Kurz gesagt: Melder sind die Sinnesorgane einer Einbruchmeldeanlage. Öffnungs- und Verschlussmelder überwachen Türen und Fenster, Glasbruch- und Durchbruchmelder die Außenhaut, Bewegungsmelder den Raum dahinter. Jede Bauart hat typische Schwächen, die du kennen musst.
Eine Einbruchmeldeanlage ist nur so gut wie ihre Melder. Die Zentrale wertet aus, die Übertragungseinrichtung schickt den Alarm weiter, aber erkennen muss den Einbruch ein Sensor an der Tür, am Fenster oder im Raum. Als Wachperson stehst du oft vor einer ausgelösten Anlage und musst einschätzen: Was hat da reagiert, wo sitzt dieser Melder, und was sagt mir das über die Lage? In der Prüfung wird gefragt, welcher Melder welchen Vorgang erkennt und welche Störgrößen ihn täuschen können.
Drei Überwachungsarten
Bevor es um einzelne Geräte geht, hilft die Einteilung nach dem, was überwacht wird:
- Außenhautüberwachung: Türen, Fenster, Wände, Dachflächen. Der Alarm kommt, wenn der Täter noch draußen ist oder gerade eindringt. Das bringt Zeit für die Intervention.
- Raumüberwachung (Fallenüberwachung): Melder im Inneren erfassen den Täter, wenn er schon drin ist. Man stellt sie gern an Stellen, die ein Täter fast zwangsläufig passieren muss, zum Beispiel im Flur vor dem Büro mit dem Tresor. Daher der Begriff Falle.
- Objektüberwachung: Einzelne Gegenstände wie ein Tresor, eine Vitrine oder ein Gemälde werden direkt gesichert.
Gute Anlagen kombinieren alle drei. Die Planung richtet sich nach Normen wie DIN EN 50131 mit den Sicherheitsgraden 1 bis 4 und, wenn ein Versicherer das verlangt, nach den VdS-Richtlinien mit den Klassen A, B und C. Für dich reicht: Je höher Grad oder Klasse, desto besser sind die Melder gegen Sabotage und Überlistung geschützt.
Öffnungs- und Verschlussmelder
Magnetkontakt
Der häufigste Melder überhaupt. Am Rahmen sitzt ein Reedkontakt, am Flügel ein Magnet. Solange Fenster oder Tür geschlossen sind, hält der Magnet den Kontakt in Ruhestellung. Öffnet jemand den Flügel, entfernt sich der Magnet und der Kontakt meldet. Ein Magnetkontakt erkennt also das Öffnen, nicht das Einschlagen einer Scheibe. Wer das Glas zerschlägt und durch die Öffnung steigt, ohne den Flügel zu bewegen, wird von ihm nicht erfasst.
Riegelkontakt
Ein Riegelschaltkontakt sitzt im Schließblech und meldet, ob der Riegel des Schlosses ausgefahren ist. Damit weiß die Anlage nicht nur, ob die Tür zu ist, sondern ob sie abgeschlossen ist. Das ist wichtig für die Zwangsläufigkeit: Die Anlage lässt sich nur scharf schalten, wenn alle überwachten Türen wirklich verschlossen sind.
Glasbruch- und Durchbruchmelder
Für Scheiben gibt es mehrere Prinzipien, die die Prüfung gern durcheinanderwirft:
- Passiver Glasbruchmelder: Er klebt auf der Scheibe und reagiert auf die typischen Schwingungen, die beim Brechen von Glas entstehen. Er sendet selbst nichts aus.
- Aktiver Glasbruchmelder: Er schickt ein Signal in die Scheibe und prüft, ob es unverändert zurückkommt. Bricht das Glas, ändert sich das Signal. Vorteil: Er erkennt auch, wenn jemand ihn von der Scheibe löst.
- Akustischer Glasbruchmelder: Er hängt im Raum und lauscht auf das Geräusch splitternden Glases. Ein Gerät kann mehrere Scheiben abdecken, ist aber anfälliger für Täuschung durch ähnliche Geräusche.
- Alarmglas: Hier ist die Überwachung im Glas selbst eingebaut, etwa als feine Leiterschleife. Bricht die Scheibe, wird die Schleife unterbrochen.
Wände, Decken und Tresore schützt man mit Durchbruchmeldern. Das können Körperschallmelder sein, die auf Bohren, Schlagen oder Schneiden reagieren, oder Alarmdrahttapeten und Alarmgitter, deren eingearbeitete Leiter beim Durchbrechen reißen.
Bewegungsmelder
Passiv-Infrarot (PIR)
Der PIR-Melder empfängt nur. Er misst Wärmestrahlung in mehreren Zonen. Bewegt sich ein Körper, der wärmer oder kälter ist als der Hintergrund, durch diese Zonen, entsteht ein wechselndes Signal und der Melder löst aus. Er misst also keine Raumtemperatur, sondern Veränderungen der Wärmestrahlung. Schwachpunkte: Heizkörper, die schnell warm werden, direkte Sonne, Tiere und Gegenstände, die den Erfassungsbereich verdecken.
Mikrowelle und Ultraschall
Diese Melder senden aktiv und werten die Reflexion aus. Bewegt sich etwas, verschiebt sich die Frequenz des zurückkommenden Signals. Mikrowellen durchdringen dünne Wände und Glas, daher kann ein schlecht ausgerichteter Melder auf Bewegung im Nachbarraum oder draußen reagieren.
Dual-Melder
Ein Dual-Melder vereint zwei Prinzipien, meist PIR und Mikrowelle, und löst erst aus, wenn beide anschlagen. Weil ein Heizkörper die Mikrowelle nicht stört und ein flatternder Vorhang den PIR-Teil oft nicht, sinkt die Zahl der Falschalarme deutlich. Zusätzlich haben gute Melder einen Abdeckschutz: Sie melden, wenn jemand sie zuklebt oder mit Spray blendet.
Ein Fall aus dem Dienst
Nachts kommt über die Leitstelle ein Alarm aus einem Autohaus. Gemeldet hat der Bewegungsmelder im Verkaufsraum, die Magnetkontakte der Außentüren sind in Ruhe. Bei der Außenkontrolle siehst du, dass eine Seitenscheibe eingeschlagen ist. Für dich heißt das: Der Täter ist vermutlich durch die Scheibe gestiegen, ohne ein Fenster zu öffnen. Deshalb hat kein Öffnungsmelder reagiert. Du gehst nicht allein hinein, sicherst die Umgebung aus Distanz, gibst die Lage an die Leitstelle durch und wartest auf die Polizei. Im Bericht notierst du, welcher Melder ausgelöst hat und was du außen festgestellt hast. Das hilft später auch dem Errichter, die Lücke an der Scheibe zu schließen.
Typische Prüfungsfallen
- Ein Magnetkontakt meldet das Öffnen, nicht das Einschlagen des Glases.
- Der PIR-Melder ist passiv und reagiert auf Veränderungen der Wärmestrahlung, nicht auf Geräusche oder die Raumtemperatur.
- Aktiver und passiver Glasbruchmelder unterscheiden sich darin, ob der Melder selbst ein Signal aussendet.
- Dual-Melder lösen nur aus, wenn beide Prinzipien gleichzeitig ansprechen. Das senkt Falschalarme.
- Außenhautüberwachung alarmiert früher als Raumüberwachung. Das ist ihr Vorteil.
- Der Riegelkontakt meldet, ob abgeschlossen ist, nicht nur, ob die Tür zu ist.
Mehr zum Zusammenspiel von Zentrale, Meldern und Übertragung findest du bei der Einbruchmeldeanlage. Wie du mit Fehlauslösungen umgehst, steht auf der Seite Falschalarme vermeiden.
Teste dich: Übungsfragen zu diesem Thema
Wie in der IHK-Prüfung können eine oder zwei Antworten richtig sein. Kreuze an und prüfe dann.
Ein Täter schlägt die Scheibe eines geschlossenen Fensters ein und steigt durch die Öffnung, ohne den Flügel zu bewegen. Welcher Melder am Fenster erkennt das nicht?
Worauf reagiert ein Passiv-Infrarot-Bewegungsmelder?
Welche Aussagen zum Dual-Bewegungsmelder sind richtig?
Was unterscheidet einen aktiven Glasbruchmelder von einem passiven?
Welche Vorteile hat die Außenhautüberwachung gegenüber der reinen Raumüberwachung?
Was meldet ein Riegelschaltkontakt?
Mehr Fragen aus diesem Sachgebiet gibt es in der Prüfungssimulation und gesammelt auf der Seite Prüfungsfragen Grundzüge der Sicherheitstechnik.
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