wie lange dürfen Videoaufnahmen gespeichert werden?

Wie lange dürfen Aufnahmen einer Videoüberwachung nach dem Gesetz gespeichert werden?

  • A) Genau 72 Stunden, das schreibt die DSGVO ausdrücklich vor
  • B) Höchstens 48 Stunden, das steht in §4 Abs. 5 BDSG
  • C) Nur so lange, wie sie für den festgelegten Zweck erforderlich sind
  • D) Bis zu 30 Tage, danach muss der Betreiber die Aufsichtsbehörde fragen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Das Gesetz nennt keine Stundenzahl. Maßstab ist nach Art. 5 Abs. 1 DSGVO die Erforderlichkeit für den Zweck. Die 72 Stunden sind ein Orientierungswert der Aufsichtsbehörden.

Was gilt für die oft genannte Frist von 72 Stunden?

  • A) Sie ist ein Orientierungswert der Aufsichtsbehörden
  • B) Sie ist eine feste gesetzliche Höchstfrist im BDSG
  • C) Eine längere Speicherung muss besonders begründet werden
  • D) Sie gilt nur für Kameras in öffentlich zugänglichen Räumen
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Die Aufsichtsbehörden halten 72 Stunden in der Regel für vertretbar, je länger gespeichert wird, desto höher ist der Begründungsaufwand. Im Gesetz steht diese Zahl nicht.

Welcher Grund kann nach Ansicht der Aufsichtsbehörden eine längere Speicherdauer tragen?

  • A) Es steht zu wenig Personal zur Verfügung, um die Aufnahmen rechtzeitig zu sichten
  • B) Der Rekorder hat genug Speicherplatz für mehrere Wochen
  • C) Mehrtägige Feiertage, an denen niemand die Aufnahmen prüfen kann
  • D) Der Auftraggeber möchte die Aufnahmen gelegentlich für Schulungen verwenden
Lösung anzeigen

Richtig: C. Feiertage oder Betriebsferien können eine längere Frist für die betroffenen Zeiträume rechtfertigen. Personalmangel, Speicherplatz und neue Zwecke sind keine tragfähige Begründung.

Ein Einbruch wurde aufgezeichnet. Die Sequenz soll der Polizei übergeben werden. Was gilt für die Speicherung dieser Sequenz?

  • A) Sie darf so lange aufbewahrt werden, wie sie für Strafanzeige und Rechtsansprüche gebraucht wird
  • B) Sie muss trotzdem nach 72 Stunden gelöscht werden
  • C) Sie darf unbegrenzt aufbewahrt werden, weil eine Straftat vorliegt
  • D) Sie ist nach Abschluss der Sache zu löschen
Lösung anzeigen

Richtig: A und D. Gesicherte Vorfallsequenzen dürfen für ihren neuen Zweck aufbewahrt werden, etwa nach Art. 17 Abs. 3 lit. e DSGVO für Rechtsansprüche. Unbegrenzt gilt das nicht. Ist die Sache erledigt, wird gelöscht.

Was ist bei einem Rekorder mit Ringspeicher richtig?

  • A) Er ist unzulässig, weil Aufnahmen immer einzeln von Hand gelöscht werden müssen
  • B) Er überschreibt die ältesten Aufnahmen nach der eingestellten Zeit automatisch
  • C) Er macht ein Hinweisschild überflüssig, weil ohnehin automatisch gelöscht wird
  • D) Er darf nur in Räumen eingesetzt werden, die nicht öffentlich zugänglich sind
Lösung anzeigen

Richtig: B. Der Ringspeicher löscht automatisch, das ist datenschutzfreundlich. An der Informationspflicht und an der Abwägung ändert er nichts.

Du entdeckst am Montagmorgen einen Schaden, der seit Freitagabend entstanden sein kann. Der Rekorder speichert 72 Stunden. Was tust du zuerst?

  • A) Du filmst die relevanten Stellen mit deinem Handy vom Monitor ab, bevor sie überschrieben werden
  • B) Du wartest bis zur nächsten regulären Besprechung, weil die Aufnahmen ohnehin gesichert werden
  • C) Du meldest den Schaden sofort, damit der Berechtigte die Aufnahmen sichert
  • D) Du stellst die Speicherdauer am Rekorder selbst auf zwei Wochen um
Lösung anzeigen

Richtig: C. Wegen des Ringspeichers zählt Zeit, gesichert wird aber nur durch Berechtigte nach Dienstanweisung. Handyaufnahmen vom Monitor und eigenmächtige Änderungen an der Anlage sind tabu.

Zum Thema Wie lange dürfen Videoaufnahmen gespeichert werden? →

Rechte der betroffenen Personen

Innerhalb welcher Frist muss der Verantwortliche grundsätzlich auf einen Antrag einer betroffenen Person reagieren?

  • A) Innerhalb von 72 Stunden nach Eingang
  • B) Unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats nach Eingang
  • C) Innerhalb von drei Monaten, ohne dass er das begründen muss
  • D) Innerhalb von zwei Wochen, sonst gilt der Antrag als genehmigt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 12 Abs. 3 DSGVO verlangt eine Reaktion unverzüglich, spätestens binnen eines Monats. Eine Verlängerung um zwei Monate ist nur mit Begründung möglich. Die 72 Stunden gehören zur Meldung von Datenpannen.

Welche Rechte gehören zu den Betroffenenrechten der DSGVO?

  • A) Das Recht auf Berichtigung unrichtiger Daten
  • B) Das Recht, Videoaufnahmen anderer Personen einzusehen
  • C) Das Recht auf Widerspruch gegen eine Verarbeitung
  • D) Das Recht, eine Wachperson vor Ort zum Löschen zu verpflichten
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Berichtigung (Art. 16) und Widerspruch (Art. 21) sind Betroffenenrechte. Daten anderer Personen gibt es nicht heraus, und die Rechte richten sich gegen den Verantwortlichen, nicht gegen einzelne Beschäftigte.

Was kostet ein Antrag auf Auskunft oder Löschung die betroffene Person in der Regel?

  • A) Eine Bearbeitungsgebühr nach der Gebührenordnung der Aufsichtsbehörde
  • B) Eine Pauschale, die der Verantwortliche frei festlegen darf
  • C) Nur die tatsächlichen Porto- und Kopierkosten des Verantwortlichen
  • D) Nichts, außer bei offenkundig unbegründeten oder exzessiven Anträgen
Lösung anzeigen

Richtig: D. Nach Art. 12 Abs. 5 DSGVO sind Mitteilungen und Maßnahmen unentgeltlich. Nur bei offenkundig unbegründeten oder exzessiven Anträgen ist ein angemessenes Entgelt möglich.

Gegen wen richten sich die Rechte der betroffenen Person?

  • A) Gegen den Verantwortlichen, der über Zwecke und Mittel der Verarbeitung entscheidet
  • B) Gegen die Wachperson, die die Daten erfasst hat
  • C) Gegen den Datenschutzbeauftragten des Unternehmens
  • D) Gegen die Aufsichtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes
Lösung anzeigen

Richtig: A. Die Betroffenenrechte richten sich gegen den Verantwortlichen. Die Wachperson nimmt Anträge entgegen und leitet sie weiter, der Datenschutzbeauftragte berät.

Eine Besucherin verlangt an der Pforte, ins Besucherbuch zu schauen, um ihre Einträge zu prüfen. Wie reagierst du?

  • A) Du lässt sie das Buch durchblättern, weil sie ein Auskunftsrecht hat
  • B) Du lehnst ab und erklärst, dass es ein Auskunftsrecht nur bei Behörden gibt
  • C) Du nimmst ihr Anliegen auf und leitest es an die zuständige Stelle weiter
  • D) Du schickst sie weg und sagst, sie solle sich schriftlich an die Polizei wenden
Lösung anzeigen

Richtig: C. Sie hat ein Auskunftsrecht, aber nicht auf die Daten anderer Besucher. Du dokumentierst den Antrag und gibst ihn sofort weiter, weil die Monatsfrist ab Eingang läuft.

Welche Aussagen zum Verfahren nach Art. 12 DSGVO sind richtig?

  • A) Ein Antrag muss immer schriftlich mit Unterschrift gestellt werden
  • B) Bei begründeten Zweifeln an der Identität darf der Verantwortliche zusätzliche Angaben verlangen
  • C) Die betroffene Person muss ihren Antrag ausführlich begründen
  • D) Eine Verlängerung der Frist muss innerhalb des ersten Monats mitgeteilt werden
Lösung anzeigen

Richtig: B und D. Art. 12 erlaubt eine Identitätsprüfung bei begründeten Zweifeln und verlangt, eine Fristverlängerung im ersten Monat mitzuteilen. Eine bestimmte Form oder eine Begründung des Antrags ist nicht vorgeschrieben.

Zum Thema Rechte der betroffenen Personen →

Das Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO)

Welche Angaben muss eine Auskunft nach Art. 15 DSGVO enthalten?

  • A) Die Zwecke der Verarbeitung
  • B) Die Namen aller Mitarbeiter, die die Daten gesehen haben
  • C) Die geplante Speicherdauer oder die Kriterien dafür
  • D) Eine Bewertung, ob der Antragsteller sich korrekt verhalten hat
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Art. 15 Abs. 1 DSGVO nennt unter anderem Zwecke, Kategorien, Empfänger, Speicherdauer und Rechte. Einzelne Mitarbeiter und eine Bewertung des Verhaltens gehören nicht dazu.

Was gilt für die Kopie der Daten nach Art. 15 Abs. 3 DSGVO?

  • A) Jede Kopie kostet eine Bearbeitungsgebühr, die der Verantwortliche festlegt
  • B) Die erste Kopie ist kostenlos
  • C) Eine Kopie gibt es nur, wenn der Antragsteller ein rechtliches Interesse nachweist
  • D) Kopien werden grundsätzlich nur in Papierform per Post verschickt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Die erste Kopie ist unentgeltlich, für weitere darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden. Einen Grund muss der Antragsteller nicht nennen, und bei elektronischem Antrag gibt es die Daten elektronisch.

Ein Anrufer gibt sich als Herr Weber aus und möchte wissen, wann er laut Zutrittsprotokoll letzte Woche im Gebäude war. Was tust du?

  • A) Du nennst ihm die Zeiten, weil jeder ein Auskunftsrecht über seine eigenen Daten hat
  • B) Du nennst ihm die Zeiten nur, wenn er sein Geburtsdatum richtig angeben kann
  • C) Du sagst ihm, dass ein Auskunftsrecht nur bei schriftlichem Antrag mit Begründung besteht
  • D) Du gibst am Telefon keine Daten heraus und verweist ihn an die zuständige Stelle
Lösung anzeigen

Richtig: D. Am Telefon lässt sich die Identität nicht sicher prüfen. Eine Auskunft an den Falschen wäre ein Datenschutzverstoß. Der Antrag selbst ist aber formfrei und braucht keine Begründung.

Ein Gast verlangt eine Kopie des Videos, auf dem er bei einer Auseinandersetzung zu sehen ist. Auf dem Video sind auch andere Gäste erkennbar. Was gilt?

  • A) Er bekommt das Video vollständig, weil er selbst darauf zu sehen ist
  • B) Er bekommt gar nichts, weil andere Personen auf dem Video sind
  • C) Die anderen Personen müssen vor der Herausgabe unkenntlich gemacht werden
  • D) Er darf das Video nur auf dem Monitor der Leitstelle zusammen mit der Wachperson ansehen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Nach Art. 15 Abs. 4 DSGVO darf die Kopie die Rechte anderer nicht beeinträchtigen. Deshalb werden Dritte verpixelt. Eine vollständige Verweigerung wäre zu weitgehend.

Ein Auskunftsantrag zu Videoaufnahmen geht ein. Die Aufnahmen sind nach der festgelegten Speicherdauer bereits überschrieben. Was ist richtig?

  • A) Der Verantwortliche teilt mit, dass keine Aufnahmen mehr vorhanden sind
  • B) Der Verantwortliche muss die Aufnahmen technisch wiederherstellen lassen
  • C) Der Verantwortliche hat gegen das Auskunftsrecht verstoßen
  • D) Hätte er die Aufnahmen nach Eingang des Antrags gezielt gelöscht, wäre das unzulässig gewesen
Lösung anzeigen

Richtig: A und D. Regulär gelöschte Daten können nicht beauskunftet werden, das wird mitgeteilt. Wer aber nach Eingang eines Antrags gezielt löscht, um der Auskunft zu entgehen, handelt rechtswidrig.

Wann muss die betroffene Person die Auskunft spätestens erhalten, wenn keine Verlängerung nötig ist?

  • A) Innerhalb von 72 Stunden nach Eingang
  • B) Innerhalb von zwei Wochen nach Eingang
  • C) Innerhalb eines Monats nach Eingang
  • D) Innerhalb von drei Monaten nach Eingang
Lösung anzeigen

Richtig: C. Die Auskunft muss unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats erteilt werden. Nur bei schwierigen Fällen ist eine begründete Verlängerung um zwei Monate möglich.

Zum Thema Das Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO) →

Recht auf Löschung

In welchen Fällen müssen personenbezogene Daten nach Art. 17 DSGVO gelöscht werden?

  • A) Wenn sie für den Zweck, für den sie erhoben wurden, nicht mehr notwendig sind
  • B) Wenn sie älter als ein Jahr sind, unabhängig vom Zweck
  • C) Wenn sie unrechtmäßig verarbeitet wurden
  • D) Wenn der Speicherplatz auf dem Server knapp wird
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Zweckwegfall und unrechtmäßige Verarbeitung sind Löschgründe nach Art. 17 Abs. 1 DSGVO. Eine pauschale Altersgrenze gibt es nicht, und technische Gründe spielen für das Recht keine Rolle.

Muss ein Verantwortlicher Daten auch dann löschen, wenn niemand einen Antrag gestellt hat?

  • A) Nein, gelöscht wird nur auf ausdrücklichen schriftlichen Antrag der betroffenen Person
  • B) Ja, liegt ein Löschgrund vor, muss er von sich aus unverzüglich löschen
  • C) Nein, ohne Antrag darf er die Daten unbegrenzt behalten, solange er sie sicher aufbewahrt
  • D) Nur wenn die Aufsichtsbehörde ihn vorher dazu aufgefordert hat
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 17 Abs. 1 DSGVO enthält neben dem Recht der Person auch eine eigene Löschpflicht des Verantwortlichen. Sie besteht unabhängig von einem Antrag.

Welche Gründe können einer Löschung nach Art. 17 Abs. 3 DSGVO entgegenstehen?

  • A) Eine gesetzliche Aufbewahrungspflicht
  • B) Der Wunsch des Auftraggebers, die Daten für spätere Werbung zu nutzen
  • C) Die Verteidigung gegen einen Schadensersatzanspruch
  • D) Die Tatsache, dass die Daten auf Papier und nicht digital vorliegen
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Rechtliche Pflichten und Rechtsansprüche sind ausdrückliche Ausnahmen. Neue Werbezwecke rechtfertigen nichts, und Papier unterliegt genauso der Löschpflicht.

Ein Gast mit einem noch acht Monate gültigen Hausverbot verlangt, von der Hausverbotsliste gestrichen zu werden. Was gilt in der Regel?

  • A) Er muss sofort gestrichen werden, weil jeder Löschantrag Vorrang hat
  • B) Der Türsteher entscheidet selbst und streicht den Eintrag, wenn der Gast sich entschuldigt
  • C) Der Eintrag darf bleiben, solange das Hausverbot gilt und durchgesetzt werden muss
  • D) Der Eintrag darf für immer bleiben, weil der Gast einmal gewalttätig war
Lösung anzeigen

Richtig: C. Solange das Hausverbot gilt, besteht der Zweck fort. Nach Ablauf muss gelöscht werden. Die Entscheidung trifft der Verantwortliche, nicht die Wachperson.

Was bedeutet Einschränkung der Verarbeitung?

  • A) Die Daten werden endgültig gelöscht, aber vorher noch einmal ausgedruckt
  • B) Die Daten bleiben gespeichert, dürfen aber nur noch eingeschränkt genutzt werden
  • C) Die Daten werden an die Aufsichtsbehörde übergeben und dort verwahrt
  • D) Die Daten dürfen nur noch von der Geschäftsführung gelesen werden
Lösung anzeigen

Richtig: B. Einschränkung bedeutet Sperren: speichern ja, nutzen nur noch für eng begrenzte Zwecke. §35 BDSG sieht sie in bestimmten Fällen statt der Löschung vor.

Wie entsorgst du eine ausgedruckte Besucherliste vom Vormonat richtig, deren Aufbewahrungszeit abgelaufen ist?

  • A) Im normalen Papierkorb der Pforte, weil die Liste ohnehin keinen Wert mehr hat
  • B) Im Altpapiercontainer auf dem Hof, weil das umweltfreundlich ist
  • C) Du nimmst sie mit nach Hause und entsorgst sie dort im Hausmüll
  • D) Im Aktenvernichter oder im verschlossenen Datenschutzbehälter
Lösung anzeigen

Richtig: D. Gelöscht ist eine Information erst, wenn sie nicht mehr mit vertretbarem Aufwand lesbar ist. Papierkorb, Altpapier und Hausmüll erfüllen das nicht, das Mitnehmen nach Hause schon gar nicht.

Zum Thema Recht auf Löschung →

Datenpanne: was die Wachperson tun muss

Innerhalb welcher Frist muss der Verantwortliche eine meldepflichtige Datenpanne der Aufsichtsbehörde melden?

  • A) Innerhalb eines Monats, wie bei einem Auskunftsantrag
  • B) Unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden nach Bekanntwerden
  • C) Innerhalb von 24 Stunden nach dem Zeitpunkt der Panne selbst
  • D) Erst nach Abschluss der internen Ermittlungen, eine feste Frist gibt es dafür nicht
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 33 Abs. 1 DSGVO verlangt die Meldung unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden ab Kenntnis. Die Monatsfrist gehört zu den Betroffenenrechten.

Welche Vorfälle sind eine Datenpanne im Sinne der DSGVO?

  • A) Das Diensthandy mit Fotos von Besucherausweisen wird gestohlen
  • B) Ein Besucher beschwert sich über die Unfreundlichkeit des Pförtners
  • C) Eine Liste mit Privatnummern der Mitarbeiter geht per E-Mail an einen falschen Empfänger
  • D) Eine Kamera fällt aus, bevor überhaupt etwas aufgezeichnet wurde
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Diebstahl und unbefugte Offenlegung personenbezogener Daten sind Datenpannen. Eine Beschwerde über Verhalten ist keine, und ein Kameraausfall ohne Daten betrifft keine personenbezogenen Daten.

Du stellst fest, dass die Besucherliste der letzten Woche nicht mehr in der Pforte liegt. Was ist deine erste Aufgabe?

  • A) Du rufst selbst die Datenschutzaufsichtsbehörde an, damit die Frist eingehalten wird
  • B) Du informierst die betroffenen Besucher, soweit du ihre Nummern kennst
  • C) Du wartest bis Schichtende, ob die Liste wieder auftaucht
  • D) Du meldest den Verlust sofort auf dem internen Meldeweg
Lösung anzeigen

Richtig: D. Melden und benachrichtigen ist Sache des Verantwortlichen. Deine Pflicht ist die sofortige interne Meldung. Warten kostet die Zeit, die dem Arbeitgeber für die 72 Stunden fehlt.

Ein Sicherheitsunternehmen betreibt als Auftragsverarbeiter die Videoanlage eines Kunden. Dort tritt eine Datenpanne auf. Was muss das Sicherheitsunternehmen tun?

  • A) Es muss den Kunden als Verantwortlichen unverzüglich informieren
  • B) Es muss die Panne selbst binnen 72 Stunden der Aufsichtsbehörde melden
  • C) Es muss alle gefilmten Personen schriftlich benachrichtigen
  • D) Es muss nichts tun, weil der Kunde für seine Anlage selbst haftet
Lösung anzeigen

Richtig: A. Nach Art. 33 Abs. 2 DSGVO meldet der Auftragsverarbeiter die Panne unverzüglich dem Verantwortlichen. Dieser entscheidet über Meldung und Benachrichtigung.

Wann müssen die betroffenen Personen selbst über eine Datenpanne benachrichtigt werden?

  • A) Bei jeder Datenpanne, unabhängig vom Risiko
  • B) Wenn voraussichtlich ein hohes Risiko für ihre Rechte und Freiheiten besteht
  • C) Nur wenn die Aufsichtsbehörde das nach Prüfung der Meldung ausdrücklich verlangt
  • D) Nur wenn mehr als 100 Personen betroffen sind
Lösung anzeigen

Richtig: B. Art. 34 DSGVO verlangt die Benachrichtigung bei voraussichtlich hohem Risiko. Eine Mindestzahl Betroffener gibt es nicht.

Welche Aussagen zur Dokumentation und Meldung sind richtig?

  • A) Jede Datenpanne muss intern dokumentiert werden
  • B) Eine Panne ohne voraussichtliches Risiko muss nicht an die Behörde gemeldet werden
  • C) Eine Datenpanne darf nur gemeldet werden, wenn alle Einzelheiten vollständig bekannt sind
  • D) Wer eine Panne verursacht hat, muss sie persönlich unterschreiben und melden
Lösung anzeigen

Richtig: A und B. Art. 33 Abs. 5 DSGVO verlangt die Dokumentation aller Pannen. Die Meldepflicht entfällt, wenn voraussichtlich kein Risiko besteht. Informationen dürfen schrittweise nachgereicht werden.

Zum Thema Datenpanne: was die Wachperson tun muss →

Wachbuch, Protokolle und Berichte datenschutzgerecht führen

Welcher Eintrag im Wachbuch entspricht den Grundsätzen der DSGVO?

  • A) Asozialer Typ hat im Foyer randaliert, so wie man es von solchen Leuten aus dieser Gegend kennt
  • B) Mann, ca. 30, tritt gegen Glastür im Foyer, Glas gesprungen
  • C) Wieder die üblichen Verdächtigen aus dem Nachbarhaus, diesmal auf dem Parkdeck
  • D) Herr M. ist laut Kollegen alkoholkrank und war deshalb heute wieder auffällig
Lösung anzeigen

Richtig: B. Einträge müssen sachlich richtig und auf das Nötige beschränkt sein. Bewertungen, Vermutungen und unnötige Gesundheitsangaben gehören nicht ins Wachbuch.

Du hast im Papier-Wachbuch eine falsche Uhrzeit eingetragen. Wie korrigierst du richtig?

  • A) Lesbar durchstreichen, Korrektur mit Datum und Kürzel daneben
  • B) Die Uhrzeit mit Korrekturflüssigkeit überdecken und die richtige Zeit darüberschreiben
  • C) Die ganze Seite heraustrennen und den Eintrag sauber auf einer neuen Seite wiederholen
  • D) Den Fehler stehen lassen, weil Einträge im Wachbuch nachträglich nie verändert werden dürfen
Lösung anzeigen

Richtig: A. Die Korrektur muss nachvollziehbar sein. Lesbar durchstreichen und mit Datum und Kürzel ergänzen erhält den Beweiswert. Falsche Daten stehen zu lassen widerspricht dem Grundsatz der Richtigkeit.

Wie lange muss ein Wachbuch nach dem Gesetz aufbewahrt werden?

  • A) Genau drei Jahre nach §21 BewachV, wie alle Unterlagen im Bewachungsgewerbe
  • B) Genau zehn Jahre, wie Buchungsbelege nach dem Steuerrecht
  • C) Es gibt keine feste gesetzliche Frist, maßgeblich sind Zweck, Vertrag und Löschkonzept
  • D) Unbegrenzt, weil das Wachbuch jederzeit als Beweismittel in einem späteren Gerichtsverfahren gebraucht werden kann
Lösung anzeigen

Richtig: C. §21 BewachV betrifft Aufzeichnungen über Verträge, Beschäftigte, Belehrungen und Waffen, nicht das Wachbuch im Objekt. Für dieses gilt der Grundsatz der Speicherbegrenzung.

Wer darf in der Regel Einsicht in das Wachbuch eines Objekts nehmen?

  • A) Der Auftraggeber, soweit es im Vertrag vereinbart ist
  • B) Jeder Besucher, der im Wachbuch erwähnt wird
  • C) Die eigene Einsatzleitung
  • D) Jeder Mitarbeiter des Kunden, der im Gebäude arbeitet
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Einsicht bekommen nur Berechtigte, meist Auftraggeber und Einsatzleitung. Ein Besucher kann Auskunft über seine eigenen Daten verlangen, aber nicht im Wachbuch blättern, weil dort auch Daten anderer stehen.

Welche Maßnahmen schützen ein Wachbuch vor unbefugtem Zugriff?

  • A) Das Wachbuch liegt nicht offen auf dem Empfangstresen
  • B) Kollegen fotografieren wichtige Seiten mit ihrem Privathandy, damit nichts verloren geht
  • C) Ein digitales Wachbuch hat persönliche Zugänge mit Passwort
  • D) Das Wachbuch wird nach Dienstschluss im Auto des Schichtführers mitgenommen
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Verschluss, persönliche Zugänge und ein fester Aufbewahrungsort schützen die Vertraulichkeit. Privatfotos und das Mitnehmen erhöhen dagegen das Risiko einer Datenpanne.

Ein Polizeibeamter bittet dich an der Pforte formlos um eine Kopie der Wachbuchseiten der letzten Woche. Was ist richtig?

  • A) Du gibst die Kopien sofort heraus, weil die Polizei immer Anspruch auf alle Unterlagen hat
  • B) Du verweigerst jede Zusammenarbeit, weil das Wachbuch dem Auftraggeber gehört
  • C) Du schickst ihn weg und sagst, ohne Durchsuchungsbeschluss gebe es grundsätzlich keinerlei Auskunft
  • D) Du informierst deine Einsatzleitung, die über die Weitergabe entscheidet
Lösung anzeigen

Richtig: D. Eine Weitergabe zur Strafverfolgung ist nach §24 BDSG möglich, die Entscheidung trifft aber der Verantwortliche. Bei einer Beschlagnahme leistest du keinen Widerstand und dokumentierst die Übergabe.

Zum Thema Wachbuch, Protokolle und Berichte datenschutzgerecht führen →

Ausweiskontrolle und Besucherlisten

Ein Besucher will das Werksgelände betreten, weigert sich aber, seinen Ausweis zu zeigen. Die Hausordnung verlangt einen Lichtbildausweis. Was darfst du?

  • A) Ihm den Zutritt verweigern
  • B) Ihn festhalten, bis die Polizei seine Identität feststellt
  • C) Seine Taschen nach dem Ausweis durchsuchen
  • D) Ihn auffordern, das Gelände nicht zu betreten, und notfalls das Hausrecht durchsetzen
Lösung anzeigen

Richtig: A und D. Über das Hausrecht kann der Zutritt vom Ausweis abhängig gemacht werden. Eine Identitätsfeststellung mit Zwang oder eine Durchsuchung steht der Wachperson ohne Straftat nicht zu.

Darf die Pforte den Personalausweis eines Besuchers als Pfand für den Besucherausweis einbehalten?

  • A) Ja, wenn der Besucher freiwillig zustimmt und den Ausweis beim Gehen sofort zurückbekommt
  • B) Ja, wenn es so in der Hausordnung steht und am Eingang ausgehängt ist
  • C) Nein, das Hinterlegen des Personalausweises darf nach §1 PAuswG nicht verlangt werden
  • D) Ja, aber nur für die Dauer des Besuchs und höchstens für acht Stunden
Lösung anzeigen

Richtig: C. §1 Abs. 1 PAuswG verbietet, vom Inhaber die Hinterlegung oder Aufgabe des Gewahrsams zu verlangen. Ausnahmen gelten nur für berechtigte Behörden, nicht für private Sicherheitsdienste.

Was gilt nach §20 Abs. 2 PAuswG für eine Kopie des Personalausweises durch die Pforte?

  • A) Sie ist nur mit Zustimmung des Inhabers zulässig
  • B) Sie darf ohne Einschränkung an den Auftraggeber und andere Firmen weitergegeben werden
  • C) Sie muss eindeutig und dauerhaft als Kopie erkennbar sein
  • D) Sie ist immer zulässig, wenn ein Hinweisschild an der Pforte hängt
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Kopien sind nur mit Zustimmung erlaubt und müssen als Kopie erkennbar sein. Andere als der Inhaber dürfen sie nicht an Dritte weitergeben. Ein Schild ersetzt keine Zustimmung.

Welche Angaben gehören in eine datensparsame Besucherliste, wenn der Kunde nichts anderes festgelegt hat?

  • A) Name, Firma, besuchte Person, Ankunft und Abgang
  • B) Name, Geburtsdatum, Privatanschrift und Ausweisnummer
  • C) Name, Kfz-Kennzeichen, Handynummer und Religionszugehörigkeit
  • D) Vollständige Kopie des Ausweises mit allen aufgedruckten Angaben
Lösung anzeigen

Richtig: A. Nach dem Grundsatz der Datenminimierung wird nur erfasst, was der Zweck erfordert. Geburtsdatum, Privatanschrift oder Ausweiskopien sind dafür normalerweise nicht nötig.

An der Pforte liegt ein Klemmbrett mit einer Sammelliste, in die sich alle Besucher des Tages selbst eintragen. Was ist das Problem?

  • A) Es gibt keines, solange die Liste nach einem Jahr vernichtet wird
  • B) Die Besucher müssten zusätzlich ihr Geburtsdatum eintragen
  • C) Jeder Besucher sieht die Daten der vorherigen Besucher
  • D) Besucherlisten sind generell verboten und durch Kameras zu ersetzen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Eine offene Sammelliste verletzt die Vertraulichkeit nach Art. 5 Abs. 1 lit. f DSGVO. Besser sind Einzelblätter, eine Liste in deiner Hand oder ein digitales System.

Am Einlass einer Diskothek willst du das Alter eines Gastes prüfen. Was ist datenschutzgerecht?

  • A) Du fotografierst jeden Ausweis, um bei einer Kontrolle durch das Jugendamt Belege zu haben
  • B) Du schaust auf das Geburtsdatum und gibst den Ausweis sofort zurück
  • C) Du behältst den Ausweis bis zum Verlassen der Diskothek an der Kasse
  • D) Du lässt die Daten auslesen und speicherst Name und Alter in einer Gästedatei
Lösung anzeigen

Richtig: B. Für die Alterskontrolle reicht der Blick auf das Geburtsdatum. Fotos, eine Gästedatei und das Einbehalten des Ausweises gehen über den Zweck hinaus, das Einbehalten verstößt zudem gegen §1 PAuswG.

Zum Thema Ausweiskontrolle und Besucherlisten →

Bodycams im Sicherheitsdienst

Auf welcher Grundlage setzt ein privater Sicherheitsdienst Bodycams ein?

  • A) Auf den Bodycam-Vorschriften im Polizeigesetz des jeweiligen Bundeslandes
  • B) Auf einer besonderen Erlaubnis nach der Bewachungsverordnung
  • C) Auf berechtigten Interessen nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO
  • D) Auf dem Festnahmerecht, weil die Aufnahmen der Beweissicherung dienen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Für private Sicherheitsdienste gibt es kein eigenes Bodycam-Gesetz. Maßgeblich ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO. Die Polizeigesetze gelten nur für die Polizei.

Wann darf die Bodycam nach Auffassung der Aufsichtsbehörden eingeschaltet werden?

  • A) Bei aggressivem Verhalten oder drohender Gewalt
  • B) Während der gesamten Schicht, damit nichts verpasst wird
  • C) Erst nach einer Ankündigung gegenüber der Person
  • D) Immer dann, wenn jemand die Hausordnung nicht einhält
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Der Einsatz ist nur anlassbezogen und nach Ankündigung zulässig. Ein Dauerbetrieb oder das Filmen bei bloßen Regelverstößen ohne Gefahr sind unzulässig.

Was gilt nach der Orientierungshilfe der Aufsichtsbehörden für ein Pre-Recording, das ständig im Hintergrund läuft?

  • A) Es ist zulässig, weil die Daten ohnehin nach kurzer Zeit überschrieben werden
  • B) Es ist unzulässig, auch wenn es ständig überschrieben wird
  • C) Es ist zulässig, wenn auf der Weste ein Kamerasymbol zu sehen ist
  • D) Es ist nur in Bahnhöfen und im Nahverkehr zulässig
Lösung anzeigen

Richtig: B. Ein dauerhaft aktiviertes Pre-Recording halten die Aufsichtsbehörden für unzulässig. Allenfalls in einer angespannten Lage und nach Ankündigung soll es kurz aktiviert werden dürfen.

Ein Kollege möchte bei der Bodycam auch den Ton aufzeichnen, damit Beleidigungen beweisbar sind. Was ist richtig?

  • A) Das ist zulässig, weil Beleidigungen eine Straftat sind
  • B) Das ist zulässig, wenn er die Aufnahme vorher ankündigt
  • C) Das ist zulässig, solange die Tonaufnahme nur intern durch die Einsatzleitung ausgewertet wird
  • D) Tonaufnahmen sind grundsätzlich unzulässig und können nach §201 StGB strafbar sein
Lösung anzeigen

Richtig: D. Das unbefugte Aufnehmen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist nach §201 StGB strafbar. Die Aufsichtsbehörden halten Tonaufnahmen bei Bodycams grundsätzlich für unzulässig.

Du hast in einer Auseinandersetzung mit der Bodycam aufgenommen. Was gilt für die Aufnahme?

  • A) Sie wird im gesicherten System gespeichert, du kannst sie in der Regel nicht selbst ansehen oder löschen
  • B) Du sicherst sie zusätzlich auf deinem privaten Handy, damit sie nicht verloren geht, falls das System ausfällt
  • C) Du schickst sie direkt an die Polizei, weil das die Strafverfolgung beschleunigt
  • D) Du löschst sie selbst, wenn du meinst, dass sie nicht gebraucht wird
Lösung anzeigen

Richtig: A. Aufnahmen gehören in ein geschütztes System mit Berechtigungskonzept. Der Träger hat in der Regel keinen Zugriff. Kopien auf Privatgeräten und eigenmächtige Weitergabe oder Löschung sind tabu.

Welche Aussagen zum Bodycam-Einsatz treffen zu?

  • A) Beruhigt sich die Lage schon durch die Ankündigung, wird nicht aufgenommen
  • B) Mit einer Bodycam darf eine Wachperson auch in Umkleideräumen filmen, wenn es einen Anlass gibt
  • C) Gibt es einen Betriebsrat, muss er beim Einsatz von Bodycams mitbestimmen
  • D) Bodycam-Aufnahmen dürfen zur allgemeinen Leistungskontrolle der Wachpersonen ausgewertet werden
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Die Ankündigung ist selbst Deeskalation. Weil Bodycams auch die Beschäftigten erfassen, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht. Umkleiden sind tabu und eine allgemeine Leistungskontrolle ist unzulässig.

Zum Thema Bodycams im Sicherheitsdienst →

Fotos und Handyaufnahmen im Dienst

Ein Ladendetektiv hängt Fotos ertappter Ladendiebe gut sichtbar im Kassenbereich aus. Wie ist das zu bewerten?

  • A) Zulässig, weil Ladendiebe Personen der Zeitgeschichte sind
  • B) Zulässig, wenn die Bilder nach einem Monat wieder abgehängt werden
  • C) Unzulässig, es verstößt gegen die DSGVO und kann nach §33 KUG strafbar sein
  • D) Zulässig, solange auf dem Aushang weder Name noch Anschrift der abgebildeten Person stehen
Lösung anzeigen

Richtig: C. Das öffentliche Zurschaustellen von Bildnissen ohne Einwilligung verstößt gegen §22 KUG und kann nach §33 KUG strafbar sein. Ladendiebe sind keine Personen der Zeitgeschichte, und auch ohne Namen bleibt die Person erkennbar.

Welche Aufnahmen können nach §201a StGB strafbar sein?

  • A) Ein Foto, das einen hilflosen Betrunkenen am Boden zur Schau stellt
  • B) Ein Foto vom eingeschlagenen Fenster des Lagers ohne Personen
  • C) Eine Aufnahme einer Person in einer Umkleidekabine
  • D) Ein Foto vom Graffiti an der Fassade für den Schadensbericht
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. §201a StGB schützt unter anderem Personen in besonders geschützten Räumen und Personen in hilfloser Lage. Fotos von Sachschäden ohne Personen sind davon nicht betroffen.

Ein Gast filmt dich am Einlass mit seinem Handy. Was darfst du?

  • A) Ihm das Handy abnehmen und die Aufnahme selbst löschen
  • B) Ihn auffordern, das Filmen zu lassen, und notfalls das Hausrecht ausüben
  • C) Ihn festhalten, bis er die Aufnahme vor deinen Augen gelöscht hat
  • D) Das Handy bis zum Ende der Veranstaltung an der Kasse verwahren und es ihm erst beim Gehen zurückgeben
Lösung anzeigen

Richtig: B. Wegnehmen, Festhalten und Verwahren sind nicht erlaubt und können strafbar sein. Bleibt das Hausrecht: Fotografierverbot durchsetzen und notfalls des Hauses verweisen.

Warum ist das private Handy für dienstliche Fotos meist ungeeignet?

  • A) Bilder landen oft automatisch in Cloud oder Chatprogrammen
  • B) Private Handys machen grundsätzlich unscharfe Bilder
  • C) Der Arbeitgeber verliert die Kontrolle über die Daten
  • D) Private Handys dürfen nach der Gewerbeordnung nicht mit ins Objekt
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Auf dem Privathandy entziehen sich die Bilder der Kontrolle des Arbeitgebers, etwa durch automatische Sicherung in der Cloud. Ein gesetzliches Handyverbot gibt es nicht, das regelt die Dienstanweisung.

Gilt die DSGVO für ein Foto, das du im Dienst von einer erkennbaren Person machst?

  • A) Nein, Handyfotos sind immer privat und fallen unter die Haushaltsausnahme
  • B) Ja, im Dienst greift die Ausnahme für rein private Tätigkeiten nicht
  • C) Nein, die DSGVO gilt nur für Videoanlagen und Computer des Arbeitgebers
  • D) Nur dann, wenn das Foto später im Internet veröffentlicht wird
Lösung anzeigen

Richtig: B. Ein erkennbares Foto enthält personenbezogene Daten. Die Ausnahme für persönliche und familiäre Tätigkeiten gilt bei dienstlichen Aufnahmen nicht.

Wie wird eine Straftat nach §33 KUG verfolgt?

  • A) Von Amts wegen, sobald die Polizei davon erfährt
  • B) Nur wenn die Datenschutzaufsichtsbehörde Anzeige erstattet
  • C) Nur auf Antrag
  • D) Nur wenn der Täter gewerbsmäßig gehandelt hat
Lösung anzeigen

Richtig: C. §33 KUG ist ein Antragsdelikt. Wer ohne Einwilligung abgebildet und verbreitet wurde, auch eine Wachperson, kann selbst Strafantrag stellen.

Zum Thema Fotos und Handyaufnahmen im Dienst →

Bußgelder und Strafen bei Datenschutzverstößen

Wie hoch kann ein Bußgeld nach Art. 83 Abs. 5 DSGVO gegen ein Unternehmen höchstens sein?

  • A) Bis zu 50.000 Euro, wie bei Ordnungswidrigkeiten nach dem BDSG
  • B) Bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist
  • C) Bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, was höher ist
  • D) Bis zu 1 Million Euro, unabhängig vom Umsatz des Unternehmens
Lösung anzeigen

Richtig: C. Art. 83 Abs. 5 DSGVO nennt 20 Millionen Euro oder 4 Prozent des weltweiten Vorjahresumsatzes, maßgeblich ist der höhere Betrag. 10 Millionen und 2 Prozent gehören zu Abs. 4.

Wer verhängt Bußgelder wegen Datenschutzverstößen gegen ein Sicherheitsunternehmen?

  • A) Der Datenschutzbeauftragte des Unternehmens
  • B) Die Datenschutzaufsichtsbehörde des Bundeslandes
  • C) Die IHK, die die Sachkundeprüfung abgenommen hat
  • D) Das Ordnungsamt der Stadt, in der das Objekt liegt
Lösung anzeigen

Richtig: B. Zuständig sind die Datenschutzaufsichtsbehörden. Der Datenschutzbeauftragte berät und kontrolliert intern, er kann keine Bußgelder verhängen.

Welche Aussagen zu §42 BDSG treffen zu?

  • A) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt
  • B) Jeder fahrlässige Fehler beim Umgang mit Daten ist danach strafbar
  • C) Strafbar ist unter anderem die unberechtigte Verarbeitung nicht allgemein zugänglicher Daten gegen Entgelt
  • D) Die Höchststrafe beträgt in allen Fällen zehn Jahre Freiheitsstrafe
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. §42 BDSG verlangt Vorsatz und zusätzliche Merkmale wie Entgelt, Bereicherungs- oder Schädigungsabsicht oder gewerbsmäßiges Handeln. Die Höchststrafen liegen bei drei bzw. zwei Jahren, verfolgt wird nur auf Antrag.

Ein Kollege verkauft eine Aufnahme aus der Videoleitstelle an eine Zeitung. Welche Folgen kommen in Betracht?

  • A) Eine Strafbarkeit nach §42 Abs. 2 BDSG
  • B) Keine, weil die Aufnahme ohnehin bald gelöscht worden wäre
  • C) Eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber
  • D) Nur ein Bußgeld gegen den Kunden des Sicherheitsdienstes
Lösung anzeigen

Richtig: A und C. Wer nicht allgemein zugängliche Daten unberechtigt gegen Entgelt verarbeitet, kann nach §42 Abs. 2 BDSG bestraft werden. Arbeitsrechtlich ist ein solcher Vertrauensbruch ein typischer Grund für eine fristlose Kündigung.

Was gilt für den Schadensersatz nach Art. 82 DSGVO?

  • A) Er umfasst nur Vermögensschäden, die mit Belegen nachgewiesen sind
  • B) Er steht nur Unternehmen zu, nicht Privatpersonen
  • C) Er umfasst auch immaterielle Schäden, die die betroffene Person darlegen muss
  • D) Er setzt immer voraus, dass die Aufsichtsbehörde vorher ein Bußgeld gegen das Unternehmen verhängt hat
Lösung anzeigen

Richtig: C. Art. 82 DSGVO erfasst materielle und immaterielle Schäden. Eine Bagatellgrenze gibt es nach dem EuGH nicht, der Schaden muss aber dargelegt werden. Ein vorheriges Bußgeld ist keine Voraussetzung.

Ein Unternehmen meldet eine Datenpanne ordnungsgemäß der Aufsichtsbehörde. Was gilt für die Meldung?

  • A) Sie darf ohne Zustimmung des Meldenden nicht in einem Straf- oder Bußgeldverfahren gegen ihn verwendet werden
  • B) Sie führt automatisch zu einem Bußgeld in Höhe von 2 Prozent des Jahresumsatzes
  • C) Sie wird von der Behörde in jedem Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, damit dort die Strafbarkeit geprüft wird
  • D) Sie ersetzt die interne Dokumentation der Panne
Lösung anzeigen

Richtig: A. Nach §42 Abs. 4 und §43 Abs. 4 BDSG besteht ein Verwendungsverbot zugunsten des Meldenden. Die interne Dokumentation nach Art. 33 Abs. 5 DSGVO bleibt trotzdem Pflicht.

Zum Thema Bußgelder und Strafen bei Datenschutzverstößen →

Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der aktuelle Gesetzestext.