Kurz gesagt: Eine Überfallmeldeanlage meldet Raub, Bedrohung oder Geiselnahme. Sie ist rund um die Uhr aktiv und wird von Menschen ausgelöst, etwa über Überfalltaster, Geldscheinkontakt oder Bedrohungscode. Der Alarm geht still an Polizei oder Leitstelle, damit der Täter nicht aggressiver wird. Bei einem Überfall gilt: Leben vor Sachwerten.
Banken, Juweliere, Tankstellen, Spielhallen, Apotheken und Pforten mit Bargeld oder Wertgegenständen haben fast immer eine Überfallmeldeanlage, kurz ÜMA. Wenn du dort arbeitest, gehört der Überfalltaster zu deinem Arbeitsplatz. In der Prüfung wird gefragt, wie sich die ÜMA von der Einbruchmeldeanlage unterscheidet, warum sie still alarmiert und wie du dich bei einem Überfall verhältst.
Was eine ÜMA von einer EMA unterscheidet
| Merkmal | Einbruchmeldeanlage | Überfallmeldeanlage |
|---|---|---|
| Gefahr | Eindringen in ein leeres oder gesichertes Objekt | Bedrohung von anwesenden Menschen |
| Auslösung | meist automatisch durch Melder | durch einen Menschen, also nichtautomatisch |
| Betriebszustand | scharf oder unscharf | immer aktiv, rund um die Uhr |
| Alarmierung | auch laut, mit Sirene und Blitzleuchte | still, als Fernalarm |
Technisch sind EMA und ÜMA oft eine gemeinsame Anlage nach DIN VDE 0833-3 und DIN EN 50131. Die Überfallmelder bilden aber eigene Meldergruppen, die sich nicht unscharf schalten lassen.
Warum der Alarm still ist
Bei einem Überfall sind Menschen in der Nähe eines oft nervösen, unter Druck stehenden Täters. Eine laute Sirene könnte ihn in Panik versetzen. Er könnte gewalttätig werden oder Geiseln nehmen. Deshalb geht der Überfallalarm ausschließlich als Fernalarm an die Polizei oder an eine Notruf- und Serviceleitstelle. Am Objekt selbst passiert nichts Hör- oder Sichtbares. Der Täter soll nicht merken, dass Hilfe unterwegs ist.
Die Überfallmelder
- Überfalltaster: Druckknöpfe unter dem Tresen oder am Schreibtisch, oft mit Abdeckung gegen versehentliches Auslösen.
- Fußtaster oder Fußleiste: Mit dem Fuß zu betätigen, ohne dass der Täter die Bewegung sieht.
- Geldscheinkontakt: Ein Kontakt in der Kassenlade. Werden die letzten Scheine aus der Klammer genommen, löst er aus. Der Täter löst den Alarm also selbst aus, wenn er alles mitnehmen will.
- Funk-Überfallmelder: Tragbare Sender, etwa am Gürtel. Für Anlagen mit Polizeianschluss brauchen sie eine Genehmigung der Polizei.
- Bedrohungsalarm: Ein besonderer Code am Bedienteil oder an der Zutrittskontrolle. Wird ein Mitarbeiter gezwungen, die Alarmanlage unscharf zu schalten, gibt er den Bedrohungscode ein. Die Anlage schaltet scheinbar normal unscharf, meldet aber still einen Überfall.
Nicht zu verwechseln ist die ÜMA mit der Personen-Notsignal-Anlage für Alleinarbeitende. Diese meldet einen Unfall oder eine Notlage, etwa wenn eine Wachperson stürzt und sich nicht mehr bewegt. Mehr dazu unter Alleinarbeit und Personen-Notsignal.
Aufschaltung und Fehlalarme
Überfallmeldeanlagen sind meist direkt bei der Polizei oder bei einer Leitstelle aufgeschaltet. Für den Anschluss bei der Polizei gelten deren eigene Richtlinien. Bei einem Überfallalarm rückt die Polizei mit mehreren Streifen und besonderer Eigensicherung an. Ein Fehlalarm bindet also viele Kräfte und kann Gebühren kosten. Deshalb gilt: Probealarme nur nach vorheriger Ankündigung, Taster nicht zugestellt und nicht als Ablage genutzt, Abdeckungen geschlossen. Wie man Fehlalarme vermeidet, steht unter Falschalarme.
Verhalten bei einem Überfall
- Leben vor Sachwerten: Keine Gegenwehr, keine Heldentaten. Forderungen ruhig erfüllen.
- Unauffällig auslösen: Nur dann, wenn es ohne Risiko möglich ist und der Täter es nicht bemerkt. Wenn nicht, löst du später aus.
- Beobachten: Größe, Statur, Kleidung, Sprache, Auffälligkeiten, Waffe, Fluchtrichtung, Fahrzeug.
- Nach der Tat: Polizei über 110 verständigen, auch wenn der Alarm ausgelöst wurde. Tür schließen, Tatort nicht verändern, Zeugen bitten zu bleiben.
- Aufschreiben: Jeder Zeuge notiert seine Beobachtungen allein, bevor man sich austauscht.
- Schweigen nach außen: Keine Auskünfte an Presse oder Schaulustige. Das ist Sache von Polizei und Unternehmen.
Mehr zum Verhalten unter Bedrohung findest du auf der Seite Verhalten in Gefahrensituationen.
Ein Fall aus dem Dienst
Du arbeitest als Aufsicht in einer Spielhalle. Kurz vor Mitternacht betritt ein maskierter Mann den Raum, zeigt ein Messer und verlangt das Geld aus der Kasse. Dein Überfalltaster liegt unter dem Tresen, der Täter steht direkt davor und beobachtet deine Hände.
Du verzichtest auf das Auslösen, weil er es sehen würde. Du gibst ihm das Geld aus der Kassenlade. Als er die letzten Scheine aus der Klammer zieht, löst der Geldscheinkontakt still aus. Nachdem der Täter gegangen ist, schließt du die Tür, rufst trotzdem 110 an und gibst Beschreibung und Fluchtrichtung durch. Die beiden Gäste bittest du zu bleiben. Danach schreibst du sofort auf, was du gesehen hast.
Typische Prüfungsfallen
- Eine ÜMA ist immer aktiv und lässt sich nicht unscharf schalten.
- Der Überfallalarm ist still. Eine laute Sirene wäre gefährlich.
- Auslösen nur, wenn es ohne Gefahr unbemerkt geht.
- Der Geldscheinkontakt löst bei Entnahme der letzten Scheine aus.
- Die Personen-Notsignal-Anlage dient dem Arbeitsschutz bei Alleinarbeit, nicht der Überfallmeldung.
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Warum wird ein Überfallalarm in der Regel still als Fernalarm übertragen?
Welche Aussagen zur Überfallmeldeanlage treffen zu?
Wie funktioniert ein Geldscheinkontakt?
Ein Mitarbeiter wird von Tätern gezwungen, die Alarmanlage unscharf zu schalten. Was kann er tun?
Ein Täter bedroht dich an der Kasse und beobachtet genau deine Hände. Der Überfalltaster liegt in Reichweite. Was ist richtig?
Was unterscheidet eine Personen-Notsignal-Anlage von einer Überfallmeldeanlage?
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