Kurz gesagt: Die Brandschutzordnung gibt die Reihenfolge vor: Brand melden, Menschen in Sicherheit bringen, Löschversuch nur ohne Eigengefährdung. Rauch ist die größte Gefahr. Der Sicherheitsdienst empfängt die Feuerwehr, hält Zufahrten frei und gibt Auskunft über Personen im Gebäude.
Ein Brand bringt Menschen in Sekunden aus der Fassung. Wer dann einen klaren Ablauf im Kopf hat, rettet Leben, auch das eigene. Als Wachperson bist du oft diejenige, die die anderen anleitet: Mitarbeiter, Gäste, Besucher. Deshalb musst du die Reihenfolge der Maßnahmen sicher können. Die Prüfung fragt genau danach und nach dem richtigen Notruf.
Die Grundregel: Ruhe bewahren
Das klingt banal, ist aber der wichtigste Schritt. Hektik führt zu Fehlern: falscher Löscher, Tür zum Brandraum aufgerissen, Notruf ohne Adresse. Atme einmal durch und arbeite dann die Reihenfolge ab.
1. Brand melden
Die Brandschutzordnung Teil A nach DIN 14096 nennt als erstes: Brand melden. Das geht über einen Handfeuermelder, wenn eine Brandmeldeanlage vorhanden ist, oder über den Notruf 112. In vielen Objekten meldest du zusätzlich nach Alarmplan an deine Leitstelle.
Für den Notruf haben sich die W-Fragen bewährt:
- Wo ist es passiert? Genaue Adresse, Gebäudeteil, Stockwerk, Zufahrt.
- Was ist passiert? Was brennt, wie groß, gibt es Rauch oder Explosionen?
- Wie viele Menschen sind betroffen oder noch im Gebäude?
- Welche Verletzungen gibt es?
- Warten auf Rückfragen. Du legst nicht als Erstes auf, die Leitstelle beendet das Gespräch.
Viele Leitstellen fragen inzwischen gezielt nach. Lass dich führen und beantworte die Fragen. Wichtig ist vor allem der Ort, denn ohne Adresse kommt niemand.
2. In Sicherheit bringen
Menschenleben gehen vor Sachwerten. Konkret heißt das:
- Gefährdete Personen warnen, zum Beispiel über den Hausalarm oder durch lautes Rufen.
- Hilflose und Ortsunkundige mitnehmen, etwa Menschen mit Behinderung, Kinder, Besucher.
- Aufzüge nicht benutzen. Sie können stecken bleiben oder in das Brandgeschoss fahren.
- Türen hinter sich schließen, nicht abschließen. Das hält Rauch und Feuer auf.
- Den gekennzeichneten Fluchtwegen folgen und zur Sammelstelle gehen.
Rauch ist die größte Gefahr
Die meisten Brandopfer sterben nicht an Flammen, sondern an giftigem Rauch, besonders am geruchlosen Kohlenmonoxid. Wenige Atemzüge können bewusstlos machen. Ist ein Flur verraucht, bleibst du nach Möglichkeit unten, weil sich der Rauch zuerst unter der Decke sammelt. Vor dem Öffnen einer Tür fühlst du mit dem Handrücken, ob Tür oder Klinke heiß sind. Dann bleibt sie zu. Bist du eingeschlossen, schließt du die Tür, dichtest Ritzen mit nassen Tüchern ab und machst dich am Fenster bemerkbar.
3. Löschversuch unternehmen
Erst jetzt kommt das Löschen, und nur, wenn es ohne Gefahr für dich möglich ist. Ein Entstehungsbrand lässt sich mit Feuerlöscher, Löschdecke oder Wandhydrant oft beherrschen. Ein Raum, der schon voller Rauch ist, nicht mehr. Dann gilt: Tür zu, raus, Feuerwehr.
Brennt die Kleidung einer Person, stoppst du sie, bringst sie zu Boden und erstickst die Flammen mit einer Löschdecke, einer Jacke oder durch Wälzen. Danach Kühlung und Erste Hilfe.
Die Aufgaben des Sicherheitsdienstes
In vielen Objekten sind dem Sicherheitsdienst in der Brandschutzordnung Teil C besondere Aufgaben zugewiesen. Typisch sind:
- Feuerwehr an der vereinbarten Anlaufstelle empfangen, meist an der Brandmeldezentrale oder am Feuerwehr-Informationszentrum
- Zufahrten und Aufstellflächen für die Feuerwehr freihalten, Schranken und Tore öffnen
- Feuerwehrlaufkarten und Objektschlüssel bereithalten
- Auskunft geben: Wo brennt es, wer ist noch im Gebäude, gibt es Gefahrstoffe?
- Sammelstelle unterstützen und Vollzähligkeit mit den Verantwortlichen klären
- Verhindern, dass Personen zurück ins Gebäude gehen
Ab Eintreffen der Feuerwehr hat deren Einsatzleitung das Sagen. Du arbeitest ihr zu und folgst ihren Anweisungen.
Ein Fall aus dem Dienst
Während einer Messe meldet die Brandmeldeanlage Feuer in Halle 3, Lagerbereich hinter dem Stand eines Ausstellers. Du bist dem Hallenausgang Ost zugeteilt. Über Funk kommt die Räumungsanweisung. Du öffnest die Fluchttüren ganz, stellst dich sichtbar daneben und leitest die Besucher ruhig mit klaren kurzen Ansagen nach draußen und zur Sammelstelle. Eine ältere Frau mit Rollator nimmst du selbst mit. Einen Aussteller, der noch einmal zum Stand zurück will, um seinen Laptop zu holen, hältst du auf. Draußen meldest du deinem Abschnittsleiter: Ausgang Ost geräumt, eine Person mit Gehhilfe an der Sammelstelle. Den Feuerwehrkräften, die durch dein Tor einrücken, zeigst du den Weg zum Lagerbereich.
Typische Prüfungsfallen
- Reihenfolge nach Brandschutzordnung: melden, in Sicherheit bringen, löschen.
- Aufzüge im Brandfall nicht benutzen.
- Türen schließen, nicht abschließen.
- Beim Notruf nicht als Erstes auflegen, sondern auf Rückfragen warten.
- Rauch ist gefährlicher als Flammen.
- Sachwerte holen ist kein Grund, ins Gebäude zurückzugehen.
Wie Fluchtwege beschaffen sein müssen, findest du unter Flucht- und Rettungswege. Wie du mit Menschen in Angst umgehst, erklärt die Seite Panik.
Teste dich: Übungsfragen zu diesem Thema
Wie in der IHK-Prüfung können eine oder zwei Antworten richtig sein. Kreuze an und prüfe dann.
In welcher Reihenfolge nennt die Brandschutzordnung Teil A die Maßnahmen im Brandfall?
Welche Angaben sind beim Notruf 112 besonders wichtig?
Warum dürfen Aufzüge im Brandfall nicht benutzt werden?
Du willst einen Flur verlassen und vor dir ist eine geschlossene Tür. Woran erkennst du, dass du sie nicht öffnen solltest?
Welche Aufgaben übernimmt der Sicherheitsdienst häufig nach der Brandschutzordnung Teil C?
Ein Mitarbeiter will an der Sammelstelle noch einmal ins brennende Gebäude, um seine Unterlagen zu holen. Was tust du?
Mehr Fragen aus diesem Sachgebiet gibt es in der Prüfungssimulation und gesammelt auf der Seite Prüfungsfragen Grundzüge der Sicherheitstechnik.
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